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Spektakuläres Jubiläum beim Memorial Ivo Van Damme – Namensgeber kam vor 50 Jahren bei Autounfall ums Leben

04.09.2026, Belgien, Brüssel: Der Australier Cameron Myers (r) überquert die Ziellinie und gewinnt den Lauf. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

Am Freitagabend, dem 4. September, begann in Brüssel das Allianz Memorial Van Damme, zugleich das Finale der Wanda Diamond League 2026. Die 50. Austragung des traditionsreichen Meetings stand dabei ganz im Zeichen seines Namensgebers: Ivo Van Damme.

Der belgische Mittelstreckenläufer und zweimalige Olympia-Zweite von Montreal 1976 kam vor genau 50 Jahren im Alter von nur 22 Jahren bei einem Autounfall in Südfrankreich ums Leben. Bereits acht Monate später wurde in Brüssel das erste Memorial Van Damme veranstaltet – seither trägt das Meeting seinen Namen (siehe dazu Bericht unten).

Am ersten von zwei Finaltagen wurden bereits 16 Diamond-League-Titel vergeben. Zu den herausragenden Leistungen gehörte der Sieg des jamaikanischen Weltmeisters Oblique Seville über 100 Meter. Er gewann in 9,90 Sekunden vor Emmanuel Eseme aus Kamerun und Kayinsola Ajayi aus Nigeria.

04.09.2026, Belgien, Brüssel: Der Jamaikaner Oblique Seville feiert seinen Sieg über 100 Meter in 9,90 Sekunden. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

Über 800 Meter setzte der Kenianer Emmanuel Wanyonyi ein weiteres Ausrufezeichen. In 1:41,80 Minuten lief er zum Sieg und stellte dabei einen Meetingrekord auf. Auch der Botswaner Busang Collen Kebinatshipi beeindruckte über 400 Meter: Seine 43,40 Sekunden bedeuteten ebenfalls eine außergewöhnliche Leistung und den Sieg im Diamond-League-Finale.

Besonders stark war auch der Stabhochsprung. Auf seinen Start verzichten musste der schwedische Stabhochsprung-Star Armand Duplantis. Er sagte seine Teilnahme nach Problemen an der Leiste beim Aufwärmen ab. „Es ist schrecklich, nicht antreten zu können. Es gibt nichts Schlimmeres“, sagte Duplantis dem öffentlich-rechtlichen schwedischen Sender SVT Sport.

In Abwesenheit von Duplantis holte sich dessen griechischer Rivale Emmanouil Karalis mit überquerten 6,12 Metern den Sieg. Er erhielt für seinen Triumph 30.000 US-Dollar und damit umgerechnet fast 26.000 Euro.

04.09.2026, Belgien, Brüssel: Der Grieche Emmanouil Karalis feiert einen Meetingrekord. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

Weitere Höhepunkte des Abends waren unter anderem der Sieg von Cameron Myers über 1500 Meter in 3:30,14 Minuten, wobei er sich in einem hochklassig besetzten Rennen unter anderem gegen Jakob Ingebrigtsen durchsetzte, sowie der Erfolg von Julien Alfred über 200 Meter der Frauen in 21,79 Sekunden.

Leichtathletik-Olympiasieger Ingebrigtsen schimpfte nach dem Rennen über seine Konkurrenten. „Ich bin gegen einen Haufen Feiglinge angetreten“, sagte der Norweger nach dem Rennen, das er als Vierter beendete. Ingebrigtsen, der sonst für seine taktisch cleveren Rennen bekannt ist, sorgte dieses Mal früh für das Tempo in dem Weltklasse-Feld. Doch auf der Zielgeraden spurteten die stärksten Kontrahenten an dem 25-Jährigen vorbei – so auch Sieger Myers aus Australien.

So wurde der erste Abend des 50. Memorial Van Damme zu einer gelungenen Verbindung aus Erinnerung und Spitzensport. Vor dem Hintergrund des 50. Todestages von Ivo Van Damme erinnerten die Organisatoren an den außergewöhnlichen belgischen Läufer, während gleichzeitig die heutige Weltelite im König-Baudouin-Stadion um die prestigeträchtigen Diamond Trophies kämpfte. Auch frühere Größen des Meetings waren zum Jubiläum in Brüssel zu Gast; unter anderem wurde Carl Lewis in die Hall of Fame des Memorials aufgenommen. (cre/dpa)

Ivo Van Damme – ein belgisches Leichtathletik-Idol

25. Juli 1976: Bei den Olympischen Spielen in Montreal gewinnt Ivo Van Damme (2.v.l./Nr. 103) im Finale des 800-m-Laufs die Silbermedaille. Es siegt der kubanische Mittelstreckler Alberto Juantorena (r). Foto: Belga

Ivo Van Damme galt Mitte der 1970er Jahre als eines der größten Talente der internationalen Mittelstrecken-Leichtathletik. Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal gewann der damals erst 22-jährige Belgier sensationell zwei Silbermedaillen über 800 und 1500 Meter.

Wenige Monate später, am 29. Dezember 1976, kam Van Damme auf der Rückfahrt von einem Trainingslager in Südfrankreich bei einem Autounfall ums Leben.

Sein früher Tod löste in Belgien große Bestürzung aus. Zu seinem Andenken organisierten belgische Sportjournalisten bereits 1977 das erste Memorial Van Damme im Brüsseler Heysel-Stadion, dem heutigen König-Baudouin-Stadion. Aus dem ursprünglich als einmalige Gedenkveranstaltung geplanten Meeting entwickelte sich eines der bedeutendsten Leichtathletik-Sportfeste der Welt. (cre)

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