AKTUALISIERT – Das 50. Allianz Memorial Van Damme in Brüssel stand am Freitag und Samstag ganz im Zeichen der Erinnerung an seinen Namensgeber. Vor genau 50 Jahren, Ende 1976, kam der belgische Mittelstreckenläufer Ivo Van Damme im Alter von nur 22 Jahren bei einem Autounfall in Südfrankreich ums Leben (siehe Bericht weiter unten).
– Spektakulärer Auftakt am Freitag: Bereits am ersten Finalabend wurden zahlreiche Diamond-League-Titel vergeben. Der jamaikanische Weltmeister Oblique Seville gewann die 100 Meter in 9,90 Sekunden, während der Kenianer Emmanuel Wanyonyi über 800 Meter in 1:41,80 Minuten triumphierte und dabei einen Meetingrekord aufstellte.

04.09.2026, Belgien, Brüssel: Der Grieche Emmanouil Karalis feiert einen Meetingrekord. Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa
Auch der Stabhochsprung sorgte für einen Höhepunkt. Nachdem Weltrekordler Mondo Duplantis kurzfristig passen musste, nutzte der Grieche Emmanouil Karalis seine Chance und gewann mit 6,12 Metern. Im 1500-Meter-Lauf setzte sich der junge Australier Cameron Myers in einem hochklassig besetzten Rennen durch. Bei den Frauen gewann Julien Alfred die 200 Meter.
– Sieben weitere Meetingrekorde am Samstag: Der zweite Finaltag setzte die außergewöhnliche Serie fort. Allein am Samstag wurden sieben Meetingrekorde erzielt. Insgesamt entwickelte sich die 50. Ausgabe des Memorial Van Damme damit zu einem Meeting mit einer außergewöhnlichen Leistungsdichte.

05.09.2026, Belgien, Brüssel: Die Schweizerin Audrey Werro feiert ihren Sieg. Foto: Omar Havana/AP/dpa
Über 200 Meter der Männer setzte sich Kenneth Bednarek in 19,62 Sekunden durch. Im 800-Meter-Rennen der Frauen gewann die Schweizerin Audrey Werro in einem äußerst knappen Finale. Masai Russell entschied die 100 Meter Hürden für sich, während Alison dos Santos über 400 Meter Hürden erneut seine außergewöhnliche Klasse demonstrierte und den Diamond-League-Titel gewann.
Weitere Höhepunkte waren der Sieg von Birhanu Balew über 5000 Meter sowie der Erfolg von Klaudia Kazimierska über 1500 Meter. Auch in den technischen Disziplinen wurden beim Brüsseler Finale starke Leistungen gezeigt.
Für die belgischen Zuschauer war natürlich auch der Auftritt von Nafissatou „Nafi“ Thiam von besonderem Interesse. Die dreifache Olympiasiegerin im Siebenkampf startete beim Jubiläumsmeeting im Hochsprung, kam aber über 1,84 Meter nicht hinaus. Damit belegte sie den achten Platz. Für Thiam war es bereits die elfte Teilnahme am Memorial Van Damme. (cré)
Ivo Van Damme – ein belgisches Leichtathletik-Idol

25. Juli 1976: Bei den Olympischen Spielen in Montreal gewinnt Ivo Van Damme (2.v.l./Nr. 103) im Finale des 800-m-Laufs die Silbermedaille. Es siegt der kubanische Mittelstreckler Alberto Juantorena (r). Foto: Belga
Ivo Van Damme galt Mitte der 1970er Jahre als eines der größten Talente der internationalen Mittelstrecken-Leichtathletik. Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal gewann der damals erst 22-jährige Belgier sensationell zwei Silbermedaillen über 800 und 1500 Meter.
Wenige Monate später, am 29. Dezember 1976, kam Van Damme auf der Rückfahrt von einem Trainingslager in Südfrankreich bei einem Autounfall ums Leben.
Sein früher Tod löste in Belgien große Bestürzung aus. Zu seinem Andenken organisierten belgische Sportjournalisten bereits 1977 das erste Memorial Van Damme im Brüsseler Heysel-Stadion, dem heutigen König-Baudouin-Stadion. Aus dem ursprünglich als einmalige Gedenkveranstaltung geplanten Meeting entwickelte sich eines der bedeutendsten Leichtathletik-Sportfeste der Welt. (cre)