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25 Stunden: Sonntag ist der längste Tag des Jahres

Eine Uhr steht neben einem Bett. Am letzten Sonntag im Oktober beginnt die sogenannte Winterzeit. In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Foto: Sina Schuldt/dpa

In der Nacht zum Sonntag endet die Sommerzeit. Um 3 Uhr werden die Uhrzeiger auf 2 Uhr zurückgestellt. Der 30. Oktober 2022 hat somit 25 Stunden. Alle 6 Monate, wenn die Uhrzeiger vor- oder zurückgestellt werden müssen, wird über Sinn und Unsinn der Sommerzeit gestritten.


Manch einer wird sich über die Umstellung auf die Winterzeit am Sonntag freuen – schließlich bekommen wir eine Stunde Schlaf geschenkt. Auf der anderen Seite manifestiert sich ab dann ein anderes Phänomen: der Lichtmangel.

Die Zeitumstellung ist umstritten. Seit der Einführung der Sommerzeit in Belgien im Jahre 1977 (in Deutschland 1980) auch regelmäßig über ihre Abschaffung diskutiert. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) hat die Vor- und Nachteile der Zeitumstellung aufgelistet.

Am letzten Wochenende von Oktober werden in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Uhren um eine Stunde von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Foto: Shutterstock

PRO

– Die Nacht zum Sonntag ist mit der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit ideal für Langschläfer und Partyfreunde. Der Sonntag ist 25 Stunden lang und bietet so jede Menge Zeit zum Ausschlafen. Für Grillabende und andere Freizeitaktivitäten ist die Sommerzeit indes ideal, da es eine Stunde länger hell ist. – Von Vorteil ist, dass die Zeitumstellung ein einheitliches System in weiten Teilen Europas ist.

CONTRA

– Viele Menschen klagen über Schlafstörungen und Konzentrationsschwächen. Nach einer Studie haben 40% der Bürger Probleme mit der Zeitunstellung, Frauen deutlich mehr als Männer.

– Nicht nur der Mensch, auch manch Tier lässt sich von der Umstellung stressen. So könnten Hauskatzen wegen geänderter Futterzeiten empfindlich reagieren, warnen Tierfreunde. Auch die Milchkuh im Stall braucht ihre Zeit, wegen der Umstellung auf neue Melkzeiten.

– Nervig ist die Umstellung in jedem Fall für alle, die keine Funkuhren haben. Bei wem die Chronometer nicht automatisch mit der Zeit gehen, muss alles per Hand umstellen.

– Die Zeitumstellung verursacht durch Fahrplanänderungen oder neue Dienstpläne zum Beispiel in einem Schichtsystem Kosten.

Vorwärts oder rückwärts? An diesem Sonntag rückwärts – von 3 Uhr auf 2 Uhr. Foto: Pixabay

Eingeführt wurde die Sommerzeit, um das Tageslicht besser auszunutzen und so Strom zu sparen. Selbst Energieerzeuger sehen dieses Ziel inzwischen als verfehlt. Vielmehr wird in den kälteren Monaten mehr Energie fürs Heizen verbraucht.

Auch die EU-Kommission spricht von unwesentlichen Einsparungen durch die Zeitumstellung. Eine aussichtsreiche Initiative, die Zeitumstellung wirklich abzuschaffen, ist derzeit nicht in Sicht. Die Präsidentschaft unter den EU-Ländern – derzeit hat Tschechien das Ruder in der Hand – hat das Thema nicht auf die Tagesordnung gesetzt.

Zwar hat die EU-Kommission einen Vorschlag gemacht, wie die Umstellung abgeschafft werden könnte, aber die Staaten der Europäischen Union können sich nicht einigen. So liegt das Vorhaben seit längerem in Brüssel auf Eis. (dpa/cre)

Nur noch die „Zeit Gottes“: Mexiko schafft Sommerzeit ab

Nach einer jahrelangen Diskussion über den Sinn der Zeitumstellung hat Mexiko die Sommerzeit abgeschafft. Das hat der Senat des lateinamerikanischen Landes beschlossen.

An diesem Sonntag werden die Uhren in Mexiko zum letzten Mal auf die Winterzeit umgestellt. Künftig werde nur noch die „Zeit Gottes“ gelten, sagte Präsident Andrés Manuel López Obrador in Anspielung auf eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Normalzeit. Die Sommerzeit war in Mexiko 1996 eingeführt worden, um Energie zu sparen.

Wie auch in Europa gab es in Mexiko immer wieder Debatten über die Vor- und Nachteile der Sommerzeit. (dpa)

12 Antworten auf “25 Stunden: Sonntag ist der längste Tag des Jahres”

  1. Gewohnheitstier

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und mag keine Umstellungen. Daher wundere ich mich nicht, dass doch recht viele spontan für ein Ende der Zeitumstellung sind.
    Wenn man ihnen dann aber bewusst macht, dass ohne Zeitumstellung in Ostbelgien Ende August die Sonne schon vor 19h30 untergeht, dann ist fast keiner mehr für ein Ende der Zeitumstellung.

  2. Endlich wieder in der „natürlichen Zeit „ angekommen. So soll es nun bleiben. Die Politiker haben kein Recht darüber zu bestimmen, wie die Uhren stehen. Sommerabend bei Kerzenschein ist so schön 😊

  3. Die Zeitumstellung lassen wie sie ist.
    Viele Menschen die sich absolut für eine Ende aussprechen, muss man nur den letzten Satz von Gewohnheitstier erklären und schnell ändert sich die Meinung

    • BM
      Die Zeit Umstellung wurde von den Engländer eingeführt als es noch kein elektrisches Licht gab nur Öllampen wie im Mittelalter, nur das gehört der Vergangenheit an, irgendwann ist es so einem Spezialisten bzw Murkser eingefallen man könnte es wieder einführen, Problem er sah nur die Vorteile aber nicht die Nachteile welche größer sein dürften in der heutigen Zeit.

  4. Gerade in der “ düsteren “ Zeit des Jahres wird uns noch 1 Stünde Helligkeit genommen. Lichtmangel ist für den Menschen auf Zeit schädlich. Es wird den Leuten auch zu einer Lichttherapie geraten. Von “ Dunkeltherapie “ hat man noch nie etwas gehört und das zurecht. Besten immer Sommerzeit. Für diejenigen die Verdunklung lieber haben, die können ja im Sommer um 18 Uhr die Rollschläge runterlassen und das Problem wäre gelöst :))

  5. volkshochschule

    Seit 1977 gibt es diesen Wahn gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung und niemand in der EU ist in der Lage es zu ändern. Wann gibt es mal wieder eine Regierung die vom normalem Volk gestellt wird und die dann auch im Sinne des Volkes handelt.

    • Genau, das wäre schön, eine Regierung, die vom Volk gestellt wird. Ein Mittel dazu wäre, freie und allgemeine Wahlen einzuführen, oder, hoppla, gibt’s die nicht schon? Eine Frage stellt sich allerdings, was nämlich der Unterschied zwischen Volk und „normalem“ Volk ist, und wer bestimmt, wer normal ist? Normal, geht das nach Gesinnung (also erstmal mit einer Art Gesinnungsvorprüfung, wer zu den Normalen zählt und deshalb bei den Wahlen überhaupt mitmachen darf) oder nach Bevölkerungsgruppen, also sind zum Beispiel nur Arbeiter und Bauern normal und dürfen die Regierung stellen, nicht aber Akademiker? Einige Experten in dieser Richtung, die uns da prima beraten könnten, wie zB Erich Honecker, sind leider schon verstorben, aber andere Menschensortierer aus dem untergegangenen Arbeiter- und Bauernstaat DDR leben noch, die könnten für die Volkshochschule mal einen schönen Rückblick über die Schaffung einer tollen Regierung geben…
      Vielleicht bleiben wir dann doch lieber bei Wahlen für das GANZE Volk und lernen, dann auch mit dem Wahlergebnis klarzukommen, wenn es nicht gefällt. Der Witz ist ja, dass vermutlich nicht alle gleich wählen, aber trotzdem alle ihre eigene Wahlentscheidung ganz normal finden, manche dann gewinnen und manche nicht. Nach Ende der Legislaturperiode gibt es neue Wahlen und nicht selten einen Regierungswechsel. Man nennt dieses Prinzip „Demokratie“. Leute, die irgendwelche anderen Leute von den Wahlen ausschließen wollen, befürworten ein anderes Prinzip, das in Richtung Diktatur geht.

  6. René Wilmes

    Egal ob Sommer oder Winterzeit, wobei ich der Ansicht bin, das die starre Winterzeit, die bessere Lösungen ist! Am Beispiel Hamburg : Der größte Unterschied würde sich bei dauerhafter Sommerzeit im Dezember und Januar bemerkbar machen, wenn in Hamburg erst um 9:34 Uhr die Sonne aufgeht. Bei dauerhafter Winterzeit (Mitteleuropäische Zeit, MEZ) würde die Sonne dafür im Juni bereits ab 3:50 Uhr aufgehen!
    Das denken im Kollektiv , nicht die Sichtweise der Ostbelgier alleine zählt!
    Noch viel wichtiger ist dies zu bedenken ,das wir egal ob ein Mix oder ein starre Handhabung! Lassen wir die Bibell sprechen! DA LESEN WIR
    „Habt also sorgfältig darauf Acht, wie ihr lebt! Verhaltet euch nicht wie unverständige Leute, sondern verhaltet euch klug.
    Macht den bestmöglichen Gebrauch von eurer Zeit*, gerade weil wir in einer schlimmen Zeit leben.“ EPHESER 5, VERS 15.16

  7. Horlogio Portopilonia

    Traurig ist, dass die EU sich nicht einmal rasch auf eine Zeit festlegen kann… nicht die einfachste Änderung scheint mal einfach zu beschließen zu sein. Warum sind eigentlich die Meinungen von Deutschland, Niederlande oder Österreich interessant? Portugal und Spanien im äußersten Westen (eigentlich auf Greenwich) und Polen oder andere Staaten im Osten sollten sich einigen und gut ist, Sommer- oder Winterzeit egal, aber eine bitte!

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