Mersad Selimbegovic ist Cheftrainer von Fußball-Drittligist Alemannia Aachen. Letzte Saison war der Bosnier nur Mittelmaß mit der AS Eupen in der Challenger Pro League, jetzt ist er Erfolgstrainer auf dem Aachener Tivoli. Auch das gesamte Umfeld ist ein anderes: Im Kehrweg-Stadion verloren sich in der Saison 2024/2025 in der Regel 1.500 bis 2.000 Zuschauer, auf dem Tivoli waren es am Freitagabend genau 30.894.
Am Freitag gelang den Schwarz-Gelben beim 3:1 gegen den Aufstiegsanwärter MSV Duisburg im ausverkauften Tivoli-Stadion der achte Sieg in neun Spielen. Seit neun Spielen ist Aachen ungeschlagen. Für die Aachener Zeitung ist die Alemannia jetzt „der Seriensieger“.

24.04.2026, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Lamar Yarbrough (Aachen, l-r) beim Kopfballduell mit Lex Tyger Lobinger (Duisburg). Foto: Christoph Reichwein/dpa
In der Tabelle belegt Aachen vier Spieltage vor Schluss den 7. Platz mit 6 Punkten Rückstand auf den Tabellendritten Energie Cottbus und 7 Punkte auf den Zweiten Rot-Weiss Essen. Hätte die Siegesserie etwas früher eingesetzt, wäre die Alemannia jetzt ein heißer Aufstiegskandidat. Rein arithmetisch ist sie es auch jetzt noch, doch offiziell will das niemand behaupten.
Immerhin waren die Aachener um die Jahreswende noch genau das Gegenteil, nämlich Abstiegskandidat. Wie ist dies Wandlung zu erklären und inwiefern ist dies das Verdienst von Trainer Selimbegovic, dem die AS Eupen in der letzten Saison offensichtlich nicht die Rahmenbedingungen bieten konnte, um in der Challenger Pro League ganz oben mitzuspielen? Sonst wäre für die Ostbelgier wohl mehr herausgesprungen als ein 10. Tabellenplatz in der Challenger Pro League.
Selimbegovic hat es geschafft, innerhalb kürzester Zeit eine klare Spielidee zu implementieren und der Mannschaft ein neues Selbstverständnis zu verleihen. Während die Alemannia zuvor oft verunsichert und inkonstant auftrat, zeigt das Team nun eine Mischung aus taktischer Disziplin, körperlicher Präsenz und offensivem Mut.
Ein entscheidender Unterschied zurzeit bei der AS Eupen scheint dabei das Umfeld zu sein. In Aachen findet der Bosnier offenbar Rahmenbedingungen vor, die ihm mehr Einfluss auf sportliche Entscheidungen ermöglichen. Zudem passt die emotionale Wucht des Traditionsclubs Alemannia Aachen, der vor 20 Jahren noch Bundesligist war, ideal zu seiner Vorstellung von Fußball: intensiv, leidenschaftlich und mit klarem Fokus auf Teamgeist.

24.04.2026, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Fans von Alemania Aachen jubeln. Am Freitag gegen Duisburg füllten 30.894 Zuschauer den Tivoli bis auf den letzten Platz. Foto: Christoph Reichwein/dpa
Auch personell hat sich einiges stabilisiert. Schlüsselspieler sind in Form, Verletzungen blieben zuletzt aus, und Neuzugänge konnten sich schnell integrieren. Gerade die Balance zwischen Defensive und Offensive wirkt deutlich verbessert – ein Faktor, der beim Sieg gegen MSV Duisburg erneut sichtbar wurde. Gleichzeitig scheint die Mannschaft mental gereift: Rückschläge werden besser verarbeitet, Spiele konsequenter zu Ende gespielt.
Nicht zu unterschätzen ist außerdem der psychologische Effekt der heutigen Erfolgsserie. Mit jedem Sieg wächst das Selbstvertrauen – und plötzlich erscheint selbst der Abstand auf Teams wie Energie Cottbus oder Rot-Weiss Essen nicht mehr unüberwindbar. Die Alemannia agiert inzwischen wie ein Spitzenteam, unabhängig vom Tabellenplatz.
Selimbegovic hat es also nicht nur geschafft, taktische Impulse zu setzen, sondern vor allem eine verunsicherte Mannschaft mental aufzurichten. Dass dies in Aachen gelingt, während es in Eupen ausblieb, zeigt, wie entscheidend das Zusammenspiel aus Trainer, Kader und Umfeld ist.
Sollte die aktuelle Form anhalten, könnte die Alemannia vielleicht noch einmal ernsthaft in das Aufstiegsrennen eingreifen – auch wenn die Hypothek aus der schwachen Hinrunde schwer wiegt. Und wenn nicht diesmal, dann eben in der nächsten Saison. (cre)
Ein Trainer ist dazu da, um etwas zu verändern. Also muss man zusammen arbeiten. In Eupen sind die Voraussetzungen eben anders. Da muss der Trainer so, und mit dem arbeiten, wie der Verein es ihm vorgibt, oder da ist.
so ist es aber fast in jedem Verein. Die AS ist da keine Ausnahme. Das Team Spieler, Trainer und Management müssen zusammen arbeiten und einen klaren Plan haben. Dann kommt die Qualität der Entscheidungen noch hinzu. An den Finanzen liegt es in Eupen auf jeden Fall nicht.
Und nächste Saison läuft es nicht mehr wie gewünscht dann kommt auch bei der Alemannia der Nächste. So ist das eben im Fußball.
In diesem Fall hat es geklappt, aber meistens nicht, siehe Real, Werder, Union Berlin. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Es ist doch unmöglich de Qualität des Aacheners Kader mit den des ASE zu vergleichen.
Das die Vereinsführung nicht optimal funktioniert ist einer Sache aber wenn die Spieler nicht im Stande sind eine 2te belgische Liga würdige Leistung, sowohl technisch als konditionell, abzurufen sollte einem große Sorgen bereiten.
An den Gehälter kann es nicht liegen die liegen bei den höchsten der Liga sogar, sogar höher als einige belgische Erstligisten.
Wer hat denn mehr Geld zur verfügung. Die Aachener, oder der Verein aus Eupen, dem der Katar gehört ?. Eigentlich muss die AS ja im Geld schwimmen!.
Ich Predige seit Jahren, die AS braucht einen ECHTEN Trainer keine Luschen !