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Keine Notrufsäulen mehr an Walloniens Autobahnen – Ab dem 1. Mai soll die mobile App „Edwige“ im Notfall helfen

Eine Notrufsäule an der Autobahn E40 zwischen der deutschen Grenze und der Ausfahrt Eynatten. Foto: OD

Vier Jahre nach Flandern werden auch an den Autobahnen der Wallonie die orangen Notrufsäulen abgeschafft. Über eine App soll Autofahrern in Not geholfen werden. Bereits an diesem Freitag soll die mobile Anwendung namens „Edwige“ aktiviert werden.

Ab dem 1. Mai werden die orangefarbenen Notrufsäulen an den Schnellstraßen und Autobahnen in der Wallonie desaktiviert zu Gunsten der neuen mobilen Anwendung Edwige, die in Französisch, Niederländisch, Deutsch und Englisch verfügbar ist (www.edwige.eu).

Die Benutzer können, wie bei den Terminals, rund um die Uhr in direkten Kontakt mit der Perex-Zentrale treten, die den Verkehr auf dem Autobahnnetz überwacht und steuert.

Edwige ist „Ihr Weggefährte zum Herunterladen, bevor Sie auf den großen Verkehrsachsen der Wallonie unterwegs sind“, heißt es auf der Webseite. Foto: Screenshot edwige.eu

In den letzten Jahren ist die Zahl der Anrufe, die über die SOS-Säulen getätigt wurden, stetig gesunken. Im Jahr 2019 waren es nur noch 837 Anrufe, also etwas mehr als zwei pro Tag. Im Jahr 2015 waren es noch rund 3.000. Der Rückgang zeigt, dass sich die Nutzer verstärkt ihres Smartphones bedienen, wenn sie Hilfe benötigen.

In Reichweite und geolokalisierbar bieten Smartphones laut der zuständigen Ministerin Valérie De Bue (MR) einen erheblichen Vorteil in Sachen Verkehrssicherheit. Je schneller geholfen werden kann, umso höher ist die Chance, Leben zu retten.

Andere Funktionen sind auch auf Edwige verfügbar. Zusätzlich zum bestehenden Notrufknopf „112“ kann die Anwendung z. B. einen Gegenstand auf der Straße, die Anwesenheit eines Tieres oder auch einen Geisterfahrer melden.

Alle diese Informationen werden an die Perex-Zentrale gesendet. Mit der Zeit sollen auch Verkehrsinformationen direkt über die Anwendung empfangen werden.

Heutzutage wird der Notruf in der Regel per Mobiltelefon abgesetzt. Foto: Shutterstock

Ab diesem Freitag wird in sozialen Netzwerken, über Plakate in Autobahnraststätten und an den 300 Tafeln des Straßennetzes sowie auf der RTBF eine Informationskampagne gestartet.

Durch den Wegfall der orangefarbenen Poller kann die Wallonische Region Geld sparen, weil ihr Unterhalt teuer war. Er kostete etwa eine Million Euro pro Jahr. Im Vergleich dazu ist die einmalig zu zahlende Summe von rund 240.000 Euro für die Erstellung der mobilen Anwendung sehr gering.

Und wie wird einem geholfen, wenn man kein Smartphone hat oder sein Akku leer ist? Der wallonische Mobilitätsminister Philippe Henry (Ecolo) verwies gegenüber Sudpresse darauf, dass sich dieses Problem auch bisher schon gestellt habe, wenn es zum Beispiel einen Notfall zwischen zwei Notrufsäulen gab, die immerhin 2 km voneinander entfernt seien.

Was aus den alten Notrufsäulen wird, ist noch nicht geklärt. Wer sie alle verschrottet? Eine Arbeitsgruppe wird sich mit der Frage befassen. Flandern hatte vor vier Jahren Notrufsäulen für einen guten Zweck versteigert. Der Erlös in Höhe von 24.580 Euro wurde an einen Verein gespendet, der Eltern von Kindern, die bei Verkehrsunfällen getötet wurden, hilft. (cre)

17 Antworten auf “Keine Notrufsäulen mehr an Walloniens Autobahnen – Ab dem 1. Mai soll die mobile App „Edwige“ im Notfall helfen”

  1. Mein Bruder hat noch ein Händi mit Wählscheibe. Ist halt noch ein bisschen älter. Das Händi und mein Bruder. Das heißt im Umkehrschluss, er kann keine Apps runterladen und muss deshalb die Autobahn meiden.
    Was dem Einen sein Impfpass, ist dem Anderen seine App. 😇🤣😂👍

  2. Und wieder sparen an der Falschen Stelle .
    Zur Zeit als es noch kein Funk Telefon gegeben hat , oder eben nur für Ausnahme Bürger ,
    befand ich mich zwischen Lichtenbusch und Eupen auf der Autobahn . Zu meinem Entsetzen sah ich ein Großes Fass auf der Rechten Spur , bin dann auf die Überholspur ausgewichen , und habe an der Nächsten Notrufsäule den Vorfall melden Wollen .
    Das Entsetzen wurde dann noch Größer als der Beamte mich gebeten hatte den Fall jetzt nochmal in Französisch zu schildern , da Er kein Deutsch verstehe . Habe das natürlich gemacht , mit der Bemerkung das ich nicht verstehe das man solchen Leuten einen Posten gibt die nicht die Landes sprachen können . Ich verlange ja nicht das jeder Beamte das können muss ,
    aber in einer solchen Zentrale haben Leute nichts verloren die es nicht können , oder sollten mich in einer Sekunde mit jemanden verbinden können der meine Sprache spricht .Deutsch ist bei uns ja kein chinesisch , und erst recht nicht zwischen Lichtenbusch und Eupen wo auch viele Deutsche unterwegs sind . Mit der App wird es dann aber noch katastrophaler werden . Weil man zwischen Lichtenbusch und Eupen Teils keinen Empfang hat . Weil das Smartphone damit beschäftigt ist vom Deutschen in Das Belgische Netzt zu schalten . Das kann dann manchmal einige Minuten dauern bevor eine Verbindung entsteht . Nachts kann das zum Verhängnis werden wenn auf der Gegenseite keiner kommt der den Notruf wählen kann .
    Aber es geht ja nur um Menschenleben , sparen ist wichtig . Nur bei unnötigen Ausgaben sieht man das nicht so eng .

    • Kennen Sie denn jemanden unter 40 der noch Deutsch und Französisch spricht? Ich kenne nur Abiturienten aus den Sekundarschulen der DG die sich auf Französisch noch nicht einmal ein Essen bestellen können. Woher sollen also die zweisprachigen Beamten in den Notrufzentralen kommen?

  3. Es gibt hier genügend Kinder die zweisprachig aufwachsen .
    Ich hatte dieses Glück nicht , weil bei uns nur Deutsch geredet wurde
    Obwohl ein Eltern Teil ja auch Französisch mit mir reden konnte, hat man es nicht gemacht .
    Hatte aber einen Nachbarn der von Anfang an nur Deutsch mit den Kindern gesprochen hatte , und Seine Frau Französisch . Das hatte den Effekt das die Kinder einen Mann auf Deutsch angesprochen hatten und eine Frau ausschließlich auf Französisch als sie noch klein gewesen sind . Ich fand es lustig . Und für den späteren Lebensweg auch sehr sinnvoll .

    • Zwei Sprachen zu 92% zu beherrschen und eine Dritte zu 70%, haben mir viele Türen geöffnet.
      Von vornherein: die deutsche Kommaregel habe ich nie verstanden – war aber nie ein Hindernis. Da konnte mein französisch überzeugen.
      Schon mal die Möglichkeit gehabt eine aktuelle Bewerbung in der Muttersprache zu lesen? Viel Spaß

  4. Corona2019

    @ – Realist .
    Doch , das gibt’s.
    Es fahren jetzt Leute mit Notrufsäulen im Auto , Die Säulen kann man ja jetzt kaufen .
    Ich überlege noch .
    Nimmt doch sehr viel Platz in Anspruch 😉

  5. Krisenmanagement

    Ich brauch nicht unbedingt eine Notrufsäule, aber warum ist das Personal an den Notrufzentren nicht mindestens 3Sprachig. Musste einmal den Notruf wählen. Erstens dauerte es viel zu lange und dann war da eine Dame, die Französisch konnte. Ich habe es dann geschafft ihr zu vermitteln, dass auf dem mittleren Streifen jemand rumlief. Warum gibt es keine Ausbildung dafür? Scheinbar herrscht dort auch Personalmangel! Also wieder wird am falschen Ende gespart!

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