Nachrichten

Historische Pointe: King Charles kontert Trumps „Deutsch“-These

28.04.2026, USA, Washington: Der britische König Charles III. spricht während eines Staatsdinners mit US-Präsident Trump, First Lady Trump und Königin Camilla im East Room des Weißen Hauses in Washington. Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Beim Staatsbesuch von Großbritanniens König Charles III und Königin Camilla in Washington entwickelte ein kurzer Moment beim Staatsbankett zum eigentlichen Höhepunkt des Besuchs – und sorgte über den Abend hinaus für Aufmerksamkeit.

Zunächst standen die üblichen Zeichen enger transatlantischer Verbundenheit im Mittelpunkt. Im Weißen Haus empfing Donald Trump das britische Königspaar mit allen protokollarischen Ehren, begleitet von politischen Gesprächen und symbolträchtigen Auftritten.

Doch Trump griff dabei eine Formulierung auf, die er bereits zuvor, etwa beim World Economic Forum, verwendet hatte: Ohne die Vereinigten Staaten würden die Europäer heute Deutsch sprechen. Gemeint war damit die entscheidende Rolle der USA im Zweiten Weltkrieg und beim Sieg über Adolf Hitler. Die zugespitzte Bemerkung entsprach Trumps bekanntem Stil – pointiert, selbstbewusst und historisch verkürzt.

28.04.2026, USA, Washington: US-Präsident Donald Trump (2.v.r.) und First Lady Melania Trump (r) begrüßen den britischen König Charles III.(2.v.l.) und Königin Camilla am Südportikus des Weißen Hauses, als sie zu einem Staatsdinner in Washington eintreffen. Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Als Charles später ans Rednerpult trat, nahm er genau diesen Gedanken auf – und konterte mit einer ebenso knappen wie wirkungsvollen Pointe. Er wage zu behaupten, sagte der Monarch mit ruhigem Ton, dass die Amerikaner ohne Großbritannien heute Französisch sprechen würden.

Im Saal folgte Gelächter, auch Trump selbst reagierte amüsiert. Doch hinter der Leichtigkeit der Szene stand eine bewusst gesetzte historische Referenz.

Charles spielte damit auf den Siebenjährigen Krieg an, in dem sich Großbritannien gegen Frankreich durchsetzte und die Vorherrschaft in Nordamerika sicherte. Diese Entwicklung bildete eine zentrale Voraussetzung für die späteren britischen Kolonien, aus denen schließlich die Vereinigten Staaten hervorgingen.

Die zugespitzte Folgerung: Ohne diese britische Ausgangslage hätte sich der nordamerikanische Kontinent möglicherweise unter stärkerem französischem Einfluss entwickelt.

Der kurze Schlagabtausch machte damit zwei unterschiedliche Perspektiven auf Geschichte sichtbar. Während Trump die Rolle der USA im 20. Jahrhundert betonte, erinnerte Charles daran, dass auch die Entstehung der Vereinigten Staaten selbst Ergebnis europäischer Machtkonstellationen des 18. Jahrhunderts war. Beide Aussagen tragen einen wahren Kern – und verkürzen zugleich komplexe historische Entwicklungen auf eine nationale Erzählung. (cre)

Charles ruft in den USA zur Verteidigung der Ukraine auf

König Charles III. hält vor dem US-Kongress einen Appell zur Verteidigung der Ukraine. Mit seinen wohlüberlegten Aussagen widerspricht er US-Präsident Donald Trump – ohne dessen Namen zu nennen.

Der britische König Charles III. hat während seiner Rede vor dem US-Kongress Meinungsäußerungen von US-Präsident Donald Trump widersprochen. Ohne Trumps Namen in diesem Kontext zu nennen, betonte der Monarch die Bedeutung der Nato, insbesondere auch im Krieg in der Ukraine. Es sei „dieselbe unerschütterliche Entschlossenheit“ erforderlich, die von den Verbündeten unter anderem in den Weltkriegen, im Kalten Krieg sowie in Afghanistan gezeigt worden sei, sagte der König.

28.04.2026, USA, Washington: Der britische König Charles III. spricht im Rahmen des Staatsbesuchs des Königspaares vor einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses im Repräsentantenhaus des US-Kapitols in Washington. Foto: Kylie Cooper/Pool Reuters via AP/dpa

Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder damit kokettiert, die US-Mitgliedschaft in der Nato zu beenden. Jüngster Auslöser war der Iran-Krieg mit einer nach Trumps Meinung zu geringen Unterstützung der Verbündeten. Auch die Grönlandkrise war in den vergangenen Monaten ein Grund für den US-Präsidenten, das Verteidigungsbündnis zu kritisieren. Zudem hat Trump immer wieder die US-Verantwortung im Ukraine-Krieg infrage gestellt.

Charles III. sagte, das Engagement und die Kompetenz der US-Streitkräfte und ihrer Verbündeten bildeten das Herz der Nato. „Von den Tiefen des Atlantiks bis zu den katastrophal schmelzenden Eiskappen der Arktis“, sagte Charles, was als Verweis auf den Klimawandel gewertet werden kann, den Trump praktisch leugnet. Die Verbündeten seien einander zur Verteidigung verpflichtet, sagte Charles – zum Schutz vor den „gemeinsamen“ Gegnern.

Die Natur bezeichnete Charles als „unser wertvollstes und unersetzliches Gut“. Unsere Generation müsse entscheiden, wie dem Zusammenbruch kritischer Ökosystem begegnet werden könne. Dieser bedrohe weit mehr als die Harmonie und die unverzichtbare Vielfalt der Natur. „Wir ignorieren auf eigene Gefahr“, dass diese natürlichen Systeme die Grundlage für Wohlstand und Sicherheit bildeten, sagte der König. (dpa)

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern