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Grenz-Echo: Kompletter Umstieg von Print auf Online kein Thema – Verlag rechtfertigt höhere Abo-Preise

Der Schriftzug "Grenz-Echo" auf der Außenfassade des Verlagsgebäudes auf dem Eupener Marktplatz. Foto: OD

In seiner Ausgabe vom heutigen Freitag, dem 25. November, erläutert das Grenz-Echo, weshalb sich die einzige Zeitung deutscher Sprache gezwungen sieht, ihre Abo-Preise substanziell zu erhöhen. Dafür gebe es mehrere Gründe, so Verlagsdirektor Olivier Verdin.

Es hat Zeiten gegeben, da erhöhte das Grenz-Echo den Abo-Preis für seine Printausgabe, ohne darüber nach außen auch nur ein einziges Wort zu verlieren. Als Monopolzeitung konnte man sich solche Alleingänge erlauben. Das ist heute nicht mehr möglich. Das muss man den Abonnenten schon im Detail erklären.

„Die Papierpreise haben sich in den letzten beiden Jahren mehr als verdoppelt“, so Direktor Verdin: „Auch die Energiekosten steigen erheblich, was uns genauso trifft wie viele andere auch. Dies hat Auswirkungen auf die Produktion, den Transport sowie die Verteilung der Zeitungen. Weitere Kostensteigerungen, wie zum Beispiel die stark ansteigenden Lohnkosten, tragen ebenfalls dazu bei, dass wir unseren Abonnement-Preis anpassen müssen. Leider lässt sich daher eine Erhöhung nicht vermeiden.“

Die Printausgabe des Grenz-Echo. Foto: OD

Eigentlich hätte die Preissteigerung noch deutlicher ausfallen müssen, so Verdin. „Obschon wir die Steigerung jetzt durchführen, geben wir bei weitem nicht alle Kosten weiter. Denn das würde den Rahmen dessen sprengen, was wir unseren treuen Abonnenten zumuten können und wollen.“

Ein Jahres-Abo für die Printausgabe kostet demnach künftig 435 Euro, das Online-Abo 140 Euro. Angeboten wird auch eine Zwischenlösung zum Preis von 222 Euro. Dafür erhält man ein Online-Abo plus 1 Print-Ausgabe pro Woche sowie Zugang zu E-Paper und Archiv.

Angesichts der Preisunterschiede zwischen Online- und Print-Abo drängt sich die Frage auf, ob es nicht an der Zeit ist, komplett auf Online-Zeitung umzusteigen und keine Zeitung mehr auf Papier zu drucken.

Grenz-Echo-Direktor Olivier Verdin. Foto: GE

Direktor Verdin sagt dazu: „Traditionell verbindet man die Tageszeitung mit einem auf Papier gedrucktem Produkt. Für viele Leser ist es ein tägliches Ritual, die Zeitung am Frühstückstisch oder in der Pause zu lesen. Deshalb wird es noch eine lange Zeit brauchen, bis die Zeitung nicht mehr als Papierausgabe erscheint. Aber der Wandel zeichnet sich deutlich ab, denn nicht nur viele jüngere Leser, sondern auch immer mehr langjährige Leser greifen mittlerweile immer öfter zur Online-Ausgabe.“

Auf die Frage, wie es der Zeitung heute geht, betonte Verdin: „Wir sind optimistisch, dass wir den Menschen in unserem Verbreitungsgebiet auch in Zukunft einen Mehrwert liefern.“

Was die Abhängigkeit von der Rossel-Gruppe betrifft, die inzwischen 75 Prozent der Anteile hält, seitdem der frühere Verleger Alfred Küchenberg seinen Aktienanteil an den Medienkonzern verkauft hat, betont Verdin, Teil der Rossel-Gruppe zu sein, bringe dem Grenz-Echo viele Vorteile.

„Als einzige deutschsprachige Tageszeitung Belgiens besitzen wir aber auch einen Sonderstatus innerhalb des Konzerns. Unsere lokale Verankerung wird über die Familie Thommessen garantiert. Sie unterstützt uns enorm bei der täglichen Arbeit und bildet das wichtige Bindeglied zur Rossel-Gruppe“, so Verdin. (cre)

33 Antworten auf “Grenz-Echo: Kompletter Umstieg von Print auf Online kein Thema – Verlag rechtfertigt höhere Abo-Preise”

  1. Liegt aber auch vieleicht an den teils schlechten Berichten und den (auch) dadurch resultierenden sinkenden Kundenzahlen.
    Ich bin seit vielen Jahren Abbonent, wenn ich aber sehe wie und was da von manchen Reportern berichett wird, überlege ich mir das ganze noch!

  2. Ich habe ein Online-Abo. Kostet mir pro Woche 2,80 Euro. Genau so viel wie ein Cappuccino. Mit einbegriffen der Zugriff auf das ganze Archiv. Über diesen Preis kann niemand meckern. Ist zudem auch noch Klima-freundlich. Kein Papier, kein Abfall.

    • Der Zyniker

      @Logisch
      ..und das mit dem „Klimafreundlicher“ bzw. Umweltschonender würde ich auch mal überdenken.

      Zwar kein Papier aber dafür Plastik, Edelmetale usw. um Lesequellen à la PC, Handy, Tablet … herzustellen, das Internet selber mit seinen ganzen Modems, Router, Switchs, Server-Farmen etc. müssen auch hergestellt und gewartet werden – was nebenbei ja keinen Strom braucht und keinen Elektromüll erzeugt. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass gut 80% des dig. Datenverkehrs nur „Kontroll-Protokolle“ sind. Die Elektroschrott-Recycling Rate ist auch gelinde gesagt „Schrott“ im Vergleich zur Recycling Rate von Papier… und vieles mehr.

      Unterm Strich ist das Internet eine feine und tolle Sache – Aber mit Umweltfreundlich und „Klima-Neutral“ hat es sehr wenig zu tun!

      Ich würde behaupten, Google, Meta (Facebook, WhatsApp, Instagramm,..), Apple und Co. gehören neben Nestlé wohl zu den größten Umwelt-Schweinen der Welt – ABER haben ein „grünes“ Label, also muss es wohl Okay sein (zyn.)

      • @Der Zyniker: Ihre Kritik ist natürlich vollkommen richtig. Das Internet schadet dem Klima, keine Frage. Aber weil es ja nun mal da ist und auch nie mehr verschwindet, trägt das Online-Lesen einer Zeitung zwangsläufig zu weniger Papiermüll bei. Und was noch ebenso wichtig ist: Das Austragen der Zeitungen an die Abonnenten produziert tagtäglich viele schädliche Abgase. Das Austragen findet heutzutage nämlich ausschließlich motorisiert statt. Das sind alleine in Belgien zusammengerechnet täglich tausende Kilometer und das sechs Mal in der Woche. Man muss nämlich wissen, dass alle Tageszeitungen von der Post morgens separat ausgetragen werden, weil sie vor 7.30 Uhr im Briefkasten sein müssen. Wenn also alle Abonnenten ihre Zeitung online lesen würden, wäre diese Luftverpestung obsolet.

    • 9102Anoroc

      @ – kritiker 13:41

      Das sehe ich auch so.

      Mittlerweile muss man ja nicht nur einen Einzelpreis betrachten, sondern mal ausrechnen was einem manche Dinge im gesamten Jahr kosten.
      Wer natürlich das Geld übrig hat, soll konsumieren was das Zeug hält.-)
      ________________________
      @ – Mithörer 15:16

      Das sehe ich anders.

      Hätte das Grenz-Echo einen Kommentar zugelassen, bei dem sie sich negativ über die Zeitung äußern und andere Zeitungen dafür loben ? , oder zum Schluss Satz Kommentare schreiben , von denen sie nicht sicher sein können dass sie auch stimmen?
      Aber selbst wenn ihr Schlusssatz stimmen würde , wer sagt denn dass Grenz-Echo nicht andere Medien nutzt um den einen oder anderen Artikel zu schreiben ?

    • Eastwind

      Für dass das GE jedes Jahr von der DG 340.000 Euro Pressebeihilfe bekommt und dazu einen Haufen Geld durch Werbung und Bücherkauf, bringt die „alte Dame“ vom Marktplatz längst nicht das, was man von ihr erwarten kann.

  3. Greta vom Venn

    Das Grenzecho ist nur noch ein Produkt von Regional- und Politikromantik. Innovation gibt es dort seit Jahren keine. Woher soll sie auch kommen. Leitbild: Sillhalten bis es vorbei ist…!

    Seit Jahren wird das Dekret für die Pressesubvention an die gerade aktuelle Situation des Grenzecho angepasst und erhöht. Wurden früher nur Auflagenrückgänge per Dekretänderung aufgefangen wird heute bei der Subventionshöhe sogar die aktuelle finanzielle Situation des Verlagshauses berücksichtigt.
    Der Bedarf, die Berechtigung und die Anpassung an die Zeit schwindet aber die Subventionen steigen… . Es existiert keinerlei Subvention für Onlineprojekte. Die werden vom Grenzecho und auch von politischer Seite vehement bekämpft.

    Eigentlich reitet man tote Pferde nicht… aber sicherlich sollte man nicht auch noch versuchen sie zu füttern!

    No Fakenews but Fake-Business!

    • Das GE ist ein Sprachrohr der DG Politiker. Es wird ja nicht gerettet sondern gekauft. Den Unterschied verstehen die Leute, die sich nur für den Sportteil und die Todesanzeigen interessieren, aber nicht…..

        • Ja, so sieht ein Sprachrohr der DG aus. Der Kommentar beginnt mit einer kaum erträglichen Lobdudelei zu den bisher erbrachten Wohltaten der DG. Dann die Feststellung dass die „Krise“ nun AUCH die DG trifft und man das Füllhorn, leider, leider, nicht mehr so ausschütten kann wie man es sich wünscht. Die DG als Partner in der Krise, nicht als [einer] der Verursacher. Es mündet dann in Aussagen wie:
          ////
          Wir brauchen eine Debatte darüber, was sich die DG leisten muss und was sie sich noch leisten kann.
          /////
          Nein, wir brauchen eine Debatte darüber ob wir diese DG noch brauchen, finanzieren können und wollen, oder daran denken sollten sie zurück abzuwickeln. Kurz: DG, weg damit.
          Ich glaube nicht dass ich das im GE (oder BRF) jemals lesen oder hören werde…. 😁

          • Ich bin auch gegen den Wasserkopf in Eupen. Vielleicht ja auch der Chefredakteur des GE. Aber so weit kann er nicht gehen, wenn es denn so wäre, denn erstens würde es ihm seine Stellung kosten und zweitens überhaupt nichts an der politischen Lage in der DG ändern. Schmitz scheut sich aber nicht, und das zum wiederholten Mal, seit er den Posten hat, den Finger in die Wunde zu legen. Das ist alles andere als Gefälligkeitsjournalismus, wie Sie das so gern behaupten, und das ohne Einblick in das Veröffentlichte zu haben. Ich weiß auch nicht, seit wann eine Tageszeitung dafür zuständig sein sollte, eine Regierung zu stürzen. Das ist die Aufgabe von Politikern aus der Opposition, wenn sie denn belastbare Argumente dafür haben.

            • deuxtrois

              Super Kommentar. Ich kann aber auch im Gegensatz dazu, keine Lobhudelei finden.

              Es ist unumstritten, dass eine Regierung für knapp 80.000 Einwohnern dem Bürger näher steht, als wenn es um ein paar Millionen geht. Das äußert sich darin, dass es kurze Entscheidungswege gibt. Ob wir diesen Luxus aber wirklich benötigen, steht auf einem anderen Blatt.

      • Auch der heutige Kommentar von Christian Schmitz wird die DG-Regierung nicht sehr erfreuen. Heute bekommt Minister Antonios Antoniadis sein Fett weg. Sieht so für Sie, Herr Dax, ein Sprachrohr aus?

    • @Greta vom Venn: Sie werfen dem GE vor, nur noch ein Produkt von Regional- und Politikromantik zu sein. Wussten Sie denn, dass wir in Belgien bald wieder zu den Wahlurnen gehen? Nein? Dann lesen Sie mal den heutigen Bericht von Gerd Zeimers. So viel Zeit muss sein, wenn man mit Vorwürfen um sich wirft, von den man keine Ahnung hat.

        • 9102Anoroc

          @ – DR ALBERN 11:23

          Stimmt, eigentlich müsste man.
          Ich müsste aber auch manchmal auf die Toilette, und finde in der Öffentlichkeit keine.
          Und eine Partei die ich wählen würde , ist ebenso wenig zu finden.
          Also müsste ich mal überlegen weshalb ich seit mindestens 20 Jahren kein Wahllokal besucht habe .
          Jetzt fällt es mir wieder ein .
          Vor den Wahlen ist der Himmel immer so schön blau, im Anschluss regnet es immer.
          In der Politik wird den Wählern vor den Wahlen viel vom Pferd erzählt , reiten kann von denen aber keiner.

  4. Besorgte Mutter

    Zuerst einmal, wir waren, wir sind und wir bleiben auch GE Abonnent. Ganz allgemein finde ich das GE auch nicht schlecht. Ob jetzt international oder national, das bekomme ich an vielen Stellen aber das ausführliche Regionale, das bekomme ich fast nur im GE. Die Todesanzeigen, die bekomme ich nur im GE und im zum GE gehörenden Wochenspiegel. Auch das Archiv finde ich echt toll, da kann man immer lesen, wer mal was vor sich hin gebröselt hat. Die Reportagen und die Beiträge zum Geschichtlichen und so, das gefällt mir auch gut im GE.
    Was mir am GE nicht gefällt, das ist dass auch diese Journalisten sich immer dem Mainstream unterwerfen und zB. unsere Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen total falsch dargestellt haben. Deshalb wollen auch einige Freunde von uns das Abo nicht mehr erneuern, bzw. haben es bereits letztes Jahr nicht mehr getan.
    Auch finde ich nicht gut, dass das GE das Quatar Basching auch schon irgendwie mitmacht.
    Also GE, bitte werdet in Zukunft etwas kritischer mit dem Mainstream!
    Dann bleiben wir euch auch ganz lieb treu.

      • Besorgte Mutter

        @deuxtrois, an dem von Ihnen verlinkten Text war nichts falsch. Am 13. Dezember des vergangenen Jahres jedoch, da schrieb der GE Redakteur Martin Klever folgenden Satz in der Zeitung: „Etwa 100 Menschen sind am Sonntagnachmittag in einem „stillen weißen Marsch“ durch Eupen gezogen. Da ich dabei war, hatte ich am Eingang zur Kirchgasse die Teilnehmer gezählt und siehe da, es waren deutlich mehr als 300. Einhundert und dreihundert, das ist kein Versehen sondern eine bewusste Verfälschung von Tatsachen.
        Anderes Beispiel, wenn einhundert Gewerkschafter nach Brüssel zu einer Standartdemonstration fahren, dann ist das ein Text im GE wert. Als wir zu deutlich mehr als vierhundert Teilnehmer zur Riesendemo gegen die Coronamaßnahmen nach Brüssel fuhren, da interessierte sich kein GE Journalist hierfür. Auch wurde niemand von uns zur dortigen absolut unverhältnismäßigen Polizeigewalt befragt.
        Wie schon gesagt, ich mag das GE im Prinzip, aber es muss sich auch für die kritischen Geister gegenüber dem Mainstream wieder öffnen. Denn ich finde es schade, dass das GE auch deshalb einen Teil seiner Abonnenten verloren hat.

  5. Krisenmanagement

    Das Grenzecho ist nur noch ein Propagandablatt. Es wird gegen den journalistischen Kodex immer wieder verstossen. Der kleine Bürger wird in die Pfanne gehauen und die Politiker werden über den grünen Klee gelobt. Es wurden viele Fehler gemacht in den letzten Jahren. Was dort verkündet wurde entbehrte jeder Evidenz. Einmal wurde sogar zur Kinderimpfung aufgerufen, obwohl es dafür ganz sicher keine Studien gab. Es wurden ärztliche Empfehlungen rausgegeben. #ich habe mitgemacht# Laserbriefe wurden zensiert. Es fand keine Diskussion zu den heiklen Themen der letzten zweieinhalb Jahre statt. Nein es sollte endlich Schluss sein mit diesem Käseblatt. Das Grenzecho hat es einfach nicht mehr verdient weiter zu existieren. Es wurde nichts unternommen, um die Journalistischen Missstände zu beheben. Eine Medium steht und fällt mit der Qualität. Ausserdem sollte eine Tageszeitung, wenn sie noch bestehen bleibt ihre Arbeit richtig und gut machen. Das geschieht nicht. Die Presse sollte die 4. Gewalt im Staat sein. Das kann und will das Regierungsecho nicht sein. Wer Subventionen bereitwillig von der Regierung nimmt, verliert seine Unabhängigkeit und eine gewisse Neutralität. Das Grenzecho hat in etwa den Status, wie das neue Deutschland in der DDR.

  6. Mir ist das zu teuer. Ich gebe keine 435 dafür aus. In 10 Jahre sind es umgerechnet 4350, genau so viel wie ein gebrauchter Kleinwagen.
    Ausserdem kann ich jederzeit den Account meines Stiefvaters nutzen.

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