Standpunkt

Für Oliver Paasch heißt es 2014: „jetzt oder nie!“

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz (SP) bewirbt sich bei der PDG-Wahl 2014 erneut um seine eigene Nachfolge. Das ist keine große Überraschung, weil damit fest zu rechnen war. Schließlich hatte Lambertz schon kurz nach der Wahl 2009 angedeutet, dass er sich in 5 Jahren eine erneute Spitzenkandidatur durchaus vorstellen könne. Vor der Wahl 2009 hatte man eher geglaubt, er werde 2014 gerne Oliver Paasch Platz machen. Und Paasch? Was strebt er an: weitere 5 Jahre „nur“ als Minister oder doch den Sprung auf das höchste Regierungstreppchen?

Nicht von ungefähr hat ein fleißiger Leserbriefschreiber Oliver Paasch mal „Cleverle“ genannt. Denn clever ist der ProDG-Gründer und Unterrichtsminister ganz gewiss. Er lässt sich nicht so schnell in die Karten schauen. Hinter seinem ebenso höflichen wie freundlichen Lächeln verbirgt sich oft eine Strategie. Aber welche Strategie?

Vom Wähler diesmal keine „Carte Blanche“

Natürlich hat zunächst einmal der Wähler das Wort. Er entscheidet am 25. Mai 2014, welche politische Formation wie stark im Gemeinschaftsparlament vertreten sein wird. Aus Sicht von ProDG stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob die Bewegung 2009 bereits ihren Zenit erreicht hat oder ob das Resultat der letzten PDG-Wahl erst der Anfang war.

Sicher ist: Sollte Paasch einen weiteren Sieg davontragen, auch einen persönlichen, dann wird er sich nicht mehr hinter Karl-Heinz Lambertz verstecken können. Gleichwohl werden die Wähler ProDG und Paasch nicht so ohne weiteres eine „Carte Blanche“ ausstellen. Wenn sie schon für die Nachfolgeorganisation der PDB stimmen, wollen sie sich zumindest eine Idee davon machen können, welches die genauen Ambitionen der ProDG und von Oliver Paasch sind.

Strebt der 41-Jährige das Amt des Ministerpräsidenten an, ja oder nein? Sollte sich Paasch außerstande sehen, diese Frage eindeutig zu beantworten, läuft er Gefahr, dass dies beim Wähler nicht gut ankommt und sich dieser von der ProDG und ihrem Spitzenkandidaten abwendet. Weitere 5 Jahre im „Warte- und Geduldsstand“ wären für ihn möglicherweise des Guten zu viel.

Wie ein talentierter Torhüter

Für Oliver Paasch heißt die Devise also: Ministerpräsident ja oder nein und jetzt oder nie? Noch hat der Frontmann von ProDG etwas Zeit, sich die Sache gut zu überlegen.

Seine Situation ist ein wenig vergleichbar mit der eines talentierten Torhüters, der anfangs immer gesagt bekommt: „Sei geduldig, deine Zeit wird kommen!“, irgendwann aber vor lauter Warten feststellen muss, dass er kein Talent mehr ist, weil er schon ein gewisses Alter erreicht hat, und andere, nicht minder erfolgshungrige „junge Wilde“ ihm im Nacken sitzen und ihm den Job zwischen den Pfosten streitig machen.

GERARD CREMER

Siehe dazu auch „Leute von heute“- Meldung „Karl-Heinz Lambertz“

 

18 Antworten auf “Für Oliver Paasch heißt es 2014: „jetzt oder nie!“”

  1. Kommentator

    Paasch wird vor der Wahl alles tun, um niemanden zu vergraulen. Allenfalls bekommt Vivant Kritik zu spüren. Ansonsten wird er potentielle Koalitionspartner schonen. Und schon gar nicht wird er Lambertz herausfordern.

  2. Gelackmeiert

    Überlassen wir es der Wählerschaft, die Taten des proaktiven Politikers Paasch zu bewerten.

    „Junge Wilde“ erkenne ich zurzeit in keiner ostbelgischen Partei. Daher hat der clevere Oliver wohl noch ein paar Jahre Zeit, um sich von den staatsmännischen Attitüden des amtieren MP inspirieren zu lassen.

  3. Wühlmaus

    Paasch wird nicht gegen Lambertz antreten!
    Beide haben schon lange ihre Strategie ausgearbeitet. Paasch ist notfalls bereit eine rote Krawatte anzuziehen um an die Macht zu kommen und zu bleiben.

  4. wahlen 2014

    Also: Herr Paasch wird NICHT gegen Herrn Lambertz antreten. Er hat sich ja noch nichtmal vom Ministerium bis zur Neustrukturierung lösen können und dort ein Machtwort sprechen wollen. Da hätte er ja die sozialistischen Gefolgsleute des MP brüskieren können. Da gab es genug Möglichkeiten, aber er hat geschwiegen, sowie er dann auch im Mai 2014 schön brav schweigen wird. Schade.

  5. Paasch wird bestimmt nicht gegen Lambertz antreten , da ist jede Hoffnung verloren , aber Paasch gegen Arimont das ist die echte Herausforderung und für die CSP die einzige Chance im Wahlkampf mitreden zu können und vielleicht auch danach!

  6. Réalité

    „Hipp-Hipp-Hurra“,jubelt der Bébénahrungshersteller!
    Sollte „Pämpersoli“ et nicht packe d’r ischte Premier z’ereiche,da wird’r beim obije Hersteller „Obernany on Pämpersverpacker“!

  7. Zaungucker

    Keine Sorge, KHL wird noch viele Jahre MP bleiben.
    Mindestens so lange, wie die PS in der Wallonie das Sagen hat.
    Der Mann ist jetzt 61. Wie alt war Konrad Adenauer denn, als er abtrat? Genau, 87 Jahre!

  8. Abwarten

    Worüber sich doch Leute hier den Kopf zerbrechen?!?
    Jede Partei wird ihre eigene Strategie fahren bei den anstehenden DG-Wahlen in 2014.

    Warten wir doch die Wahlprogramme und das Wählervotum ab anstatt hier im voraus „heisse Luft“ zu produzieren.

    Anstatt zu lamentieren kann sich jeder sogar selbst zur Wahl stellen.

  9. Es reicht!

    Wenn ich willkürlich im Aldi 10 Produkte aus dem Regal nehme muss ich leider feststellen, dass die Produktbeschreibung leider nur in niederländisch und französicher Sprache verfasst ist. Die deutsche Produktbeschreibung findet man leider oft vergeblich. Hier sollte die Mehrheit in der DG zu der auch PRODG zählt bitte ein Mal klar Stellung beziehen!!!

    • Zaungucker

      Nicht nur bei Aldi!
      Da gäbe es viel zu tun, siehe Notdienst.
      Leider ist Berni Collas viel zu früh verstorben.
      Er hatte sich das Problem zu eigen gemacht, aber auch nicht viel erreicht. Sein Nachfolger ist komplett abgetaucht, in jeder Beziehung.

    • Meine Sorgen möcht ich haben! Wir gucken nicht was Drin ist. Wir wollen lesen was Drauf steht. Immer noch nicht weitergekommen nach so vielen Jahren. Wie wär’s mal ne Spache zu lernen? Hilf nicht nur beim Pakzettel lesen. Übrigens: Die Produkte die aus China kommen haben meist eine Beilage in „Deutsch“. Viel Spaß beim verstehen.

  10. Als Normalo-Bürger, d.h. :
    ohne Parteibuch, noch nie ein Parteiprogramm gelesen, durchschnittlich an Politik interessiert und der die Politiker nur nach ihren Taten beurteilt, glaube ich ganz fest, dass Minister Paasch und Minister Lambertz in der SELBEN Partei sind.

    Beide sind immer der selben Meinung, der Eine unterstützt den Anderen in allen Angelegenheiten, nie auch nur den Hauch einer gegenseitigen Kritik zu hören oder zu lesen,….ein perfektes altmodisches Vater-Sohn-Verhalten. Wenn Papa spricht, hat Filius den Mund zu halten. Solange du die Füße unter meinem Tisch setzt,….. und wenn du schön folgsam bleibst, werde ich dir auch alles vererben. Oder so ähnlich.

    Armer Wähler !

    • Zappel Bosch

      Stimmt nicht ganz. Zumindest bei den Reisekosten hat ProDG sanften Druck auf den MP ausgeübt…
      Eines ist sicher, das Duell wird spannend. Aber z.Z. ist das m.E. noch Kaffeesatz lesen. Leichter Vorteil für Paasch, würde ich gerne so sehen. Die beiden sich wohl nicht aus dem Weg gehen können. Aber ist eine doppelte Kandidatur für Gemeinschaft und EU nicht auch möglich (für Gemeinschaft und Föderalwahlen ist es das m.W. nicht)? Das wäre dann für Lambertz eine Möglichkeit, sein Gesicht zu wahren. Das Mandat für die EU könnte er m.E. schaffen.

      • Zaungucker

        “ Das Mandat für die EU könnte er m.E. schaffen.“

        Na, dann hätte er endlich genügend Zeit für Auslandsreisen und brauchte sich um das Kleinklein in Eupen nicht mehr zu kümmern.

  11. Prognose

    SP und ProDG sind gesetzt. Die kleben nicht nur beim SPD-Parteitag aneinander. Daran kommt keiner vorbei. Meine Prognose. Reicht es mit der PFF, dann darf die weiter am Katzentisch froh grinsen. Reicht es nicht für die PFF, dann wird Ecolo wieder eingewechselt. Auch die CSP will um jeden Preis noch mal dabei sein. Geht aber nur wenn Ecolo und PFF schwächeln. FAZIT: Findet man die Regierungsarbeit gut: Dann auch konsequent Stimme für Lambertz. Findet man die Regierungsarbeit schlecht: Stimme für Vivant. CSP, PFF, Ecolo und ProDG rennen nur hinterher.

  12. gerhards

    Was wollt ihr eigentlich? Ohr wählt beständig diejenigen die nicht besonders viel für die DG erreicht haben. Da sind die Packungen beim Aldi das geringste. Die PDB war noch richtige Opposition aber heute ein laues Lüftchen.

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