Politik

Franssen (CSP) kritisiert Antoniadis (SP): „Ein Minister darf keine Zweifel säen, das ist unverantwortlich!“

CSP-Fraktionssprecher Jérôme Franssen (l) und Gesundheitsminister Antonios Antoniadis (r). Fotos: Gerd Comouth

Auf die deutliche Infragestellung der jüngsten Maßnahmen der föderalen Regierung und der anderen Teilstaaten durch DG-Minister Antonios Antoniadis (SP) reagiert die ostbelgische CSP mit Unverständnis und Kritik.

Wie an anderer Stelle berichtet, hat Antoniadis die Entscheidung des Konzertierungs-Ausschusses, für Weihnachten die Kontakt-Beschränkungen lediglich für alleinstehende Personen aufzuweichen, nicht aber für Familien, als „unverhältnismäßig“ kritisiert und angekündigt, dass er diesmal nicht zur Einhaltung der Regeln zu der Anzahl Kontakte aufrufen werde.

Selbst wenn die Regeln zur Eindämmung der Pandemie hart und für viele unangenehm seien, so dürfe gerade ein DG-Gesundheitsminister keine Zweifel säen und so tun, einen Bruch der Maßnahmen nicht klar zu verurteilen, so die Christlich-Sozialen in einer Pressemitteilung.

In Belgien gelten die bisherigen Kontaktbeschränkungen auch zu Weihnachten: Nur ein „Knuffelcontact“ (ein enger Kontakt zu einer Person außerhalb des Haushaltes) ist erlaubt. Für Zusammenkünfte im Freien gilt weiter die Vier-Personen-Regel. Foto: Shutterstock

„Natürlich sind die Kontaktregeln zu Weihnachten streng und hart. Wir hätten uns alle mehr Normalität und etwas mehr Entscheidungsfreiheit gewünscht, um gerade Weihnachten mit allen unseren nächsten Familienangehörigen verbringen zu können Aber wir müssen wissen was wir nicht wollen: Das Lostreten einer weiteren Ansteckungswelle, weitere Opfer, die Überlastung unserer Krankenhäuser und Pflegeheime wäre fatal“, erklärte Jérôme Franssen, CSP-Fraktionsvorsitzender im PDG.

„Ein Minister, der geschworen hat, die Verfassung und die Gesetze zu achten, und die Aufgabe hat, die Gesetze auszuführen, darf grundsätzlich nicht offen lassen, ob Gesetze eingehalten werden oder nicht. Das ist unverantwortlich. Wenn nicht mal der Gesundheitsminister hinter den getroffenen Maßnahmen steht, warum soll die breite Bevölkerung dies tun? So wird kein Vertrauen in die Politik geschaffen – ganz im Gegenteil“, hieß es außerdem.

Die CSP erwartet seitens des Ministers eine Klarstellung. Diese gibt es wahrscheinlich bereits an diesem Mittwoch um 16 Uhr im zuständigen Ausschuss des PDG, in dem sich zwei von insgesamt 19 Fragen auf die Aussagen von Antoniadis zu den Beschlüssen des Konzertierungs-Ausschusses von letztem Freitag beziehen (siehe ALLES NUR SATIRE). (cre)

Zum Thema siehe auch folgende Artikel auf OD:

53 Antworten auf “Franssen (CSP) kritisiert Antoniadis (SP): „Ein Minister darf keine Zweifel säen, das ist unverantwortlich!“”

      • Wie manche Menschen hier denkt „Zuhörer“, er sei in einer Diktatur, wenn jemand etwas sagt, was andere Menschen nicht gut finden und kritisieren. Meinungsfreiheit bedeutet, dass man seine Meinung sagen kann, aber nicht die Garantie, dass die Mitmenschen sich dieser Meinung anschließen müssen. Meinungsfreiheit heißt auch nicht, dass A etwas sagt und andere Leute dann nicht Kritik daran üben und ihre eigene Meinung äußern dürfen. Die Meinungsfreiheit gilt nämlich für alle. Das ist doch wirklich nicht so schwer zu begreifen. Mit dem Begriff Diktatur sollte man auch wirklichkeitsnäher umgehen, sonst ist das schnell eine Verhöhnung der Menschen, die in einer Diktatur leben müssen oder mussten.

    • Vernünftig

      Die CSP reagiert doch richtig hier wenn sie diesen Fauxpas von Antoniadis anprangert. Ich glaube, dass wir alle uns Weihnachten anders wünschen, als das was jüngst beschlossen wurde. Keine Frage. ABER es ist ein Unterschied, ob Sie & ich, oder ein gewählter Gesundheitsminister diese Äußerungen macht. Sie & ich tragen nämlich keine Verantwortung wenn die Hütte brennt. Ein Minister schon. Indem er uns Leuten nach dem Mund redet („aus der Seele spricht“), sorgt er dafür, dass die Maßnahmen noch stärker kritisiert und weniger befolgt werden. Das ist fahrlässig und unverantwortlich. Vor allen Dingen als Gesundheitsminister, der bestens Bescheid weiß wie dramatisch die Situation in unseren Krankenhäusern ist.

      • Piersoul Rudi

        @ Vernünftig(02/12/2020 08:44)
        Lieber Herr/Frau Vernünftig;
        Glauben Sie wirklich das ein Minister, ob Antoniadis oder sonsteiner, die/eine Verantwortung übernehmen wird wenn „die Hütte brennt“???…
        Super Formulierung übrigens…echt zum Schmunzeln…
        Ein Minister der irgend eine Verantwortung übernommen hat, habe ich in diesem/meinem Leben noch nicht erlebt…zumindest nicht „wenn die Hütte brennt“…
        Es wird „allerhöchstens gekündigt“ um bei den nächsten Wahlen wieder anzutreten, als ob nie etwas passiert sei.
        Oder glauben Sie das der Lambertz irgendwann zur Verantwortung/Rechenschafft gezogen wird wenn in 2038 die DG „immer noch nicht schuldenfrei“ sein wird…
        Lobenswert, Ihre Sehensweise was die Politik/Politiker betrifft…
        MfG.

  1. Gesundermenschenverstand

    Franssens Kritik ist lautes politisches Gepolter. Er weiss das Antoniadis letztendlich das ausspricht das ausspricht was alle Bürger denken. Mit augenmass müssen solche Dinge angegangen werden. Ein Frank Vandenbroucke zeigt uns das wir mehr Antonadias Führungskräfte brauchen.

  2. Biedermann

    Am Mittwoch im PDG kommt Herr Antoniadis sicher wieder als superverantwortungsvoller und den Mitmenschen naher Retter raus – erst Feuer legen, und es dann löschen: die aktuelle Masche unserer DG-Regierung.

  3. Klar ist, dass Antoniadis unverantwortlich reagiert hat und das Statement war skandalös. Gerade als Gesundheitsminister darf er die Leute doch nicht ermutigen und dazu auffordern die Regeln zu brechen.
    Scheinbar nichts aus dem September Versagen gelernt. Er fordert somit die Leute auf sich an keine Regeln zu halten und im Januar hätten wir denn die nächste Welle.

    • Antonkannjarnix

      In der Tat Hubert, und nachher wird wieder über Social Media geschimpft… doch Politiker, die sich solche Fehltritte leisten (als Gesundheitsminister zum Missachten von sanitären Regeln aufrufen) und ihr Fähnchen so nach dem Wind drehen (gestern Eifelkirmes genehmigen und morgen feiernde Jugendliche verteufeln und Empathie für Pflegekräfte heucheln) müssen sich über Kritik und Belustigungen nicht wundern… über Clowns wird halt gelacht…

      • Sehr ich genauso, zuerst über Facebook den Leuten (vorallendingen den bösen Jugendlichen) vorschreiben, wie man zu leben hat und nun hier die Regeln in Frage stellen, also kommt es nicht auf die Menge an, sondern auf dem Umstand? Das ist natürlich eine hervorragende Art gegen ein Virus anzukämpfen, 4-5 Jugendliche ab in den Bau wegen Geburtstag feiern aber Weihnachten ist was anderes? Sorry Leute, aber da muss man sich schon an den Kopf fassen…

  4. Pensionierter Bauer

    Was sind Sie denn für ein komischer Vogel, Herr Franssen?
    Vor einiger Zeit sind Sie mit Ihrer Fraktion schon aus dem Gemeinderat weggelaufen, als die Frau Esfahalani ihre großen Zweifel am Pandemimainstream äußerte und jetzt flippen Sie schon wieder aus, weil jemand der in verantwortlicher Position ist, seine Gedanken äußert.
    Schmeißen Sie denn auch die Zweifler, von denen es inzwischen auch genügend in Ihrer Partei gibt, aus der CSP hinaus?
    Mit solchen Typen, wie Sie einer sind, kann man keine pluralistische Demokratie aufrechterhalten, Herr Franssen!
    An Herrn Antoniades sage ich: ich bin glücklich, dass endlich auch Verantwortungsträger ihre Zweifel frei äußern. Weiter so, Herr Minister!

    • Und wo hat er seine Zweifel vor ein paar Wochen geäußert? Jetzt vor Weihnachten so zu kommen, ist nicht mehr als dem Wählern Honig sonst wo hinzuschmieren. Zweifel äußern? Das ich nicht lache, und Sie fallen geradeaus drauf rein. Glückwunsch!

    • So viel zum Pluralismus P.B.: Die Interessen von Verbrauchern, Frauen oder Arbeitslosen sind nicht annähernd so gut organisiert wie etwa die von Kapitaleigentümern, Unternehmern, Managern, Ärzten oder Rechtsanwälten. Gut gemeint aber…………..

      • karlh1berens

        Zum „selber Denken“ gehört „input“. Die Allermeisten haben aber nur Fernseher und/oder Facebook.
        Und ALLES, was damit kollidiert, ist des Teufels.

        Darüber hinaus schalten die Meisten nach 10 Sätzen ab, wenn nicht bis dahin die Erwartungen bedient/befriedigt worden sind.

        Die Menschen haben keine Aufmerksamkeitsspanne mehr.

        Es ist nicht mal mehr möglich, sich ergebnisoffen zu unterhalten.

        Das wird schlimm enden.

        Wenn es einfach nur enden würde, wäre alles halb so schlimm

        ( ͡° ͜ʖ ͡°)

  5. Intipuca

    Wikipedia: „Der Begriff Minister kommt aus dem Lateinischen (ministrare ‚dienen‘) und bedeutet Diener (hier: Erster Diener). “ Dies ist die Schwierigkeit, wenn eine Mannschaft nicht zusammenhält, hat sie keinen inneren Halt mehr. Populisten wie Orban, Bolsanero, Trump schaffen es dann spielend aus der Gruppe auszutreten und als Einzelner alle Andersdenkenden für sich zu binden.

  6. Heike De Bruecker

    Es war nicht in Ordnung, WIE er sich ausgedrückt hat. Was Herr Vandenbrouke , von wegen Panik säen, da von sich gegeben hat, zeugt aber allerdings auch nicht gerade davon, wie man Vertrauen in die Politik/ Maßnahmen haben soll. Das war nicht seine Meinung, das ist da wirklich passiert, laut der Aussage.
    Ehrlich gesagt finde ich das reichlich schlimmer, da Minister Vandenbrouke * Betriebs interna *von sich gegeben hat, die so sicherlich nicht an die Bevölkerung weiter gegeben werden sollte.

  7. Erinnert mich irgendwie an einen Vorfall mit einer grünen Schöffin … Die Schöffin wurde innerhalb weniger Stunden zur Minna bemacht, der BRF und das Grenzecho berichteten. Damals fanden alle das super, aber jetzt ist es natürlich etwas ganz anderes.

  8. delegierter

    apropos Minister Antoniadis : man sieht, hört und liest nirgend wo etwas aus dem Heim in Bütgenbach.
    Hat sich die Lage beruhigt ? Darf keinerlei Information nach draußen ? Wo sind unsere ostbelg. Medien ?
    Alles stumm, was ist wohl passiert ? Darf die Öffentlichkeit nichts mehr erfahren ?

  9. CSP kann nur kritisieren und sonst ist diese zu nichts in der Lage. Selbst mit dem neuen Team werden diese scheitern. Für mich einfach unwählbar. Nachplappern und schlecht reden gehört zu ihren Stärken. Die Wahlplakate bei den letzten Wahlen waren unter aller Kanone und sagt schon genug über deren Wählbarkeit aus.
    Einzig Frau Huppertz macht schon mal ihren Mund zurecht auf.

  10. Propaganda

    Ich finde die Reaktion von Antoniadis sehr gut. Er hat das ausgesprochen was 90 % der Leute denken. Diese Regel zu Weihnachten ist unmenschlich und komplett überzogen. Weihnachten ist ein Familienfest und dann so ein Schwachsinn beschließen. Bravo Herr Antoniadis

    • Und ich will meinen Geburtstag feiern, das hat auch Tradition, aber hier wird mit zweierlei Maß geurteilt und das spricht gegen jeglicher Vernunft. CSP mal außen vor, aber hier ist Antoniadis alles andere als glaubwürdig. Macht das Virus vor christlichen Festen Halt? Oder weil irgendwas Tradition ist? Wie dumm muss man sein?

  11. Raoul Debougnoux

    Ich bin zwar von weiten kein Fan von Antoniadis aber für seine Aussage, die er auch noch reiflich überlegt hat , ziehe ich einfach meinen Hut. Den er spricht mich und auch viele andere aus der Seele , hoffentlich wird im das nicht zum Verhängnis den der Rote Baron hat schon so manches Lämmchen geopfert.

  12. Frank Mandel

    Herr Minister Antoniadis: Danke, dass Sie Minister sind.
    Die CSP versucht von sich abzulenken, da sie nichts zu bieten hat.
    Ich dachte ECOLO steht an erster Stelle aber diese Partei haut den Lukas! Karneval fällt aus aber schunkeln können diese Parteien auf jeden Fall.
    Verkleidung ist nicht nötig..- man erkennt den Witz auch so.

  13. Joachim Wahl

    Das ganze gibt einen Ausblick auf den sich in die EU einschleichenden Kommunismus. Ecolo feuert nicht linientreues Parteimitglied, in Deutschland sind bereits alle Altparteien „eingenordet“. Was geschieht mit einem Land, wenn auch innerparteilich nicht mehr kontrovers diskutiert werden kann? Wo bleibt denn da die soviel hofierte Meinungsfreiheit?

  14. Krisenmanagement

    Es ist doch sehr merkwürdig, wie sich die CSP hier so aufbretzelt gegenüber Antoniades. Selber ihre eigenen Superspreader Events runterspielen. Siehe Bütgenbach und Sankt-Vith. Die CSP-Bürgermeister gaben die Unschuldslämmer. Freie Meinungsäusserung ist in Corona-Zeiten nicht mehr gefragt.

    • What crisis...

      Lieber Krisenmanagement, Sie haben Recht. Man sollte der CSP (und allen anderen Feinden der Regierung) gefälligst das Recht auf freie Meinungsäußerung verbieten. Ein für allemal!

  15. Ein Name muss her...

    Ich bin dafür, dass die nächste Corona-Welle nicht einfach „Dritte Welle“ genannt wird, sondern „Die Antoniadis-Weihnachts-Welle“.

    (Ich entschuldige mich hier in aller Form bei denen, für die eine so schlimme Sache wie Covid kein Gegenstand von Ironie oder Humor ist – ist es für mich in der Regel auch nicht, und mein Post soll auch gar nicht zum Lachen sein.)

    • Walter Keutgen

      Ein Name muss her…, die dritte Welle ist uns so sicher wie das Amen in der Kirche, etwas früher oder später. So hat sie wenigstens in der DG einen griechischen Namen, wie sich das für Krankheiten geziemt.

  16. Frank Mandel

    @Vernunft: Wenn Sie wissen und uns darüber in Kenntnis setzen würden und oder können, was denn nun der Herr Minister „verzapft“ (das Gegenteil von anzapft is`, auf den Wiesen in München oder was?), hat, Sie bereit wären Ihren eingeschobenem Kommentar „wohl eher Stimmenfang“, auch Ausdruck zu verleihen, erklären können, warum Sie der Meinung sind, dass die SP auf und dann doch man, auf Dummheit setzt: schreiben Sie das doch noch mal ab und zwar so, dass man es verstehen kann? Wohnen Sie gar nicht in Ostbelgien (lach)? Was kann der Herr Minister besser machen (Ihrer Meinung nach) und was kann die Parte SP noch besser machen? Haben Sie Vor- Schläge?

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