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„Fly sein“ ist das „Jugendwort des Jahres“

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„Fly sein“ ist das „Jugendwort des Jahres“. Es bedeute, jemand oder etwas „geht besonders ab“, teilte der Langenscheidt-Verlag am Freitag in München mit. Zur Auswahl standen 30 Begriffe, die zeigen sollen, wie die Jugend von heute spricht. Eine 20-köpfige Jury hatte das Wort gewählt.

In einer Online-Abstimmung hatte „fly sein“ vorher nur 4,4% der Stimmen erreicht. Spitzenreiter war der Begriff „isso“ als Zustimmung oder Unterstreichung von etwas mit 20%, gefolgt von „Vollpfostenantenne“ für einen Selfiestick. Der wurde nach Angaben der Jury-Mitglieder, die nicht an die Ergebnisse der Abstimmung gebunden sind, aber schnell aussortiert, weil er zu wenig kreativ schien.

Langenscheidt Jugendsprache„Fly sein“ komme aus der Hip-Hop-Sprache und finde gerade erst seinen Eingang in die Jugendsprache, hieß es. „Es ist ein Phänomen des Jahres 2016“, sagte die Sprachwissenschaftlerin Susanne Schräder. Der 19-jährige Maximilian Knab und der 18 Jahre alte Julian Prechtl, die ebenfalls in der Jury saßen, haben das Wort zwar schon mal gehört, wie sie sagten, aber noch nie benutzt.

Trotzdem setzte es sich in der Jury-Debatte gegen „bae“ (kurz für „before anyone else“), „Hopfensmoothie“ für Bier und „Bambusleitung“ für eine langsame Internetverbindung durch.

Im vergangenen Jahr war „Smombie“ – ein Kunstwort aus Smartphone und Zombie – zum „Jugendwort des Jahres“ gewählt worden. 2014 war das Jugendwort ein Satz: „Läuft bei dir“, 2013 war es „Babo“, was so viel bedeutet wie Boss oder Anführer.

Die jährliche Wahl zum „Jugendwort des Jahres“, eine Werbeaktion des Langenscheidt-Verlags, ist nicht unumstritten. Alle Jahre wieder werden Zweifel daran laut, ob Jugendliche wirklich so reden. (dpa)

9 Antworten auf “„Fly sein“ ist das „Jugendwort des Jahres“”

  1. FackUJötttt

    Der lineare Trend zur Verblödung hat seinen Kurs nicht geändert – geradeaus, nach unten, frei nach Hölderlin: „Vom Abgrund nämlich“. Oh Götter des Olymps, was haben wir angetant um eine solche Jugend – und Jury – zu haben?

    • @ Realist

      Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht das es auch an den „Vorbildern“ liegen könnte.
      Dummheit ist nicht genetisch vorbedingt sondern wird von den Alten vorgelebt.

  2. Christophe Nix

    Woran die Vorredner hier den Intelligenzgrad der Jugendlichen messen ist mir gänzlich schleierhaft. Zeugt doch die Tatsache eine Korrelation zwischen einem Modewort und der Dummheit derer herzustellen die das Wort benutzen doch eher von sehr verengtem Sichtfeld auf die Welt und der eigenen Jugend.

  3. Die heutige Jugend ist echt zum heulen… keine Kultur, nur auf’m Handy rum an machen, alles egal, kein Anstand, usw. Und bald kommen die in der Schule überall durch ohne sich anstrengen zu müssen (man lässt ja schon alle im 1. Schuljahr durchgehen, man spricht sogar vom 3. Schuljahr jetzt).

    • Mensch.2

      Halbe Maschinen, die sich entsprechend egoistisch verhalten. Halbe Maschinen, die nur vorprogrammiert reagieren. Halbe Maschinen, denen ihr Aussehen, das sie über ihr I-Irgendwas und die anderen wahrnehmen, mehr wert ist, als ein Augenblick Echtheit – ein Selbst? was ist das? Halbe Maschinen, die nur „hihihihihihi“ von sich geben, wenn sie mal nicht gerade total angepisst durch die Wäsche blicken. Halbe Maschinen, Lemminge-ähnlich, die schneller zum Schafsvolk mutieren, als es der Biologie lieb ist. Halbe Maschinen, oder der Mensch.2. „Es“ ist da, schon seit einiger Zeit: „Es ist FLY!“ und LGBT-freundlich.

  4. Marcel Scholzen

    „Die Jugend von Heute“ ist weder besser noch schlechter als die Generationen vorher. Sie ist das Produkt der heutigen Zeit. Generationenkonflikte hat es immer gegeben. Griechische Philosophen hatten schon in vorchristlicher Zeit das Verhalten der damaligen Jugend kritisiert und befuerschteten schlimmes. Zum Weltuntergang ist es trotzdem nicht gekommen. Ein beruehmtes Beispiel ist der Vater-Sohn-Konflikt zwischen dem „Soldatenkoenig“ und seinem Sohn Friedrich, der als „Friedrich der Grosse“ in die Geschichte einging. Gaebe es diese Konflikte nicht, haette sich die Welt nicht veraendert, und die Menschen wuerden heute noch in Hoehlen hausen und Felle tragen und haetten Angst vor dem Feuer, weil man sich daran verbrennen koennte. Man sollte nie vergessen, das es das Privileg der Jugend ist, Fehler zu begehen aus denen man lernen kann.

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