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EU warnt: „TikTok gefährdet Kinder und Jugendliche“

Foto: Shutterstock

Der nächste Paukenschlag: Die EU-Kommission treibt ihre Verfahren gegen die Online-Riesen voran. Mitten in der Social-Media-Debatte geht es wieder um Kinderschutz – und wieder gerät TikTok ins Visier.

TikTok gefährdet Kinder und Jugendliche nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen der EU-Kommission durch zu niedrige Schutzstandards. Die Brüsseler Behörde kritisiert unter anderem, dass Fremde die öffentlichen Benutzerkonten von Minderjährigen sehen und die jungen Nutzer auch mit missbräuchlichen Absichten kontaktieren könnten.

Sollte sich das Ergebnis der Untersuchung bestätigen und TikTok keine Änderungen vornehmen wollen, droht der Plattform eine Geldstrafe.

Mit den vorläufigen Untersuchungsergebnissen treibt die EU-Kommission das nächste Verfahren gegen einen Online-Riesen voran – wieder steht dabei der Kinder- und Jugendschutz im Fokus. Gleichzeitig läuft die Debatte über strengere Altersgrenzen für bestimmte soziale Netzwerke oder andere digitale Angebote. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte zuletzt an, nach dem Sommer einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen der EU machen zu wollen.

Ein Teenager guckt auf ein Handy, während er auf Boden und Matratze liegt. (gestellte Szene) Foto: Annette Riedl/dpa

– Brüssel befürchtet Einfallstor für Cybermobbing: Mit mehr als 200 Millionen Nutzern in Europa ist TikTok eine der beliebtesten Plattformen – gerade bei jungen Menschen. Doch die Einstellungen des sozialen Netzwerks schützten Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Cybermobbing, heißt es in den vorläufigen Ermittlungsergebnissen der EU-Kommission.

Veröffentlichte Inhalte könnten demnach von Dritten missbraucht werden. Denn auch Personen ohne eigenes TikTok-Konto könnten die öffentlichen Profile der Kinder und Jugendlichen sehen. «Da das, was Minderjährige veröffentlichen, für immer online bleiben und sie bis ins Erwachsenenalter begleiten kann, birgt die Funktion zudem das Risiko potenziell lebenslanger Folgen», argumentiert die Brüsseler Behörde.

– TikTok verweist auf bestehende Sicherheitsfunktionen: Die Online-Plattform verteidigte die Einstellungen seiner Plattform: „Jugendkonten auf TikTok verfügen bereits ab der Einrichtung des Kontos über mehr als 50 voreingestellte Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen, die unter Einbeziehung von Expertinnen und Experten entwickelt wurden“, teilte eine Sprecherin mit. Man gehöre zudem zu den wenigen Plattformen, auf denen jüngere Teenager keine Direktnachrichten nutzen könnten.

Die von der chinesischen Firma Bytedance betriebene App sollte nach Ansicht der EU-Kommission die Einstellungen anpassen. Und zwar so, dass Inhalte von Kindern und Jugendlichen standardmäßig nur für TikTok-Nutzer sichtbar sind, welche die Minderjährigen akzeptiert haben. Zudem fordert Brüssel von TikTok, Inhalte von Jugendlichen nicht länger anderen TikTok-Nutzern zu empfehlen, wie es aktuell bei Posts von 16- und 17-Jährigen passiere.

Pascal Arimont (Mitte) bei einer Anhörung im EU-Parlament, an der Vertreter von TikTok, Snapchat, Facebook und Instagram teilnahmen. Foto: EU-Parlament

– Sammelt Brüssel Argumente für ein Social-Media-Verbot? Die von Brüssel erhobenen Vorwürfe könnten EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen als zusätzliche Argumentationsstütze für mögliche Altersschranken bei Social Media dienen. Nach Empfehlungen der von ihr beauftragten Experten hatte die deutsche Politikerin betont, dass es ein Mindestalter geben müsse, ab dem Kinder soziale Medien nutzen dürften.

Mehrere Mitgliedsländer preschten in den vergangenen Monaten mit nationalen Vorschlägen für ein Social-Media-Verbot voran. Die EU-Kommission steht daher zunehmend unter Druck, will das Thema aber EU-weit lösen und dafür spätestens im Herbst eine Lösung präsentieren.

Zwar gibt es bisher kein europaweites Mindestalter explizit für soziale Netzwerke, das EU-Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA) verpflichtet große Online-Plattformen aber bereits dazu, Kinder und Jugendliche effektiv zu schützen. Auffällig ist, wie viele dieser oft Jahre dauernden Verfahren zum Kinder- und Jugendschutz die EU-Kommission allein in den vergangenen vier Monaten vorangetrieben hat:

    • Pornoseiten: Die Brüsseler Behörde wirft Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos Ende März vor, zu leicht für Jugendliche zugänglich zu sein.
    • Snapchat: Gegen Snapchat laufen seit Ende März Ermittlungen der EU-Kommission, weil Kinder und Jugendliche unangemessenen Kontaktversuchen durch Erwachsene (Cybergrooming) sowie Werbung für Alkohol und Drogen ausgesetzt seien könnten. Brüssel verlangt von Snapchat zudem, das selbst festgelegte Minderalter von 13 Jahren durchzusetzen.
    • Facebook und Instagram: Die EU-Kommission verlangt von Facebook und Instagram seit Ende April, das selbst in den Nutzungsbedingungen festgelegte Mindestalter von 13 Jahren besser durchzusetzen, um Kinder zu schützen. Vor zwei Wochen kam der Vorwurf hinzu, beide Plattformen würden eine zu große Suchtgefahr für Kinder und Jugendliche bergen.

– EU-Verfahren gegen TikTok auch wegen Suchtrisiken: Dass Minderjährige süchtig werden könnten, befürchtet die EU-Kommission auch bei TikTok. Konkret geht es dabei um suchtfördernde Mechanismen – wie zum Beispiel stark personalisierte Empfehlungen und das ununterbrochene, automatische Abspielen von Videos. Im Februar hatte die Brüsseler Behörde vorläufige Ermittlungsergebnisse präsentiert und auch hier Änderungen von TikTok verlangt.

Das Unternehmen hat in beiden Verfahren die Möglichkeit, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen oder mit entsprechenden Änderungen die Bedenken der EU auszuräumen. Findet sich keine einvernehmliche Lösung, könnte es für TikTok teuer werden.

Die EU-Kommission würde dann formell einen Verstoß feststellen und eine Strafe von bis zu sechs Prozent des jährlichen Konzernumsatzes verhängen. Auch tägliche Strafen wären möglich, um TikTok zum Einlenken zu bewegen. (dpa)

26 Antworten auf “EU warnt: „TikTok gefährdet Kinder und Jugendliche“”

  1. Hugo Egon Bernhard von Sinnen

    Sammelt Brüssel Argumente für ein Social-Media-Verbot?
    Was Brüssel sammelt ist mir nicht bekannt, eins weiß ich aber unabhängig davon, ganz sicher .
    Es sammelt irgendjemand Daten (vermutlich aus dem wirtschaftlichen Bereich ) die nicht gesammelt werden dürfen.
    Als ich gestern mit einer künstlichen Intelligenz in Kommunikation gewesen bin, um über verschiedene Funktionen von neuen Smartphones zu diskutieren und ich dabei erwähnte, dass mein altes Smartphone anfängt zu schwächeln, wurden mir mehrere Geräte zur Auswahl empfohlen, die meiner Preisvorstellung und Funktion entsprechen, weil ich zuvor erwähnt hatte, was ich persönlich von einem neuen Smartphone erwarte.
    Soweit so gut, also nichts auffälliges.
    Die Kommunikation ist anschließend zufriedenstellend beendet worden und eine Sekunde danach, bekam ich von einer völlig anderen App die Empfehlung, Ein Backup für meine Daten dieser App zu machen.
    Da diese App eigentlich in Konkurrenz zu der App mit der künstlichen Intelligenz steht, mit der ich zuvor die Diskussion für das neue Smartphone geführt hatte, habe ich der künstlichen Intelligenz ein Screenshot von der App gezeigt, die mir das Backup empfohlen hat und gleichzeitig der KI zu verstehen gegeben, das es doch seltsam ist, eine solche Empfehlung zu bekommen, obwohl ich nur mit dieser KI über den wahrscheinlich sofortigen Kauf, eines neuen Smartphones diskutiert hatte.
    Daraufhin meinte die Ki, ich sollte mir keine Gedanken machen, es muss sich um einen Zufall gehandelt haben, weil es anderen nicht möglich ist, auf unsere Kommunikation zuzugreifen. Habe mich dann für ihre Meinung bedankt und mir das meine gedacht.
    Denn selbst der Zufall, hat seine Grenzen.

  2. Der Patriot

    „TikTok gefährdet Kinder und Jugendliche“ OK kann ich nachvollziehen !

    Aber warum warnt die EU nicht davor ?
    as Deutschland / Deutsche den Weltfrieden bedrochen !
    Dass Grüne, Linke usw. dass friedeliche Zusammenleben der Völker gefährden !
    Dass Migranten die Wirstschsft der einzelen Länder Bedrohen !

  3. Es geht sich immer zuerst um den „Schutz der Kinder“ oder „gegen die organisierte Kriminalität“ wenn die EU ein Verbotsverfahren anstösst. Am Ende geht es um die Ausschaltung der freien Meinung im Internet. Orwells „Wahrheitsministerium“ ist die Dystopie welche uns erwartet wenn diese übergriffige EU nicht gestoppt wird.

  4. https://eike-klima-energie.eu/2026/07/25/henrik-svensmark-von-seiner-universitaet-entlassen/
    ….
    Er ist einer der international anerkanntesten Forscher Dänemarks – und zugleich einer der umstrittensten. Doch nun wurde der Weltraum- und Klimaforscher Henrik Svensmark, wie er selbst sagt, von seinem Arbeitgeber, der Technischen Universität Dänemarks (DTU) in Lyngby, „auf altmodische Weise entlassen“. Er schließt nicht aus, dass – wie er es ausdrückt – „politische Erwägungen“ in dem jahrelangen Prozess eine Rolle gespielt haben, der zu seiner endgültigen Entlassung führte. Gleichzeitig zögert Henrik Svensmark nicht, dies als „Todesstoß“ für einen Forschungszweig zu bezeichnen, den er weitgehend im Alleingang entwickelt hat und mit dem sich Klimaforscher auf der ganzen Welt, einschließlich des UN-Klimarats (IPCC), auseinandersetzen mussten – oft widerwillig. Dies liegt vor allem daran, dass Svensmarks Forschung auf einen seiner Ansicht nach übersehenen natürlichen Faktor hinweist, der hinter einem Großteil der Klimaveränderungen steckt, welche die Erde durchlaufen hat. Schließlich schließt er nicht aus, dass die Entlassung damit zusammenhängen könnte, dass er in weiten Kreisen als umstrittener Forscher wahrgenommen wird: „An der Forschung selbst ist nichts Umstrittenes. Aber es stimmt, dass viele meine Forschung als umstritten wahrnehmen, obwohl sie das nicht sein sollte.“ Die DTU äußert sich nicht zur eigentlichen Entlassung von Svensmark und bezeichnet diese als Personalangelegenheit. Der Direktor von DTU Space, Henning Skriver, bestätigt jedoch, dass Svensmarks übergreifendes Forschungsgebiet, die Atmosphärenphysik, nun „deutlich an Priorität verlieren wird“.
    ….
    /////
    Darum geht es in Wirklichkeit, Kritiker der Klima-, Migrations- und Wirtschaftspolitik zum Schweigen zu bringen. Von wegen „Schutz der Kinder….“, nur Harald Lesch darf noch erklären wieso wir das „Klima retten müssen“, egal was es kostet….

  5. Hinter TikTok steht ByteDance, ein chinesisches Unternehmen. TikTok ist in China aber nur mit ausländischer SIM Karte per VPN und nach Abschaltung der Geolokalisierung zu nutzen.
    Die chinesische Alternative Douyin darf für Jugendliche ab 14 Jahren für 30 Minuten pro Tag genutzt werden. Ab 22:00 Uhr ist dann nächtliche Sperre wobei Inhalte stark gefiltert werden.

    Nur mal zur Info…

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