Standpunkt

BRF gleicht einem Scherbenhaufen

Die Anhörungen des ehemaligen Interimsdirektors des BRF, Arthur Spoden, und des BRF-Direktionsrates im Medienausschuss des DG-Parlaments haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Vor allem Spoden hat mit seinem sehr selbstbewussten Auftritt und einigen markigen Aussagen Eindruck gemacht, positiv wie auch negativ. Er hat auf jeden Fall Klartext geredet. Und klare Worte waren nach der Entlassung von vier Beschäftigten und dem anschließenden Eiertanz, als weder die Führung des BRF noch die DG-Regierung die Verantwortung für die finanzielle Schieflage übernehmen wollten, dringend nötig.

Sicher, Arthur Spoden hat mit seiner Stellungnahme, die im Grunde eine Anklageschrift war, seinem Arbeitgeber BRF keinen Gefallen getan. Das Gleiche kann man aber auch vom BRF-Direktionsrat sagen, der bei seiner Anhörung keine gute Figur gemacht hat. Für den außenstehenden Betrachter musste zwangsläufig der Eindruck entstehen, der BRF sei ein Scherbenhaufen.

Dem BRF fehlt es an Unterstützung

Es wäre jedoch ungerecht, allein den BRF für diese Misere verantwortlich zu machen. Führungskrisen und finanzielle Sorgen hat der Sender auch schon in der Vergangenheit gekannt. Neu ist jetzt, dass der BRF bei der DG-Regierung nicht mehr die Unterstützung genießt, auf die man sich in früheren Jahren im Funkhaus am Eupener Kehrweg stets verlassen konnte. Der BRF hat an Klötzerbahn und Gospertstraße keine Lobby mehr.

Die Belegschaft des BRF ist wahrlich nicht zu beneiden. Und da kommt vielleicht noch Schlimmeres auf sie zu. Obendrein muss das Personal des Rundfunks in Eupen tagaus, tagein mit ansehen, wie direkt nebenan für über 16 Millionen Euro ein neues Parlamentsgebäude entsteht, während dem öffentlich-rechtlichen Sender jegliche finanzielle Grundlage genommen wird, um richtig funktionieren zu können.

Will man die Zerschlagung des Senders?

In der Krise des BRF hat es fast den Anschein, als wolle man vonseiten der DG-Regierung nichts anderes als die Zerschlagung der Sendeanstalt. Das undurchsichtige Firmengeflecht, der ebenso großzügige wie fragwürdige Umgang mit „100’5 – Das Hitradio“, die unrühmliche Abstimmungsprozedur im BRF-Verwaltungsrat über den neuen Direktor, das quasi über Nacht aufgetretene Finanzloch von 400.000 Euro, die Entlassung von vier Beschäftigten…

Noch chaotischer als jetzt könnte es beim BRF werden, sollte der Staatsrat Arthur Spoden Recht geben und die Anwerbungsprozedur für die Stelle des Direktors für null und nichtig erklären. Dann hätten der BRF und die DG-Regierung noch ein Problem – und zwar ein ganz dickes…

GERARD CREMER

Siehe dazu auch Artikel: „Entlassungen beim BRF waren vermeidbar“

27 Antworten auf “BRF gleicht einem Scherbenhaufen”

    • senfgeber

      @Frank Bosch: Haben Sie schon mal davon gehört, dass Frösche Sümpfe trockenlegen? Ein Untersuchungsausschuss? Es ist doch klar, dass bei diesem amateurhaften Gewürge nicht der geringste Anlass seitens der politischen Gutmenschen besteht, für restlose Aufklärung zu sorgen. Da ist dann eben lautes Schweigen angesagt. Das können Sie doch sehr gut daran erkennen, dass der Hofstaat der Öffentlichkeit die vollständigen Informationen über die aus Steuergeldern finanzierten Exkursionen schuldig bleibt, wenn er es sonst nicht versäumt, sich bei jedem noch so billigen Anlass fotografieren zu lassen und sich so in die Lokalpresse befördert. Eine andere Lösung im Fall BRF könnte ein Audit sein, das aber von unabhängiger Stelle durchgeführt werden muss, was bei den in Raum stehenden Zahlen sicher zu rechtfertigen ist. Das Schlechteste ist es, wenn die jetzt laut schweigenden Verantwortlichen sich selbst kontrollieren würden.

  1. Den Spass mit 100.5 hab ich bisher noch nie verstanden. Wie sieht die finanzielle Entlohnung an den BRF, oder sonstige Entität, aus für den Gebrauch der Sendeanlage und -gebäudes? Andersherum, profitiert der 100.5 irgendwie von belgischen Staatsgeldern?

    • Frank Bosch

      Ja, die DG ist ein Aktionär an 100,5 (über Proma AG) und für die Verluste (wie schon zu Zeiten der Zugehörigkeit zum BRF) zahlt der Steuerzahler. Meines Wissens gab es noch nie Gewinne….

  2. Flitzpiepe

    Lieber Herr Cremer,

    bitte weniger Stammtisch – von einem Journalisten Ihres Vormats darf man das erwarten.

    Mir ist in keinster Weise klar, was der Bau eines Parlamentsgebäudes mit der finanziellen Lage des BRF zu tun hat, der immerhin eine jährliche Dotation in Höhe von über 6 Mio. Euro erhält. Die Schülerinnen und Schüler, sowie das Lehrperonal und das Personal des Staatsarchivs werden sich nach den Wegzug des Parlamts über mehr Platz freuen können und alte Bausubstanz (Sanatorium) bröckelt und verfällt nicht weiter vor sich hin. Ich beneide die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BRF auch nicht, aber auch nicht die bei Ford Genk und an anderen Stellen, wo Arbeitsplätze verloren gehen. Das ist sehr bedauerlich und trifft die Menschen und ihre Angehörigen hart. Fehlentscheidungen werden aber, das ist leider menschlich, überall getroffen.

    Und noch etwas ist auffällig, verfolgt man all die Kommentare hier: als Politiker, erst recht in der DG kann man es nun wirklich nur falsch machen. Baut man einen Regionalsender auf, wird vom DG-Größenwahn gesprochen. Springt man nicht mit noch mehr Geld ein um Arbeitsplätze zu retten, ist man selbstsüchtig. Täte man es, hieße es wieder, dass Steuergelder verschleudert werden, da man ja, die DG ist ja so klein, eigentlich ohnehin keinen Regionalsender benötigt, und so weiter und so fort…

    Zudem, wozu bekommen eigentlich hauptamtliche Mitarbeiter in Führungspositionen ihr Geld? Wofür sind sie verantwortlich, wenn ja doch die Medienministerin an allem Schuld ist? Und der Verwaltunsgrat? Ist der auch nichst schuld? Dann darf man getrost fragen, wozu braucht man die alle, wenn niemand außer der Regierung schuld ist? Dann kann man den BRF doch direkt zu einem Regierungssender machen – ach nee, die Medien sollen ja eigentlich staatsfern sein…

    • Frank Bosch

      Stimmt, Flitzpiepe, die Meinungen sind so verschieden, wie die Menschen, die sie zum Ausdruck bringen. Übrigens auch die Ihre, und ich finde es prima, dass auch mal einer (ein Politiker?) die Politiker und die Entscheider beim BRF hier verteidigt. Die vermeintlichen Widersprüche sind aber z.T. garkeine, denn in solchen Sachen gibt es kein eindeutiges schwarz und weiß, wie beim Zeitungsdruck, aber viele Abstufungen zwischen beiden. Keine Politik ist 100% richtig oder falsch. Ich kenne auch keinen Politiker, der sich je durch Kritik von schwarz auf weiß gewendet hat, sondern manche Politiker, die auch das eine oder andere an Kritik aufnehmen und Details ändern, oder zumindest ihre Entscheidungen erläutern und begründen. Was mir bei Ihnen fehlt, das ist die Einsicht, dass auch jede politische Entscheidung, wie auch immer, unter den wirtschaftlich günstigsten und deontologisch saubersten Voraussetzungen ausgeführt werden sollte. Und genau dabei hapert es m.E. in der Politik sehr oft, in der DG nicht mehr oder weniger als anderswo ….

      Beispiele?:
      Sana, wenn schon ja (kann auch ich mittlerweile mit „leben“), dann ohne Luxus-Raumbedarf und -Ausstattung und – besonders – ohne den nicht zwingend erforderlichen Anbau eines Plenarsaals).
      BRF, wenn schon ja (meine Überzeugung), dann politisch wirklich unabhängig und – in etwa wie – privatwirtschaftlich geführt (Anzahl an und Führung von Personal, Kosten-Nutzen-Relation von Sendungen > außerhalb Informationsauftrag z.B. keine 2 vollwertige Standorte < ), u..a.m.
      Außenbeziehungen und sonstiger Aufwand, tw. gerechtfertigt aber mit mehr Augenmaß und "Bescheidenheit" (5 Chauffeure?, 4 – 5 Pressereferenten? , Fuhrpark? "ferne" Auslandsreisen und großzügige Festveranstaltungen?), u.v.a.m.

      Die Kritik und Vorschläge sind selbstverständlich wiederum rein subjektiv (eine Meinung unter vielen) und kein Politiker wird sich – selbstverständlich – daran gebunden fühlen, er kennt nun aber meine Meinung … wie auch die Meinung anderer Bürger, die den Mut haben, sich zu Wort zu melden!

      • Flitzpiepe

        Lieber Herr Bosch,

        ich bin kein Politiker, habe aber u.a. Politik studiert. Daher sehe ich wohl die Dinge immer ein bisschen mit anderen Augen, als ein „Normalbüger“ (der ich ja selber auch bin, wie auch Steuerzahler). Im Großen und Ganzen stimme ich Ihren Ausführungen zu, allerdings mit Einschränkungen.
        – Ich denke, dass sich die DG, als zwar kleinste Gemeinschaft, aber eben dennoch als Gemeinschaft ein repräsentatives Parlamentsgebäude leisten sollte, zumal es ja eine dementsprechende Bausubstanz in Eupen gibt. Nun wird man fragen warum: nun, zum einen hat Politk immer auch etwas mit Repräsentation zu tun. Ein Hinterhofplenarsaal mit Uraltechnik und Neonröhren an der Decke ist kein Aushängeschild für ein „Land“. Sicher muss das alles im Rahmen bleiben und man muss als kleines „Land“ nicht protzen, aber man muss das Sanatorium auch als Investition sehen, nicht nur als Kostenfaktor. Wenn es erstmal steht und wir alle uns am Tag der offenen Tür daran erfreut haben werden und, noch viel wichtiger, stolz drauf sind, dann relativieren sich die Gefühle. Zudem wird es ja auch einige Jahrzenhte dann bestehen bleiben, so wie das aktuelle Parlament und auch von anderen ab und an für Veranstaltungen genutzt werden können.
        – Beim BRF stimme ich Ihnen voll zu.
        – Außenbeziehung: ähnlich wie im Punkt Sanatorium. Wir sind nunmal in der DG eine Gemeinschaft mit Rechten und Pflichten. In einigen Politikbereichen hat die DG Aufgaben, die eine internationale Dimension haben. Also sollte diese auch wahrgenommen werden. Und als kleines „Land“, muss man eben oft dabei sein, um nicht in Vergessenheit zu geraten.
        – Zu den Chauffeuren: ich selbst hatte schon das Vergnügen mit dem Ministerpräsidenten ein kurzes Stück im Auto zu fahren. Damit ich platznehmen konnte, musste er einen kleinen Aktenberg neben sich wegräumen. Was tut er also wohl meistens? Entweder Dinge durchlesen, sich vorbereiten, etwas nachbereiten, telefonieren oder sich kurz ausruhen. Ich persönlich finde das legitim und erwarte nicht, dass ein Minister oder gar der Ministerpräsident mit einem Ford KA oder Dacia selber irgendwo vorfährt und belächelt wird. Und wer jetzt neidisch wird, dem kann ich nur sagen: „ab in die Politik, reißen Sie sich ein paar Jahre kostenlos den Arsch in Ihrer Freizeit auf und genießen dann, wenn Sie sehr viel Glück haben ein Jahrzehnt die kleinen Annehmlichkeiten als Minister“. Spitzenpolitiker haben nur sehr wenig Freizeit und wenn sie die haben, haben sie keine, denn sie werden natürlich immer auch „privat“ auf politische Dinge angesprochen.
        – Pressereferenten: habe ich auch kein Problem mit, denn in unserer heutigen Kommunikations- und Massenmediengesellschaft muss ja jemand kommunizieren, Ansprechpartner für die Presse sein, Reden schreiben, Broschüren und Internetauftritte gestalten um die Politik zu erklären – wer von uns liest denn Dekrete ganz durch?

        Natürlich, und da bin ich ganz bei Ihnen Herr Bosch, immer alles mit Augenmaß!

        Beste Grüße

        • senfgeber

          Man kann wohl sagen, dass es keine Revolution in der DG auslösen würde, wenn man den BRF richtig einschrumpfen würde. Bei dem Abbau hier geht es aber um planloses Abholzen, das nicht beabsichtigt war. Wenn es eine Sanierung sein soll, muss man das auch sagen, hier kommt das als ungeplanter Unfall rüber. Und da sollten die Verantwortlichkeiten ruhig mal in aller Deutlichkeit geklärt werden. Das Ersatzangebot ist bei einem Ausfall des BRF mit SWR und WDR gegeben, RTBF und VRT gibt es auch noch. Auf den innerlokalen Brei kann man angesichts der Grösse des Zielpublikums in der Tat aus Kostengründen verzichten. Wenn man das will, dann muss man das auch klar sagen. Dass man den Hofstaat auch ohne Kollateralschaden für die Bevölkerung einschrumpfen kann, ist sicher auch kein Geheimnis. Da kann der BRF auch mal vorangehen.

  3. An die Cremers, Bosch, Senfgeber und Co-Schlaumeier: 5.000.000 erhält der BRF jährlich. Auf eine Legislatur sind das 25.000.000. Ich denke, dass es mit dieser akzeptablen Summe möglich ist, seine Ausgaben zu decken und ein angemessenes Programm für eure sonst als „70.000 Männekes klein“ angepriesene Gemeinschaft anzubieten.
    Der BRF braucht strukturelle Veränderungen. Die Anstalt arbeitet so wie die innerbelgischen öffentlich Rechtlichen vor 20 Jahren. Während die Technik voranschreitet und viele Sendungen mittlerweile mit wenig Personal produziert werden können, geistern hier im Lande zig Techniker und sonstige Mitarbeiter abends herum, nehmen sich dann für die getätigten Überstunden völlig gerechtfertigt frei, und der BRF muss dann über Honorarverträge Personal beschäftigen.

  4. AltEupener

    Es geht auch mit weniger…und anders:

    Dieser regionale US Radiosender SPOKANE PUBLIC RADIO http://www.kpbx.org/home, mit einer Hörerschaft von ca. 70.000 (wie bei uns so ungefähr), kommt mit viel weniger Personal und mit einem Jahresbudget von… 1,8 MIO US Dollar aus und hat keine Schulden!

    Q. WHAT IS THE STATION’S ANNUAL BUDGET?
    A. SPR has an annual operating budget of approximately $1.8M. SPR has no debt.

    • Flitzpiepe

      Lieber AltEupener,
      ich finde es sehr löblich, wenn sich Leute in anderen Ländern umsehen, wie die Dinge dort gemacht werden und was man ggf. von anderen lernen kann.
      Jedoch muss man sicherlich genauer recherchieren und kann nicht einfach die amerikanischen Realitäten mit denen in der DG gleichsetzen.
      Dennoch, ein wichtiger und interessanter Hinweis.

    • Auswanderer

      Das ist an sich ja der Witz. Sie gehen von 70.000 Hörern aus. Das hieße JEDER (nahezu ausnahmslos) hört BRF. Fakt ist: Nur ein Bruchteil tut es mehr, da Radio längst nicht mehr den Stellenwert hat wie früher. Zudem gab es neben Radio und Zeitung damals keine informationsmöglichkeiten. Wie misst man Hörer? Eine Zeitung zählt Abonennten und Verkäufe, OD kann Klicks und Aufrufe messen. Und der BRF? Die mediale Welt hat sich geändert, der verzweifelte Versuch des BRF mit TV und Internet dem Trend entgegen zu wirken, endete mit einer Bauchlandung. Mit dieser fast an Beamten-Zustände erinnernden Personalstruktur und Infrastruktur kann de facto der BRF nicht wie ein Privatunternehmen rentabel sein (oder zumindest nicht kostendeckend arbeiten). Nur eben das wird gefordert von der öffentlichen Hand oder zumindest verlangen das die „schweren Zeiten“.

      Dank neuer Technik lässt sich ein Radiosender aber in der Tat mit ähnlichem Ergebnis bedeutend kostengünstiger aufstellen.

      • AltEupener

        Ich gehe von ca. 70.000 potenziellen Hörern aus. Natürlich hört auch in Spokane, WA nur ein Bruchteil dieser Hörerschaft wirklich rein…Auch sitzen (im wahrsten Sinne des Wortes) in diesem Sender keine „belgisch-ähnlichen“ Beamten fest im Sattel !

    • Frank Bosch

      Kommt noch hinzu, dass der seine Infrastrukturen wahrscheinlich auch noch selber bezahlt…

      P.S. (noch zu meinem vorangegangenen Posting) : es ist also klar, dass der BRF strukturell schlanker werden muss, sowohl vom Personalrahmen als auch von der Infrastruktur her. Beim Personal wäre es aber sicher möglich, den Übergang sozial verträglich zu gestalten (Einstellungsstopp und ggf. einige Frühpensionierungen). Lambertz wollte dem BRF (und dem Mönch) ja sogar noch einen 3.Standort im neuen Abgeordneten-Sanatorium „andrehen“… Mittlerweile haben wir, als „70.000der DG“, ja schon mindestens 4 öffentlich-rechtlich finanzierte und „beieinflusste“ Anbieter im Medienbereich : BRF, Medienzentrum („PDG- und Exekutv-Haussender“), Radio 100komma5, ZM-Zimmermann Medien). Das GE rechne ich hier – noch – niccht mal mit….

  5. Gesundschämen

    Auch wenn dies nach Pauschalverurteilung klingt, im BRF wie in vielen öffentlichen Verwaltung herrschen Missstände, die den Steuerzahler jede Menge Geld kosten. Die Angestellten öffentlicher Dienste sind sich zudem meist nicht bewusst, in welch privilegierter Situation sie sich befinden. Dies gilt für den BRF in besonderem Maße, da zumindest das statutarische Personal sowohl was das Gehalt, die Pensionsregelung und sonstige sozialen Vorteile betrifft im Schlaraffenland leben. Mein Mitleid hält sich deshalb in Grenzen.
    Das offensichtliche Missmanagement beim BRF für das die Verantwortung auf Ebene des leitenden Personals, des Verwaltungsrats und der Aufsichtsministerin liegt, bedarf einer lückenlosen Aufklärung. Ob diese machbar ist, ist angesichts der Tatsache, dass alle politischen Parteien hier involviert sind fraglich.
    Der BRF hat in dieser Form m.E. keine Daseinsberechtigung mehr. Seinen Auftrag könnte er mit einem Bruchteil der jetzt „verbratenen“ Gelder erfüllen.
    Gesundschämen und Gesundschrumpfen lautet die Devise um zumindest in dieser öffentlichen Einrichting reinen Tisch zu machen.

  6. Wenn die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft modern und kostendeckend arbeiten würde, hätte sie nur einen Minister! Und keine 50 Mitarbeiter in den Kabinetten. Die DG ist ziemlich verschwenderisch: Würde der große Nachbar NRW genauso leben, würde die Landesregierung in Düsseldorf aus über 1.000 Ministern bestehen!
    Ich weiß: Natürlich gelten Skaleneffekte. Aber denken Sie mal darüber nach: Was für die Gospert gilt, gilt auf für den Kehrweg. Wenn Sie ein vernünftiges Rundfunkangebot haben wollen, kostet das etwas. Egal ob für 30.000 Hörer oder für 3.000.000. Es gibt einen gewissen Grundaufwand.
    Natürlich entschuldigt das nicht die Managementfehler im BRF.
    Aber wenn sie mich fragen: Die DG ist krank im Kopf.

  7. TomD, Ihre Argumentation zeugt von einem Nichtwissen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sogar behaupten, Sie sind ein Populist. Schließlich sind Ihnen die Skaleneffekte bekannt und dennoch machen Sie ungerechtfertigte Vergleiche. Ob die DG das Unterrichtswesen für 13.500 Schüler organisiert oder für 2,11 Millionen. Sie muss es organisieren. Das gilt für sämtliche Bereiche. In der Zeit vor Lambertz haben wir weniger Zuständigkeiten gehabt und dennoch mehr als nur einen Minister gehabt, obwohl die DG weit weniger Zuständigkeiten ausüben musste als heute. Zudem erreicht Ihr Unwissen oder Ihr Populismus (Sie dürfen es sich aussuchen) die Grenzen körperlichen Schmerzes. Wo haben Sie die 50 Mitarbeiter in den Kabinetten. Während im Inland die Kabinette mehr oder weniger aus je 50 Mitarbeitern bestehen, zählen die Kabinette in der DG noch nicht einmal zusammen 50 Mitarbeiter.

  8. Na gut. Die Regierung der DG: das sind 35 (!) Beschäftigte plus vier Minister. Im Ministerium sind es mehrere Hundert Mitarbeiter.
    Natürlich haben Sie recht @pipo. Aber warum gilt beim BRF was anderes? Warum muss der auf ein Minumum reduziert werden, während die Klötzerbahn klotzt?
    Mittlerweile verfügen die Pressetellen der Regierungsmitglieder und des Ministeriums fast über mehr Mitarbeiter als die BRF-Redaktion. Finden Sie das normal?
    BRF-Redaktion: Keine 20 Journalisten
    Kommunikationsdienst Ministerium DG: 18 Mitarbeiter
    Pressesprecher Regierung DG: 4 Mitarbeiter
    Ich glaube, mit Populismus hat das wenig zu tun!

  9. Es sind 33 meines Wissens und 4 von den 33 sind Fahrer.

    Pressereferenten 4. Das sind die Pressestellen.

    Der Kommunikationsdienst wirbt für die DG und nicht für die Regierung. Ich verstehe trotzdem nicht, wieso sie die Regierung und Verwaltung eines ganzen Bundeslandes mit einer öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalt vergleichen.

  10. Das Problem was wir immer wieder antreffen, wir machen aus unserer Minderheit mehr als wir eigentlich sind. Nun es ist schade um die ganzen Arbeitsplätze, denn jedes ist mit dem Schicksal eines Menschen verbunden.

  11. Wie soll das eigentlich gehen, wenn Spoden beim BRF seine Arbeit wiederaufnehmen muss und auf seinen Mitkonkurrenten im Rennen um den Posten des BRF-Direktors, Toni Wimmer, trifft? Das wird noch lustig… Und wenn Spoden vor dem Staatsrat Recht bekommt, dann wird es noch lustiger… Hat der BRF dann zwei Direktoren?

  12. Frank Bosch

    Herrscht beim BRF eigentlich Nachrichtensperre zu diesem – zugegebenermaßen für den BRF schwierigen – Thema? Über viele Details, die man in den anderen DG-Medien findet, wird nicht berichtet : z.B. Zimmermann-Vertrag, dessen Geheimhaltungsklausel, Finanzen (u.a. dass man mit Herrn Spoden als Direktor 100.000.- Euro hätte sparen können; entspricht das also dem aktuellen Einkommen von Herrn Spoden?; u.v.a.m.). In der Referenzliste auf der zimmermannmedia-webseite werden unter ‚broadcast-design‘ auch (als einzige) Referenzen ein „Neues Indikativ für die Blickpunkt-Sommerausgaben (Belgischer Rundfunk, August 2009)“ und eine „Neue TV-Verpackung für das tägliche Nachrichtenformat Blickpunkt (Belgischer Rundfunk, November 2008) genannt. Gibt es also mehr als die Treffpunkt-Zusammenarbeit mit dem BRF? Fragen über Fragen ….

  13. Holger Scheel

    Nachdem hier so viele Leute so viel gepostet haben, will ich gerne auch noch meinen Senf dazugeben (auch wenn ich kein Senfgeber bin ;-))
    Punkt 1: Ich möchte gerne die hier aufgestellte Statistik versauen. Ich gehöre nicht zu den 70.000 Einwohnern der DG, sondern lebe gewissermaßen kurz hinter der anderen Grenze des Rheinlandes, höre aber trotzdem BRF (unter anderem).
    Punkt 2: Was die (angeblichen) unhaltbaren, unglaublichen, unerhörten Missstände beim BRF mit seiner Ineffizienz angeht: Ich kann das absolut nicht beurteilen. Ich hoffe nur, dass diejenigen, die dies behaupten, auch entsprechendes Insider- und Fachwissen haben. Leider passiert es zu häufig, dass manche, die ein „gefühltes Halbwissen“ haben, sich öffentlich sehr wortreich äußern, ohne über genaue Hintergründe Bescheid zu wissen. Und irgendwas bleibt halt immer hängen…
    Punkt 3: Was die Verwaltung der DG angeht, muss man sich halt entscheiden. Entweder man ist eine gleichberechtigte Gemeinschaft in Belgien, die dann auch für die an sie übertragenen Kompetenzen entsprechende Mitarbeiter benötigt. Und die Zahl der Mitarbeiter einfach linear auf die Bevölkerung umzurechnen, ist, mit Verlaub, grober Unfug. Gewisse Aufgaben, die zu erfüllen sind, benötigen nun einmal einen entsprechenden „Bodensatz“ an Personal. Eher ist NRW hier „überbesetzt“ mit 5 Regierungsbezirken, 2 Landschaftsverbänden, dem Regionalverband Ruhr, etc… Will man für die DG dieses Personal nicht, bleibt angesichts der fortschreitenden Dezentralisierung Belgiens nicht viel anderes übrig: Entweder man folgt ‚Van Cau‘ und definiert sich als deutschprachige Wallonen, dann kann man sich gerne von Namur aus regieren lassen, oder man wird der westliche Teil des mittlerweile auch nicht mehr existierenden Landkreises Aachen. Angesichts dieser Alternativen dürfte so mancher Ostbelgier vielleicht doch ein ansatzweise erotisches Verhältnis zu seinen Institutionen entwickeln…

    • Frank Bosch

      Wir sind dankbar für Ihren Rat (oder Belehrungen?), Holger Scheel, wenngleich ich wohl nie ein erotisches Verhältnis zu unseren Institutionen entwickeln könnte, zu gleich welchen Institutionen und Behörden übrigens … Allerdings sind wohl die meisten hier in der DG stolz auf und dankbar für die bisher erreichte Autonomie für unsere Gemeinschaft und die teils vorteilhaften Auswirkungen auf unser tägliches Leben. Selbstverständlich gibt es auch Skaleneffekte, von groß nach klein und umgekehrt. Es braucht ein Minimum an Personal, unabhängig von der Größe, um bestimmte Aufgaben zufriedenstellend zu erbringen. Und genau über dieses Minimum kann man aber vortrefflich streiten, bzw. sollte das auch regelmäßig tun. Besonders über bestimmte „Randerscheinungen“, bei denen man sich fragen darf : brauchen wir das?; bzw. brauchen wir das in diesem Umfang ?; Beispiele Außenbeziehungen (vielleicht mehr auf direkte Nachbarn fokussieren?); individueller Fuhrpark mit 5 Chauffeuren (statt vielleicht ein Limousinen- und Chauffeur-Pool); brauchen wir Fernsehformate à la ‚Also ehrlich‘, ‚Vitamin ich weiß nich was‘, ja vielleicht nicht mal mehr einen täglichen Blickpunkt, in dem immer öfter größtenteils nur noch Meldungen und Interviews aus dem vorangegangenen Radio-Nachrichten-Magazin (BRF-aktuell) mit Bebilderung nachgesprochen werden (reicht vielleicht eine ausführliche Sendung pro Woche, als Magazin, wie zur Sommerzeit)?
      Was Ihre Vergleiche betrifft : NRW hat 18 Mio Einwohner und ich habe noch nie gehört, dass es in NRW zu viele politische Instanzen geben soll. Gegebenenfalls bei den Kreisen, aber auch da gibt es ja nun Zusammenlegungen (Beispiel Aachen Stadt und Aachen Land). Aber da knirscht es m.W. ja schon wieder zwischen beiden… Die Landkreise sind aber notwendig, wie bei uns die Regionen (wegen Straßenbau und so), denn darüber oder darunter gibt es ja keine Provinz, wie bei uns.

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