Mit ihrer besten Saisonleistung hat die AS Eupen am Freitagabend gegen Aufstiegsaspirant Beerschot nach einem turbulenten Spiel einen verdienten Punkt gewonnen, der sich im Kampf um einen Platz in den Top 6 und die Teilnahme an den Promotion Playoffs noch als wertvoll erweisen könnte.
Für dieses letzte Heimspiel in der klassischen Phase der Meisterschaft der Challenger Pro League bekam es Eupen mit einem großen Traditionsverein zu tun. Beerschot wurde 7 Mal belgischer Fußballmeister, das letzte Mal allerdings 1939, und 2 Mal Pokalsieger (1971 und 1979). Momentan ist Beerschot in Antwerpen nur die Nummer 2 hinter dem großen Stadtrivalen Royal Antwerp FC.
Beerschot hatte in seiner Geschichte großartige Spielerpersönlivhkeiten wie den legendären belgischen „Bomber“ Rik Coppens, den deutschen Nationalspieler Lothar Emmerich, Roger Claessen (nach seiner Zeit bei Alemannia Aachen) und den Spanier Juan Lozano (Ex-Anderlecht und Ex-Real Madrid).

Der Eupener Mittelfeldspieler Mark Müller war an den Treffern zum 1:1 (gefoult, dadurch Elfmeter) und 2:1 (Pfostenschuss, gefolgt von Treffer) beteiligt. Foto: Belfa
Weil sein Landsmann Kikas, der bis auf das Heimspiel gegen Jong Gent nicht viel gerissen hat, heute gesperrt war, ebenso wie Kevin Möhwald, musste AS-Trainer Bruno Pinheiro entweder Zakaria Atteri oder Daniel Kasper als Sturmspitze bringen. Er entschied sich für Kasper.
Die Eupener Startelf: Hiller – Zague, Paeshuyse, Plastun, Gavory – Keita, Caliskan, Barès, Müller – Nuhu, Kasper.
In der Anfangsformation von Beerschot stand mit Genki Haraguchi ein ehemaliger japanischer Nationalspieler, der bei der WM 2018 in Russland im turbulenten Achtelfinale gegen Belgien, das die Roten Teufel nach einem Rückstand von 0:2 durch einen Treffer von Nacer Chadli in letzter Minute mit 3:2 gewannen, die Asiaten in Führung gebracht hatte.
Bereits in der 6. Minute hatten die Gäste eine erste Chance nach einem unnötigen Abspielfehler von Paeshuyse. Kurz danach erzielte Müller für Eupen ein Tor, das aber nicht anerkannt wurde, weil der Schiedsrichter schon vorher wegen eines angeblichen Handspiels gepfiffen hatte.
In der 15. Minute sah Zague nach einem riskanten Foul die Gelbe Karte. Kurz danach hatte Keita eine sehr gute Möglichkeit, die AS in Führung zu bringen, doch ging er viel zu überhastet vor und verfehlte das Tor.
In der 22. Minute hatten die 600 mitgereisten Fans von Beerschot Grund zu jubeln. Nachdem AS-Torhüter Hiller den Ball nur wegfausten konnte, fiel das 0:1 durch Guendouz. Nach einer kurzen Aussprache mit dem Linienrichter, der die Fahne gehoben hatte wegen vermeintlicher Abseitsstellung eines Spielers von Beerschot, wurde der Treffer anerkannt.

AS-Abwehrspieler Rune Paeshuyse gelang in der Nachspielzeit der verdiente Ausgleich zum 3:3. Foto: Belga
Es kam noch besser für die Schwarz-Weißen, denn in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ging die AS sogar in Führung durch Kasper, nachdem der Torhüter von Beerschot zuvor durch den Pfosten gerettet worden war, 2:1. Damit stand der KV Kortrijk virtuell als zweiter Direktaufsteiger in die Jupiler Pro League fest. Aber es waren ja noch 45 Minuten zu spielen.
Nur vier Minuten nach dem Wiederanpfiff stockte den Fans der AS der Atem, als der Schiedsrichter nach einem Foul von Zague im Eupener Strafraum erneut auf den Elfmeterpunkt zeigte, diesmal für die Antwerpener. Zum Glück fûr die Gastgeber parierte Schlussmann Hiller den Strafstoß und bewies einmal mehr, dass er der beste AS-Spieler der Saison ist. Es blieb bei der 2:1-Führung für Eupen zur Pause.
In der 55. Minute verfehlte Gavory nur knapp das Tor. Die Eupener Mannschaft war nicht mehr wiederzuerkennen im Vergleich zu den schwachen Leistungen in den Spielen zuvor.
In der 68. Minute fiel indes wie aus heiterem Himmel der Ausgleich, nachdem der Coach von Beerschot kurz zuvor einige personelle Änderungen vorgenommen hatte. Der eingewechselte Wright-Philips traf zum 2:2.
Und das war’s noch nicht, denn nur drei Minuten nach dem Ausgleich gelang Vula das Tor zum 2:3. In nur drei Minuten hatte die AS zwei Gegentreffer kassiert.
In der 80. Minute gelang dem für Kasper eingewechselten Atteri ein Tor, jedoch soll der Stürmer vorher im Abseits den Ball angenommen haben. Da es aber in der Challenger Pro League keinen VAR gibt…
In der Schlussphase drängte Eupen auf das 3:3, das nicht mehr möglich schien – bis zur Nachspielzeit, als Kapitân Paeshuyse in letzter Minute noch den verdienten Ausgleich erzielte. Über das 3:3 darf sich auch der KV Kortrijk freuen, der nunmehr als zweiter Direktaufsteiger feststeht.
Im Kampf um die Promotions Playoffs hat Eisden 48 Punkte, einen Punkt mehr als der FC Lüttich und die AS Eupen, wobei die Lütticher jedoch ein Spiel weniger bestritten haben. Sollten die Lütticher am Sonntag bei Jong Gent gewinnen, hätten sie einen Platz in den Top 6 sicher.
Am letzten Spieltag am kommenden Freitag kommt es in Rocourt zum direkten Duell zwischen Lüttich und Eupen, während Eisden die Francs Borains empfängt. Die AS müsste dann in Lüttich gewinnen und auf einen Fauxpas von Eisden gegen die Francs Borains hoffen. (cre)

Si liege gagne dimanche c’est le top 6 puisqu’ils ont 2 victoires de plus su’Eupen…
Kikas und Möhwald konnte der Trainer heute nicht aufstellen. Seit Wochen forderten wir mal eine Pause für die beiden und dass Kasper endlich mal ne Chance bekommen sollte. Heute war es so und siehe da, Eupen spielte nach vorne, war agil mit Ideen und endlich war es ansehnlich.
Wäre der Trainer nicht so blind und hätte er nicht stets stur an den selben Leuten immer wieder festgehalten und der schrecklichen Taktik, hätte Eupen viele Punkte mehr und wäre längst in der Endrunde.
Das 3-3 hilft Kortrijk, die damit aufgestiegen sind.
Für Eupen ist der späte aber verdiente Punkt vielleicht sogar zu wenig.
Gewinnt Lüttich Sonntag, sind die durch. Gewinnt Patro gegen Francs Borains sind die auch durch. Bei Punktgleichheit ist Lüttich vor Eupen, Eupen aber wäre vor Patro. Es bleibt spannend, aber warum erst am vorletzten Spieltag endlich mal mutig nach vorne spielen mit dem richtigen Personal, wenn der Zug fast abgefahren ist?
Müller mit Abstand bester Mann auf dem Platz, großartige Leistung, der muss neben Hiller auch nächste Saison hier eine feste Größe sein.
Der Schiedsrichter die reinste Katastrophe, soviele Fehlentscheidungen und Beerschot wurde lange klar bevorzugt, auch was Fouls und Karten angeht. Das Tor von Atteri schien mit regulär zu sein, das 0-1 von Beerschot eher nicht. Naja unterhaltsam war es. Warum nicht gleich so?