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Neues Verkehrsschild für eine Umweltspur in Frankreich – Bei Missachtung drohen Bußgelder

30.08.2023, Frankreich, Straßburg: Ein Schild mit der Aufschrift "Voie réservée" weist neben einer Autobahnauffahrt auf eine Spur für Fahrgemeinschaften, Taxis und Busse hin. Das neue französisches Verkehrszeichen kennzeichnet die Fahrspuren auf der Straßburger Stadtautobahn M35 und spezielle Radaranlagen erfassen ab Ende September Fahrzeuge, die die Regelungen missachten und es drohen Bußgelder. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

135 Euro Buße werden in Straßburg und anderen französischen Städten fällig, wenn Autos unerlaubt die Umweltspur für Fahrgemeinschaften nutzen. Radaranlagen wachen bald über die Regelung. Aber wer erkennt eigentlich schon das neue Verkehrsschild, das die Spuren ausweist?

Auf der Stadtautobahn im französischen Straßburg gehen Anfang November zwei Radaranlagen in Betrieb, bei denen Bußgelder auch für Fahrzeuge drohen, die sich ans Tempolimit halten. Geblitzt werden Fahrerinnen und Fahrer, die ganz alleine im Auto sitzen und verbotenerweise die linke Fahrspur nutzen, die seit Ende 2021 im Berufsverkehr für Fahrgemeinschaften oder Autos mit mindestens zwei Insassen reserviert ist.

Auch Elektroautos mit grüner französischer Umweltplakette steht die Spur unabhängig von der Zahl der Insassen offen. Ein neues Verkehrszeichen – eine weiße Raute auf blauem Grund – weist auf die Regelung hin. Wer das Schild missachtet, muss mit einem Bußgeld von 135 Euro rechnen.

30.08.2023, Frankreich, Straßburg: Ein Schild mit der Aufschrift „Voie réservée“ weist neben einer Autobahnauffahrt auf eine Spur für Fahrgemeinschaften, Taxis und Busse hin. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Auch in Grenoble, Rennes, Lyon, Lille und Nantes werden separate Spuren für Fahrgemeinschaften getestet. Dabei geht es um einige Kilometer lange Abschnitte und keine langen Strecken. Bald werden dort ebenfalls Radaranlagen zur Überwachung der Regelung aufgestellt. Denn wie das Pariser Umweltministerium kürzlich mitteilte, wird die bislang von der Polizei sporadisch überprüfte Regelung derart oft missachtet, dass der erhoffte Erfolg der separaten Fahrspuren – nämlich als Fahrgemeinschaft im Berufsverkehr schneller zum Ziel zu kommen – gefährdet ist. Die Radarkameras können erfassen, ob eine oder mehrere Personen im Wagen sitzen.

Das Umweltministerium verspricht sich von den gesonderten Fahrspuren vor allem einen reduzierten Schadstoffausstoß, wenn Pendler weniger Autos bewegen als bisher. Weniger Staus und flottere Wege auf der reservierten Spur sollen Menschen zum Bilden von Fahrgemeinschaften anspornen. Da auch Taxis und Busse die Spur nutzen dürfen und damit schneller ans Ziel kommen, soll die Maßnahme den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel fördern.

Wie die Sprecherin der Stadt Straßburg, Laura Martin, sagte, wolle man die Zahl der Pendler reduzieren, die alleine im Auto in die Elsassmetropole fahren. Derzeit würden in der Stadt 37,5 Prozent aller Wege per Auto zurückgelegt. Durchschnittlich sei ein Auto mit 1,4 Menschen besetzt. Um zum Bilden von Fahrgemeinschaften zu ermuntern, werde im Herbst eine Plattform eingerichtet, über die sich Beschäftigte der Straßburger Industriegebiete vernetzen können. In einem zweiten Schritt soll es dazu auch finanzielle Anreize geben. 100.000 Euro hat die Grenzstadt dafür bis 2025 reserviert.

30.08.2023, Frankreich, Straßburg: Ein Schild weist neben einer Autobahn auf das Ende einer Spur für Fahrgemeinschaften, Taxis und Busse hin. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Aber den Klimaschutz zugleich mit saftigen Bußgeldern durchdrücken, ist das der richtige Weg? „Wenn es keine Kontrollen gibt, halten sich die Leute nicht an die Regeln der Straßenverkehrsordnung. Im Rahmen der Umweltzone wollen wir die Verschmutzung durch den Straßenverkehr und damit die Zahl der Autos senken und Fahrgemeinschaften fördern“, sagte die Vizepräsidentin der Europametropole Straßburg (EMS), Béatrice Bulou, der Zeitung „Les Dernières Nouvelles d’Alsace“. Erst nach einer einmonatigen Testphase der neuen Radaranlage sollen auch Bußgeldbescheide verschickt werden.

Im westfranzösischen Nantes gibt es seit Juni eine gesonderte Spur für Fahrgemeinschaften auf einer der Hauptverkehrsachsen in die Stadt. Geworben wird hier auch mit weniger Staus für die Pendler, die sich auf die Regelung einlassen. Acht Minuten schneller als üblich komme man über die Spur ins Zentrum.

Pfiffig ist man in Lyon: Dort gibt es nicht nur mehrere Apps, über die sich Fahrgemeinschaften bilden können, sondern auch rund ein Dutzend Haltestellen an der Route, wo Menschen auf eine Mitfahrgelegenheit warten. So können Autofahrer spontan eine Fahrgemeinschaft schaffen und auf die Sonderspur einbiegen.

Auch in den Niederlanden und Großbritannien oder den USA gibt es mitunter für Fahrgemeinschaften reservierte Spuren. In Deutschland wurde in Düsseldorf ein Test mit Umweltspuren, auf denen nur Busse, Taxis, Fahrräder und Elektroautos sowie Fahrgemeinschaften fahren dürfen, Anfang 2021 jedoch wieder beendet. Die Sonderspuren, mit denen ein Dieselfahrverbot abgewendet werden sollte, hatten lange Staus – gerade an den Ausfahrten der A46 – zur Folge. (dpa)

35 Antworten auf “Neues Verkehrsschild für eine Umweltspur in Frankreich – Bei Missachtung drohen Bußgelder”

    • Ja genau, wir werden alle sterben.
      Wenn schon, dann wenigstens vorher noch das ganze Geld ausgeben. Ob für Protokolle oder Schnaps und willige Weiber, macht letzendlich auch keinen Unterschied mehr.

  1. Gastleser

    Sind das die „nur Kennzeichen werden anonym gespeichert“ Kameras?
    Apropos:
    Wir können erstmal hier kehren, ein Hausierertrupp steht auch bald hier ungebeten vor jedem Haus und macht Fotos um „Glasfaser “ zu verkaufen…

    • 9102Anoroc

      Vielleicht machen solche Schilder ja doch Sinn.
      Mal abgesehen davon , dass sich zukünftig ein Großteil der Bevölkerung kein Fahrzeug mehr leisten kann, sollten die Preise für normale E-Fahrzeuge nicht sinken ;
      wäre es vielleicht sinnvoll , den Bussen die nicht nur! im Großstadtverkehr eingesetzt werden, zukünftig einen Umbau zu verpassen, damit Kunden ihr Fahrrad problemlos mitnehmen können.
      z.B im hinteren Teil der langen Ziehharmonika Busse.
      Nicht jeder findet eine Mitfahrgelegenheit , zu den Zeiten , wo er diese benötigen würde.
      Dass die Preise für zukünftige E-Fahrzeuge noch sinken können, ist aber auch nicht unwahrscheinlich.
      Der Umbau der Produktionslinien vom Verbrenner auf das E-Fahrzeug, hat Milliarden gekostet , oder wird für einige Hersteller noch Milliarden kosten.
      Die muss man ja zuerst wieder einfahren.
      Könnte also zu einem späteren Zeitpunkt, wenn alles bezahlt ist, dem Kunde zugute kommen.
      Außerdem ist diese Initiative so schlecht nun auch wieder nicht.
      Rund um und in Großstädten kommt es doch seit Jahren täglich zu kilometer —–langen Staus, die viele Probleme mit sich bringen.

      • Gastleser

        Bezüglich der E-fahrzeuge freue ich mich auf die langen Gesichter der Ökos wenn die bösen schweren Wagen endlich weiter drangsaliert werden (also alles über 1500kg Leergewicht).
        Meine alte Camionette ist leichter als jeder Tesla und wird wohl diesen Hype locker überleben.

      • Der aus Welkenraedt

        @Anorak4711
        Sie erzählen alles was wir schon wissen !! Sie sind ein echter Klugscheißer!! Sie Labbern um nichts zu sagen ! Sie Nerven !!!
        Habe irgendwie Mitleid mit ihnen ! Sie müssen sowas von Einsam sein ! !
        Haben Sie kein Hobby ? Bingo Abend für Senioren….keine Interesse? Lust auf Schildkröten kraueln?? Müsste doch was für Sie zu finden sein……

          • 3202ALORIP

            @PVD, geht’s auch höflich oder können sie nur vulgär?
            Fass der sie trifft, gibt’s sonst vielleicht ein Paar Sandalen (um die Ohren).
            @9102Anoroc: Sandalen für Vandaalen – schön gereimt, wa ?

            • 9102Anoroc

              @ -3202 ALORIP

              Doch , ja , schön gereimt.
              Wenn ich noch hinzufügen darf ?

              Die Sandalen , geben wir besser den Armen , zum modischen tragen.
              bevor sie an den Ohren sind verschmutzt ;
              glaube auch nicht dass es was nutzt.
              Er pöbelt lieber heiter weiter und glaubt er ist ein ganz gescheiter.
              Erziehung hat er nie bekommen;
              deshalb Kommentare wie zerronnen.
              Zum Thema nichts zu diskutieren , er zeigt ja lieber schlechte Manieren.
              Welchen Grund wird es wohl haben?
              im letzten Abschnitt seiner Tagen.
              Der aus Welkenraedt ?sein bester Freund ?
              Gönnen wir PD doch seine freut.-)

  2. Gruselmonster

    Die Raute in Frankreich, der grüne Pfeil in Deutschland, die Rechtsvorfahrt die nur in Belgien über alles steht…
    Welcher Franzose der in Deutschland fährt, oder Deutsche der in Frankreich fährt kann sich alle nationalen Eigenheiten merken?
    Autos mit Anhänger, D = 80km/h (100km/h), F = 130 km/h, Italien 80 km/h, Belgien 120 km/h max. auf Autobahn
    Warum nicht einheitlich?
    Wo ist da die EU?

  3. Peter Müller

    Ich stelle mir gerade vor was so los ist, wenn alle diese Fahrzeuge die Umweltspur nutzen. Was passiert an Auf oder Abfahrten , werden dann gefâhrliche Überholmanöver gestartet ?.. Um 8 Minuten !! schneller in der City zu sein, und dann trotzdem im Stau zu stehen Was ist mit E-Autos, Busse, Taxis oder Lkw’s mit nur einer Person dürfen die dann die Spur nicht nutzen ? Da wird wieder etwas gemacht ,was nichts an dem Problem ändert.

    • 9102Anoroc

      @ Peter Müller 19:32

      Natürlich darf der Taxifahrer oder Busfahrer die Spur auch nutzen, wenn er alleine im Fahrzeug sitzt.
      Bei Elektrofahrzeugen , scheint es ja doch nur Franzosen selbst vorbehalten zu sein.
      Die grüne französische Umweltplakette , gibt es wahrscheinlich nur in Verbindung mit einem französischen Kennzeichen ?
      Ob es etwas ändert , hängt davon ab welches Fahrzeug sie wählen.
      Mit dem Bus könnten sie je nach Zeit, mit diesem System , schneller sein als mit dem Auto wenn Sie alleine in Ihrem Fahrzeug sitzen.

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