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Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Europa ist zu dick – Übergewicht auch Thema im PDG-Ausschuss

Illustrationsbild: Shutterstock

Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Europa ist zu dick. Der Anteil bei den Männern sei höher (63 Prozent) als bei den Frauen (54 Prozent), teilte die WHO Europa mit.

Für die WHO Europa gelten Menschen ab einem Body Mass Index (BMI) von 25 als übergewichtig, ab 30 sprechen die Experten von Fettleibigkeit. Der BMI wird aus Körpergröße und -gewicht berechnet.

Die Raten von Übergewicht und Fettleibigkeit hätten in der gesamten WHO-Region Europa „epidemische Ausmaße“ erreicht, erklärte die in Kopenhagen ansässige Organisation. Keines der 53 untersuchten Länder sei derzeit auf dem Weg, das Ziel zu erreichen, den Anstieg bei der Fettleibigkeit bis 2025 zu stoppen. Die Verbreitung unter Erwachsenen sei nur auf den amerikanischen Kontinenten noch höher.

Bei einem Body Mass Index (BMI) von 25 gilt man als übergewichtig, ab 30 sprechen die Experten von Fettleibigkeit. Der BMI wird aus Körpergröße und -gewicht berechnet. Quelle: Kabinett Antoniadis

Die WHO zählt neben der EU unter anderem auch die Türkei, Russland, die Ukraine und weitere östlich gelegene Staaten zu ihrer europäischen Region.

Übergewichtige und Fettleibige sind nach WHO-Angaben in der Pandemie überproportional häufig von den Folgen von Covid-19 betroffen gewesen. Die Betroffenen hätten ein höheres Risiko für Krankenhauseinlieferungen und Todesfälle gezeigt.

Und nicht nur das: Vorläufige Daten deuten demnach darauf hin, dass die Fettleibigkeit unter Kindern und Jugendlichen aufgrund der Corona-Pandemie steigt. Das liegt unter anderem an einem veränderten Lebensmittelkonsum und mangelnder körperlicher Aktivität in Lockdown-Zeiten.

Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) zählten generell zu den Hauptursachen für Behinderungen und Todesfälle in der WHO-Region Europa, hieß es in dem Bericht. In einigen Ländern könnte Fettleibigkeit in den kommenden Jahrzehnten gar das Rauchen als Hauptrisikofaktor für Krebs ablösen. Fettleibigkeit könne verschiedene gesundheitliche Folgen mit sich bringen, darunter neben dem Krebs unter anderem auch chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma, Schlaganfälle und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Leber- und Nierenbeschwerden, aber auch mentale Probleme und Rückenschmerzen.

Seit 2004 sind die Zahlen in Ostbelgien leicht rückläufig. Der belgische Durchschnitt steigt hingegen an. (Zum Vergrößern Grafik anklicken). Quelle: Kabinett Antoniadis

Die Problematik Übergewicht war am Mittwoch auch Thema im Ausschuss IV des Parlaments der DG. Die PFF-Abgeordnete Evelyn Jadin stellte diesbezüglich Fragen an den für Gesundheit zuständigen Minister Antonios Antoniadis (SP).

Jadin ging in ihrer Fragestellung zunächst auf den jüngsten Bericht der WHO ein und monierte, dass Belgien mit einem Anteil von 59 Prozent an Übergewichtigen im europäischen Durchschnitt liege. Etwa 23 Prozent der belgischen Bevölkerung würden als fettleibig gelten.

„Leider sind auch junge Menschen von diesem Phänomen betroffen. In Belgien sind schätzungsweise 5 Prozent der Kinder unter fünf Jahren übergewichtig. Wallonische Jugendliche sollen zudem stärker betroffen sein als flämische Jugendliche“, so Evelyn Jadin, die folgende Fragen an Minister Antoniadis richtete:

1. Ist Ihnen bekannt, wie viele oder wie viel Prozent der Bürger der DG übergewichtig sind?

2. Können Sie uns einen aktuellen Überblick über die Initiativen geben, die die Regierung im letzten Jahr eingeführt hat?

Die PFF-Abgeordnete Evelyn Jadin im Parlament der DG. Foto: PDG / CK

Antoniadis verwies in seiner Antwort auf die letzte Gesundheitsumfrage, derzufolge die Hälfte der Ostbelgier einen BMI (Body-Mass-Index) habe, der höher als oder bei 25 liege. Das entspreche dem belgischen Durchschnitt von 49,3 Prozent. Seit 2004 seien die Zahlen in Ostbelgien leicht rückläufig. Der belgische Durchschnitt steige hingegen an (siehe Grafik anbei).

Antoniadis erinnerte daran, dass in der DG in den letzten Jahren viel unternommen worden sei gegen Übergewicht und Fettleibigkeit. So führe der Patienten Rat & Treff (PRT) jedes Jahr eine Ernährungskampagne durch. Im Jahr 2021 habe es fünf Onlinevorträge und eine Online-Koch-Show gegeben. Aktuell finde die Ernährungskampagne 2022 mit zahlreichen Aktionen statt. Der PRT organisiere zudem diverse Blutzuckermessungen. Dabei werde ebenfalls auf einen gesünderen Lebensstil hingewiesen. Daneben würden Veranstaltungen zum Thema Stressabbau stattfinden. Eine Fettleibigkeit könne bekanntermaßen auch stressbedingt entstehen.

Auch die Verbraucherschutzzentrale hat in Zusammenarbeit mit dem PRT im Rahmen des Konzeptes zur Gesundheitsförderung ein Pilotprojekt „Gesundes Essen für alle!“ gestartet, so Antoniadis. „Ziel dieses Projektes ist es, sozial benachteiligte Menschen zu einem gesünderen Lebensstil zu motivieren.“ Weitere Veranstaltungen und Aktionen würden von den sozialen Treffpunkten, Kaleido, den Schulen und den Organisationen im Bereich Erwachsenenbildung organisiert. (dpa/cre)

17 Antworten auf “Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Europa ist zu dick – Übergewicht auch Thema im PDG-Ausschuss”

  1. Die Regierung arbeitet an dem Problem. Energie und Nahrungsmittel werden zeitnah so teuer dass es mit dem sich dick Fressen vorbei ist. Na ja, nicht für alle, „dicke“ Politiker werden wir sicher auch weiterhin sehen….

  2. Robin Wood

    „Vorläufige Daten deuten demnach darauf hin, dass die Fettleibigkeit unter Kindern und Jugendlichen aufgrund der Corona-Pandemie steigt. Das liegt unter anderem an einem veränderten Lebensmittelkonsum und mangelnder körperlicher Aktivität in Lockdown-Zeiten.“

    Das ist was gewisse Experten wie Wodarg und Bakhdi zu Beginn der Massnahmen befürchtet hatten. Aber auf diese Experten wurde ja nicht gehört.
    Stattdessen hörte man auf andere Experten, die Kindern und Erwachsenen den Sport verboten. Gerade aber soll Sport das Immunsystem stärken.
    Während der Pandemie hat man uns alles, was das Immunsystem stärkt, verboten: Sport, Spazieren im Wald, Treffen mit Freunden und Familie, Kultur- oder Sport-Veranstaltungen.
    Wir mussten ja zuhause sitzen mit max. 1 oder 2 Kontaktpersonen. Kein Wunder, dass da gewisse Personen aus Frust und Depression futtern, was das Zeug hält. Übrigens: Es gab auch viel mehr Alkohohl-Abhängige während der Pandemie. Und Suizide.
    Es wird Zeit, dass diese Massnahmen endlich aufgearbeitet werden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Aber da hoffe ich wohl vergebens.

  3. Humaner volltreffer

    Mit dem dick sein , das ist so eine heikle Angelegenheit.
    Bestimmte Personen haben einen so großen Bekanntenkreis , wo diese fast jede Wochenendtagen Feste zu feiern haben , sei es Geburtstag oder egal auch welche Festen es zu feiern gibt .
    Hierbei wird selbstverständlich ordentlich zugelangt , denn man will ja nur das allerbeste auftischen .
    Da kann es möglich sein , das so mancher dieser ständigen Partigäste nach einer gewissen Zeit merkt das die Kragenweite immer enger wird .
    Wenn verschiedene dann noch zu bequem sind um sich am Tage danach vier bis fünf Stunden im vollen Tempo sich im Wald bewegen , na ja dann nimmt das Schicksal seinen Lauf und der Teufelskreis nimmt in vollen Zügen Einzug.

  4. Walter Keutgen

    Human volltreffer, heikel ist in Wirklichkeit, dass solche Kriterien rein statistisch sind und keinesfalls das individuelle Idealgewicht berücksichtigen.

    Mein Arzt verneinte vehement, dass man Hals dicker wurde. Er hatte Recht: Einzig und allein die Schilddrüse war schuld.

  5. geh zu Fuß

    die Lösung heist: richtig ernähren und Bewegung. Aber es geht uns allen viel zu gut. wir haben Geld, wir essen gerne Süßes , Fritten , Patisserie, fettes Essen und all die Sachen die so gut schmecken. Ich kann die fetten Säcke nicht bedauern, die mit ihren 120 Kg nicht mehr die Treppe hoch kommen- alles selber schuld.

  6. Mastvieh und Müllverwerter

    Solange es der sogenannten Landwirtschaft und Ernährungsindustrie erlaubt ist, und mit Zucker, miesen Kohlehydraten und Billigfleisch zu mästen und uns Inhaltsstoffe als Lebensmittel anzudrehen, die eigentlich auf den Sondermüll und in den Chemieabfall gehören… bleibt das so und wird nach amerikanischen Vorbild immer schlimmer. Im Krieg mischte man mangels Mehl auch Sägemehl ins Brot und Louis D fand noch seine Uhr im industriellen Essen wieder, das war gar nichts im Vergleich zu heute…

    • Joseph Meyer

      @Mastvieh und Müllverwerter
      Bezüglich der industriellen Landwirtschaft haben Sie recht, die Böden werden ausgelaugt und die Mikroorganismen abgetötet, sodass den produzierten Nahrungsmitteln wichtige Vitalstoffe fehlen, ein möglicher Grund für Übergewicht, aber nicht der wichtigste!
      Immerhin kann noch Jede/Jeder selber entscheiden was und wieviel davon er im Verlauf eines Tages zu sich nimmt. Aber es stimmt, die NahrungsmittelIindustrie macht uns das sinnvolle Verzichten durch Zusatz von Zucker, chemischen Geschmacksverstärkern, Salz, Mehl, usw. nicht leicht.
      In den USA hat die Neurobiologin Prof. Susanne Pierce-Thompsen eine erfolgreiche Bewegung ins Leben gerufen unter dem Slogan „Bright Line Eating“ – Essen mit klaren Richtlinien“, mit folgenden Grundsätzen: Keine Zuckersachen(!), sehr wenig Salz, wenig Mehl also auch Brot, weil das Gehirn Mehl wie Zucker wahrnimmt und dann eine hormonelle Kaskade in Gang setzt, welche uns zum Weiteressen stimuliert. Wichtigstes Prinzip von B-L-E ist „Drei Mahlzeiten pro Tag und NICHTS dazwischen“. Man sollte auch idealerweise am Vortag festlegen, was und wieviel man am nächsten Tag essen will. Natürlich regelmäßige Gewichtskontrolle. Das Schwierigste dürfte dabei für die Meisten welche abnehmen möchten, wahrscheinlich, der – komplette – Verzicht auf süße Nahrungsmittel sein …
      Inwieweit Nahrungsergänzungsmittel helfen, wie z.B. Kieselsäure, kann man eventuell von Diätexperten erfahren …

  7. Humaner volltreffer

    Ohne Disziplin die sich wirklich nur im Kopf abspielt nützt sowieso alles nichts.
    Wenn man in einem fortgeschritten Alter angelangt ist , nützen alle Vorhaben ohne strikte Disziplin überhaupt garniert.
    Wenn man von seinem Arzt angeraten bekommt ,
    Drei Dinge zu beachten , totaler süsigkeitenentzug ,
    Auf sämtliches Fleisch zu verzichten und vor allen Dingen kein Salz im Hause zu haben .
    Dieser Arzt behauptete , wenn man diese drei Ratschläge wirklich einhält , so gehen sie ohne Problemen dem Alterungsprozess aus dem Wege.
    Man hört doch nur von sovielen , die dieses oder jenes Pillchen holen müssen sei es Cholesterin, oder hoher Blutdruck oderGicht,usw…..
    Wenn man dann noch den festen Charakter hat
    Und man sich täglich im Alter mehrere Stunden bewegt im flottem Tempo , so kann man ohne gesundheitlichen Problemen alt werden.

  8. Marius M

    Dicke die versuchen abzunehmen haben alle das Gleiche Problem, obwohl sie doch nur ihren dicken Bauch los werden wollen stellen sie schnell fest das auch die Arme, Beine, Schultern, Finger, usw. dünner werden und das gefällt ihnen gar nicht, und so kommt es das sie schnell wieder fressen damit sie sich wieder stark fühlen… Scheiß Komplexe wa !

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