In diesen Tagen erscheint im Rhein-Mosel-Verlag ein historischer Roman von Marcel Bauer. Er handelt von der geheimen Liaison zwischen Joséphine Bonaparte, der Gattin Kaisers Napoleon, und Jakob Couven, dem Sohn von Johann Joseph Couven. Von dieser Romanze zwischen der legendären „Rosenkaiserin“ und dem unscheinbaren Sekretär der Stadt Aachen wussten nur wenige Eingeweihte.
Napoleon Bonaparte weilte vom 2. bis zum 11. September 1804 in der Kaiserstadt. Er trug sich mit dem Gedanken seine anstehende Kaiserkrönung in Aachen vorzunehmen. Denn Napoleon war ein Bewunderer Karls des Großen und verstand sich als dessen Nachfolger und Erbe. Zu diesem Zweck erteilte der Rat der Stadt ihrem Ersten Stadtsekretär die heikle Aufgabe, Napoleon auf den Spuren des Frankenkaisers durch die Stadt zu führen.
Bereits vorher hatte Jakob Couven Napoleons Gattin, Joséphine de Beauharnais, die in Bad Aachen zur Kur weilte, als Gesellschafter und Unterhalter gedient. Auf dem flüchtigen „Kurschatten“ wurde ein enger Vertrauter. Vor allem nach der Verstoßung Josephine Beauharnais durch Napoleon im Jahre 1808 wurde Jakob Couven zu ihrem „confident“ in allen Lebenslagen.
Die innige Verbindung wurde erst durch die Auffindung ihrer Korrespondenz im Jahre 2018 in einem Aachener Armenhospiz publik. Die Briefe zeugen von einer innigen Beziehung und den widersprüchlichen Gefühlen zweier Menschen, deren Herkunft und Schicksal nicht unterschiedlicher hätten sein können.

Der Eupener Journalist und Autor Marcel Bauer im März 2025 am Rednerpult im Plenarsaal des Parlaments anlässlich der Verleihung des PDG-Preises 2024 im Bereich Literatur. Foto: PDG/CK
Marcel Bauer hat das Thema zwei Jahre lang recherchiert. In dem Roman wird u. a. der Mensch Napoleons mit seinen Stärken und Schwächen sichtbar, denn während die Berichte über seine Schlachten und seine Rechts- und Verwaltungsreformen ganze Bibliotheken füllen, ist über sein Privatleben wenig bekannt.
Ähnlich ist es mit Joséphine de Beauharnais, der Liebe seines Lebens. Die gebürtige Kreolin wurde zur Mode-Ikone und prägte das gesellschaftliche Leben im sogenannten Directoire und im Kaiserreich nachhaltig. Sie ist als leidenschaftliche Blumenzüchterin in die Geschichte eingegangen.
Jakob Couven blieb bisher „ein unbeschriebenes Blatt“: Denn während sich in der Deutschen Nationalbibliothek mehr als hundert Werke mit dem Leben und Schaffen seines Vaters Johann Joseph befassen, ist ihm keine einzige Monographie gewidmet, obwohl er seinem Vater zeitlebens assistierte und sein Werk fortführte.
In der Stadt Eupen, deren Innenstadt von Couven Vater und Sohn maßgeblich geprägt wurde, werden Jakob Couven die Innenausstattung des Kapelle Nispert und die Ausführung des Palais Grand Ry auf der Klötzerbahn im Todesjahr seines Vaters 1763 zugeschrieben.
Marcel Bauer hat sich wiederholt mit dem Werk Johann Joseph Couvens befasst: 2001 erschien eine Monographie, die die Mayersche Buchhaltung in Aachen zu den zehn besten Büchern des Jahres erklärte und den Preis der Deutschsprachigen Gemeinschaft erhielt. Bauer veröffentlichte 2005 als Herausgeber und Autor einen Reise- und Wanderführer „Auf den Spuren Couvens“, der in drei Sprachen erschien und den Aachener Architekten weit über die Grenzen seine Heimatstadt bekannt machte.
Dieser Roman dürfte vor allem viele Frauen interessieren.