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Neue Energieeffizienzlabels in EU ab März – „A+++“ ade

Ein Hinweisschild mit den bisherigen Energieeffizienzklassen steht in einem Großmarkt für Elektroartikel. Foto: Peter Kneffel/dpa

Viele Elektrogeräte sehen zumindest auf den ersten Blick ziemlich sparsam aus: Bis zu drei Plus gibt es in der „A“-Spitzenklasse des EU-Energielabels. Weil das verwirrend und mittlerweile überholt ist, gibt es bald neue Kategorien.

Vom 1. März an gibt es für bestimmte Elektrogeräte neue Energielabels. Es wird neue Einteilungen geben, aber nach wie vor sollen die EU-Energieeffizienzlabels anzeigen, wie sparsam die Haushaltshelfer sind. Klassifizierungen wie „A++“ oder „A+++“ werden bei Geschirrspülern, Waschmaschinen, Kühl- und Gefriergeräten, Fernsehern und Monitoren durch verständlichere Klassifizierungen ersetzt – für Bürger gibt es dennoch Gründe, genau hinzusehen. Die Änderungen im Überblick in Form von Fragen und Antworten:

– Was ändert sich für Verbraucher?

Die europäische Verbraucherorganisation Beuc begrüßt die Neuerung, weil Kunden von einer klareren und verlässlicheren Kennzeichnung profitierten.

Die neuen Energielabels gibt es zunächst für Kühlgeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen, elektronische Displays und Leuchtmittel. Foto: Shutterstock

„Zu sehen, dass das neue Label in Kürze die alte Kennzeichnung ersetzt, ist ein Sieg für Verbraucher“, teilte die Organisation mit. Ihren Angaben zufolge haben sich zuletzt in den unteren alten Klassen keine Geräte mehr befunden, so dass ein „A+„-Kühlschrank de facto einer der ineffizientesten auf dem Markt gewesen sei.

Die Verbraucherschützer weisen zudem darauf hin, dass es künftig sowohl alte als auch neue Kennzeichen geben wird, weil die neuen Regeln zunächst nicht für alle Produkte gelten. Sie empfehlen, im Zweifel nur auf neue Labels zu achten, da diese genauer seien.

– Welche neuen Kennzeichnungen werden eingeführt und warum?

Die bisherige Skala bleibt bestehen, die Kategorien bekommen aber andere Namen – nun von „A“ bis „G“. Die EU-Kommission begründet die Reform damit, dass immer mehr energieeffiziente Produkte entwickelt würden, der Unterschied zwischen den Klassen „A++“ und „A+++“ für Verbraucher aber weniger ersichtlich sei. Das sehen Verbraucherschützer ähnlich: Es sei kaum noch möglich gewesen einzuschätzen, welche Typen wirklich effizienter sind.

– Was bedeuten die neuen Effizienzklassen?

Am grundlegenden Prinzip ändert sich nichts: Weiterhin soll es eine Farbskala von Dunkelgrün (sehr gut) bis Rot (sehr schlecht) geben, die eine schnelle Orientierung ermöglicht, wie energieeffizient ein Produkt ist.

Ein Verkäufer berät Kunden über die diversen Waschmaschinen, die in seinem Laden ausgestellt sind. Foto: Shutterstock

Je nach Produktkategorie gibt es unterschiedliche Berechnungsgrundlagen. Bei Kühlschränken bemisst sich die Effizienz etwa daran, wie viel hinein passt und ob sie ein Gefrierfach haben. Aber auch der Reparaturaufwand fließt mit ein.

– Können Verbraucher die neuen Klassen eins zu eins umrechnen?

Nein. Umrechnen kann man die Kategorien nicht einfach. Bisherige „A+++“-Geräte kommen unter anderem in Kategorie „C“. Die meisten Geräte der Spitzenklasse kommen in „D“ und einige schaffen sogar nur „E“. Die neue Klasse „A“ soll zunächst ganz leer bleiben, damit Hersteller einen Ansporn zur Innovation haben.

– Um welche Geräte geht es?

Konkret geht es zunächst um fünf Produktgruppen: Kühlgeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen, elektronische Displays und Leuchtmittel.

Glühbirnen und andere Lichtquellen werden erst vom 1. September an neu ausgezeichnet. Die Verbraucherschützer von Beuc kritisieren, dass die neuen Bezeichnungen für viele Geräte noch später kommen. Boiler und Heizgeräte etwa würden erst 2025 mit den dann nicht mehr ganz so neuen Kennzeichen versehen.

– Welche Pflichten hat der Handel?

Ab März müssen die neuen Kennzeichnungen grundsätzlich innerhalb von 14 Werktagen physisch angebracht und auch im Internet ausgezeichnet werden. (dpa)

6 Antworten auf “Neue Energieeffizienzlabels in EU ab März – „A+++“ ade”

  1. „Grüne“ Klasse kostet natürlich mehr und wer kann schon rechnen wann, und ob, sich dieser Mehrpreis jemals amortisiert. Farbenspiel um gutgläubigen teure Produkte zu verkaufen. Die Leuchtmittelindustrie hat es vorgemacht, die billigen Glühbirnen wurden verboten und durch 10 mal so teure Leuchtmittel ersetzt die eine Langlebigkeit versprechen die sie gar nicht einhalten. Öko-Betrug eben, aber darauf steht ja die politisch relevante Mehrheit….

    • Walter Keutgen

      Dax, und die Produktion ist ab nach Südostasien. Wäre das nicht der Fall, wären die Lampen viel teurer. So wird es auch mit den Elektroautos gehen. Aber kein Wissenschaftler wird deswegen seinen staatlich geschützten Job loswerden.

    • Quecksilber

      Und manche Sparbirnen enthielten Quecksilber! Obendrauf mit den Segen von unsere Grüne Politiker, aber nee, die wussten nicht das Quecksilber drin war … (Antwort von einer Eupener Ecolo Gruppe, die vor etlichen Jahren auf der Straße Wahl Werbungsvideos drehten)
      Meine Frage wurde naturlich gelöscht.

  2. delegierter

    ich kaufe die Geräte die am meisten Strom brauchen weil die Banditen von Engie nix für den überschüssigen Strom bezahlen den sie von meiner PV-Anlage erhalten und auch noch schwarz verkaufen und die Dividenden nach Frankreich überweisen.

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