Am vergangenen Wochenende wurde in De Panne die „Miss Belgium 2026“ gekürt: Die 22-jährige Studentin Olga Lombardo setzte sich im Finale durch und wird Belgien nun bei internationalen Wettbewerben vertreten.
Statt ungetrübter Feierlaune folgte auf die Krönung eine Welle teils massiver Anfeindungen im Netz – darunter zahlreiche rassistische Kommentare, die eine breite gesellschaftliche Debatte auslösten.
In sozialen Medien wurde die Gewinnerin nicht nur persönlich angegriffen, sondern ihre Zugehörigkeit zu Belgien offen infrage gestellt. Kommentierende behaupteten, sie repräsentiere das Land nicht „wirklich“ oder sei „nicht belgisch genug“ – Aussagen, die viele als klar rassistisch einordneten.

Die neu gewählte Miss Belgien 2026, Olga Lombardo, posiert für den Fotografen während des traditionellen ersten Fotoshootings der neuen Miss im Plopsa Hotel im Plopsaland in De Panne, am Sonntag, dem 22. Februar 2026. Foto: Belga
Beobachter wiesen darauf hin, dass sich hier ein bekanntes Muster wiederhole: Menschen mit familiären Wurzeln außerhalb Belgiens würden trotz Staatsangehörigkeit und gesellschaftlicher Verankerung immer wieder auf ihre Herkunft reduziert.
Dabei spricht Lombardo – wie sie selbst betonte – perfekt Französisch und Niederländisch, also die beiden meistgesprochenen Landessprachen Belgiens. Das kann der neue Ministerpäsident der Region Brüssel-Hauptstadt, Boris Dilliès, nicht von sich behaupten (siehe Bericht an anderer Stelle). Lediglich Deutsch, die dritte Amtssprache, beherrscht die neue Miss Belgien nicht. Dass ihr dennoch von manchen die Repräsentationsfähigkeit abgesprochen wird, sehen Unterstützer als besonders widersprüchlich. Gerade ihre Mehrsprachigkeit unterstreiche ihre Verwurzelung in einem komplexen, sprachlich vielfältigen Land.
Die Zweitplatzierten stammen beide aus der Provinz Westflandern. Justine Tack aus Oeselgem bei Dentergem wurde zur ersten Zweitplatzierten gekürt, Aicha Verheye aus Ostende zur zweiten Zweitplatzierten.
In Interviews reagierte Siegerin Lombardo gefasst auf die Anfeindungen. Sie habe mit negativen Reaktionen gerechnet, sagte sie, lasse sich jedoch nicht einschüchtern. Besonders eindrücklich zog sie eine Parallele zum belgischen Fußball-Nationalspieler Romelu Lukaku. Auch Lukaku, einer der erfolgreichsten Spieler der Nationalmannschaft und mehrsprachig, werde trotz seiner sportlichen Verdienste regelmäßig Ziel rassistischer Angriffe – insbesondere dann, wenn sportliche Leistungen kritisch diskutiert werden.
Neben der rassistischen Kritik an der Person von Olga Lombardo ist auch die Veranstaltung selbst – also die aktuelle Ausgabe von Miss Belgium – in die Kritik geraten. Dabei geht es um mehrere, teils schon länger diskutierte Punkte.
Ein zentraler Vorwurf betrifft die Organisation und Transparenz des Wettbewerbs. Ehemalige Kandidatinnen berichteten in Medien und sozialen Netzwerken von hohen Eigenkosten für Kleider, Reisen, Fotoshootings und Promotionsaktivitäten. Kritikerinnen bemängeln, dass der finanzielle Aufwand für Teilnehmerinnen erheblich sei und nicht immer klar kommuniziert werde. Dadurch entstehe der Eindruck, dass nicht nur Ausstrahlung und Leistung, sondern auch finanzielle Möglichkeiten eine Rolle spielten.

Der junge Romelu Lukaku im Dress der belgischen Nationalmannschaft am 6. September 2016. Foto: Shutterstock
Darüber hinaus wurde die interne Kultur hinter den Kulissen thematisiert. Einzelne frühere Teilnehmerinnen schilderten öffentlich unangenehme Erfahrungen im organisatorischen Umfeld. Auch wenn nicht alle Vorwürfe juristisch geklärt sind, haben diese Berichte das Image des Wettbewerbs beschädigt.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Format der Show selbst. In sozialen Medien wurde die Gala als teilweise „aus der Zeit gefallen“ beschrieben. Das Konzept wirke wenig modern, die Inszenierung erinnere an frühere Jahrzehnte, während sich gesellschaftliche Vorstellungen von Schönheit, Diversität und Repräsentation stark verändert hätten. Insbesondere jüngere Kommentatorinnen und Kommentatoren fordern eine stärkere inhaltliche Ausrichtung auf Themen wie Engagement, Ausbildung, soziale Projekte oder gesellschaftliche Verantwortung – statt einer Fokussierung auf klassische Schönheitskategorien.
Auch die mediale Umsetzung stand in der Kritik. Zuschauer bemängelten stellenweise technische Schwächen, eine unruhige Dramaturgie sowie eine Präsentation, die nicht durchgehend professionell gewirkt habe. Solche Punkte mögen im Vergleich zu den schwerwiegenderen Vorwürfen nebensächlich erscheinen, tragen jedoch zur Gesamtwahrnehmung bei.
Schließlich wird grundsätzlich die Rolle von Schönheitswettbewerben im Jahr 2026 hinterfragt. In einer Zeit, in der Diversität, Body-Positivity und Gleichberechtigung stark diskutiert werden, sehen manche in klassischen Miss-Wahlen ein überholtes Modell. Andere verteidigen das Format als Plattform für junge Frauen, die sich gesellschaftlich engagieren und öffentlich präsentieren möchten. (cre)
Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

Wie würden unsere Tugendwächter auf eine weiße, blonde, Miss Kongo reagieren? Nur mal so gefragt….
@Dax: sie sind eine bedauernswerte Kreatur
Brusseler, die von Dax angeführten Tugendwaechter würden wohl von kultureller Aneignung sprechen, so wie diese, wenn sie den könnten, Kindern zu Karneval das Indianerkostum verbieten würden.
@ Brusseler
Das Gedankenspiel von @ Dax muss erlaubt sein.
Gute Frage, Dax! Andersherum darf es nicht sein, denn dann hätte der weisse Mensch den schwarzen verdrängt.
Habe mich jetzt dazu entschlossen Fußballspieler zu werden und für zusätzliche Nebeneinnahmen, möchte ich es auch als Schönheitskönig versuchen.
Habe eine weiße Hautfarbe und möchte die beiden neuen Jobs in der Demokratischen Republik Kongo ausüben, dem schönen Wetter wegen.
Das gibt doch keine Probleme oder ?
Die obigen Kommentare irritieren mich schon ein wenig.
Ich denke, der Kongo wurde schon genug von Belgien „beglückt“.
#HansA/ Zugegeben, wenn Sie Schwierigkeiten mit der Deutung des Kommentars haben, könnten sie sich irritiert fühlen, müssen sie aber nicht.
Warum nicht Valérie Dejardin aus Limbourg-Dolhain? Die ist auch hübsch und sie ist eine, die es drauf hat und anpackt.
Weil es sich bei dem Wettbewerb um eine rein flämische Veranstaltung handelt, die auch dort nicht von einem Mainstream-Sender per Kabel/Satelitt übertragen wird sondernur auf einem Internetsender zu empfangen ist. Für wallonische Politiker also ungefährt so interessant wie die Verleihung des Titels an die Rheinland-Pfälzische Weinkönigin.
Was ist aus unserer Weld geworden ?
Ist doch ne schöne Frau
Ob beim Fussball /Tennis egal Haubtsache Frieden
Ich finde es nicht ok für eine Frau zu sprechen. Es ist ja schön und gut, dass du dich äußern möchtest aber mache dies bitte auf einer breiteren Masse bezogen. Du greifst hier eine ganzeBevölkerung an wobei das auf keinen Fall notwendig gewesen wäre. Ich hoffe du nimmst dir das in Zukunft zu Herzen. Was findet ihr?
Welt schreibt man mit t. Bevor du andere schlecht redest solltest du an deiner Grammatik übern.
Wenn man es braucht…Importieren und dann Made in Stempel drauf.
Klappt im Sport schon sehr lange und passt ja…
Wer das noetig hat , soll teilnehmen ! Nur ist das noetig , oder hat nicht eine jegliche Frau , siehe Eure Ehepartnerinnen, etwas schoenes , liebliches , weshalb ihr alle mit Euren Partnerinnen zum Standesamt gegangen seit? So dann noch etwas zum abschluss : die Hautfarbe und die Anatomie ist da uninteressant, der Charakter zàhlt. Auch im Congo gibt es schoene charakterstarke Menschen.
Noch häufiger als Miss Wahlen werden gerade auf dem Land die schönsten Rinder aller Rassen ermittelt. Um diese Rinder Wahlen herum hat sich eine ganze Branche entwickelt vom PR Profi über den Kuh Friseur und den Kuh Stylisten bis hin zum Top Fotografen für den die Kuh Halter mal gerne ein paar tausend Euro für die besten Aufnahmen zahlen.
# Europas schönste Rinder/ Auch wenn Sie die Misswahl beiläufig erwähnen, hat Ihr Vergleich zum Thema aber schon das Bein, in einem richtig dicken fetten Gips. bzw ihr Themenwechsel hinkt nicht nur.
Ob es den Lesern dadurch zukünftig schwerfällt, die Entscheidung zu treffen, ob man eine Misswahl besucht, oder eine rindertiershow, kann ich mir nicht vorstellen .
Aber niemand kann sagen, sie hätten es nicht versucht 😉
Muss auch leider erwähnen, dass ich noch keine Erfahrung auf solchen rindershows gesammelt habe und die Bräuche der präsentierenden nicht kenne.
Vielleicht stellt man ja dort Rind und Junggesell*in nebeneinander und der Interessent oder die Interessentin, muss sich dann entscheiden ;-)
Es ist doch jedes Mal das gleiche Spielchen.. lassen sich einbürgern und fertig .
Kohle kassieren – Karriere (wenn auchnur kurz meistens ) und Gute Nacht Mattes. In Belgien 🇧🇪 sind fast eh bald mehr Ausländer aus Belgier . Und wir ziehen alle mit durch
Tatsache ist nun mal, sie ist keine gebürtige Belgierin, daher ist Miss Belgien, als Fragwürdig zu erachten ! Dass hat rein gar nichts mit Rassismuss zu tun, sondern moit Tatsachen !
Rassismus ist, wenn jemand die Kultur, Sitten und Regeln anderer nicht Respektiert und Akzeptiert diese sogar difamiert und diskreditiert, bzw. andersdenkende/ andersgläubige mit Gewallt bedroht und begegnet. Integration bedeutet u.a. Anpassen ! Die Sitten, Kultur und Regeln des Staatsen in dem man sich befindet zu Akzeptieren, Respektieren und an dessen Regeln zu halten.
Auch die Benachteiligung des belgischen Volks, durch Gemeinde, ÖSHZ, ÖWOB, Ministerium, Polizei, usw. ist Rassismus, wenn auch gegen das EIGENE VOLK ! Da das Volk auf Grund seiner HERKUNFT von der Administrative gegenüber Zuwanderern in vielfältigen Belangen benachteiligt wird.
Vor dem Gesetz sind alle gleich, niemand darf bevorzugt oder bernachteiligt werden, weder wegen seines Standes, politischen Meinung, Religion, noch seiner Herkunft usw., doch leider übervorteilt die Polizei allzuoft die Administrtive / Minister usw. !
Patriot, also ihr Name hört sich italienisch an. Von Italienern ist mir alles, was Sie anführen nicht bekannt.
Patriot, sei bitte woanders dumm
@Patriot: Sie verbreiten wieder Bullshit, Olga Lombardo wurde in Löwen geboren und ist somit gebürtige Belgierin.
Können Sie mit bitte mal genauer erklären wann die „belgischen Sozialhilfeempfänger“ gegenüber den Zuwanderern beim ÖSHZ, Polizei, Verwaltung,ÖWOB übervorteilt werden?
Die Fernsehsendung Aktien-Zeichen ungelöst ist das auch eine Rassistische Sendung denn es werden nur Ausländer gesucht ?
@Ermitler; diese Sendung gibt es nicht.
@ Ermitler
Sie haben Recht: die Realität ist irgendwie rassistisch…
Die Frau ist in Löwen geboren worden, somit ist sie Belgierin! Sie spricht zwei der drei Landessprachen fließend, was mehr ist, als manch anderer gebürtiger Belgier auf die Reihe bekommt! Wenn patriotisch neuerdings gleichzusetzen ist mit Lügen über andere zu verbreiten, dann gute Nacht Patriotismus und Belgien!
Heike, der Geburtsort bestimmt nicht die Staatsbürgerschaft.
@ WK
In diesem Fall schon!
WK, mir ist nur von den USA bekannt, dass man automatisch die Staatsbürgerschaft erhält, wenn man da geboren wird.
Doofi sie haben sich den richtigen Namen ausgesucht.
Wie heist die Sendung dann die ausgestrahlt wurde an Mittwoch im ZDF.? um 20,15 Uhr.
Gürgen Würgen die meisten Verbrecher kommen aus den Ausland genau wie in Amerika und das ist warum der Punkt wo es überall berabgeht.
Früher war es so in Belgien, dass die Kinder die Staatangehörigkeit des Vaters bekam. Auch wenn sie in Belgien geboren wurden ,und die Mutter Belgierin ist.
Peter Müller, früher konnten sie dann mit 18 Jahren wählen. Wie ist es jetzt?