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Heute vor 50 Jahren der Militärputsch in Argentinien: Eine brutale Diktatur im Schatten des Kalten Krieges

30.03.1976, Argentinien, Buenos Aires: Der rgentinische General Jorge Rafael Videla (Mitte) bei seiner Vereidigung als Präsident in Buenos Aires nach dem Putsch vom 24. März 1976. Foto: Epa, AFPI-ARCHIV/Belga

Am 24. März 1976 übernahm in Argentinien das Militär durch einen Staatsstreich die Macht und beendete die Präsidentschaft von Isabel Perón. Es war der Beginn einer nationalen Tragödie. Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen verschwanden damals bis zu 30.000 Regierungsgegner, linke Aktivisten, Gewerkschafter und Studenten.

– Krise, Gewalt und ein geschwächter Staat: Bereits vor dem Putsch befand sich Argentinien in einer tiefen Krise. Nach dem Tod von Juan Perón im Jahr 1974 hatte seine Witwe die Regierung übernommen, konnte jedoch weder die wirtschaftlichen Probleme noch die zunehmende politische Gewalt eindämmen. Inflation, soziale Spannungen und bewaffnete Konflikte zwischen linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs destabilisierten das Land zunehmend.

In dieser Situation erschien das Militär vielen als letzte Instanz zur Wiederherstellung von Ordnung – eine Wahrnehmung, die den Boden für den Umsturz bereitete.

24.03.2025, Argentinien, Buenos Aires: Demonstration zum Gedenken an den Militärputsch von 1976 in Buenos Aires. Foto: Shutterstock

– Der Putsch und die Errichtung der Junta: Am 24. März 1976 setzte das Militär die Regierung ab. An die Spitze der neuen Junta trat General Jorge Rafael Videla. Das Parlament wurde aufgelöst, politische Parteien verboten und grundlegende Rechte außer Kraft gesetzt.

Die Militärführung versprach Stabilität und nationale „Reorganisation“, etablierte jedoch rasch ein repressives System, das jede Form von Opposition unterdrückte.

– Systematischer Staatsterror: In den folgenden Jahren entwickelte sich ein System staatlicher Gewalt, das als „Schmutziger Krieg“ bekannt wurde. Unter dem Vorwand, gegen „Subversion“ vorzugehen, verfolgte das Regime systematisch politische Gegner – und oft auch völlig Unbeteiligte. Zehntausende Menschen wurden entführt, gefoltert und ermordet. Viele verschwanden spurlos und gingen als „Desaparecidos“ in die Geschichte ein. Die Zahl der Opfer wird auf bis zu 30.000 geschätzt. Besonders erschütternd war der organisierte Raub von Kindern politischer Gefangener.

– Argentinien im regionalen Kontext: Die Ereignisse in Argentinien waren Teil einer breiteren Entwicklung in Lateinamerika. Bereits 1973 war in Chile die demokratisch gewählte Regierung von Salvador Allende durch einen Militärputsch gestürzt worden. Unter Augusto Pinochet etablierte sich dort ebenfalls eine brutale Diktatur.

Diese Regime standen nicht isoliert nebeneinander. Im Rahmen der Operation Condor arbeiteten mehrere Militärdiktaturen zusammen, um Oppositionelle über Grenzen hinweg zu verfolgen und zu eliminieren.

17.05.2017, Argentinien, Buenos Aires: Ein Denkmal im Gedenkpark erinnert an die Opfer der Militärdiktatur in Argentinien von 1976 bis 1983. Foto: Shutterstock

– Die Rolle der Vereinigten Staaten: Die politischen Entwicklungen in Lateinamerika waren eng mit dem Kalten Krieg verknüpft. Die Vereinigte Staaten verfolgten das Ziel, die Ausbreitung kommunistischer Bewegungen zu verhindern. Im Fall Chiles ist belegt, dass die Regierung von Richard Nixon und die Central Intelligence Agency oppositionelle Kräfte unterstützten und zur Destabilisierung Allendes beitrugen.

Auch gegenüber der argentinischen Militärjunta zeigte sich die US-Regierung zunächst zurückhaltend kritisch. Der damalige Außenminister Henry Kissinger signalisierte Verständnis für das harte Vorgehen gegen politische Gegner. Erst später – insbesondere unter Jimmy Carter – rückten Menschenrechtsfragen stärker in den Fokus der US-Außenpolitik.

– Widerstand und gesellschaftliche Erinnerung: Trotz massiver Repression regte sich Widerstand. Die Madres de Plaza de Mayo wurden zu einem Symbol des Protests, als sie öffentlich das Schicksal ihrer verschwundenen Kinder einforderten. Ihre wöchentlichen Demonstrationen machten die Verbrechen des Regimes sichtbar und trugen dazu bei, internationale Aufmerksamkeit zu erzeugen.

– Der Zusammenbruch der Diktatur: Anfang der 1980er Jahre geriet das Regime zunehmend unter Druck. Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich und die Unterstützung in der Bevölkerung nahm ab. Ein entscheidender Wendepunkt war der verlorene Falklandkrieg gegen Großbritannien. 1983 endete die Militärdiktatur, und Argentinien kehrte zur Demokratie zurück. (cre)

Eine Antwort auf “Heute vor 50 Jahren der Militärputsch in Argentinien: Eine brutale Diktatur im Schatten des Kalten Krieges”

  1. Hugo Egon Bernhard von Sinnen

    Die Macht geilen gibt es auch noch im Jahr 2026. Man findet sie in der Wirtschaft, beim Militär und vor allem in der Politik, teils ohne diplomatische Fähigkeiten.
    Aber die Fotos sind jetzt bunter und die Haare wirken dadurch schöner.
    Man trägt heute ein rotes Käppchen oder einen Deckel auf dem Kopf. Andere wiederum, steigen im Grünen Shirt in den luxusflieger, oder reiten auf einem Esel, oben ohne.
    Man sollte glauben in all den Jahren, wäre unsere Welt zivilisierter. Naja bei uns selbst ist es noch so im Moment. Leider mit extrem starker, abnehmender Tendenz.

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