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Mathieu Grosch

Der ehemalige Kelmiser Bürgermeister Mathieu Grosch. Foto: Gerd Comouth

Der ehemalige Kelmiser Bürgermeister Mathieu Grosch hat in einem Interview noch einmal einen Blick zurück auf seine 21-jährige Zeit als Gemeindeoberhaupt und speziell auf die verlorene Wahl vom 14. Oktober 2012 geworfen. Der 62-Jährige machte dabei einen Eindruck von großer Gelassenheit.

Mehr als drei Monate nach der Wahl kann Grosch der Schlappe sogar etwas Positives abgewinnen. „Ohne masochistisch zu sein, finde ich das Ganze nicht uninteressant“, sagte er dem Grenz-Echo: „So viele Leute sagen immer ‚Wählen bringt nichts, es kommt sowieso immer dasselbe dabei heraus‘, aber in Kelmis ist jetzt mal ein anderes Zeichen gesetzt worden.“

Grosch räumt sogar ein, dass er es verpasst habe, den Absprung zum richtigen Zeitpunkt zu schaffen: „Ich habe unter anderem einiges gemacht, wovon ich jedem anderen abraten würde: Nicht ein Jahr vorher sagen, dass man geht – und sich dann irgendwie überzeugen lassen, dass man doch noch einmal antritt. Das kommt einfach nicht gut an.“

Arbeitspensum von 14 auf 12 Stunden

Zum Vorwahlabkommen mit der SP, das wahrscheinlich sogar wahlentscheidend war, sagte der CSP-Politiker: „Man kann Zusammenarbeiten ankündigen und dadurch frühzeitig Transparenz schaffen, aber die Bürger haben das nun mal so verstanden, dass wir unbedingt an der Macht bleiben wollten – und das ist auch ihr gutes Recht. Diese Offenheit ist leider ganz anders interpretiert worden, was wir im Nachhinein natürlich auch feststellen mussten.“

Das Grenz-Echo fragte Grosch auch, ob er im kommenden Jahr noch einmal bei der Europawahl kandidieren werde. Der Kelmiser, der schon seit 1994 in Straßburg sitzt, deutete an, dass eine erneute Kandidatur wahrscheinlich ist: „Ich weiß nur eines: Ich fühle mich mit 62 Jahren noch nicht in einer Verfassung, in der ich mit allem aufhören möchte. Ich bin aktiv und gesundheitlich zum Glück noch auf der Höhe, sodass ich in nächster Zeit höchstens mein tägliches Arbeitspensum von 14 auf 12 Stunden runterschrauben werde.“

Grosch war von 1991 bis 2012 Bürgermeister. Das Grenz-Echo hat sogar ausgerechnet, wie viele Tage er Gemeindeoberhaupt war. Es waren genau 7746 Tage.

7 Antworten auf “Mathieu Grosch”

  1. Laaaangweilig

    Wenn Herr Grosch in einem zweiseitigen Interview mit dem Grenz-Echo nicht ein einziges Mal (kritisch) zu seinem Abstimmungsverhalten im EU-Parlament befragt wird, dann muss man sich schon die Frage stellen, ob das, was da veröffentlicht wird, journalistischen Ansprüchen genügt. In der Redaktion des Grenz-Echos wird diese Frage schnell beantwortet sein.

    Gerade deshlab möchte ich an Orwell erinnern, der sagte: „Journalism is printing what someone else does not want printed: everything else is public relations.“ Trifft auch heute noch den Nagel auf den Kopf.

  2. Stiller Beobachter

    Sie sprechen von 14 Stundentag ( aber nicht gearbeitet oder !!)
    Ein Handwerker mit 62 Jahre der täglich 14 Stunden gearbeitet hat, schaut sich die Welt von unten an

    Muss man Mitleid mit Ihnen haben ?

  3. Es stimmt. Mathieu Grosch hat in der Niederlage eine gewisse Größe bewiesen. Er kartet nicht nach, räumt Fehler ein. Das schafft nicht jeder Politiker !
    Aber es muss sich doch wohl um einen Druckfehler handeln, wenn ich lese, dass er wahrscheinlich zu den EP-Wahlen nochmal antritt, oder ?

  4. Es reicht!

    Wieso ist Herr GROSCH nicht zu NATURA 2000 befragt worden? Jetzt wird Mal eine Richtlinie der EU umgesetzt und erstaunlicherweise hat das Grenz Echo keinerlei Fragen zu diesem aktuellen Thema gestellt. Dies ist sehr Schade!
    Seine Aufgabe wäre es gewesen von Anfang an zu Sorgen dass die Wallonische Region die Eigentümer der Flächen vor der Ausweisung der Gebiete kontaktiert hätte und diese nichr vor vollendete Tatsachen stellt.

  5. kandidat ?

    Wenn man bedenkt, was Mathieu Grosch der Partei zu verdanken hat ist es nach wie vor vollkommen unehrenhaft, dass er bei den letzten PDG Wahlen seiner Partei nicht zur Verfügung stand. Sollte diese ihn noch einmal für die EP-Wahlen aufstellen – was mir absolut undenkbar erscheint – ist der CSP wohl nicht mehr zu helfen.

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