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Wieder „Fettdienstag“ (Mardi Gras) im Karneval in Binche

25.02.2020, Belgien, Binche: Eine Gruppe von Menschen, die als „Gilles de Binche“ verkleidet sind, treffen während des traditionellen Karnevalsumzugs auf der Grand’Place ein. Die clownesken Darsteller, die als „Gilles“ bekannt sind, tragen farbenfrohe Kostüme, Wachsmasken und Holzschuhe. Foto: Francisco Seco/AP/dpa

Jedes Jahr am sogenannten „Mardi Gras“, dem Fettdienstag, erlebt der Karneval in der Stadt Binche in der Provinz Hennegau seinen Höhepunkt. Das war auch so an diesem Dienstag.

Der Karneval ist die berühmteste Sehenswürdigkeit der zwischen Charleroi und Mons gelegenen Stadt Binche. Er wurde vor Jahren von der UNESCO in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen – und im Gegensatz zu dem in Aalst, der in diesen Tagen wegen der vielen antijüdischen Darstellungen in ganz Europa von sich reden macht, steht Binche auch noch heute unter dem Schutz der UNESCO.

25.02.2020, Belgien, Binche: Ein Junge, der als „Gilles de Binche“ verkleidet ist, wirft während eines traditionellen Karnevalsumzugs eine Orange. Während der Parade werfen clownartige Darsteller, die als Gilles bekannt sind, Orangen, die als Glücksbringer gelten, in die Menge. Foto: Francisco Seco/AP/dpa

Der Karneval von Binche ähnelt der alemannischen Fastnacht. Der erste Umzug fand bereits 1395 statt. Wichtigste Figur des jahrhundertealten bunten Treibens mit seinen minutiösen Traditionen voller Symbolkraft sind die aus Binche stammenden „Gilles“, die sich nur in Begleitung eines Trommelspielers fortbewegen dürfen, sich niemals in der Öffentlichkeit hinsetzen und niemals betrunken sein dürfen.

Einen „Gille“ erkennt man am Gewand in den belgischen Farben, der mit Stroh ausgestopften Bluse, dem überdimensionalen Hut aus knapp 300 Straußenfedern, dem Schellengürtel, den schweren Holzpantinen, dem Korb mit Blutorangen und natürlich an der traditionell am „Mardi Gras“ getragenen Wachsmaske.

Zum Start in den „Mardi Gras“ ziehen knapp 1.000 Gilles, Pierrots, Paysans und Arlequins durch die Straßen von Binche und läuten den Tag mit einem traditionellen Austern- und Champagnerfrühstück ein.

Es folgt der Zug in Richtung Grand’Place zum morgendlichen „Rondeau“-Tanz mit der berühmten Bincher Wachsmaske. Anschließend versammeln sich die Gruppen erneut an der Grand’Place zum Umzug. Dann tragen die Gilles ihre eindrucksvollen Straußenfederhüte und verteilen die Blutorangen.

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

Eine Antwort auf “Wieder „Fettdienstag“ (Mardi Gras) im Karneval in Binche”

  1. Ein Besuch am Karnevalsdienstag in Binche lohnt sich, auch wegen der Musik der Harmonien. Diese Musikstücke werden ohne Noten gespielt und nur durch ‚üben‘ im Verein weiter überliefert. Für alle denen der Weg zu weit ist empfehle ich Malmedy mit seinem ‚mardi gras‘. Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich immer.

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