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Luc Frank in der Kammer: „Wir sind keine Wallonen“

Der ostbelgische Kammerabgeordnete Luc Frank (Les Engagés). Foto: privat

Der Dienstag, 24. März 2026, hätte ein normaler Tag im Ausschuss für Institutionelle Reformen der Abgeordnetenkammer in Brüssel sein können. Der Premierminister war anwesend, um die mündlichen Fragen der Abgeordneten zu beantworten. Doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Im Laufe der Ausschusssitzung kam es zu einem Schlagabtausch zwischen dem DéFi-Abgeordneten François De Smet und Premierminister Bart De Wever (N-VA), der erklärte, eine zeitliche Begrenzung des Arbeitslosengeldes sei gut für Wallonen, Flamen „und auch für die Deutschsprachigen“. Daraufhin konterte De Smet, auch die deutschsprachigen Belgier seien Wallonen, weil sie schließlich Teil der Wallonischen Region seien.

26.01.2026, Hamburg: Bart De Wever, Premierminister von Belgien. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Das wollte Premier De Wever so nicht stehen lassen. Und auch der einzige deutschsprachige Abgeordnete Luc Frank (Les Engagés) ist nach eigenen Worten bei dieser Behauptung regelrecht von seinem Stuhl aufgesprungen.

De Wever und Frank stellten sofort klar, dass die Behauptung von De Smet nicht der Realität entspreche und die allgemeine Unkenntnis über die Besonderheit der deutschprachigen Bevölkerung in Belgien deutlich mache. Der Premierminister sprach sogar von Rassismus und Kolonialismus. „Starke Worte“, so Frank, der am Mittwoch noch einmal mit Nachdruck betonte: „Wir sind keine Wallonen!“

Frank: „Äußerungen wie die von De Smet zeigen, dass immer noch Abgeordnete in der Kammer die deutschsprachige Realität nicht kennen. Sie unterstreichen auch, wie wichtig es ist, auf föderaler Ebene vertreten zu sein.“ (cre)

2 Antworten auf “Luc Frank in der Kammer: „Wir sind keine Wallonen“”

  1. Vereidiger

    Tja, da hätte Herr Frank mal etwas mehr Lobby-Arbeit bei gewissen Kollegen leisten sollen, statt sich über deren Unwissen zu beklagen. Jedenfalls musste der Premierminister den armen „vom Stuhl gefallenen“ Abgeordneten Schützenhilfe leisten: Die Ansicht von Herrn De Smet grenze an Kolonialismus, und nach dieser Logik würden die Französischsprachigen in den flämischen Randgemeinden ganz einfach Flamen sein… Das hat gesessen! Aber auf dieses Argument ist Herr Frank noch nicht gekommen …

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