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Internationale Pressestimmen: „Belgien hat das Spiel, aber Frankreich den Sieg“

10.07.2018, Russland, St. Petersburg: Thierry Henry, Assistenztrainer von Belgien (M), tröstet nach der 0:1-Niederlage Eden Hazard aus Belgien (l). Foto: Petr David Josek/AP/dpa

Belgiens Zauber-Offensive nahm Frankreich mit konsequenter Defensive aus dem Spiel, vorne half ein Standard: Die Équipe Tricolore steht zum dritten Mal in einem WM-Finale. Belgiens goldene Generation um den enttäuschenden Kevin De Bruyne bleibt dagegen vorerst ungekrönt.

Allein Kapitän Eden Hazard erreichte in der belgischen Offensive Normalform. Der gegen Brasilien noch überragende Kevin De Bruyne enttäuschte auf ganzer Linie. Im Spiel um Platz drei am Samstag haben die Belgier die Chance auf einen versöhnlichen Abschluss.

Nachfolgend eine Reihe von Pressestimmen aus dem In- und Ausland zum Ausgang des Halbfinals Frankreich-Belgien (1:0).

FRANKREICH

„L’Equipe“: Voll abgefahren. Phantastisch in der Spielbeherrschung und der Strategie, haben Les Bleus Belgien erstickt, um sich ins Finale der Weltmeisterschaft zu hieven, dank des Tors eines Helden namens Samuel Umtiti. Die Équipe Frankreichs ist im Finale. Das ist komplett verrückt. Sie hat es gemacht, als wäre es das Normalste der Welt. Leidenschaftlich, methodisch, überlegen. Les Bleus haben den Nachbarn Belgien nur bis an die Grenze des Glücks gelassen, auf der Seite der Tristesse, um sich selbst zum dritten Mal nach 1998 und 2006 für ein Finale zu qualifizieren.

10.07.2018, Russland, St. Petersburg: Dries Mertens von Belgien nach dem verlorenen Spiel. Foto: Fei Maohua/xinhua/dpa

„Le Monde“: An den Ufern der Neva bescheren sich „monströse“ Bleus ein drittes Weltmeisterschaftsfinale. Siegreich (1:0) über Belgien am Dienstag in Sankt Petersburg, wird die Mannschaft Frankreichs am Sonntag versuchen, sich einen zweiten Stern ans Trikot zu heften. Sie haben vier Tage Zeit, sich zu erholen, einer mehr als der Gegner hat. Aber was die physische Verfassung betrifft, sind die Batterien eh noch weit davon entfernt, leer zu sein.

„Le Figaro“: Weltmeisterschaft 2018: Heldenhaft gegen Belgien, können Les Bleus von einem zweiten Stern träumen.

„Dernières Nouvelles d’Alsace“: Autoren einer Meisterleistung haben Les Bleus die Leistung vollbracht, sich für das Finale der Weltmeisterschaft zu qualifizieren, wie ihre Ahnen 1998.

„Libération“: Ganz Blau entflammt fürs Finale.

„Le Parisien“: Weltmeisterschaft: Les Bleus im Paradies. Nach 20 Jahren erleben wir einen neuen Traum, getragen von einer Jugend, die einem Lust macht, sie zu mögen. Man muss die Musik ausmachen und den Ton abstellen, um uns daran zu hindern, nach Moskau zu tanzen, um den zweiten Stern des Weltmeisters zu bekommen. 20 Jahre danach und 12 Jahre nach dem Versuch von Zinédine Zidane es wieder zu schaffen mit der Erinnerung an das Schöne im Fußball, aber auch wie hart er sein kann. Wir wollen nur eines von Les Bleus: Kein Kopfstoß und dann vielleicht wieder Umtiti, nach einem Eckball, hop, und das Ding ist im Sack.

„Nice-Matin“: Wir sind da!

„La Provence“: Unwiderstehlich! Les Bleus heldenhaft.

BELGIEN

„Le Soir“: Ein kleines Tor hat den ganzen Unterschied gemacht. Ein kleines Tor, das einen Traum in Realität oder ewiges Bedauern verwandelt, je nachdem, auf welcher Seite man steht.

„De Standaard“: Belgien hat das Spiel, aber Frankreich den Sieg.

SPANIEN

„As“: Umtiti öffnet die Tür zum Finale. Sein Kopfball entschied eine ausgeglichene Partie. Superspiel ohne Preis für Hazard und Sternstunden für Griezmann und Mbappé. Belgien kämpfte bis zum Schluss.

10.07.2018, Russland, St. Petersburg: Fans der Mannschaft aus Belgien nach dem verlorenen Spiel. Foto: Fei Maohua/xinhua/dpa

„Marca“: Frankreich hat die beste Verteidigung der Welt. Ein Kopfball, von einem Verteidiger. Einmal mehr stützte sich Frankreich auf seine Abwehrkette, um eine Runde weiter zu kommen, und sie sind schon im großen Finale.

„El País“: Konkret und solide, italienisch oder auch simeonesk (nach Atlético-Trainer Diego Simeone), wenn man so will, hat sich Frankreich ins Finale der Weltmeisterschaft gepflanzt. Das dritte seiner Geschichte, 20 Jahre nachdem sie es 1998 erreichten und gewannen, bevor sie es 2006 gegen Italien verloren.

ITALIEN

„Corriere dello Sport“: Frankreich fliegt ins Finale. Umtiti lässt Belgien weinen. Ein Kopfballtreffer des Verteidigers entscheidet das Halbfinale von Sankt Petersburg.

„Tuttosport“: Umtiti schenkt Deschamps das Finale. Belgien hat seit der WM 1994 kein Tor nach einem Eckstoß kassiert, Umtiti sprengt die Statistik im ungünstigsten Augenblick für die roten Teufel.

GROSSBRITANNIEN

„The Daily Mail“: Frankreich besiegelt das Weltcup-Finale, indem Umtitis Kopfball ihnen einen knappen Sieg über Belgien einbringt. Kann England nun seinen Platz buchen?

„The Guardian“: Die Spieler in Blau waren überwältigend, und die belgische Seite, die sich stark auf Spieler der Premier League stützte, wird sich fragen müssen, ob die Zeit für ihre goldene Generation jemals kommen wird.

ÖSTERREICH

„Kronen Zeitung“: Der belgische Traum vom ersten Finale bei einer Fußball-Weltmeisterschaft ist geplatzt – zum Platzen gebracht worden vom großen Bruder Frankreich!

„Kurier“: Frankreich belohnte sich für eine kompakte Vorstellung, wankte aber vor dem schlussendlich entscheidenden Treffer durchaus. Das 74. Duell der beiden Nachbarn gestaltete sich vor 64.286 Zuschauern insgesamt vom Start weg unterhaltsam.

SCHWEIZ

„Blick“: Nach 20 Jahren ist für Frankreich der zweite WM-Titel zum Greifen nahe. „Les Bleus“ gewinnen den ersten Halbfinal gegen Belgien mit 1:0. Einziger Torschütze der Partie: Samuel Umtiti. Dabei erwischen die Belgier den besseren Start, Hazard und Co gelingt es aber nicht, Lloris im Kasten der Franzosen zu bezwingen.

„Tagesanzeiger“: Er ist erst 19, hat bei Paris Saint-Germain eine ordentliche Saison absolviert, aber keine, die seine gewaltige Ablösesumme von 180 Millionen Euro gerechtfertigt hätte. Kylian Mbappés Verpflichtung war auch eine Wette auf die Entwicklung dieses Ausnahmetalents. Und warum der junge Franzose einer der ganz Großen werden kann, beweist der Stürmer im ersten WM-Halbfinal gegen Belgien. (dpa)

  1. Schlechter Schiedsrichter (ob er mit seinen ganzen Fehlentscheidungen schlafen kann). Frankreich gewinnt das Match, aber Gewinner der Herzen ist Belgien. Fairplay sieht anders aus liebe Franzosen. Nehmt Euch an unseren Spielern ein Beispiel.
    Ich wünsche dem Finalgegner den Pokal und ein Versagen der Franzosen wie in der EM.

  2. Leider auf ner andren Web Seite gelesen, die belgische Mannschaft regt sich über die französische Taktik auf, hm warum denn ? Hätte die belgische 11 darauf besser reagiert und die ihrige umgestellt wäre vllt der Spielverlauf anders geworden. Jetzt aber motzen und jammern, damit haben sie trotzdem verloren und helfen tut’s auch nicht.

    • Sockenschuss

      Hazard und Courtois haben nicht unrecht mit ihrer Behauptung Frankreich habe Antifussball gespielt. Die Franzosen haben im Prinzip so gespielt wie Japan,nur stand ihre Abwehr besser – leider.
      Hätte man nicht erwarten können. Meiner Meinung nach hätte Martinez viel früher darauf reagieren müssen und beispielsweise Batshuayi neben Lukaku stellen können um Anspielstationen zu finden.
      Schade für die Jungs. Aber es ist wie es ist. Platz 4 oder 3 ist auch fantastisch

  3. die Wahrheit

    Schreiben wir mal so : Belgien hat wirklich spannende Spiele gezeigt, aber die Schönheit wird nicht belohnt, sondern die Tore zählen. Belgien kann und muss stolz sein. Ein dritter Platz wäre eine schöne Belohnung dafür. Frankreich hatte eben diesmal das Glück auf seiner Seite.

  4. Peter Müller

    Wenn Martinez ein guter Trainer ist, lässt er die Leute Samstag spielen, die nur auf der Bank gesessen haben. Ob wir jetzt dritter oder vierter werden, interessiert die Leute soviel,,als wenn ein Sack Reis in China umfällt..

    • German angst

      Auf keinen Fall. Wenn ich mich recht erinnere, hat Guy This damals im Spiel um Platz 3 auch ein paar Reservespieler rangelassen, damit sie mal einen Einsatz hatten.War ein feiner Zug von ihm. Für die Geschichtsbücher macht Bronze oder nix schon einen gewaltigen Unterschied.Und gespielt haben dieses Mal bereits alle.

    • Red Devils

      Miesepeter Müllerchen…nun reden Sie auch noch von „den Leuten“, bzw. schliessen von sich auf andere…damit verlieren Sie letztendlich sogar den letzten Funken Ernsthaftigkeit. Können Sie nicht einfach nu in Ihrem Namen reden? Müssen Sie nun auch noch Ihren Schwachsinn im Namen „der Leute“ verbreiten?

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