Topnews

Viele Sicherheitssorgen 100 Tage vor WM-Eröffnung

15.07.2018, Russland, Moskau: Der Weltmeister-Pokal steht auf einem Podest. Foto: Christian Charisius/dpa

Krieg im Nahen Osten, Unruhen in Mexiko und Geldsorgen in den USA: Welche Risiken Fans eingehen, wann es wieder WM-Tickets gibt und wann der DFB-Kader steht. Fragen und Antworten 100 Tage vor Anpfiff.

Noch 100 Tage bis zum WM-Start: Am 11. Juni eröffnet Co-Gastgeber Mexiko im ehrwürdigen Aztekenstadion das XXL-Turnier gegen Südafrika. Während der Krieg im Iran, Gewaltausbrüche in Mexiko und politische Debatten in den USA bei manchen Fans Zweifel an einer Reise wecken, boomt dennoch der Ticketverkauf. Der Countdown läuft: Wir beantworten die drängendsten Fragen zur WM in Mexiko, den USA und Kanada.

– Welche Auswirkungen hat die Eskalation im Nahen Osten?

Ein WM-Ausschluss des Iran scheint nicht unmöglich. Die FIFA werde die Situation „beobachten“, hatte Generalsekretär Mattias Grafström erklärt. Oberste Priorität bleibe ein sicherer Ablauf der WM, bei der alle qualifizierten Mannschaften auch teilnehmen könnten. Der Iran soll in den USA in einer Gruppe mit Belgien, Neuseeland und Ägypten spielen. „Sicher ist, dass nach diesem Angriff nicht zu erwarten ist, dass wir hoffnungsvoll auf die WM blicken“, sagte der iranische Fußballpräsident Mehdi Taj.

05.12.2025, USA, Washington: Auf dem Bildschirm sind die Mannschaften von Gruppe G aufgelistet (Belgien, Ägypten, Iran, Neuseeland). Foto: Sam Corum/PA Wire/dpa

Die Situation werde sicherlich auch in den sportlichen Betrachtungen ein Thema sein und erfordere eine Entscheidung. Die Auslosung der Vorrunden-Gruppen hatte der Iran boykottiert, da die US-Regierung drei Funktionären Einreisevisa verweigert haben soll.

– Wird der Iran im Falle eines Rückzugs bestraft?

Ja. Zieht der Iran spätestens 30 Tage vor dem ersten Spiel zurück, wird vom FIFA-Disziplinarkomitee eine Geldstrafe von mindestens 250.000 Schweizer Franken (etwa 275.000 Euro) verhängt. Erfolgt der Rückzug weniger als 30 Tage vor dem ersten Spiel, beträgt die Mindeststrafe 500.000 Schweizer Franken (etwa 550.000 Euro). Außerdem wäre der Iran verpflichtet, sämtliche von der FIFA erhaltenen Gelder zurückzuzahlen.

– Wie sicher ist ein WM-Besuch in Mexiko?

Nach dem Tod des Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes alias „El Mencho“ ist es in mehreren mexikanischen Bundesstaaten Straßensperren zu Gewaltausbrüchen gekommen. Auch der Bundesstaat Jalisco war betroffen, dessen Hauptstadt der WM-Spielort Guadalajara ist. Trotz der Unruhen hatte Präsidentin Claudia Sheinbaum eine Sicherheitsgarantie für die WM-Fans abgegeben. FIFA-Präsident Gianni Infantino erklärte: „Wir haben vollstes Vertrauen in Mexiko.“

– Wie viele Partien finden in Mexiko statt?

In Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey werden insgesamt 13 Spiele ausgetragen. In Guadalajara spielen etwa Europameister Spanien, Mexiko und Südkorea. In Mexiko City findet das Eröffnungsspiel statt. Bereits Ende März und Anfang April sind in Guadalajara und Monterrey jeweils zwei internationale Playoff-Partien zur Ermittlung der letzten beiden WM-Teilnehme

05.07.2025, USA, East Rutherford: Das MetLife Stadium, in dem am 19. Juli 2026 das Finale der WM stattfindet. Foto: Pamela Smith/FR172156 AP/dpa

– Welche Probleme drohen in den USA?

Lokale Verantwortliche der elf US-Gastgeberstätte warnten zuletzt, dass die Sicherheit und Organisation der Fußball-WM 2026 durch eine teilweise Haushaltssperre gefährdet seien. Demnach fehlten Bundesmittel im hohen dreistelligen Millionenbereich.

Miami benötige etwa bis Ende März 70 Millionen US-Dollar, sonst müssten Veranstaltungen wie das Fan-Fest abgesagt werden, sagte Ray Martinez, operativer Geschäftsführer des WM-Organisationskomitees in Miami. Auch Joseph Mabin, stellvertretender Polizeichef von Kansas City, warnte davor, dass es infolge der ausbleibenden Gelder nicht genügend Personal geben könnte, um während der Endrunde für Sicherheit zu sorgen.

– Gibt es noch Tickets?

Ja, und es wird mindestens noch eine vierte Phase geben, in der sich Fans um Tickets bewerben können. Ein konkretes Zeitfenster hat die FIFA bislang jedoch nicht mitgeteilt. Spätestens im April dürfte es aber so weit sein. Bislang ist der Andrang riesig. Schon zu Jahresbeginn vermeldete der Weltverband über 500 Millionen Ticketanfragen. Die teils hohen Preise scheinen die Fans nicht abzuschrecken.

– Wie realistisch ist ein WM-Boykott?

Äußerst unrealistisch. Auslöser der Debatte sind Spannungen zwischen den USA und europäischen NATO-Staaten wegen Besitzansprüchen von Präsident Donald Trump auf Grönland sowie das teils brutale Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten. (dpa/cre)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern