Gesellschaft

Gestrandet in Kriegszone: Tausende Urlauber sitzen fest – Flüge fallen aus, Kreuzfahrten werden gestoppt

01.03.2026, Indonesien, Kuta: Gestrandete Reisende hören am Ngurah Rai International Airport einem Mitarbeiter einer Fluggesellschaft zu, während Flüge in den Nahen Osten nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran gestrichen werden. Foto: Firdia Lisnawati/AP/dpa

Geplant war ein erholsamer Urlaub – nun sitzen Tausende Reisende in einer Krisenregion fest, die unter Raketenbeschuss steht. Durch den Konflikt zwischen Israel, den USA und dem Iran sind sie am Wochenende im Nahen Osten und anderen Weltregionen gestrandet. An Flughäfen und auch auf Kreuzfahrtschiffen vor allem in der Golfregion ging nichts mehr.

Etwa in den Vereinigten Arabischen Emiraten: An den beiden großen Flughäfen von Dubai – am internationalen Flughafen DXB und am Al Maktoum Airport (DWC) – wurde der Flugverkehr bis auf weiteres ausgesetzt. Die Stimmung unter den Reisenden war einem Medienbericht zufolge angespannt.

„Am Dubai International Airport herrscht das blanke Chaos“, zitierte die „Bild“ einen deutschen Urlauber. „Tausende Menschen versuchen, das Terminal zu verlassen. Es gibt keine Ausgänge, die Züge zwischen den Terminals sind defekt. Es gibt keine Ansagen, kein Personal.“

01.03.2026, Indonesien, Kuta: Gestrandete Reisende stehen an einem Informationsschalter am Ngurah Rai International Airport in Kuta, Bali, , da Flüge in den Nahen Osten nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran gestrichen wurden. Foto: Firdia Lisnawati/AP/dpa

– Auch in nächsten 24 Stunden geht’s nicht weiter: Nach Angaben der Plattform Flightradar24 wurden an sieben großen Flughäfen der Nahost-Region mehr als 3.400 Flüge gestrichen – betroffen waren neben Dubai auch etwa Abu Dhabi und Doha. Die Lufthansa hat dem „Bild“-Bericht zufolge ihre Flüge von und nach Dubai gestrichen. Die Verbindungen nach Oman, Beirut und Tel Aviv fallen demnach bis zum 7. März aus.

Eine Reisende aus Hamburg strandete auf dem Rückflug von Malaysia mit der Airline Emirates bereits am Samstagvormittag in Dubai. Sie sei mit ihrem Mann in einem Hotel untergekommen, sagt die 46-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Die einzige Information bisher sei, dass es auch in den nächsten 24 Stunden nicht weitergehe.

Von ihrem Hotel aus sehe sie Rauchsäulen über der Stadt, berichtet sie. Mehrere Menschen hätten ihr erzählt, es habe am Flughafen Trümmer gegeben.

– Vereinigte Arabische Emirate übernehmen Unterbringungskosten: Am Abend kündigte die Generalbehörde für Zivilluftfahrt an, dass die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die Kosten für Unterkünfte von gestrandeten Passagieren im Land übernehmen. Dies betreffe „alle Unterbringungs- und Verpflegungskosten für betroffene und gestrandete Passagiere“, teilte die Behörde laut staatlicher Nachrichtenagentur WAM mit.

01.03.2026, Indonesien, Kuta: Gestrandete Reisende warten auf dem Ngurah Rai International Airport, während Flüge in den Nahen Osten nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran gestrichen werden. Foto: Firdia Lisnawati/AP/dpa

Flughäfen und nationale Fluggesellschaften haben den Angaben nach bereits rund 20.200 Passagiere betreut, deren Flüge verschoben werden mussten. Es wurden vorübergehende Unterkünfte, Mahlzeiten und Erfrischungen bereitgestellt, zudem die Umbuchung der Flüge nach den genehmigten Betriebsplänen erleichtert.

In Saudi-Arabien teilte das Außenministerium mit, dass König Salman auf Vorschlag von Kronprinz Mohammed bin Salman die Unterbringung aller im Land gestrandeten Golfstaaten-Bürger an Flughäfen genehmigt habe, bis deren sichere Rückkehr in ihre Heimat möglich sei.

– Planmäßige Kreuzfahrt derzeit nicht verantwortbar: Möglicherweise bei Angriffen wurde das Luxushotel Fairmont The Palm Dubai getroffen, bei dem folgenden Feuer wurden nach Behördenangaben vier Menschen verletzt. Auf Social Media verbreitete Videos sollen zeigen, wie ein Geschoss nahe dem Hotel vom Himmel fällt. Auf anderen Videos ist zu sehen, wie der Eingangsbereich in Flammen steht, während dichter schwarzer Rauch aufsteigt. Eine offizielle Bestätigung zur Ursache des Vorfalls gab es zunächst nicht.

– Betroffen sind auch Kreuzfahrten: So lag etwa die „MSC Euribia“ der Schweizer Reederei MSC Cruises mit einer Kapazität für mehr als 6.000 Passagiere einem Bericht zufolge in Dubai fest. Die Orient-Kreuzfahrt, die eigentlich am Sonntag starten sollte, wurde kurzfristig abgesagt.

01.03.2026, Indonesien, Kuta: Gestrandete Reisende unterhalten sich am Ngurah Rai International Airport mit Mitarbeitern der Fluggesellschaft, da Flüge in den Nahen Osten nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran gestrichen wurden. Foto: Firdia Lisnawati/AP/dpa

Vom deutschen Anbieter TUI Cruises liegen die Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ mit einer Kapazität für insgesamt gut 5.000 Reisende fest. „Die Sicherheit unserer Gäste und der Crew hat für uns jederzeit oberste Priorität“, hieß es auf der Website des Anbieters. Eine planmäßige Durchführung der Reisen sei derzeit nicht verantwortbar. Die Gäste befänden sich weiterhin an Bord der beiden Kreuzfahrtschiffe, hieß es.

Die in Dubai lebende Influencerin Fiona Erdmann schrieb in einer Story auf Instagram: „Uns geht es gut. Wir sind zu Hause. Die Kinder schlafen.“ Eine solche Situation habe sie in ihren neun Jahren in Dubai noch nicht erlebt.

Kein Weiterkommen gab es am Wochenende auch in anderen Weltregionen für Urlauber, die auf manche arabische Airlines gebucht waren. So wurden etwa in Sydney Flüge der Fluggesellschaft Etihad Airways über Abu Dhabi gestrichen.

„Am Flughafen gab es erstmal lange Schlangen und keine Informationen“, berichtete ein Reisender aus Sydney. „Dann wurden die Flüge gestrichen.“ Es sei unklar, wann Etihad wieder fliegen könne, hieß es demnach, Hotelgutscheine gab es zunächst nicht. „Die meisten Passagiere waren eher resigniert und nicht wütend“, sagte der Urlauber. (dpa)

35 Antworten auf “Gestrandet in Kriegszone: Tausende Urlauber sitzen fest – Flüge fallen aus, Kreuzfahrten werden gestoppt”

  1. Hugo Egon Bernhard von Sinnen

    Da werden wohl einige Ihren Urlaub erst gar nicht erst antreten können.
    Andere wiederum brauchen mehr Geduld als Sie sich vorstellen können. Denn Donald Trump meint :
    《 Die Angriffe auf den Iran können nach seiner Einschätzung noch vier Wochen andauern.
    Das sagte Trump in einem interview mit der britischen Zeitung „Daily Mail“. Es sei schon immer ein vierwöchiger „Prozess“ gewesen. Iran sei ein großes Land.》

    Gelesen, bei der Frankfurter Allgemeine.

    Wenn dem so ist, wird die iranische Führung wohl auch kaum Ruhe geben.

  2. Daran sieht dass die meisten gar nicht verstehen wohin sie fliegen bzw. wohin sie reisen. Weder die Rolle von Dubai als Drehkreuz im Luftverkehr, noch die geographische und strategische Lage am Golf, sind den meisten Touristen bewusst. Jetzt sitzen sie fest und verstehen die Welt nicht mehr, eine Welt die sie auch vorher nicht verstanden sonst wären sie zu Hause geblieben….

      • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

        Dax/ Eigentlich richtig. Bei Urlaubsreisen, lassen sich aber allgemein viele Leute blenden.
        Denn Israel, haben auch viele als einen Touristenort angesehen, obwohl seit Jahrzehnten bekannt ist, dass durch die Provokationen des Landes selbst, immer ein Risiko einer Eskalation bestanden hatte.
        Jetzt sollten einige Touristen schlauer geworden sein, bei der Auswahl von Ländern, in denen sieie die schönste Zeit des Jahres verbringen möchten.
        Zum Albtraum sollte diese Zeit nach Möglichkeit nicht werden. Und Möglichkeiten gibt es (noch) viele.

    • Mein Mitleid mit den dort gestrandeten Steuerflüchtlingen, Influencern und Wohlstandstouristen hält sich in Grenzen.
      Wahrscheinlich werden die mal wieder für viel Geld „Heim ins Reich“ geholt.

    • #Logisch, das meint auch Wadephul:
      „Das Auswärtige Amt hat seit vier oder sechs Wochen gewarnt, darauf hingewiesen, dass die Lage in der Region sich verschärft. Jeder hat das ja auch in den Nachrichten verfolgen können.“
      „Kommerziell verantwortlich für den Rücktransport von Menschen, die in der Golfregion festsäßen, seien die Reiseunternehmen.“

      • Eilmeldung, Wadephul hat es sich jetzt anders überlegt:

        „Die Bundesregierung bereitet die Entsendung von Flugzeugen in den Nahen Osten vor, um dort gestrandete deutsche Touristen nach Hause zu holen. Die Maschinen sollen nach Maskat im Oman und in die saudische Hauptstadt Riad geschickt werden, sagt Bundesaußenminister Johann Wadephul in Berlin.“

        • Robin Wood

          @Richtig
          Wadephul hat wohl nicht ganz die Wahrheit gesagt:
          „Der deutsche Außenminister Johann Wadephul behauptete am Sonntagabend bei Caren Miosga und am Montagabend im heute-journal, man habe die Deutschen im Vorfeld der Kriegshandlungen in Nahost davor gewarnt, die Region zu bereisen – und brandmarkte damit zahlreiche Touristen, die nun festsitzen, vor einem Millionenpublikum als verantwortungslose Bürger, die an ihrem Schicksal im Grunde selbst schuld seien. Fakt ist jedoch: Eine Reisewarnung hat das Auswärtige Amt erst am Tag des Angriffs auf den Iran ausgesprochen.

          Auf X entschuldigte sich Wadephul am Dienstagvormittag für seinen Fehler: „Ich bedaure den Irrtum im heutejournal gestern“, so der Außenminister. „Die formelle Reisewarnung für die Golfstaaten besteht in der Tat seit dem 28. Februar.“ Selbstverteidigend fügt er dann noch an: „Seit Mitte Januar warnt das Auswärtige Amt vor einer möglichen Eskalation & Einschränkungen im Flugverkehr.“
          https://nius.de/politik/news/reisewarnung-skandal-um-aussenminister-wadephul
          Aha.

  3. delegierter

    Dass einzelne Personen dort festsitzen ist eher unwarscheinlich. Mich stört eigentlich, dass schon seit Wochen gewarnt wird, und jeder hat es mitbekommen, dass es dort rummort. Warum fahren die Kreuzfahrer dann trotzdem noch in die Ecken herein ?
    Um die sog. Influenzer mache ich mir keine Sorgen, können ja hier bleiben und ihre Steuern wie jeder andere bezahlen. Ich geniesse die Sonne über Ostbelgien und die luxemburger Rente.
    Warum in die Ferne……

  4. zahnloser Tiger

    Interessante Aussage des belgischen Aussenministers Prevot zu dem Angriff auf den Iran ;
    Der Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran verstösst gegen das Völkerrecht, wird aber aus Gründen der globalen Sicherheit als gerechtfertigt angesehen.

    Je nach Situation ist Völkerrecht mal extrem wichtig, dann wieder nicht. Hängt also nur davon ab, ob es die „Bösen“ oder die „Guten“ betrifft.

      • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

        #Dr ALBERN/ Einerseits hätten sie das Wort 《günstigere》 vor dem Wort (Fachkräfte) setzen können.
        Andererseits ist das seit Jahren auch ein Vorwand der politischen Anstreicher, die ohne uns zu fragen, aus einem einheitlichen Farbton, ein anderes bunteres, Europa schaffen wollen.
        Wird wahrscheinlich dank Trump und Netanyahu auch jetzt wieder ganz gut funktionieren.
        Bin mal gespannt, wie viele Länder in Europa dem Iran zurufen werden:《Kommt nur alle her, wir sind ein reiches Land 》 So wie es Merkel einst gemeint hatte.
        Aber gut. Die europäischen Länder selbst, haben ihre verantwortungsvollen Entscheidungsmöglichkeiten an Frau VDL abgegeben.
        Es könnte also ziemlich bunt werden.
        Wenn der frühere Farbton dann nicht mehr richtig sichtbar ist, wird man vielleicht merken, dass man sich vermalt hat ;-)

        • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

          # Neneewaa/ Zu spät. Macron hat die Gelegenheit jetzt genutzt, auch sein Volk zu verblöden.
          Nachdem Merz ihm gezeigt hat, wie leicht sich das Geld der Bevölkerung, für Rüstungsausgaben entwenden lässt.
          Frankreich hatte eigentlich mehr wie genug, aber auf die jetzige Gelegenheit ist es wohl angekommen , den Raubzug erfolgreicher zu gestalten. Und Wahrscheinlich werden sich jetzt Merz und Macron für die gute Zusammenarbeit so lange gegenseitig auf die Schulter klopfen, bis beide einen Schlüsselbeinbruch haben ;-)
          Im Voraus wünsche ich gute Besserung.
          —-‐——————————————————————–
          In einer Grundsatzrede hat Präsident Macron angekündigt, Frankreich werde die Zahl seiner Atomsprengköpfe erhöhen. Der Grund seien die wachsenden nukleare Bedrohungen weltweit. Zudem kündigte Macron gemeinsame Atom-Militärübungen mit Deutschland an. Frankreich ist nach Russland, den USA und China die viertgrößte Atommacht der Welt.

          Heute gelesen bei Arte.

  5. Joachim Wahl

    Es ist schon seltsam hier mit den Kommentaren. „Trump, der Irre, hat keine Ahnung, Touristen sitzen fest“. War früher öfters im Iran. Kein anderes Land war so deprimierend wie dieses. Privilegien nur für eine geringe Anzahl Menschen. Für die Abtrünnigen gab es Einwickeln in Klebeband, nur der Mund blieb frei, dann ab in einen Ziegelofen für 24 h. Oder „iranischer Einlauf“, Gartenschlauch anal eingeführt, Stacheldraht hinterher, Schlauch raus. Die sofort erschossen wurden, hatten nur Glück gehabt. Und dann jammert man über ein paar Typen, die noch etwas länger im 5-Sterne-Hotel sitzen müssen.

  6. Herr Wahl, genau so lief und läuft es in der Diktatur Iran. Es gibt noch viele weitere ekelhafte Foltermethoden. Besonders perfide ist die Nutzbarmachung der im Iran existenten „Ehe auf Zeit“ (= zugleich eine bigotte Tarnung der Prostitution) durch gottesstaatliche Folterknechte. Bevor sie gefangene Frauen vergewaltigen, erscheint ein Geistlicher, um das Opfer mit dem Peiniger zu „verheiraten“, damit auch alles nach islamischer Sitte moralisch prima seine Ordnung hat. Viele Frauen werden anschließend noch weiter gefoltert und überleben das nicht.
    Tja, und hier schreien gewisse Leute, wenn ihnen irgendwas nicht passt: „Diktatur“. Mehr als dumm.

    • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

      Schwer vorstellbar, dass sich etwas für die iranische Bevölkerung zum Positiven ändern könnte.
      Sollte es mit einem Angriffskrieg, der gegen das Völkerrecht verstößt gelingen ?
      Bewirkt diese Handlung eher das Gegenteil ?

      Erstaunlich ist doch, wie hoch die Aufrüstung in diesem Land gewesen ist.
      Denn die jetzige Verteidigung zeigt doch, dass man einiges an Rüstungsgüter besitzt.
      Diese Rüstungsgüter bezahlen sich nicht von selbst und das eigene Volk für dumm zu halten, war in Augen des Irans, das beste Mittel dazu.

      In Bildung wurde so gut wie nichts investiert und aufmuckende, zum Schweigen gebracht.
      Man muss die Bevölkerung selbst nicht mögen, um festzustellen, dass sie vom Staat selbst, an der kurzen Leine gehalten wurden , in allen Bereichen.
      Sicherlich sind Teile der Bevölkerung nicht immer so gewesen, wie sie nun mal sind , aber so erzogen wurden , um den Machthabern es zu erleichtern, einfacher an der Macht zu bleiben.
      Das Volk leidet, in dem Moment spielen sich zwei andere Machthaber auf und legen einen Brand. Diese Machthaber verblöden ihr eigenes Volk nicht wie die Machthaber des Iran , die Methode ähnelt trotzdem dieser Verblödung.
      Der Raubzug an der Weltbevölkerung, durch permanentes aufrüsten, darf anscheinend überhaupt nicht enden, sonst kann er den Profiteuren des Raubzugs keine positiven Resultate mehr bringen.

      Fazit: Die iranische Bevölkerung kann überhaupt nichts dafür wie sie ist, und es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass wir selbst auch so werden.
      Denn die Gewalttaten bei uns selbst, nehmen zu und die gesellschaftsspalter, die gleichzeitig die Rolle des kriegstreibers auf dieser Welt übernehmen, schauen dem gelassen entgegen.
      Man wird schließlich selber durch Leibwächter, spezielle Fahrzeuge usw… geschützt.
      Die Finanzierung dieses Schutzes, ist im Budget des Raubzugs einbegriffen.
      Eine Win-Win-Situation, nur eben nicht für die Weltbevölkerung, sondern für den Abschaum, der diese zum Narren hält.

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