Gesellschaft

Proteste der „Gelben Westen“ haben Frankreich und Belgien fest im Griff – Was steckt hinter dieser Wut?

24.11.2018, Frankreich, Paris: Demonstranten und Polizisten treffen auf den Champs Elysées gewaltsam aufeinander. Foto: Kamil Zihnioglu/AP/dpa

AKTUALISIERT – Die Proteste und Blockaden der „Gelben Westen“ haben Frankreich und Teile Belgiens weiter fest im Griff. An diesem Wochenende ist mit weiteren Gewaltaktionen zu rechnen. Bereits in der Nacht zum Samstag und am Samstagmorgen gab es weitere Zwischenfälle.

Nach Meinung des französischen Regierungssprechers Benjamin Griveaux haben die Proteste nichts mit dem eigentlichen Ärger über höhere Steuern auf Benzin zu tun, es handele sich stattdessen um Banden junger Leute. “Ihr Ziel ist es, eine soziale Bewegung zu nutzen, um zu plündern, zu verwüsten und zu zerstören“, sagte er.

Für diesen Samstag ist eine neue Großaktion geplant, die vor allem die Hauptstadt Paris in den Blick nimmt.

17.11.2018, Frankreich, Rennes: Ein Demonstrant gestikuliert aus einem Auto heraus, während Fahrer und Biker Straßen und Autobahnen blockieren. Foto: David Vincent/AP/dpa

Auch in Belgien gehen die Protestaktionen der „Gelben Westen“ weiter. Premier Charles Michel (MR) hat die Protestler vor Rechtsverstößen gewarnt. „Die Freiheit zu demonstrieren ist garantiert, aber die Sicherheit und die öffentliche Ordnung müssen unter allen Umständen respektiert werden“, erklärte der Regierungschef der Nachrichtenagentur Belga.

In den vergangenen Tagen hatten Protestierende vor allem im Süden Belgiens zeitweise Autobahnen blockiert. Ein Tanklaster ging bei einer Autobahnblockade in Flammen auf, ein weiterer wurde geplündert. Zudem demonstrieren „Gelben Westen“ an mehreren Orten in der Wallonie vor Tanklagern.

Wegen der Protestaktionen sind mehrere Treibstofflager in der Wallonie an diesem Wochenende geschlossen worden.

In der Nacht zum Samstag kam es in Charleroi zu Ausschreitungen. Die Polizei musste Wasserwerfer einsetzen, um die Angriffe der Randalierer abzuwehren.

20.11.2018, Belgien, Seneffe: Ein ausgebrannter Lastwagen nach einem Protest der „Gelbwesten“. Foto: Carole Heymans/BELGA/dpa

Unterdessen wird in den Medien gerätselt, wie diese geballte Wut zu erklären ist. Die belgische Zeitung „De Tijd“ kommentiert am Samstag die Demonstrationen in Frankreich gegen Reformpläne des Präsidenten wie folgt:

„Die ‚Gelbwesten‘ in Frankreich stehen für eine neue Form des Protestes, auf die selbst der ungewöhnliche Präsident nicht sofort eine Antwort parat hat. (…) Es scheint, dass dieser Art von Protest die Zukunft gehört, auch wegen der mobilisierenden Kraft der sozialen Medien. Sie bieten eine Plattform, wo sich die Unzufriedenheit von Menschen bündelt, die an sich nicht in klassischem Sinne organisiert sind und keine politische Agenda haben. Auch wenn der Widerstand langsam nachlässt, bleibt die Formel erhalten. So wie Emmanuel Macron sich über die Maxime der traditionellen Politik hinwegsetzte, so setzen sich die ´Gelbwesten’ über die bisherigen Formen des sozialen Protests hinweg. Das bedeutet, dass es mehr solche Pop-up-Proteste geben wird, in Frankreich und vielleicht hier bei uns. Es ist Aufgabe der Politiker, darauf eine Antwort zu finden.“ (dpa/cre)

70 Antworten auf “Proteste der „Gelben Westen“ haben Frankreich und Belgien fest im Griff – Was steckt hinter dieser Wut?”

  1. Vereidiger

    Sind da wieder Berufsdemonstranten am Werk? Oder woher haben die die Zeit für solche Protestaktioen und sich am hellichten Tag an fremdem Eigentum zu vergreifen bzw. Leute daran zu hindern, ihrer ehrlichen Arbeit nachzugehen?

  2. Walter Keutgen

    Der Lastwagen ist ein Tankwagen. Ein weiterer Schritt zur Aktivistokratie. Das erinnert an die Demonstrationen und Sabotageakte an den Ökomautportalen in Frankreich zu Beginn Hollandes Präsidentschaft. Damit begann sein Untergang in der Wählergunst. Dabei hatte die Verwaltung nur unter Sarkozy gefasste Beschlüsse umgesetzt.

  3. Meine Güte, ich hoffe die Spritpreise werden so teuer, dass jeder sich dreimal überlegt, ob sich der Weg lohnt. Oder ob es Alternativen wie Fahrgemeinschaften gibt.
    Ich wette da sind viele SUV Fahrer dabei. Die sowieso genug Geld haben um für ein Brötchen zum Bäcker zu fahren.
    Steuern rauf auf Sprit. Und wenn man schon dabei ist, Steuern rauf auf tierische Produkte.
    Damit unsere Kinder und Enkel noch was vom Planeten haben.

    • Pensionierter Bauer

      Als Anhänger der freien Marktwirtschaft bin ich für den schlanken Staat. Ein schlanker Staat regelt das Zusammenleben hält sich aber weitestgehend aus der Wirtschaft heraus.
      Ein schlanker Staat braucht nicht unendlich viele Steuern zu erheben. Steuer auf Fahrzeuge und Sprit sollte max. soviel aufbringen wie die Verlehrsinfrastruktur uns kostet. An dieser Infrastruktur sollten natürlich auch die Fahradfahrer entsprechend beteiligt werden. Dass das ganze auch günstiger geht als es in Belgien gehandhabt wird beweist man uns in Deutschland.
      Für die Proteste habe ich vollstes Verständnis, billige aber in keinsterweise das radikale Vorgehen wie zB. gegen diesen Tanklastwagen.
      Was nun den Kommentar von @EMMA angeht, kann ich nur sagen, alles kann übertrieben werden. Ja es gibt Menschen die fahren mit ihrem Auto tatsächlich 200m zum Bäcker um fünf Brötchen zu holen, aber Fahrgemeinschaften sind nicht immer so einfach zu bilden. Der Eine fährt nach Feierabend direkt zum Sport der Andere geht noch Einkaufen während die Nächste direkt nach Hause möchte. Unsere Gesellschaft ist nunmal so wunderbar vielfältig und das ist eben auch individuell. Ich verstehe nicht warum Leute wie Sie immer alles von oben herab alles regeln möchten. Unser Wohlstand und unsere Feiheit sind nun eben unteilbar mit der individuellen Freiheit verbunden.

      • RaymondW

        Guter Kommentar @Pensionierter Bauer! Da bin ich ganz bei Ihnen! Die Menschen haben es satt immer wieder die Melkkuh der Nation zu sein! Dass sie auf die Straße gehen, kann ich sehr gut nachvollziehen! Dass es dabei immer wieder zu Ausschreitungen kommt, ist höchst blamabel und nicht zu rechtfertigen!

        • @ RaymondW

          Was ist denn an diesem „Kommentar“ gut?Dder Satz “ Ein schlanker Staat regelt das Zusammenleben hält sich aber weitestgehend aus der Wirtschaft heraus.“ zeigt klar aus welcher Quelle er kommt.
          Ludwig Erhardt, der als Wirtschaftsminister für die Nachkriegs-Wirtschaftsordnung in Deutschland verantwortlich war hat ganz massiv in die Wirtschaft eingegriffen. Seine Thesen von der sozialen Marktwirtschaft, deren Kernstück die soziale Verpflichtung des Kapitals waren, haben im Nachkiegsdeutschland für Vollbeschäftigung und Wohlstand gesorgt.
          Erst mit der Förderung des „Ellenbogenkapitalismus“ durch Helmut Kohl, an dem sich ganz Europa ein Beispiel genommen hat, begann der Niedergang des Normalbürgers.
          Die Tatsache das die Agenda 2010 nicht überarbeitet wurde gibt ihm dann den Rest.
          Heute boomt die Wirtschaft ohne das der Arbeitnehmer etwas davon hat. die Schere zwischen Einkommen durch Kapital und Einkommen durch Arbeit öffnet sich immer mehr.

          • Herbert G.

            „Ludwig Erhard hat die Verpflichtung des Eigentums in seine Grundsätze der freien Marktwirtschaft hineingeschrieben. Seit Helmut Kohl haben wir einen ungezügelten Ellenbogenkapitalismus.“ (EdiG 11/05/2018 11:14)
            Was haben Sie immer mit Ihrem Helmut Kohl und dem Ellenbogenkapitalismus ? Den gab es schon immer, außer im Dritten Reich; behauptet zumindest Eva Herman.

            • @ Herbert G.

              Eva Herman lobt ja auch die Familienpolitik der Nazis. Dabei basiert die auf Indolktrination und Kadavergehorsam.
              Wenn jemand aus den Fehlern des vergangenen Jahrhunderts absolut nichts gelernt hat dann Frau Herman.

              • Herbert G.

                Ja, ja, die Frau Herman. Sie hat nur einen kleinen Aspekt der Familienpolitik der Nazis gelobt, aber das darf man heutzutage
                wohl nicht.
                Eine Frage an Sie:
                Wenn ein Geschichtsforscher schreibt :“ Die Raumfahrt und somit die Eroberung des Weltraums wurde durch die Nationalsozialisten des Dritten Reiches initiiert…..“
                Ist das dann ein bekennender Nazi ?

                • @ Herbert G.

                  Frau Herman hat nicht Teile der Nazi-Familienpolitik gelobt. Sie sollten einmal Ihre Bücher lesen. Im Buch „Das Eva-Prinzip“ fordert sie geradezu die heutige Gesellschaft solle sich Hitlers Familienpolitik zum Vorbild nehmen.
                  So etwas sollte man tatsächlich nicht. Diese „Familienpolitik“ erzog Kinder zu Denunzianten ihrer eigenen Eltern. In Schulen wurde abgefragt ob die Elter „Feindsender“ wie BBC hörten, welche Bücher sie lasen, welche Musik sie hörten oder welche Witze sie sich erzählen.
                  Das Ziel der Raketenforschung der Nazis war nicht der Weltraum sondern die erfindung einer Vernichtungswaffe. Die V2 war als ballistische Rakete zur Vernichtung Londons gedacht.
                  Die Idee die Ergebnisse dieser Forschung für Weltraumforschung nutzbar zu machen wurde in den USA entwickelt. Das ein bekennender Nazi wie Werher von Braun (Nomen es Omen) dieses Projekt leiten sollte liegt wahrscheinlich daran das keiner so viel über das „Projekt Penemünde“ wusste wie er.
                  Die „friedliche Nutzung“ dieser Forschung hat allerdings auch eine zweite Seit. Als „Abfallprodukte“ dieser Foschung entstanden z.B. Cruise Missile und Pershing-Raketen.

                  • Ron Mueller

                    was fuer ein Bloedsinn. Die NASA entstand nur durch ueber 1.600 deutsche Raketen Wissenschaftler und Ingineure die durch die amerikanische Massnahme „Operation Paperclip“ alles deutsche Knowhow in die USA holen wollten. Als die Amerikaner Wernher von Braun nicht mehr brauchten wurde er von den Medien zum Nazi erklaert.
                    1946 hatten die US Armee in White Sands New Mexiko ein volles Testprogramm eingeleitet um die erbeutete V2 Raketen militaerisch zu nutzen, lange bevor die NASA, die erst 1958 gegruendet wurde. Die USA hatten absolut nur militaerische Ambitionen, die Weltraumfahrt nur sekundaer.
                    Ausserdem, die Briten und restlichen Allierten hatten die gleichen Massnahmen, dass das Abhoeren von Feindsendern unter Strafe stellen. In der DDR und der gesamte Ostblock waren die westlichen Medien verboten.

          • Alfons van Compernolle

            Ich kann Ihnen nur Zustimmen. Aber Bitte nicht Vergessen, Parteigenosse G. Schroeder hat mit seiner „neuen Agandapolitik“ massive politisch gewollte Armutkreation betrieben. Die Zahlen der „Arge“ betr. Rueckgang der Arbeitslosigkeit sind Nebelkerzen denn : Ein Arbeitsloser in Vorbereitungskursus wird nicht mitgezaehlt, ein H4 Bezieher/in wird nicht mitgezaehlt etc etc…….. !
            Wie sagte Herbert Wehner , ich vertraue nur der Statistik, welche ich selber gefaelscht habe !!!! Hatte Herbert Wehner Unrecht ??????

      • Alfons van Compernolle

        Vergessen worden ist von Ihnen: das unsere Fed.-Regierung letzte Woche beschlossen hat, ein weiteres Absinken der Brennstoffpreise ( Benzin ) durch Erhoehung der Steuern zu verhindern.
        Gleichsam hat diese Regierung beschlossen, dass in Belgien von jeden KFZ.-Halter, mit Ausnahme der Staatsfahrzeuge, eine CO2.-Belastung zur ueblichen KFZ.-Steuer zu erheben. Berechnungsgrundlage soll die jeweilige Euroabgasnorm ( angegeben in den KFZ.-Papieren)
        sein zumal eine solche CO2.-Belastung auf dem Staatsgebiet des Koenigreichs Belgien noch nicht besteht! Sie Luegen: Seit 1/01/2018 zahlt ein jeder KFZ.-Halter in Vlaanderen gemaess der jeweiligen Euroabgasklasse seines Fahrzeugs, eine zusaetzliche CO2.-Belastung, diese auch noch 20.-Euro , hinzu kommt das die neuen Anmeldegebuehren eines KFZ. rund 400 .- Euro betragen hier in Vlaanderen !
        ueber der normalen jaehrlichen KFZ.-Steuer liegt ! Gleichsam

        • Alfons van Compernolle

          Ich habe etwas vergessen ( das Alter) !
          “ eine zusaetzliche CO2 Belastung……. , diese auch noch 20.-Euro ueber der ueblichen jaehrlichen KFZ.-Steuer liegt…..

          ist der vollstaendige Satz! Entschuldigung !!

    • Der Belgische Staat zockt halt solange wie es nur geht und wie viel es nur geht. Hoffe das weiter alles blockiert wird, den dies scheint die einzige Sprache zu sein, die Belgien und die Politik versteht, oder beser gesagt, nicht versteht.

      Und Emma… Der Liter Spritt für nen VW Golf kostet genau so viel wie ein Liter für nen Porsche.
      Etwas grün angehaucht vllt ?

    • @ Endlich

      Statt wirklich etwas zu ändern, z.B. indem man sich einer Wahl stellt, Mehrheiten erringt und Gesetze ändert, versucht man es mit Erpressung, Gewaltexzessen, Brandstiftung und blockieren der Autobahn.
      Am Beifall dafür erkennt man wie tief wir schon gesunken sind. Haben Sie eigentlich schon bemerkt das genau die Typen jetzt Beifall klatschen die vorher die Chaoten am Hambacher Forst verurteilt haben.

      • Pensionierter Bauer

        Richtig erkannt @Edig. Für die Proteste welche sich gegen die linksgrüne Abzocke bei den Energieprodukten richten, habe ich vollstes Verständnis. Gleichwohl lehne ich die Gewalt gegen Mensch und Gut entschieden ab.

        • Alfons van Compernolle

          Wenn nach Ihrer Meinung Wahlen keine Abhilfe schaffen , was denn sonst ????
          Wahlen sind doch der einzige Weg ohne jegliche Gewalt vorhandene Unzufriedenheit zu aeussern und Abhilfe / Aenderung zu erzwingen. Oder sehe ich das falsch ?????
          Friedliche „Proteste“ sind Ok , aber Gewalt beinhaltende Demonstrationen contraproduktiv und dumm !!!

  4. Tolle Ansage von Macron. Da sieht man Mal wieder, wie wenig Bezug die reiche Polit-Elite zum gemeinen Volk hat. Weil neue Fahrzeuge Kosten ja nichts. Und wenn’s kein Vollelektrisches ist, dann ist man mit den erhöhten Spritpreisen wieder da wo man vorher war. Außer dass jetzt noch ein Kredit mitläuft.

    • @ Hans

      Warum hat eigentlich keiner zum Tankstellenboykott aufgerufen weil der Spritpreis innerhalb von 2 Monaten um 20 Cent gestiegen ist. Jetzt bricht also wegen 3,7 Cent der dritte Weltkrieg aus?
      Vielleicht sollten wir alle mal einen Gang herunter schalten und ein bisschen Vernunft walten lassen.
      Mich würde schon interessieren vor wessen Karren sich diese Leute spannen lassen.

      • DenAhlen

        Warum gerade jetzt gestreikt wird ist ganz schnell erklärt: Bei jeder Preiserhöhung steigt der Preis an der Zapfsäule, aber er geht nicht wieder runter wenn der Ölpreis sinkt! Das ist politisch gewollt und wurde vor Jahren genau in diesem Wortlaut entschieden! Allerdings wurden damals auch versprochen dieses Geld in Maßnahmen zu investieren, die eine sauberere Mobilität ermöglichen sollen! Die Preise für Erdöl sind aktuell wieder im Keller! Die OPEC wird die Fördermengen folglich demnächst wiederum reduzieren, was dann erneut zu einer Preissteigerung an der Zapfsäule führen wird.
        Irgendwann reichts dann auch! Man kann nicht ständig die Steuern erhöhen OHNE der Bevölkerung eine gangbare Alternative zu liefern. Das was wir jetzt schon an Steuern zahlen würde reichen Alternativen zu schaffen, aber es kommt nichts! Die Steuern, die wir auf Treibstoff zahlen, sollen nicht dazu verwendet werden Kampfjets zu kaufen oder den grossen Firmen Steuererlasse zu schenken!

        • karlh1berens

          In der dritten Oktoberwoche 2018 war Super 95 Oktan genau 20 Eurocent billiger in Eupen als in St.Vith. Mir war das zwar egal da ich eine Pipeline nach Luxemburg habe, aber der Normalo sollte sich schon Fragen stellen.

        • Trop is teveel

          In FR, noch mehr als in B, haben die Leute die Schnauze voll. Der Benzintropfen hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Es geht nicht nur um den Spritpreis. Ich wage sogar zu behaupten, daß er nur Mittel zum Zweck ist. Weiter so, stürzt Ma crotte.

      • Ja nee, schon klar… Die von dir selbst erwähnten 20 Cent hatten garantiert keinen Einfluss auf die Aktion. Der Spruch „Der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte“ ist bestimmt auch ’ne Redewendung, die dir fremd ist.

        • @ Hans

          Bislang toben sich die „Gelbwesten“ wegen der Steuererhöhung aus. Von Protesten gegen die , mit Lieferengpässen durch Niedrigwasser begründeten, Preiserhöhungen der Konzerne ist noch keiner auf die Strasse gegangen.
          Nochmal die Frage, vor wessen Karren lassen diese Menschen sich spannen ?

          • GrünLinksVersifftXD

            @EdiG, ich finde es sehr toll wie du dich hier engagierstund hoffe dass du damit auch Leute mal zum Nachdenken bringen kannst.
            Ich bin fast immer deiner Meinung.
            Weiter so!
            Vielleicht bringt man den ein oder anderen ja auch mal zum Nachdenken.

          • Tja, EdiG. In Deutschland geht man nicht auf die Straße. Das ist eine Mentalitätsfrage. Es wird lieber alles durchdiskutiert und es werden Arbeitsgruppen gegründet. Rauskommen tut nichts.
            Ich finde Gewalt keine Lösung und bedauere es, dass manche Idioten solche Proteste ausnutzen, um sich auszutoben, aber ich finde es gut, dass sich die Leute wehren.

            • In Deutschland geht man nicht auf die Straße.

              @ Atheist

              Sagen Sie das mal den Leuten die hier gegen Umweltschützer, Anti AKW Demonstranten oder Herrn Fischer wettern der einstmals auf einer Demo Steine gegen Polizisten warf.
              Gehen Sie einmal nach Frankfurt, da findet gefühlt alle 2 Wochen eine Demo statt, oder nach Dresden wo die Rattenfänger von PEGIDA jeden Montag zu ihren Umzügen einladen.
              Die Strasse hat das Unrechtsregime in der DDR gewaltlos beseitigt.

              Ihre Eingansprämisse stimmt also so nicht.

  5. Enttäuschter

    Gut, dass einige Bürger der Raffgier endlich mal etwas entgegensetzen.
    Mehrwertssteuer, Akzisensteuer, Katastersteuer, Einkommenssteuer, Soziale Lasten, …. Der Bürger wird geschröpft, die Großkonzerne lagern ihre Gewinne aus, es wird viel geschrieben und gesagt, aber nicht gehandelt!
    Endlich wehren sich die Bürger.

    • @ Enttäuschter

      Wogegen wehren die sich denn? Bei 20 Cent Spritpreiserhöhung hat man vom „empörten Bürger“ nichts gehört, bei 3,7 Cent Steuererhöhung geht er auf die Strasse. Verkehrte Welt.

    • GrünLinksVersifftXD

      @Entäuschter, uns geht’s einfach zu gut und bei jedem Problemchen müssen wir einfach nur neu jammern.
      Habeck will ja die Großkonzerne mit Steuer Erhöhungen zur Rechenschaft ziehen. Aber das ist den meisten auch nicht gut genug.
      Lieber wählt man dann die AFD, die offensichtlich neoliberal sind.
      Verkehrte Welt.

  6. Wirklich skandalös!!!
    Manche streikende Personen nehmen sich das Recht alles zu zerstören!
    Die haben die “ Lizens zum zerstören “ . Die gehören bestraft, verurteilt Schadensersatz zu gewährleisten!!!

  7. schlechtmensch

    Proteste die nur die einfachen Leute treffen sind feige. Was kann meine Frau dafür die morgens mit dem Bus zur Arbeit fahren will das die Busfahrer zu wenig Geld erhalten oder denen die Pensionen gekürzt werden? Was kann ich der mit seinen Kindern zum Arzt fahren will dafür das die Spritpreise ständig steigen? Ihr feigen Säcke solltet dort streiken wo die Verantwortlichen , die Entscheider sitzen. Aber da traut ihr euch nicht hin! Blockiert die Politiker, die Firmenbosse, die Finanzhaie. Aber stellt euch nicht in meinen Weg wenn ich tanken muss. Es wird euch nicht gut bekommen!

  8. Ganz Belgien??? Wohl eher wie immer unsere französischsprachigen Freunde.
    Während in Flandern, Deutschland für den Wohlstand und ja, auch hohe Steuern malocht wird, haben unsere fleißigen Nachbarn schon jetzt die Nase voll vom französischen Sanierungspräsidenten und unsere wallonischen Landsleute ist es ja sowieso schon immer recht schnell alles zuviel.
    Also eigentlich alles in allem nichts neues.

  9. Aix-la-Chapelle

    Eindeutig: Hier auf OD kommt die DEUTSCHE Mentalität durch. Nur die Wenigsten scheinen zu verstehen, daß es zu spät zum typisch deutschen „Ausdiskutieren“. Die FRZ und auch die Belgier gehen nicht nur wegen der Spritpreise auf die Straße. Das ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. In FR auch die Arroganz und die unglaublichen Schandtaten des Macrotte. Die Menschen haben es satt. Ganz einfach satt, von der Politik in FR, in B und in Europa.

    • Ich habe die Schnauze nicht voll!!! Ich mag Ostbelgien so wie es ist, Olli Paasch macht einen guten Job. Ich fühle mich wohl hier, trotz hoher Steuern und einigen Unzulänglichkeiten im Bauwesen. Alles in allem ist es mir hier lieber als sonst wo auf der Welt. Das dauernde knottern reicht mir, schlechtes Wetter, essen schmeckt nicht, Kinder sind ungezogen , Benzin zu teuer….ja ja früher war alles besser, von wegen!

    • Walter Keutgen

      Ja, wie man gestern in den Heute-Sendungen des ZDF sehen konnte, ist der Protest auch auf den Champs Élysées. Eine junge vom Journalisten befragte Französin erklärte, es gehe nicht nur um Geld, sondern auch um die Beleidigungen Macrons, der die Franzosen als faul bezeichnet. Aussagen seinerseits in die Richtung habe ich genügend gehört, als ich 2017 im Urlaub in Frankreich das Fernsehprogramm LCI, das ich natürlich laufend angekuckt habe, weil er ja gerade gewählt worden war. Übrigens, die Franzosen am Urlaubsort malochten ganz anständig, von wegen Faulheit.

      In Deutschland hat es nur einen vergleichbaren Politiker gegeben, Schröder: Die deutschen sollten lebenslang lernen, er und seine Mutter hätten den Mastik von den Fenstern gegessen. Es hat zwar wöchentliche, friedliche Demonstrationen des DGB in verschiedenen Städten gegeben wie seinerzeit in Leipzig, jedoch hat Schröder nur auf Herrn Hartz gehört. Jetzt zahlt die SPD die Zeche.

  10. Fatidica

    Das Gespann von Armutseinwanderung und Sozialindustrie, wird Mitteleuropa früher oder später zugrunde richten. Irgendwie müssen die Transferleistungen ja finanziert werden. Da hat Frankreich Einiges an Vorsprung gegenüber dem Rest, wobei Frau Merkel stark aufgeholt hat und sich auf der Zielgeraden befindet. Jedenfalls sind Bürgerkriege mitten in Europa, leider in naher Zukunft nichts Unvorstellbares mehr.

    • Pensionierter Bauer

      Dazu kommt noch, dass die regierenden Trolle nichts anderes zu tun haben als die rentable Energiewirtschaft zugrunde zu richten um die unrentablen Energieträger zu finanzieren. Das macht uns die Elektrizität teuer und die Bosse der grünen Energien machen sich die Taschen voll. Auch der Troll Macron will nun den Benzin und Diesel verteuern um die E-Mobilität zu fördern. Aber das Volk hat von dieser Art der ökofaschistischen Politik die Schnauze gestrichen voll.
      Macron mag jetzt empört sein, aber er soll sich mal lieber selbst am Kopf fassen und zu den Menschen in Frankreich stehen anstatt der Merkel gefallen zu wollen. Solche Leute wie er und Merkel sind die wahren Feinde der Europäischen Union!

      • Das macht uns die Elektrizität teuer und die Bosse der grünen Energien machen sich die Taschen voll.

        @ PB

        In einem Satz alle Vorurteile zusammengefasst mit denen die Demagogen die „Wut“ der Bürger schüren. Schade das es aber Bullshit ist.

        Die hohen Stromkosten sind unter Anderem darauf zurückzuführen das der „Haushaltskunde“ die Gewinne bezahlen muss die den Konzernen bei den „Industriestromkunden“ entgehen.
        Die Steuern auf Benzin und Diesel sind schon seit Jahren ein Ärgernis. Jetzt wegen 3,5 Cent das Land zu verwüsten zeugt von einer Menge Scheinheiligkeit. Da phantsieren einige von dem Tropfen der das Fass zum überlaufen gebracht hätte, Ziemlicher Unsinn, hier kochen einige Extremisten ihr Süppchen und der „Wutbürger“ lässt sich vor deren Karren spannen.
        „Grüne Energie“ wird nur zu 30% von kommunalen Trägern und Genossenschaften produziert. Der Rest kommt von Tochterfirmen der großen Konzerne. Also machen sich am Ende die Bosse der Konzerne, die Sie immer über den grünen Klee loben, sich die Taschen voll.

        • Pensionierter Bauer

          @Edig, Sie wissen genau wie ich, dass die großen Kraftwerksbetreiber nur sehr widerwillig in die grüne Energiewirtschaft eingetreten sind. Als sie sich dann dort engagierten, haben diese das auch nur getan um die Gelder welche sie für Verschmutzungsrechte ausgeben mussten im eigenen Haus zu behalten. Diese grüne Energiewirtschaft führt dazu, dass in dunklen Winternächten die Autobahnbeleuchtung abgeschaltet wird, an warmen sonnigen Sommertagen hingegen um vierzehn Uhr angeschaltet werden muss um den unnötig produzierten Wind- und Solarstrom loszuwerden.
          Nur wenige der alternativen Energien sind bis heute Grundlastfähig.
          Damit wir uns nicht falsch verstehen, auch ich bin für sparsame Technicken.
          Man soll aber auch bitte mal endlich die Leistung, welche die Industrieelle Forschung uns gebracht hat anerkennen. Sie wissen genau wie ich mit welchen Benzin und Dieselschluckern wir in den sechziger und siebziger Jahren unterwegs waren. Zwölf bis achtzehn Liter auf einhundert Kilometer waren damals doch ganz normal. Selbst in Eupen roch man seinerzeit die Abgase überall in der Stadt und kaum jemand hat sich hierüber beschwert.
          Was damals in die eine Richtung übertrieben wurde, wird heute in die Andere übertrieben.

          • @ PB

            – Sie wissen genau wie ich, dass die großen Kraftwerksbetreiber nur sehr widerwillig in die grüne Energiewirtschaft eingetreten sind.
            Wissen Sie nicht das die großen Energiekonzerne inzwischen ihr Kerngeschäft in die „neue“ Energiewirtschaft verlagert haben? Es entstand mit der Gründung dieser Tochterunternehmen der Eindruck es geht in erster Linie darum das Geschäft zu sichern und die, in der Abwicklung der Kernenergie viel zu teuren, Mutterkonzerne in die Insovenz zu schicken.

            – Als sie sich dann dort engagierten, haben …….

            Das glaube ich nicht, ich fürchte es geht darum die Kosten für die Energiewende und den damit verbundenen Rückbau der AKW dem Steuerzahler aufzubürden.
            Das Freiburger Frauenhofer Institut hat ausgerechnet das die Kosten dafür ca 12 mal so hoch sind wie die gesetzlichen Rücklagen. Wenn die aufgebraucht sind bleibt der Steuerzahler im Obligo.
            Btw gegen die AKW haben sich die Energiekonzerne so lange gesträubt bis die Bundesregierung die ersten AKW großzügig subventioniert haben.

            – Was damals in die eine Richtung übertrieben wurde, wird heute in die Andere übertrieben.
            Das einzige was in „schöner“ Regelmässigkeit übertrieben wird ist der Gehorsam gegenüber den Konzernen. Es kann (und darf) nicht sein das EU-weit Gesetze von Lobbyverbänden und Konzernen formuliert werden.

          • Unnötig ?

            Lieber PB

            „… um den unnötig produzierten Wind- und Solarstrom loszuwerden.“

            Mit dieser Äusserung bin ich nicht einverstanden, UNNÖTIG wird der Strom der Kern- und Kohlekraftwerke erzeugt, wenn Solar- oder Windenergie zur verfügung steht!

  11. In meinen Augen geht es hier um zwei Aspekte, die man getrennt diskutieren sollte. Vordergründig ist natürlich die Frage zum Preis von Benzin oder Diesel das Thema. Damit verbunden auch der Umweltaspekt. Hier müssen die Demonstranten acht geben, das sie den Automobillobbyisten nicht in die Hand spielen. Langfristig muss der Verbrennungsmotor verschwinden wenn wir unsere Mobilität wahren wollen.
    Soziologische beachtenswert ist der Ursprung dieser Protestaktion die in den sozialen Medien entsprungen ist. Hier haben die klassischen Organisationen, Parteien und Gewerkschaften ein Problem, denn ihnen entgleitet ein Teil ihrer Macht. Auf diesen Zug sind dann auch noch andere Chaoten gesprungen die nur Krawall machen wollen.
    Es zeigt aber auch das Organisationen ‚a la Macron‘ nicht die Lösung sind, denn auch sie Tragen eine große Mitverantwortung an dieser Geschichte. Vielmehr müssen sich die klassischen Parteien die Frage stellen was sie falsch gemacht haben.

  12. Denke, effizienter wäre es gewesen und dürfte es sein, wenn die Demonstranten alle Tankstellen blockiert hätten. Denn wenn niemand tanken kann, verdient auch der Staat nichts dran. Leidtragende wären die Tankstellenbetreiber da die ja auch nix verdienen – nur das meiste vom Liter Sprit und Diesel kassiert der Staat und die Ölindustrie, die Lobbyisten ….aber das wäre vllt dann leicht friedlicher zugegangen wie das was die sich jetzt am liefern sind.

    • PerPedes

      Zu Fuß gehen. Das wäre das Effektivste. Bzw. nicht arbeiten… gehen. Generalstreik. Vielleicht kommt es ja in FR dazu. Die feigen und trägen Deutschen, die nach dem Motto „Geiz ist geil“ und „Luxus für alle“ dahin vegetieren, wären gut beraten, es zu tun: Generalstreik. Nur so würden Entscheidungsträger kapieren, daß der Wahnsinn aufhören muß. Es geht doch nicht nur um Sprit. Lest euch die EU-prognosen
      „STUDY ON THE FEASIBILITY OF ESTABLISHING A MECHANISM FOR THE RELOCATION OF BENEFICIARIES OF INTERNATIONAL PROTECTION“ (Table 12)
      https://ec.europa.eu/home-affairs/sites/homeaffairs/files/e-library/docs/pdf/final_report_relocation_of_refugees_en.pdf
      3,8 Milliarden Menschen in der EU, wovon knapp 300 Millionen in Tschermoney, knapp 500 Millionen in Fronkreisch, Luxemburg 2 Millionen, 20 Millionen in Belle Chique, usw.
      Die Befürworter sind gleichzeitig die, die den Klimawandel als menschengemacht betrachten. Sie kritisieren also (zurecht) die Konsumgesellschaft, fordern aber, daß, aufgrund der Machbarkeit („Feasibility“), Europa zum 7fachen Menschenpack, sorry Menschenpark wächst. Sie sind gegen die Globalisierung von Waren und Finanzen (zurecht, was die Antis 1999 in Seattle noch sympathisch machte) aber für die gloablisierung von Menschen.
      Sie sind irre.

      • Walter Keutgen

        Im Bericht den Sie zitieren, geht es nicht um „Migration“ sondern um Asyl u.ä. und Verteilung der Asylanten auf 27 EU-Länder. Er stammt aus 2010, also vor dem Brexit, und Dänemark hat das im Voraus abgelehnt. In der Tabelle 12 wird berechnet, wie viele jedes Land aufnehmen könnte, wenn man bis zu einer Bevölkerungsdichte von 1000 Einwohner/km2 ginge. Es werden im Bericht mehrere Modelle erstellt und gemixt, um Verteilungsschlüsselvorschläge zu errechnen. Wie Sie lesen können, ist Malta mit Flüchtlingen überbevölkert. Trotzdem weigern sich die EU-Mitgliedstaaten standhaft, Malta zu entlasten. Die EU hat hier nur Vorschlagsrecht.

        Beide Fraktionen verwechseln Asyl und Wirtschaftsmigration. Die einen dehnen das Asylrecht auch auf Wirtschaftsmigration aus, die anderen dehnen ihre Ablehnung der Wirtschaftsmigration auf das Asylrecht aus. Beide Gruppen tun dabei so, als gäbe es keinen Unterschied. Grauzone sind natürlich die Asylanten, von denen am Ende nur wenige ane3rkannt werden.

  13. Gewaltlose ExtremistIn

    Wenn es einem am eigenen Geldbeutel juckt, dann ist man plötzlich nicht mehr bereit, selber etwas für den Naturschutz zu tun.
    Damit wir unsere Leben standarte, weiter genießen können, sollte man die Konsequenzen auch akzeptieren.
    Ich bin für die Förderung, der Menschen, die nicht wissen wie sie mit Geld umgehen können. Bzw die, die immer noch einen SUV fahren wollen oder billig Fleisch essen möchten. Jeder muss erkennen, dass manche Einschränkungen auch der Allgemeinheit und der Zukunft der Menschheit dienen. Wenn man nicht, wie fast alle Politiker nur opportunistisch denkt.
    Dass der Flächenverbrauch, für die Ernährung von Nutztieren, unfassbar hoch ist, darf man als Naturschützer, nicht glauben, dass man die Weideflächen, nicht auch für die Anpflanzung von Bäumen, benutzen kann.
    Ich bin dafür dass mehr Wälder geschaffen werden sollen. Und weniger Futtermittel als Anbauflächen. Da wie wir alle wissen, dass Bäume CO2 Speicher sind. Sollten wir uns gemeinsam einsetzen, dass mehr Wälder entstehen und damit der CO2 Gehalt weniger wird. Wir sind aber soweit von natürlichem Leben entfernt dass wir die logische Schlussfolgerungen nicht mehr ziehen können.
    Klingt traurig und ist traurig.

    • „Ich bin für die Förderung, der Menschen, die nicht wissen wie sie mit Geld umgehen können. Bzw die, die immer noch einen SUV fahren wollen oder billig Fleisch essen möchten.“
      Etwas verwirrt heute, oder haben wir mal wieder geraucht?

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