AKTUALISIERT – Belgiens hat rote Heimtrikots, Senegal grüne Auswärtstrikots. Beim direkten Duell in Seattle am Abend wird trotzdem eine andere Farbkombination zu sehen sein. Warum das so ist.
Wenn die Nationalmannschaften von Belgien und Senegal beim WM-Sechzehntelfinale in Seattle ihre eigentlich vorgesehenen Trikots tragen würden, sähen Millionen Fans Rot gegen Grün. Doch das wird nicht so sein.
Stattdessen werden die Roten Teufel am heutigen Mittwoch (22.00 Uhr/RTBF1, VRT1 und ARD) im Lumen Field als eigentliches Heimteam erstmals bei diesem Turnier das türkisfarbene Auswärtstrikot samt weißen Hosen tragen.
Der Senegal spielt ganz in Grün. Obwohl Türkis und Grün vom eigentlichen Farbton grundsätzlich schwieriger zu unterscheiden sind als Rot und Grün, hat sich der Weltverband FIFA für diese Kleiderordnung entschieden. Warum?
– Verbände reagieren auf verbreitete Sehschwäche: Die großen Verbände FIFA und UEFA setzen sich für Inklusion ein. Das betrifft auch das Fußball-Erlebnis, das im Stadion und am TV möglichst vielen Menschen barrierefrei zugänglich gemacht werden soll.
Die sogenannte Rot-Grün-Schwäche gilt als häufigste Form der Farbsehstörung. Für das inklusive Fußball-Erlebnis für Betroffene gilt, dass die Verbände nicht Teams in roten gegen Teams in grünen Trikots gegeneinander spielen lassen. Der grüne Rasen würde es von der Sehschwäche betroffenen Personen zusätzlich schwierig machen.
Schon beim WM-Gruppenspiel zwischen Norwegen und Senegal rückte die FIFA bei der Ansetzung von der üblichen Kleiderordnung ab. So trug Norwegen als Heimteam nicht wie gewohnt Rot, sondern Schwarz. Der Senegal lief nicht in grünen Jerseys auf, sondern in weißen.
Belgiens Auswärtstrikot ist übrigens eine Hommage an den berühmten belgischen Surrealisten René Magritte. Es besticht durch ein hellblau-rosa-weißes Muster, das an den Himmel und die Wolken des Künstlers erinnert.
Es ist bereits das vierte Auswärtstrikot der Nationalelf, das die belgische Kultur feiert: 2016 war der Radsport das Motiv, 2022 das Festival Tomorrowland und 2024 die Comicfigur Tim und Struppi. (dpa/cre)
Für die Roten Teufel beginnt gegen Senegal ein neues Turnier
Am heutigen Mittwoch (22 Uhr MESZ / live auf RTBF1, VRT1 und ARD) beginnt für die belgische Fußball-Nationalmannschaft ein neues Turnier. Nachdem die Roten Teufel die Gruppenphase überstanden haben, treffen sie nun im Sechzehntelfinale auf den Senegal.
Die Westafrikaner waren nach Einschätzung von Experten von den acht besten Gruppendritten, die sich für das Sechzehntelfinale qualifiziert hatten, das gefährlichste Team. „Aber das macht nichts, denn um bei der Weltmeisterschaft weit zu kommen, muss man gute Mannschaften schlagen“, gab sich Nationaltrainer Garcia zuversichtlich. „Wir wollen ins Achtelfinale kommen und werden alles dafür tun“, bekräftigte er.
Um dies zu erreichen, muss Senegal besiegt werden, „eine ziemlich ausgewogene Mannschaft“, die „Frankreich insbesondere in der ersten Halbzeit zu schaffen gemacht hat“, erklärte Garcia im Interview mit der RTBF. „Wir kennen ihre Stärken, aber das Wichtigste ist, dass wir unser bestes Niveau zeigen, ähnlich wie gegen Neuseeland.“
Wer als Favorit in dieses Spiel geht, ist in der Tat schwer zu sagen, weil beide Teams zumindest auf dem Papier mehr oder weniger gleich stark sind. Belgiens Rekordtorschütze Romelu Lukaku schätzte die Chancen, dass sich Belgien fürs Achtelfinale qualifiziert, auf 50 zu 50.
Welche Pläne hat Rudi Garcia für das Spiel gegen den Senegal? Wie üblich gab sich der Nationaltrainer bei der Pressekonferenz sehr ausweichend. Er ließ sogar die Möglichkeit offen, eine Dreierkette aufzustellen, wie er es bereits im Vorbereitungsspiel gegen Kroatien getan hatte. Das wäre jedoch eine Überraschung.
Die gute Nachricht ist, dass alle Spieler einsatzbereit sind, einschließlich Zeno Debast. Man kann also mit einer Startelf rechnen, die der gegen Neuseeland sehr ähnlich sein wird. Zwei Fragen bleiben dennoch offen: Wer wird Brandon Mechele in der Innenverteidigung zur Seite stehen und wer wird im Mittelfeld neben Kevin De Bruyne und Youri Tielemans zum Einsatz kommen?

22.06.2026, USA, East Rutherford: Traner Pape Thiaw (Senegal) reagiert nach dem Spiel. Foto: Tom Weller/dpa
In der Abwehr hat Arthur Theate gegen Neuseeland seine Aufgabe gut erfüllt, doch Nathan Ngoy ist nach seiner Sperre wieder dabei und hat angesichts seines Turnierstarts vielleicht einen kleinen Vorsprung gegenüber Theate.
Im Mittelfeld ist die Lage unklarer. Tielemans und De Bruyne sind zwei feste Größen, aber wer wird der dritte Mann sein? Nicolas Raskin, Amadou Onana und Hans Vanaken haben alle drei bereits ein Spiel bei dieser Weltmeisterschaft von Beginn an bestritten. Für den gebürtigen Senegalesen Onana ist die Begegnung gegen sein Heimatland das wohl wichtigste Spiel in seiner Karriere.
Im Sturm wird es wahrscheinlich keine Veränderungen geben: Leandro Trossard und Jérémy Doku werden die Flügel besetzen, und Charles De Ketelaere wird als „falsche Neun“ die Sturmspitze bilden. Lukaku wird wohl auf der Ersatzbank starten, um dann womöglich im Laufe der zweiten Halbzeit als Joker zum Einsatz zu kommen.
Die voraussichtliche Startelf: Courtois – Castagne, Ngoy (Theate), Mechele, De Cuyper – Tielemans, Vanaken (Onana/Raskin), De Bruyne – Trossard, De Ketelaere, Doku. (cre)
Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

Wenn wir einen Mpabbé, Dembelé, Haaland oder Kane vorne drin stehen hätten, würde es leichter. Aber wir haben nur einen De Ketelaire. Deshalb wird es schwerer.
Immerhin haben wir Lukaku, unseren Fels in der Brandung.
AKTUALISIERT – Warum die Roten Teufel heute nicht in Rot spielen – Belgien tritt um 22 Uhr MESZ gegen den Senegal an https://ostbelgiendirekt.be/gegen-senegal-neues-turnier-440282