Als sich die belgische Fußball-Nationalmannschaft am Samstag für die K.o.-Runde qualifiziert hatte, stand noch nicht fest, gegen wen die Roten Teufel im Sechzehntelfinale der WM 2026 antreten würden. Es wurde vor allem vor einem möglichen Gegner gewarnt: Senegal.
Jetzt bekommen es die Belgier tatsächlich mit Senegal zu tun. Nach Angaben von Fußballexperten ist Senegal angeblich der schwerstmögliche Gegner, den die Roten Teufel erwischen konnten.
Ein Teil der belgischen Fans hätten es sogar lieber gesehen, wenn Kevin De Bruyne & Co. erst gar nicht Gruppensieger geworden wären, sondern als Gruppenzweiter im Sechzehntelfinale gegen Australien hätten spielen müssen.

26.06.2026, Kanada, Toronto: Sadio Mané (l) aus dem Senegal kämpft mit Frans Putros aus dem Irak um den Ball. Foto: Stephanie Scarbrough/AP/dpa
In Wirklichkeit haben die Belgier gut daran getan, Gruppensieger zu werden. Zunächst einmal ist es ihnen dadurch möglich, in Seattle zu bleiben. Reisestress und unterschiedliche Zeitzonen bleiben ihnen erspart. So können sie sich in gewohnter Umgebung auf die nächsten Aufgaben vorbereiten.
Hinzu kommt, dass Australien zwar ein leichterer Gegner gewesen wäre als Senegal, aber im Fall einer Qualifikation hätte es Belgien im Achtelfinale mit Titelverteidiger Argentinien zu tun bekommen. Dann wäre wohl Schluss mit der WM gewesen.
Jetzt aber bekämen es die Roten Teufel im Fall eines Sieges gegen Senegal im Achtelfinale mit den USA oder Bosnien-Herzegowina zu tun. Eine weitaus lösbarere Aufgabe als gegen Messi & Co. Erst im Viertelfinale würde theoretisch mit Spanien ein Mitfavorit der Gegner sein (wie vor 40 Jahren bei der WM 1986 in Mexiko).

15.11.2025, Kasachstan, Astana: Für Belgiens Amadou Onana (r), am 16.08.2001 in Dakar (Senegal) geboren, ist das Sechzehntelfinale gegen sein Heimatland womöglich das Spiel seines Lebens. Foto: Uncredited/AP/dpa
Der Senegal ist aber noch aus einem anderen Grund für Belgien der richtige Gegner im Sechzehntelfinale: Eben weil die Westafrikaner mit Stars wie Sadio Mané, Nicolas Jackson und anderen so gefährlich sind, sind die Belgier von vorneherein gewarnt. In diesem Spiel ist nicht Belgien der Favorit, so wie dies vor vier Jahren vielleicht noch der Fall war, als in der Gruppenphase der WM 2022 in Katar die Partie gegen Marokko verloren wurde. Somit kommt von Thibaut Courtois bis Leandro Trossard niemand auf die Idee, Senegal zu unterschätzen.
Bisher haben die Roten Teufel bei einer WM zumeist ihre besten Spiele geliefert, wenn nicht Belgien, sondern der Gegner der Favorit war: 1982 gegen Argentinien, 1986 gegen die UdSSR und Spanien, 1994 gegen die Niederlande oder 2002 und 2018 gegen Brasilien. Aber wenn die Belgier Favorit waren, haben sie sich sehr schwer getan, wie zum Beispiel bei der EM 2016 in Frankreich, als im Viertelfinale gegen Wales Schluss war, oder bei der WM 2018, als Belgien im Achtelfinale gegen Japan 0:2 im Rückstand lag und dann noch 3:2 gewann.
Kurzum, je weniger man den Belgiern am Mittwoch (22 Uhr / live auf RTBF1, VRT1 und ARD) gegen Senegal zutraut, umso größer sind die Chancen, dass sie es zumindest bis in ins Achtelfinale oder Viertelfinale schaffen. (cre)
Ihren Optimismus möcht ich haben
# Hans/ Der Glaube soll doch Berge versetzen können ?
Also sollte der Glaube doch eigentlich ein leichtes Spiel haben, den Ball in das richtige Tor zu versetzen ?
;-)
„Hinzu kommt, dass Australien zwar ein leichterer Gegner gewesen wäre als Senegal, aber im Fall einer Qualifikation hätte es Belgien im Achtelfinale mit Titelverteidiger Argentinien zu tun bekommen. Dann wäre wohl Schluss mit der WM gewesen.“
Und genau wegen DIESER Mentalität wird es Belgien nie schaffen, den Titel zu holen!
Wer Weltmeister werden will, muss ALLE Gegner besiegen können – wenn Senegal jetzt schon als quasi echter Brocken hingestellt wird, dann sehe ich tatsächlich schwarz!
Spielt einfach euer Spiel und fürchtet euch einfach nicht! Diese Angst vor dem Gegner geht gewaltig auf den Sack!