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Franzen liest Lambertz die Leviten

Franziska Franzen, Fraktionsvorsitzende von Ecolo. Foto: Gerd Comouth

Die Fraktionsvorsitzende von Ecolo, Franziska Franzen, übt in einem am Freitag verbreiteten Kommuniqué unter dem Titel „Stellungnahme zu Auslandsreisen steht weiter aus – Lambertz spielt nach eigenen Regeln“ scharfe Kritik an Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz (SP), der auch schon reagierte.

Wörtlich heißt es darin: „Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz missachtet die demokratischen Grundregeln, indem er sich der Kontrollfunktion durch die Volksvertreter im Parlament und dem Recht der Bevölkerung auf Kenntnisnahme des Gebrauchs öffentlicher Mittel verweigert.“
Weiter steht in der Stellungnahme geschrieben: „Seit eineinhalb Jahren steht die Offenlegung der Reisekosten für Auslandsaufenthalte der Regierung und ihrer Mitarbeiter außerhalb der Euregio Maas-Rhein und der Großregion Saar-Lor-Lux aus. Erstmals befragte ECOLO die Regierung der DG am 14. März 2011 zu dieser Aufstellung – eigenen Angaben zufolge ließen die Minister Paasch, Weykmans und Mollers dem Ministerpräsidenten Lambertz ihre Antwort im April 2011 zukommen. Dieser verzichtete jedoch auf eine Veröffentlichung dritter wie eigener Auslandsreisekosten und schaute über jegliches Nachhaken beharrlich hinweg. Zuletzt gab der Ministerpräsident bei der Plenarsitzung vom 19. November 2012 sein Wort, die erfragte Auflistung bis zum 6. Dezember 2012 einzureichen – und kam dieser Zusage nicht nach!“

Eigenmächtig über demokratische Spielregeln hinweg

Franziska Franzen moniert außerdem: „Die ECOLO-Fraktion im PDG stellt fest: Ministerpräsident Lambertz hält erneut das von ihm selbst gegebene Versprechen nicht ein und setzt das Kräftemessen mit der Ecolo-Fraktion fort. Er erachtet es weiterhin als überflüssig, der gesetzmäßigen Aufforderung der ECOLO-Fraktion Folge zu leisten und setzt sich demnach eigenmächtig über demokratische Spielregeln hinweg. Beide Feststellungen sagen über das Demokratieverständnis des Ministerpräsidenten nichts Gutes aus. Da der Bevölkerung der DG das Wissen um den Gebrauch öffentlicher Mittel jedoch rechtmäßig zusteht, wird die ECOLO-Fraktion im PDG am Ball bleiben und weiterhin auf eine Antwort bestehen.“

Antwort anscheinend „unterwegs“

Gegenüber dem Grenz-Echo erklärte Lambertz am Freitag, seine Antwort sei „unterwegs“ und werde als schriftliche Frage im Bulletin des Parlamentes veröffentlicht. „Da hat Frau Franzen wohl nicht tief genug in ihren Nikolausstiefel geguckt“, wird der Ministerpräsident zitiert.

15 Antworten auf “Franzen liest Lambertz die Leviten”

  1. Kommentator

    Wie abfällig Lambertz auf die Stellungnahme von Franzen
    reagiert, ist typisch für ihn. Das macht er vor allem bei Frauen.
    Dorothea Schwall hat er früher im Parlament oft so herablassend
    behandelt.

    • Nikolaus

      Lambertz hat ein Problem mit Kritik und vor allem mit
      Kritik von Frauen im PDG: andere Bespiele sind noch Frau
      Kirschfink, Frau Heinen. Lambertz läuft rot an … Und dann platz
      ihm Der kragen und eine Frechheit muss raus. Ich würde der
      Opposition folgendes vorschlagen: solange Herr Lambertz die Antwort
      auf die Frage von Frau Franzen nicht geliefert hat, hört sich die
      Opposition die elendig langen Reden von Herrn Lambertz nicht mehr
      an, wenn er mit einer Rede anfängt gehen alle raus und kommen
      wieder zurück wenn er fertig ist. Wenn er ihre Frage nicht
      beantwortet, wieso sollen sie sich denn das anhören müssen was
      Lambertz ihnen sagen will?

      • Christophe

        Nun, das wäre doch etwas kindisch. Bezüglich der
        herablassenden Bemerkungen, sollte die Opposition zusammen halten
        und energischer gegen Herrn Lambertz angehen. Das Wort
        „Gleichberechtigung“ scheint noch nicht bei Ihm angekommen zu sein.
        Ich weiß nicht, wo darin ein soziales Verhalten zu finden
        ist.

  2. Frank Bosch

    Und was sagt eigentlich der Herr Parlamentspräsident Ferdel
    Schröder, oberster Repräsentant des Volkes und der Abgeordneten, zu
    alledem? Nichts, wie immer. Keine Traute ! In der DG hat seit
    Jahren nur noch einer das Sagen…

  3. Kommentator

    Ist ja normal, dass Lambertz sich so verhält. Alle ducken
    vor ihm. Der Mann kann unbehelligt machen was er will. Wann
    reagieren endlich Prodg und PFF gegen diese Arroganz? Wann zeigt
    Paasch mal Courage?

  4. Kann man sich nur wünschen, dass sich das Kelmiser
    Herbstwunder bei den Plenarwahlen 2014 wiederholt. Wahrscheinlich
    wird sich dann trotzdem noch irgendein Schlupfloch finden, den
    Quatschkopp in seinem Posten zu halten.

  5. und sollte jemand der Meinung sein, dass der Kommentar des Herrn Lambertz gegenüber Frau Franssen überheblich und arrogant sei, …dann wird Herr Lambertz uns morgen erklären, dass wir alle ihn ganz falsch verstanden haben und er darüber total entsetzt ist.
    Der Druck im Wutbürger steigt von Tag zu Tag.

    • R.A. Punzel

      @Rentner: Aber, aber, darf ich bitten? Der MP Lambertz ist
      Diener seines Volkes. Arroganz und Überheblichkeit sind Ihm fremd.
      Es sei denn, sein Chauffeur fährt mit eingeschalteter
      Warnblinkanlage bei Rot auf und über die Ampel, innerhalb seiner
      Heimatstadt Amel.

  6. Das Bild von Gerd Comouth sag schon vieles. Ferdel Schröder
    unser Parlamentspräsident hat eben eine Mail auf’s Handy bekommen.
    Steht dort vieleicht geschrieben “ Die Ecolo, die Franzen, die
    müssen weg, die Fragen zuviel “.

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