Leute von heute

Elmar Keutgen

Ex-Bürgermeister und CSP-Politiker Elmar Keutgen. Foto: Gerd Comouth

Elmar Keutgen erlebt in diesen Tagen vieles zum letzten Mal in seiner Eigenschaft als Stadtoberhaupt: die letzte Stadtratssitzung, die letzte Bürgermeisterkonferenz, die letzte Bürgermeisteransprache zum Fest des Königs… Eine Zeit voller Wehmut für ihn, aber er gehe „ohne Verbitterung“, versichert er.

Sein Schicksal teilt Keutgen nur mit dem Kelmiser Bürgermeister und CSP-Parteifreund Mathieu Grosch, der sogar noch viel länger seiner Gemeinde vorstand. Die anderen sieben Bürgermeister bleiben für weitere sechs Jahre im Amt.

Allerdings wird Grosch dank seines Mandats als EU-Parlamentarier etwas weicher landen als Keutgen, der früher auch mal Regionalabgeordneter und DG-Parlamentarier war, sich aber die letzten Jahre neben seiner Tätigkeit als Allgemeinmediziner ganz auf seine Aufgabe als Bürgermeister konzentriert hatte. Er darf sich indes damit trösten, dass er am 14. Oktober trotz der herben Niederlage seiner Partei mit 1722 Vorzugsstimmen immer noch der populärste Politiker Eupens war – vor Claudia Niessen (Ecolo), Patricia Creutz-Vilvoye (CSP), Karl-Heinz Klinkenberg (PFF) und Fred Evers (PFF).

Moment zum Kommen und zum Gehen

Er gehe „ohne Verbitterung“, sagte Keutgen in seiner Rede beim Empfang zum Fest des Königs: „Politiker bekleiden ein Amt auf Zeit. Die Politik ist kein Freundschaftsbund. Das muss man bei Amtsantritt wissen.“

Das erinnerte stark an die Worte seines Vorgängers Fred Evers, der am Abend der verlorenen Wahl im Jahre 2000, als feststand, dass er nicht mehr länger Bürgermeister sein würde, gesagt hatte: „Es gibt einen Moment zum Kommen und einen Moment zum Gehen.“ Heute könnte Rückkehrer Evers, der künftige Schöffe, sein Zitat von damals wie folgt abändern: „Es gibt einen Moment zum Kommen, zum Gehen und wieder zum Kommen…“

7 Antworten auf “Elmar Keutgen”

  1. Ich wünsche Elmar Keutgen alles Gute! Es gibt auch ein Leben nach dem Bürgermeisteramt. Elmar Keutgen geht meiner Ansicht nach erhobenen Hauptes und verdient unser aller Respekt für seine Arbeit als Bürgermeister. Ich möchte auch seine Fairness und seine Menschlichkeit hervorheben – nach dem Sieg und nach der Niederlage.

  2. Lieber Elmar,
    Als Bürgermeister hast Du sehr oft bewiesen, den alten, oft Jahrzehnte alten Probleme die Stirn zu bieten, dabei sehr genau wissend eine Wiederwahl auf’s Spiel zu setzen.
    Naturlich haben Du und die Mehrheit im Stadtrat auch den einen oder anderen Fehler begangen, Ihr habt so viel neues angepackt, ohne Fehler ist das einfach kaum möglich.
    Wenn dann, leider erst nach Deiner Zeit, sich alles auf das Schönste entwickelt und eingefahren hat, wird der Eupener verstehen, das Ihr nicht leichfertig umgegangen seid. Oft habt Ihr bei Entscheidungen die Meinung der Grünen mitberücksichtigt, leider hat Euch das noch nicht einmal zu einem nennenswerten Koalitionsgespräch geführt, dies finde ich persönlich sehr schade.
    Für Dich, lieber Elmar, ein Dankeschön für Deine Arbeit als Bürgermeister und noch viele schöne Jahre mit Deiner Familie, welche ja oft auf Dich verzichten musste.

    Hans Havenith

  3. Frank Bosch

    Zitat : „Oft habt Ihr bei Entscheidungen die Meinung der Grünen mitberücksichtigt, leider hat Euch das noch nicht einmal zu einem nennenswerten Koalitionsgespräch geführt, dies finde ich persönlich sehr schade.“

    Ganz besonders damit, aber auch insgesamt, bin ich mit Ihrem Posting sehr einverstanden, Herr Havenith. Es hat mich allerdings auch verwundert, wie „zahm und brav“ die CSP im Wahlkampf war und wie „leise“ sie argumentiert hat, trotz des doch absolut nicht „harmlosen“ und ziemlich „unfreundlichen“ Sturmlaufs der versammelten Opposition. Nicht dass ich die Resultate der Exekutive in den beiden letzten Legislaturen besonders lobenswert fand (es ist ja wirklich einiges schief gelaufen und tw. zu langsam vorangekommen), aber es wurden doch etliche Sachen angepackt und ich hätte mir persönlich – wie in einem Leserbrief vor den Wahlen schon ausgedrückt – die Vollendung der diversen richtungsweisenden Großprojekte, zusammen mit einem neuen und starken Partner gewünscht. Gründe, dies mit Ecolo zu machen, gab es viele, aber auch mit der PFF hätte man gut zusammenarbeiten können. Beide konnten das aber nach dem heftigen Wahlkampf scheinbar nicht mehr, m.E. prioritär aus Angst, das Gesicht zu verlieren, eher als aus grundsätzlichen Überlegungen.
    Ich habe übrigens auch nie verheimlicht, dass ich es begrüßt hätte, wenn einige der Projekte – unter dem Druck des neuen Partners – nach den Wahlen noch „umgepolt“ worden wären, besonders die Kulturmeile und das Kombibad. Letzteres wollte ja z.B. auch die SP nach den Wahlen „überdenken“, aber es scheint, dass die neue, kommende Mehrheit keinen Einwand dagegen gehabt hat, dass die scheidende Mehrheit das definitive Dossier in den Wochen nach den Wahlen noch eingereicht hat. Soviel zu Wahlversprechen und Wählerbetrug…

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