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Belgier könnten Ende 2021-Anfang 2022 dritte Dosis des Impfstoffs erhalten – „Stärkung der Immunität“

10.03.2021, Sachsen-Anhalt, Magdeburg: Eine Ärztin präpariert eine Spritze mit dem Impfstoff Astrazeneca im Impfzentrum des polizeiärztlichen Dienstes Sachsen-Anhalt. Foto: Ronny Hartmann/dpa

Während es für ärmere Länder zu wenig Impfstoff gibt, könnten in Belgien die ersten Bürger Ende des Jahres 2021 oder Anfang 2022 bereits eine dritte Dosis des Corona-Impfstoffs erhalten. Das kündigte jedenfalls Dirk Ramaekers, der Leiter der Impf-Task-Force, gegenüber der flämischen Zeitung „Het Laatste Nieuws“ an.

Die Impf-Task-Force arbeite bereits an den praktischen Details einer dritten Injektion, hieß es.

„Wir können mit ziemlich hoher Sicherheit sagen, dass wir Ende dieses Jahres, sicherlich Anfang nächsten Jahres, damit beginnen werden, eine zusätzliche Dosis des Corona-Impfstoffs zu verabreichen. Diese zusätzliche Injektion ist ein Booster, um die Immunität der ersten Runde von Impfstoffen zu verstärken“, wurde Ramaekers zitiert.

22.02.2021, Belgien, Puurs: Mitarbeiter sortieren Pakete in Kühlschränke, in denen der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer gelagert wird, in der Produktionsstätte des Pharmaunternehmens Pfizer. Foto: Dirk Waem/BELGA/dpa

Es sei aber noch nicht entschieden, ob jeder Bürger in Belgien diesen zusätzlichen Impfstoff erhalten wird, so Ramaekers: „Hierzu laufen noch Studien. Vielleicht wird es nur für Hochrisikogruppen sein, aber wir berücksichtigen trotzdem, dass es für alle sein wird.“

Weiter sagte Ramaekers: „Es wird weiterhin Impfzentren geben, aber statt der derzeitigen 150 wird es vielleicht 1 oder 2 pro Provinz geben. Die Arbeit wird von Hausärzten, Krankenschwestern für die häusliche Pflege, Betriebsärzten und Apothekern erledigt. Wir schauen uns an, wie das funktionieren soll. Zum Beispiel kann ein Patient noch nicht einfach zum Hausarzt gehen, um sich eine Spritze geben zu lassen, denn eine Impfstoffflasche enthält mehrere Dosen, die so schnell wie möglich verabreicht werden müssen. Es ist trotzdem ärgerlich.“

Dass in Belgien eine dritte Dosis verabreicht werden könnte, erstaunt insofern, als erst am Freitag die Weltgesundheits-Organisation (WHO) an reiche Nationen appelliert hat, Corona-Impfstoff an ärmere Länder zu spenden, statt jetzt damit Kinder zu impfen.

Derzeit stünden nur 0,3 Prozent des globalen Angebots an Impfstoffen Ländern mit niedrigem Einkommen zur Verfügung, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. In vielen Ländern seien noch nicht einmal medizinisches Personal und Pflegerinnen gegen Covid-19 geschützt.

„Ich verstehe, warum manche Länder ihre Kinder und Jugendlichen impfen wollen. Aber zu diesen Zeitpunkt bitte ich sie dringend, dies zu überdenken“, sagte Tedros. Die Dosen sollten besser der Initiative Covax zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt, an dem die WHO führend beteiligt ist, hat eine gerechte globale Verteilung von Impfstoffen zum Ziel. (cre/dpa)

23 Antworten auf “Belgier könnten Ende 2021-Anfang 2022 dritte Dosis des Impfstoffs erhalten – „Stärkung der Immunität“”

  1. DG Bürger

    Bin eher für Warteposition dafür. Erst die Risiko Gruppen und – Leute, danach auch an arme Länder denken, wo jeder E U Staat seine Quoten zu erfüllen hat, nicht so wie jetzt der „Herr Orban“ seine eigene Suppen kochte!? Erst dann sollten die 3ten für alle Belgier da sein.

  2. Die Impfung für tausend Jahre !

    Um die impfstoffe herum existiert nun so eine Art neue Religion. Alle wollen sich so schnell wie möglich impfen lassen (sogar wenn für sie kein Risiko besteht) und die, die es wagen auch nur dieses Benehmen zu kritisieren sind falschgläubige rechtsextreme Verschwörungstheoretiker.

  3. ...alles muss raus....

    Der Leiter der Impf-Task-Force plant schon mal für den Winterschlussverkauf. Da man sich ja mit dem Hersteller verstritten hat, will man wohl die eingelagerten Restdosen an den Mann bringen bevor das Verfallsdatum abgelaufen ist! Er weiss ja bestens dass diese Sosse der indischen Variante nichts entgegen zu setzen hat !

  4. Am Donnerstag beobachtete ich am Dreiländerpunkt, wie sich das Virus verbreiten könnte und bestimmt auch verbreitet. Eine etwa zehnköpfige Gruppe aus Indien fragte eine Passantin mit Kind, ob sie ein Foto von der Gruppe machen könnte. Die Passantin nahm das Handy des Inders, fotografierte die Gruppe und nahm anschließend ihr Kind an die Hand.
    Natürlich braucht bei solchen Gefälligkeiten nicht immer etwas virenmäßig zu passieren. Aber während einer Pandemie sollte man diese freundlichst abweisen, um dem Virus nicht noch unnötigerweise weitere Tore zu öffnen.

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