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Nur wenige Bewerber bestanden Aufnahmeprüfung für Medizin

Die Zulassungsprüfung für ein Studium in Medizin und Zahnmedizin fand am 8. September auf dem Brüsseler Heysel-Plateau statt. Sie war zentral organisiert und dauerte den ganzen Tag. Foto: Belga

Wie schon erwartet worden war, haben in der Französischen Gemeinschaft nur wenige Bewerber die erstmals für die Studienfächer Medizin und Zahnmedizin durchgeführte Aufnahmeprüfung bestanden. Gleich nach dem Test am Freitag hatten etliche Teilnehmer das Examen als übertrieben schwierig kritisiert.

Von 3.471 Kandidaten insgesamt wurden nur 641 zugelassen. Das ergibt eine „Erfolgsquote“ von lediglich 18,47 Prozent.

Getestet wurden die Kenntnisse der angehenden Studenten in den Fächern Chemie, Biologie, Physik und Mathematik sowie bei vier sogenannten „humanen Kompetenzen“ (Synthese, Kommunikation, Ethik und Empathie). Insgesamt musste jeder Bewerber 130 Multiple-Choice-Fragen beantworten.

Foto: Shutterstock

Um die Zulassungsprüfung zu bestehen, musste man insgesamt die Hälfte der Punkte (10/20) und bei jedem Einzeltest mindestens 8/20 erreichen.

Zahlreiche Kandidaten kritisierten die Prüfung als viel zu schwierig. „Ich habe jetzt zwei Monate für diese Prüfung geübt, aber das war einfach zu heftig“, wurde ein Studienanwärter von der Agentur Belga zitiert. Dabei habe er auch an Vorbereitungskursen teilgenommen, die von der Katholischen Universität in Neu-Löwen (UCL) und der Freien Universität Brüssel (ULB) oder privat angeboten worden seien. „Hier wird mit dem Schicksal der Studenten gespielt“, fügte der Vater des Jungen verärgert hinzu.

Die Zulassungsprüfung fand auf dem Brüsseler Heysel-Plateau statt. Sie war zentral organisiert und dauerte den ganzen Tag (von 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr).

Um das Betrugsrisiko zu vermindern, durften die Teilnehmer nur sehr wenig mit in die Prüfung nehmen: Handys mussten ausgeschaltet sein, Kladdeblätter wurden vor Ort zur Verfügung gestellt. Das Gebäude durfte man auch nicht zwischendurch verlassen. (cre)

      • Die Linke

        V or ca 30 Jahren hätte es das um Haaresbreite an einem falschen Knie in der berühmten Antwerpener Klinik gegeben. Person: bekannt, der dies um Haaresbreite passiert wäre !

      • @ RA Rapunzel
        Sowas ist mir schon in eupener Krankenhaus passiert.
        Rechter Knöchel Fuss verstaucht und Handgelenk gebrochen und 2 Wochen später bei der Nachuntersuchung wurde das Röntgenbild nochmals angeschaut + Fuss war gebrochen.
        Oder, Sportunfall, Meniskus und mein Bein wurde eingegipst
        Ist schon einige Jahre her aber wirklich passiert

        • R.A. Punzel

          Laut Mediziner sollten solche „Kapazitäten“ wieder hoffähig werden? Das ist ja so, als ob jeder der einen Schraubenschüssel richtig in der Hand halten kann, verantwortlicher Mechaniker bei einer Luftfahrgesellschaft werden kann.

        • Mischutka

          @ Jango :
          Hallo Jango, das glaube ich dir auf’s Wort ! Ich dachte fast….. mein Vater wäre „auferstanden“ und jetzt als „Jango“ schreiben ….. Es ist nämlich (fast) die gleiche Geschichte, die er vor ca. 40 Jahren schon erlebt hat. Da hatten die „Künstler“ auch ein Röntgenbild gemacht und sein Fuß eingegipst. Ein Kollege hat ihn nach Hause gefahren – dann ist er 6 Wochen durch die Bude geschlichen. Als dann der Gips abkam, hatte er keine Schmerzen mehr – wohl am anderen Fuß umso mehr : denn die hatten den falschen Fuß …… Und mit dem Gehen auf 1 Fuß (der gebrochene) war dieser erst richtig verletzt worden. Dann war eine OP nötig – und 12 Wochen …… – na du weißt schon.
          MfG.

  1. Maskerade

    Trotzdem erschließt es sich mir nicht, warum da u.a. schwierige Mathefragen gestellt wurden.
    Klar, dass bei diesem Gebiet noch mehr durchs Raster fallen; vermutlich so gewollt. Und als Deutschsprachiger ist das Ganze ja noch schwieriger zu bestehen. Können es die Interessenten fürs Medizin-Studium nicht etwa in Deutschland, Österreich oder der Schweiz versuchen. Schwieriger als hier können die Aufnahmeprüfungen dort nicht sein. Also wenn ich ein junger Mensch wäre und gerne Arzt werden möchte, würde ich es in den hiervor bezeichneten Ländern versuchen, wenn dies möglich wäre.

    • Studium in Deutschland ist natürlich möglich , aber hier benötigt man einen Numerus Klausus , der einem Abiturschnitt von etwa 88 % entspricht , das muss man auch erst mal schaffen

      • Nix na und!

        Ich habe nichts gegen rumänische, polnische oder sonstigen ausländischen Medizinern. Hier geht es aber darum, dass einheimischen jungen Menschen durch diese übertriebene Prüfungshürden die Chance , das Studium ergreifen zu können, erschwert wird. Wenn im Ausland der „Einstieg“ genau so schwierig gemacht würde wie jetzt in Belgien, wäre da ja ok, ich habe aber daran meine Zweifel, dass dem so ist….

    • Alfons Van Compernolle

      Nun, der romaenische oder polnische Doktor muss nicht schlechter sein als ein belg. Doktor !
      Es gibt auch sehr gute Mediziner die aus diesen Laendern kommen, hier bei uns!

  2. Augenwischerrei

    Die Aufnahmeprüfung gibt es, weil die Studenten in Namur geklagt haben, weil es nicht genug Studienplätze im zweiten Studienjahr gibt und somit auch Studenten die das Jahr bestanden hatten und nicht weiter studieren konnten.

    http://www.7sur7.be/7s7/fr/1502/Belgique/article/detail/2881580/2016/09/20/La-Justice-donne-raison-aux-recus-colles-de-Namur.dhtml

    Die Zulassungsprüfung entscheidet wer beginnen darf Zahn- und Humanmedizin zu studieren, die Zahl der Absolventen beeinflusst das nicht. Will sagen z.B.: ob, 180 oder 50 beginnen zu studieren es dürfen immer nur 34 ins zweite Jahr.
    Ich glaube fehlen Studienplätze und deswegen soll vorher eliminiert werden. Nur weil kein Geld für Bildung da ist, NİCHT um den Bildungsstandart zu steigern.
    In der Aufnahmeprüfung wurden neben Chemie, Bio, Physik auch Fächer wie Französisch Literatur, Mathe, Ethik und Reflexion gefragt. Dort sollte man seitenlange Texte lesen und dann Wörter die “fast gleichbedeuten” einsetzen. Nicht einfach für Abiturienten die nicht Französisch als Muttersprache haben.
    In Ostbelgien muss man monatelang auf einen Zahn- oder Facharzttermin warten. Diese Situation wird sich verschlechtern, da die Chancen für Deutschsprachige das Medizinstudium zu beginnen sich verschlechtert haben.
    Außerdem ist das ein klares Signal an die Schüler: “Wenn du Zahn- oder Humanmedizin studieren möchtest, ist es von Vorteil an einer Französischsprachigen Schule das Abitur zu machen!” Deutschsprachige Schulen haben hier klare Nachteile.

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