Standpunkt

A wie Anderlecht (Top) und Antwerpen (Flop)

Im belgischen Fußball-Oberhaus ist eine spannende Meisterschaft zu Ende gegangen. Bis kurz vor Schluss der Play-offs 1 hatten noch 5 Erstligisten Titelchancen. Champion wurde Abonnement-Meister RSC Anderlecht. 32 Meistertitel haben die „Veilchen“ seit 1947 eingefahren. Macht 1 Titel alle 2 Jahre. Mit 32 Meistertiteln hat Anderlecht so viele Meisterschaften gewonnen wie Ajax Amsterdam in Holland und Real Madrid in Spanien. Nur die beiden Klubs aus Glasgow – Celtic (44) und Rangers (54) – sind noch häufiger Landesmeister geworden.

Der Titel für Anderlecht ist verdient, daran kann es keinen Zweifel geben. Hätte der Rekordmeister nicht gegen eine mysteriöse „Elfmeter-Krankheit“ ankämpfen müssen, wäre die Meisterschaft schon viel früher für den Brüsseler Nobelverein in trockenen Tüchern gewesen. Weil aber zig Anderlechter Spieler vom Elfmeterpunkt aus scheiterten, ist die Meisterschaft bis zur letzten Minute spannend geblieben.

Zulte Waregem die große Überraschung

Die große Überraschung war Zulte Waregem. Noch vor 10 Jahren kämpften die Westflamen zusammen mit der AS Eupen um den Aufstieg in die 1. Division. Beide Vereine scheiterten, aufgestiegen ist in jenem Jahr Heusden-Zolder, das inzwischen längst vom Erdboden verschwunden ist. Trainer bei Zulte Waregem war schon damals Francky Dury, der in dieser Saison verdientermaßen zum Trainer des Jahres gewählt wurde.

Mit etwas mehr Glück (und einigen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter weniger) hätte Zulte Waregem die Meisterschaft gewonnen. Der Titel wäre eine Belohnung gewesen für eine insgesamt herausragende Saison, in der Franck Berrier, Mbaye Leye & Co. fantastischen Kombinationsfußball zeigten. Chapeau!

Was ist sonst noch von dieser Saison 2012-2013 in der 1. Division festzuhalten? Nun, der FC Brügge hat in den Play-offs gezeigt, dass er Potenzial hat. Ebenso der RC Genk, der immerhin Pokalsieger geworden ist. Standard Lüttich hat ein ziemlich chaotisches Jahr hinter sich. Nur ein Erfolg im Duell gegen AA Gent um das letzte Ticket für die Europa League kann die Saison der „Rouches“ noch retten.

Blamage für den Antwerpener Fußball

Die Fußballsaison in der 1. Division hat erneut ein prominentes Opfer gefordert: Beerschot Antwerpen ist pleite.

Es ist das erste Mal seit der allerersten Meisterschaft 1895-1896 (!), dass kein Antwerpener Verein in der höchsten Fußballklasse mitspielt. Nach dem Debakel bei der EM 2000 in Belgien und den Niederlanden, die ohne ein Spiel in Antwerpen über die Bühne ging, weil sich die Antwerpener nicht auf ein Stadion einig werden konnten, ist dies eine weitere Ohrfeige für die Scheldemetropole, die sich sonst so gerne avantgardistisch gibt, regelmäßig aber in Kleinkariertheit und Borniertheit verfällt.

Ein Letztes zur 1. Division: So spannend die Play-offs 1 auch waren, die Play-offs 2, für die sich kein Mensch interessiert, sind eine Schande für den Fußball. So eine „Goldene-Ananas-Mini-Meisterschaft“ haben die belgischen Fußball-Fans nicht verdient!

GERARD CREMER

 

 

2 Antworten auf “A wie Anderlecht (Top) und Antwerpen (Flop)”

  1. Réalité

    „Chapeau“ für den Club Zulte -Waregem für diese Leistung!Zum „fast vergleich“,wie vor Jahren Salmrohr in der Regional Liga Südwest!
    „Rote Karte“ fûr den Antwerpener Fussball!Seit Jahren nur noch runtergewirtschaftet!War da nicht mal was….mit dem Präsidenten des ältesten Clubs im Lande,der FC Antwerpen….!!??Wenn die Clubführungen nicht stimmen,taugt der Rest auch nichts!
    Jetzt will der „tolle Hecht Bart de Weever“ sich auch noch in den Sport einmischen!?
    Pass auf Bart!In Zulte sind einige Francophone am Werk…..daher u.a. auch der „gute Tabellenplatz“!
    Hein Bart,et kwè maintenant??Da biste platt wa!!??

  2. Eastwind

    @Réalité: Zulte Waregem sollte man nicht überschätzen, aber der Vergleich mit Salmrohr ist doch erwas an den Haaren herbeigezogen. In Belgien spielte ein Außenseiter um den Landesmeistertitel! Ist ja doch was anderes als Regionalliga Südwest.
    Und zu Bart De Wever: Vielleicht ist es ja gut, dass sich in Antwerpen die Politik aktiv einmischt. Schlechter als bisher kann es nicht mehr werden.

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