Standpunkt

Die Ignoranz (Eupen) und Arroganz (Kelmis) der CSP

Die CSP hat also in Eupen verloren. Wie erwartet. Überraschend ist allenfalls, dass die Bürgermeister-Partei gleich vier Mandate einbüßt. Die Optimisten in der Partei glaubten in den letzten Tagen, dass es vielleicht noch gelingen könnte, den Abwärtstrend in erträglichen Grenzen zu halten. Es war wohl Zweckoptimismus. Es kam, was kommen musste: Die Eupener CSP hat die Quittung für ihre desaströse Politik in der vergangenen Legislaturperiode bekommen.

Es ist ja nicht so, dass sich die Partei von Elmar Keutgen nicht bemüht hätte, aus Eupen etwas zu machen. Nein, sie hat sogar sehr viel gemacht, wahrscheinlich sogar zu viel. Sie hat aber das, was sie gemacht hat, schlecht gemacht. Vor allem hat sie es schlecht vermittelt.

Anflug von Selbstbeweihräucherung

Die Pannenserie begann schon unmittelbar nach dem grandiosen Sieg von 2006, als die Christlich-Sozialen in einem Anflug von Selbstbeweihräucherung und Hochmut auf eine Koalition mit einem starken Partner verzichteten. Dabei wussten sie, dass sie all das, was sie sich für die neue Legislaturperiode vorgenommen hatten, allein mit der in den letzten Zügen liegenden PDB unmöglich würden stemmen können.

Insofern hat sich die CSP das Debakel von Sonntag größtenteils selbst zuzuschreiben. Hinzu kamen noch andere hausgemachte Pannen. Die ehrgeizigen Projekte wurden oft dilettantisch durchgeführt. Zudem ging man mit einer eher durchschnittlichen Liste in den Wahlkampf. Die Brüskierung von Stimmenmagnet Patrick Meyer machte alles noch komplizierter. Und schließlich, wie schon im letzten „Standpunkt“-Artikel vor der Wahl erwähnt, glaubte die CSP, weitgehend ohne moderne Kommunikationsmittel wie Internet und Facebook auskommen zu können. Eine krasse Fehleinschätzung.

Dreistes Kalkül in Kelmis

Der Eupener CSP ist also zu viel Ignoranz zum Verhängnis geworden. In Kelmis wurde ebenfalls die Ignoranz der dortigen Christlich-Sozialen abgestraft, vor allem jedoch deren Arroganz. Dem dreisten Kalkül, man brauche sich nur vorzeitig mit der SP zu verständigen, um mit Sicherheit weitere sechs Jahre an der Macht zu bleiben, haben die Kelmiser Wähler eine Absage erteilt – nach dem Motto: So nicht, Herr Grosch!

GERARD CREMER

Siehe auch Artikel: Sensation in Kelmis – Anti-CSP-Koalition in Eupen mit Klinkenberg als Bürgermeister?

Siehe auch Artikel: Stimmen zur Stadtratswahl in Eupen: “Klares Zeichen für den Wechsel”

6 Antworten auf “Die Ignoranz (Eupen) und Arroganz (Kelmis) der CSP”

  1. Dr. Albert Jürgen Enders

    Prima, dass die CSP abgestraft wurde. Jetzt kommt in Eupen hoffentlich eine Koalition zustande, die sich wirklich für die Stadt Eupen einsetzt und nicht nur Karneval, AS und natürlich an sich selber denkt.

    • j.l.nyssen

      richtg so hochmut und stols geben in der lokalpolitik nicht der richtige dünger für die lösung lokaler probleme.
      wenn sich bügermeister und ein teil der schöffen als götter ihrer funktion darstellen, dan ist es zeit diese in die wüste zu schiken. dieses hat der wähler richtg verstanden.
      ob die neuen es besser machen,schauen wir mal bei der kommenden wahl.

  2. Norbert Masson

    Die Hauptmisere der CSP in Eupen war die nicht vorhandene Komminikation mit den Bürgern und deren Probleme.
    Wenn man den Bürger wie einen unmündigen Patienten behandelt,der die dagereichten Pillen zu schlucken hat,
    ohne zu erklären,warum und weshalb,wird in einer Welt,wo Austausch,Kommunikation und Mitspracherecht
    oberstes Gebot ist zu recht abgestraft.

    • Den Eindruck hatte ich auch seit einigen Jahren, aber auch vor 12 Jahren. Manche erfolgreichen, machtsüchtigen Menschen, vor allem Politikern, fehlt nach einer gewissen Zeit das rechte Augenmaß und die Bodenhaftung. Folge sind Überheblichkeit, Ignoranz für die wirklichen Bedürfnisse der Menschen. Gleich wo und parteiübergreifend. Ein guter Arzt, wie Manager sollte ständig den Puls der Basis im Auge behalten.

  3. Aurore Sprott

    Eupen hat Zukunft!!!!!!!!!!!
    Gerüchten zufolge sollen erfolglose Privatiers aus der Eifel nicht nur in Eupen wohnen, sondern auch dort noch Karriere gemacht haben…. als Politiker.
    Also: Kopf hoch; es kann nur besser werden.

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern