Vor zehn Jahren – am 24. März 2016 – verlor die Fußballwelt eine ihrer größten Ikonen: Johan Cruyff. Der Einfluss des Niederländers ist bis heute spürbar – in der Art, wie Fußball gedacht, gespielt und verstanden wird.
Geboren 1947 in Amsterdam, war Cruyff weit mehr als nur ein außergewöhnlicher Spieler. Er war ein Visionär, ein Rebell des Einfachen. „Fußball ist einfach, aber es ist schwierig, einfachen Fußball zu spielen“, sagte er einmal – und brachte damit seine gesamte Philosophie auf den Punkt.
Seine Karriere begann bei Ajax Amsterdam, wo er zur zentralen Figur einer der erfolgreichsten Mannschaften Europas wurde. Drei Europapokale der Landesmeister in Folge (1971–1973), zahlreiche nationale Titel und drei Ballon-d’Or-Auszeichnungen machten ihn schon früh zur Legende.

Johan Cruyff im Jahre 2009 als Trainer der (inoffiziellen) Nationalmannschaft Kataloniens. Foto: Shutterstock
1973 wechselte er zu FC Barcelona – ein Transfer, der Geschichte schrieb. Als Spieler führte er die Katalanen 1974 zur lang ersehnten Meisterschaft, später als Trainer formte er das berühmte „Dream Team“, das 1992 Europas Fußballkrone gewann. Seine Ideen – Ballbesitz, Raumkontrolle, Spielintelligenz – prägen den Verein bis heute.
Auch auf der größten Bühne begeisterte Cruyff: Bei der FIFA-Weltmeisterschaft 1974 führte er die Niederlande ins Finale und wurde zum Gesicht des „Totalen Fußballs“. Der Titel blieb aus – doch sein Einfluss war größer als jeder Pokal. „Qualität ohne Resultat ist sinnlos. Resultat ohne Qualität ist langweilig.“
Im Oktober 2015 dann die Diagnose: Lungenkrebs. Cruyff, der jahrzehntelang starker Raucher gewesen war, begegnete auch dieser Herausforderung mit seiner typischen Klarheit und Ruhe. Zwischenzeitlich zeigte er sich optimistisch – ganz so, als würde er auch dieses Spiel kontrollieren können. Doch am 24. März 2016 verlor er seinen letzten Kampf. Er starb im Alter von 68 Jahren in Barcelona, im Kreis seiner Familie.
Zehn Jahre nach seinem Tod bleibt Johan Cruyff unvergessen. Nicht nur als einer der größten Spieler aller Zeiten, sondern als jemand, der dem Fußball eine Seele gegeben hat. (cre)