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Arimont: „EU-Kommission bewegt sich beim Thema Wolf“ – Öffentliche Konsultation zur Anpassung des Schutzstatus

Ein Wolf steht in einem Gehege. Die EU-Kommission will den Abschuss von wild lebenden Wölfen erleichtern und so Weidetiere wie Schafe besser schützen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Nachdem das Europäische Parlament die EU-Kommission auf Betreiben der EVP-Fraktion dazu aufgefordert hatte, den bestehenden strengsten Schutzstatus des Wolfes zu senken und eine auf die Regionen zugeschnittene Bestandsregulierung zu ermöglichen, hat die Kommission nun eine öffentliche Konsultation zu dieser Thematik angekündigt.

Der ostbelgische EU-Abgeordnete Pascal Arimont (CSP-EVP) erklärt dazu: „Die EU-Kommission hatte in Reaktion auf unsere Resolution bereits eine wissenschaftliche Datenerhebung begonnen, um den europaweiten Bestand der Wölfe zu prüfen. Nun weitet die Kommission diese Analyse um eine öffentliche Konsultation aus, die zum 22. September 2023 abgeschlossen sein soll. Sie begründet diesen Schritt damit, dass sie weitere Daten braucht, um ein vollständiges Lagebild zum Wolf in Europa zu erhalten.“

Austausch zum Thema „Ansiedlung des Wolfes in Ostbelgien: Welche Folgen für unsere Natur und Landwirtschaft?“ im Saal „Zur Alten Linde“ in Weywertz im Juni 2023. Foto: Frederik Wiesen

Nach eigenen Angaben will die Kommission auf Basis dieser Daten über einen Vorschlag entscheiden, gegebenenfalls den Status des Wolfsschutzes in der EU zu ändern und den Rechtsrahmen zu aktualisieren. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, dass die Konzentration von Wolfsrudeln in einigen europäischen Regionen zu einer echten Gefahr für Nutztiere und potenziell auch für den Menschen geworden ist.

Arimont zeigt sich zufrieden: „Wir stellen hier ein Umdenken seitens der Kommission fest. Und dieses Umdenken ist angesichts des exponentiellen Wachstums der Wolfspopulationen in vielen Regionen der EU und der steigenden Anzahl gerissener Weidetiere auch dringend notwendig. Gemeinsam mit vielen meiner Kollegen im EU-Parlament werde ich weiterhin darauf drängen, eine auf die Regionen zugeschnittene flexible Handhabe für die Bestandsregulierung der Wölfe zu erreichen.“

Mit geschätzt rund 22.000 Exemplaren ist der absolut strengste Schutz für den Wolf nach Meinung von Arimont einfach nicht mehr gerechtfertigt: „Nicht nur der Wolf ist schützenswert, schützenswert ist auch der ländliche Raum und seine vielen Weidetiere, die durch die wachsende Wolfspopulation immer stärker gefährdet sind. Darum brauchen wir endlich ein auf die Regionen zugeschnittenes, flexibles Wolfsmanagement, das eine ‚Entnahme‘ dort möglich macht, wo sie notwendig ist.“

24 Antworten auf “Arimont: „EU-Kommission bewegt sich beim Thema Wolf“ – Öffentliche Konsultation zur Anpassung des Schutzstatus”

  1. Im Juni/Juli versuchte ein Landwirt in den Niederlanden seine Schafe gegen einen Wolfsangriff mit einer Heu- oder Mistgabel zu verteidigen. Dabei wurde er vom Wolf gebissen (soweitl der Wolf greift keinen Menschen an). Daraufhin ordnete der Bürgermeister des Ortes an den Wolf zu erschiessen.
    Was passierte? Sowohl der Landwirt als auch der Bürgermeister werden vor Gericht zitiert wegen Angriffs, bzw. Tötungsbefehl gegen den Wolf.

      • Ich finde es auch normal, dass ein Landwirt seine Tiere verteidigt wenn der Wolf in der Herde ist. Die Schafe waren hinter wolfsabweisendem Zaun, das sollte man auch erwähnen. Der Bürgermeister ist der lokale Ansprechpartner für die Öffentliche Sicherheit, er war vor Ort und musste die Situation managen, da war dann kein Wolfskuschler zur Stelle! Es ist auch nie ein Wolfkuschler zur Stelle wenn die zerrissenen Kadaver aufgesammelt werden müssen, Zaun gemacht werden muss oder eine Herde verängstigter Tiere mitten in der Nacht eingesammelt werden muss. Die Polizei wurde verständigt, die ihrerseits, als Vertreter der Exekutive, dann auch das Tier erschossen hat!
        Ich bin gespannt wie das Verfahren aus geht, denn es wird zeigen wie es mit der Kohabitation mit dem Wolf in Zukunft weitergehen soll.
        Der Richter muss sich das sehr gut überlegen, denn wenn der Bürgermeister oder der Landwirt hier bestraft werden, dann werden die sich das ganz sicher nicht gefallen lassen und andere Bürgermeister und Landwirte ebenso.

  2. Bäderkönig Eduard

    Es gibt Gerüchte das im Venn ein Märchenfilm gedreht wird unter dem Titel, Arimont, der Wolf und die Wahlen. Die Erstausstrahlung soll am Tag der PDG Wahl 2024 erfolgen. ( Satire )

  3. Peer van Daalen

    Wer etwa 200 bis 250 Meter westlich des Place Léon d’Andrimont in Dolhain die Wölfe heulen hört, möge sich bitte nicht gleich ins Höschen machen.

    Es handelt sich hier um ein Wolfsgehege und die Tiere sind eingezäunt.

    https://www.openstreetmap.org/node/569989408/history

    Kann man auch besichtigen (nach Voranmeldung). Ist ganz interessant und es gibt einige Antworten auf Fragen, die so mancher hier noch nie gestellt hat.

    https://www.wolf-center.eu/de/bezoek-onze-wolven

    Bewerten im Sinne von Zweck und Nutzen werde ich diese Einrichtung allerdings nicht.

  4. Baudimont

    Arimonnt,
    Ah, dieser Meister des automatischen Applauses für alles, was in Europa passiert! Man fragt sich, ob er überhaupt einen kritischen Verstand besitzt oder einfach nur Angst hat, die Empfindlichkeiten der Korrupten und der Meister der Absurdität zu verletzen, die die Geschäfte leiten. Vielleicht verwechselt er die Europäische Union mit einer Comedy-Show, in der jede Entscheidung eine Clownsnummer ist, die fröhlich beklatscht werden muss. Oder vielleicht hat er einfach seine Stimme der Dissidenz in den Gängen von Brüssel verloren, erstickt vom Lärm der Bürokraten. Wie auch immer, seine bedingungslose Begeisterung ist ein Rätsel, das selbst Herkules schwer lösen würde!

  5. Bauernbund

    Ach ist die Bauernlobby wieder zugange ? Der höchstsubventionnierte Berufsstand will jetzt keine Wölfe und die Ökomamas von der Häkelgruppe haben auch entdeckt dass Wildtiere halt „wild“ sind und wir unsere Regionen so überbevölkern, dass es wohl zu Konflikten Tier mit Menschen kommen könnte, anders als im Streichelzoo … ach die (teuer bezahlende) Jagdlobby nicht vergessen, die ihre Quoten nicht schafft aber den bösen Wolf nicht im Revier haben will … und schwups dreht sich ein prinzipienloser Politiker, der seiner (teils rechten und rückwärts gerichteten) EVP blind folgt, wie immun Fähnchen im Wind… der ländliche Eifelwähler soll’s ihm danken.

    • Die Wolfskuschler haben jahrelang das Problem verharmlost und sehen selbst jetzt das Problem nicht. Dann werden diese Wolfskuschler jetzt erkennen, dass sie in der Minderheit sind. Die Mehrheit will den Wolf nicht. So wie der Schützstatus demokratisch entschieden wurde, so kann er genauso demokratisch abgeschafft werden.

    • Gastleser

      @bauernbund
      ???
      Der einfältige Eifler hat dieses Problem nun mal live vor der Tür, ob er jetzt Bauer, Jäger, Naturfreund oder sonst was ist.
      Sie wollen das Subventionsspiel spielen?
      OK, dann streichen wir mal ein wenig beim Stadtaffen;
      keine Sozial und Drogenberatung mehr, alles was mit „(inter)kulturell“ im Namen beginnt wird nicht mehr gefördert und der Nahverkehr wird auf ländliches Niveau zusammen gestrichen.
      Dummes Level für einen Dialog, oder?
      Dann unterlassen es doch „den Eifler“ für dumm zu verkaufen.

    • DR ALBERN

      @ Bauernbund, die Anwesenheit des Wolfes in unseren Wäldern macht doch eigentlich die Jagd überflüssig, zumindest die Verlängerung der Jagdzeiten (Januar-Februar) zur Erreichung der Quoten!!!

    • Oma aus der Häckelgruppe

      Wer ist der höchstsubventionierte Berufsstand? Werden ‚Wokus‘, Umweltberater, Naturschützer und Politiker Einkommen nicht sogar zu 100% subventioniert, OHNE etwas zu produzieren? Die Landwirte bekommen Subventionen und müssen im Gegenzug höhere Umweltauflagen einhalten. Beim Wolf zahlt man ihnen Ausgleich für Schäden, aber nicht für die ganze verlorene Zeit wenn sie kontrollieren und unterhalten müssen. Was wird da also subventioniert? Die Umwelt wurde subventioniert! Fragt sich nur warum die Situation sich nicht bessert? An den Kontrollen kanns ja nicht liegen. Die Kontrolleure werden schließlich aus dem gleichen Fördertopf wie die Landwirte bezahlt um jeden Meter Hecke, jeden Baum, jeden Tümpel und jeden Quadratmeter Land genauestens zu vermessen, wobei sie es auch nach 40 Jahren immer noch nicht geschafft haben alles zu messen.

  6. Forstwirtschaft

    Es würde dem Wald besser gehen wenn Jagd-und Forstpolitik von den Leuten vor Ort gemacht würde und nicht von den Städtern. Grüne Umweltministerin, grüne Generaldirektorin…game over!

  7. Peer van Daalen

    @Haha 07/09/2023 07:53 „Die Wolfskuschler haben jahrelang das Problem verharmlost und sehen selbst jetzt das Problem nicht“

    „Mit geschätzt rund 22.000 Exemplaren ist der absolut strengste Schutz für den Wolf nach Meinung von Arimont einfach nicht mehr gerechtfertigt:“ Quelle: https://ostbelgiendirekt.be/thema-wolf-schutzstatus-361396

    Seh ich auch so. Das muß auf eine vertretbares Maß runter gestutzt werden. Aber man muß ja nicht gleich die gesamte Population auslöschen, zumal Opfer von Wolfsrissen i.d.R. nach einer Untersuchung auf den Wahrheitsgehalt entschädigt werden. Es hat nämlich immer wieder Betrugsversuche gegeben.

    https://ostbelgiendirekt.be/wolf-getoetet-361426

    Und Emma? https://www.vrt.be/vrtnws/de/2023/09/01/woelfin-emma-laesst-sich-noerdlich-von-antwerpen-nieder-sie-sc/

    Die kann bleiben. Die ist nett und läßt Schafe, Ziegen und Damhirsche etc. in Ruhe, obwohl sie an diese Tiere vorbeistreift.

    Und, – wie hier bemerkt – https://ostbelgiendirekt.be/thema-wolf-schutzstatus-361396#comment-444125 – kann ein Besuch dieser Einrichtung – https://www.wolf-center.eu/de/bezoek-onze-wolven – direkt bei Dolhain niemanden schaden, egal ob Feind oder (gemäßigter und realistischer) Dulder von Wölfen.

    • Das mit den Entschädigungen und der Wahrheit ist nicht so einfach wie das scheint:

      – Entschädigungen für Schutzmaßnahmen sind pro Betrieb begrenzt und die gibt’s auch nur für Schutzmaßnahmen im anerkannten Wolfsgebiet, also nur dort wo sich ein Rudel niedergelassen hat, und nur für gefährdete Arten, wie Schafe, nicht für Rinder oder Pferde.
      – Der Landwirt muss 20 % der Kosten selber finanzieren, vorher aber auch noch auf EIGENE Kosten den alten Zaun raus reißen. Wo kein Zaun gestanden hat, da gibt’s auch kein Geld für einen neuen Zaun.
      – Der Zaun muss täglich kontrolliert werden und wenn etwas kaputt geht, dann gibt’s nicht noch ein zweites Mal Geld.
      – Der Zaun muss, wenn die Weidetiere nicht dort sind, geöffnet werden bzw demontiert.
      – Für Elektrozaun wird eine hohe Stromspannung gefordert, sonst hat der Zaun keine abschreckende Wirkung. Das bedeutet, dass die Vegetation permanent zurückgeschnitten werden muss, damit der Zaun nicht durch Gras oder Äste geerdet wird. Dieser Zaun muss bereits 20 cm über dem Boden beginnen!
      – Der Zaun muss einen Unterwühlschutz haben. Das ist entweder ein Maschendrahtgeflecht, dass man flach über den Boden legt, oder ein Maschendrahtgeflecht, dass man in den Boden eingräbt, oder einen Stacheldraht direkt über dem Boden, an der Außenseite des Zauns. Wo steht der Zaun? Auf der Parzellengrenze! Der Nachbar wird nicht akzeptiere, dann sie auch seiner Parzelle noch einen Unterwühlschutz verlegen. Eingraben kostet ein Schweine-Geld: das Eingraben selber, ein solider und höherer Maschendraht und höhere Zaunpfähle, denn die bleiben sonst in der aufgewühlten Erde gar-nicht stehen. Und was ist sonst noch auf der Parzellengrenze? Straßen oder Wege (die man nicht mal so eben durch Grabearbeiten destabilisieren darf), Versorgungsleitungen fur Telefon, Strom, Wasser, Bachläufe, Bäume, Hecken, eine Böschung oder ein Haufen Rundballen (die dem Wolf als Übersprunghilfe dienen können), der Zaun oder die Einfahrt zur Parzelle des Nachbarn (die offen bleiben muss) … Das muss alles irgendwie aneinander vorbei gehen.
      – Wenn man sich Schutzhunde zulegt, dann gelten für diese Hunde auch Regeln! Das sind Hunde die auch nach dem Ankauf weiter trainiert werden müssen und die JEDEN Eindringling abwehren und das GANZE Jahr bei den Schafen bleiben, auch im Winter. Als Eindringlinge zählen der Tierarzt, andere Hunde, wie der hofeigene Hütehund (der die Schafe zusammentreibt), fremde Menschen, wie Wanderer, spielende Kinder, Füchse, Katzen … Und wenn der Schutzhund einmal den falschen Eindringling angreift (den Tierarzt, ein spielendes Kind, ein Wanderer, eine Katze, ein Hund …), dann ist der LANDWIRT dafür haftbar! Für solche Fälle kann man sich versichern, aber diese Versicherung zahlt der Landwirt!
      – Ein Hund reicht nicht aus, es braucht deren mindestens 2, PRO HERDE! Und die Schutzhunde kämpfen auch untereinander um die Rangordnung, was umso schlimmer wird je mehr man deren hat!

      Als letztes dann noch zur „Wahrheit“: Da kommt eine Person aus dem „Wolfsnetz“ DNA Proben sichern. Das sind keine „Forensiker“! Wenn da jetzt eine Person kommt, die eventuell gerade noch einen Hund gestreichelt hat, und ohne Handschuhe eine Abstrich oder Proben sammelt, sie im Privatauto transportiert, in einem Fahrzeug wo eventuell der eigene Hund auch gelegentlich mitfährt, dann wundert man sich dann, das plötzlich so viele Proben mit dem Analyseergebnis „Hund“ aus dem Labor kommen.
      Es gibt KEINE Möglichkeit für den Landwirten eine Gegenprobe zu machen! Es gibt nur EIN EINZIGES anerkanntes Labor, das AUSSCHLIESSLICH Proben von den offiziellen Stellen analysiert. Man kann den Tierarzt beauftragen eine Analyse zu machen, aber dann zahlt der Landwirt diese Analyse selber und sie wird womöglich nicht anerkannt!

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