Politik

SERIE – 6. FOLGE: Lambertz und die „Alte Dame vom Marktplatz“

Karl-Heinz Lambertz (Bild) nennt Freddy Derwahl einen „eiskalten Machtstrategen“, dessen Ziel es gewesen sei, die einst führende Partei in Ostbelgien „kaputt zu machen“. Foto: Gerd Comouth

„Ostbelgien Direkt“ veröffentlicht an dieser Stelle eine weitere Folge der Serie „30 Jahre Lambertz: Vom ‚Genossenkiller‘ zum Senator“. Nachdem das zeitweise schwierige Verhältnis der Gallionsfigur der ostbelgischen Sozialisten zum BRF bereits in der Folge „Lambertz und die Medien – Die Affäre Horn“ beleuchtet wurde, geht es diesmal um die sehr oft angespannten Beziehungen zwischen Lambertz und der „Alten Dame vom Marktplatz“, also dem Grenz-Echo.

Angespannt waren die Beziehungen zwischen dem Grenz-Echo und den Sozialisten schon Anfang der 1950er Jahre, da war Lambertz noch ein Kleinkind.

Als im Jahre 1953 das Grenz-Echo sich weigerte, eine Todesanzeige für die verstorbene Gründungsfigur der Sozialdemokratie in Eupen, Karl Weiss, zu drucken, schlug der Tageszeitung eine Welle der Empörung entgegen.

„Da haben die Mitstreiter von Karl Weiss selber eine Todesanzeige gedruckt, und die Beerdigung war eine der eindrucksvollsten, die Eupen je erlebt hat“, schilderte der Historiker Dr. Herbert Ruland das feindselige Verhältnis zwischen dem Grenz-Echo und den Sozialisten Anfang der 1950er Jahre.

Der Schriftzug "Grenz-Echo" auf der Außenfassade des Verlagsgebäudes auf dem Eupener Marktplatz. Foto: OD

Der Schriftzug „Grenz-Echo“ auf der Außenfassade des Verlagsgebäudes auf dem Eupener Marktplatz. Foto: OD

Auch in den 1960er und 1970er Jahren kam es regelmäßig zu Irritationen zwischen der Tageszeitung und den Sozialisten. Erst im Laufe der 1980er Jahre kam so etwas wie „Entspannung“ auf.

Richtig normalisiert hat sich das Verhältnis eigentlich nie. Das lag zum Teil an der Person von Karl-Heinz Lambertz, der ab 1990 Minister der DG war, obendrein anfangs auch zuständig für die Medien, und ab 1999 Ministerpräsident.

In den 1990er und vor allem in den 2000er Jahren kam es immer häufiger zu Unstimmigkeiten zwischen Lambertz und dem Grenz-Echo bzw. zwischen Lambertz und Grenz-Echo-Verleger Alfred Küchenberg, der aber Lambertz‘ Drohungen lange Zeit widerstand. Dafür war ich, der ich seit dem 1. Januar 2005 Grenz-Echo-Chefredakteur war, Küchenberg auch dankbar. Leider sollte dieser Schutz nicht ewig währen…

Einige Male hatte ich sehr kritisch über Lambertz berichtet. Mir missfiel unter anderem sein ganzes Machtgehabe. Auch seine endlosen Monologe im Parlament waren mir ein Dorn im Auge. Diese Monologe waren letztlich auch Ausdruck von Machtarroganz.

Es gab zudem einige sehr kritische Berichte von mir im Grenz-Echo über die Schuldenpolitik der DG unter Ministerpräsident Lambertz und dessen Außenbeziehungen, die ich heute noch für falsch halte, weil sie im Vergleich zum Aufwand und zu den Kosten viel zu wenig gebracht haben.

Wutanfälle und Drohungen

Ein Steckenpferd von mir war auch der Tag der DG, an dem sich bis auf zwei Stehempfänge in Brüssel und in der DG nichts tat („Wer ist diesmal der Traiteur?“, Grenz-Echo, 15. November 2007). Erst seitdem Oliver Paasch (ProDG) Ministerpräsident ist, hat der Festtag der DG etwas anderes als Stehempfänge zu bieten.

In den insgesamt gut 13 Jahren, in denen ich beim Grenz-Echo tätig war, sei es als Redakteur (1993-1999) oder später als Chefredakteur (2005-2012), bin ich Lambertz etliche Male auf den Keks gegangen, weshalb er in all den Jahren auch mehrfach bei Küchenberg meine Entlassung gefordert hat. Und solange ich für Küchenberg der richtige Mann auf dem richtigen Platz war, hatte ich auch nichts zu befürchten.

Persönlich habe ich nie etwas gegen Lambertz gehabt. Er war so, wie er ist, und ich war das auch. Aber seine Drohungen konnten heftig ausfallen, wenn er einen seiner Wutanfälle bekam.

Grenz-Echo-Verleger Alfred Küchenberg. Foto: Gerd Comouth

Grenz-Echo-Verleger Alfred Küchenberg. Foto: Gerd Comouth

Lambertz hatte Einfluss auf Geldflüsse, mit denen er die „Alte Dame vom Marktplatz“ drangsalieren konnte. An der Pressebeihilfe von konstant 174.000 Euro pro Jahr konnte er nicht viel ändern, wohl aber an den DG-Geldern für Werbung und für Buchankäufe. Letztere gingen insgesamt von 28.669,13 Euro im Jahr 2010 auf 15.445,96 im Jahr 2012 zurück, um dann im Jahr 2013 auf 95.511,14 Euro anzusteigen.

Ähnlich die Entwicklung bei den DG-Ausgaben für Werbung. Sie reduzierten sich insgesamt von 92.212,29 Euro im Jahr 2010 auf 63.952,38 Euro im Jahr 2012, um dann im Jahr 2013 wieder auf 95.094,41 Euro zu steigen.

Anfang 2012 waren die Beziehungen zwischen Lambertz und dem Grenz-Echo auf dem absoluten Tiefpunkt. Eines Tages zitierte mich Küchenberg in sein Büro. Er war so aufgeregt, wie ich ihn selten erlebt habe. Mit zittriger Stimme sagte er mir: „Gerard, du musst unbedingt mit Lambertz sprechen, die DG kauft keine Bücher mehr bei uns.“

„Ich mit Lambertz sprechen? Wieso das denn?“, erwiderte ich. Ich sah nicht ein, weshalb ich als Chefredakteur quasi einen Canossagang zu Lambertz antreten sollte, nur damit die DG wieder Bücher beim Grenz-Echo kauft.

Eine solche Vorgehensweise entsprach nicht meinem Charakter und nicht meiner Vorstellung von Gewaltentrennung zwischen Presse und Politik. Im Übrigen glaube ich auch nicht, dass es viel geändert hätte. Meine Tage am Marktplatz waren wohl eh gezählt…

GERARD CREMER

Bereits auf „Ostbelgien Direkt“ erschienen:

SERIE – 1. FOLGE: Karl-Heinz Lambertz, der Extreme

SERIE – 2. FOLGE: Karl-Heinz Lambertz, der Allmächtige

SERIE – 3. FOLGE: Lambertz und die Medien – Die Affäre Horn

SERIE – 4. FOLGE: Lambertz, der Authentische und Verlässliche

SERIE – 5. FOLGE: Lambertz, der Schulden(frei)macher

76 Antworten auf “SERIE – 6. FOLGE: Lambertz und die „Alte Dame vom Marktplatz“”

  1. wahrrein

    Auch in dieser Folge auffallender Kleingeist, werter Herr Cremer: Lambertz ein gemeiner Machtmensch und Küchenberg ein ängstlicher Hase. Nur Sie, der Ex-Chefredakteur, waren das Glanzlicht, der edle Ritter Ostbelgiens. So lesen sich Ihre Texte. Und was der maßlose Lambertz aber auch alles angestellt hat! Eine ganze Kanne voll Kaffee ausgetrunken! Um Himmels willen! Ein Arbeitstier, das morgens um 8 Uhr Termine anberaumt! Um Himmels willen!
    An Lambertz Stelle hätte ich – allein wegen Ihnen – auch keine Bücher mehr im Grenzecho-Verlag gekauft. Wahrscheinlich hätte ich Ihnen, wäre ich Politikerin geworden in Belgien, auch gedroht, denn Ihr Kleingeist verträgt sich schlecht mit intellektueller Überlegenheit und verantwortlicher Aktion.

    Im Vergleich zu französischen und deutschen Politikern habe ich Herrn Lambertz nie maßlos arrogant und machtbesessen erlebt.
    Sie wollen sich einfach nur rächen und das noch mit schlechtem Schreibstil. Wirkt wirklich sehr sehr kleingeistig.

    • el verde

      Ihr Zitat:“ Im Vergleich zu französischen und deutschen Politikern habe ich Herrn Lambertz nie maßlos arrogant und machtbesessen erlebt.“

      Ich glaube, dass Sie im Auftrag von wem auch immer, hier Herrn Lambertz die Stange halten sollen. Wen kennen Sie denn schon an deutschen oder französischen Politikern? Sie können Namen nennen, schließlich sind es öffentliche Personen. Ich wette da folgt garnichts von Ihrer Seite. Wer mit den oben genannten drei Attributen, hier in OB nicht an KHL denkt, kennt ihn wahrscheinlich nicht oder ist so eine Auftragsstangenhalterin wie Sie.

      • Kerstges Angela

        „Lambertz nie als machtbesessen erlebt“ Darf ich bitte mal nachfragen, wie Sie „machtbesessen“ definieren ? Meiner Ansicht nach bin ich nicht die Einzige, die Ihre Bewertung unverständlich findet. egal, was jetzt wieder auf mich zukommen wird seitens KHL,s Freunde, !!!!

    • Ja, dann haben Sie wohl immer seine Ansichten geteilt und nach seiner Pfeife getanzt. Es gibt halt eben Menschen die geführt werden wollen und stellen diese Führung dann auch nicht in Frage.
      Ich war bis 2005 ein treuer SP/PS Wähler, aber dann lernte ich nach und nach den KH. Lambertz mal richtig kennen! Da hab ich dann mal die Seite kennen gelernt, die der Herr Cremer hier so schön beschreibt. Aber Schwamm drüber! Ich erkenne die Qualitäten des KHL an! Aber er war mir dann irgendwie nicht mehr so sympatisch und 2013 waren da noch mehr Leute anscheinend der gleichen Meinung.

  2. Réalité

    @ wahrrein
    Eine „Drittperson“, wie ich in dem Falle, muss Ihnen da klar wieder sprechen, wahrrein. Der Herr Cremer tut ganz einfach nur seine Arbeit indem: aufklärender und wahrer Journalismus und Dienst am Kunden.
    Ich denke nicht da er da wagt etwas unwahres und unerlebtes zu schreiben!?
    So sollte Journalismus und Erlebtes wieder gegeben werden um der heutigen viel zitierten Lügenpresse entgegen zu treten. Es ist das gute Recht der Leser, der Abonennten, der Bürger, auch mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, indem ungelogene und offene Wahrheiten publik gemacht werden.
    Erst dann kann man sich ein Bild von Wahrheiten machen, welche vorher im Verborgenen geblieben wären, also unentdeckt und unsichtbar.
    Ein jeder sollte sich da das Recht nehmen selber über gewisse Personen zu urteilen. Auch wenn deren Schein des Öfteren ganz anders rüber kam als das Sein!?
    Erst danach, nach diesem Wahr nehmen, fällt manches Urteil sehr oft ganz anders aus, als vorher erahnt.
    Das da oft unter einander gekoppelt und „gib du mir, so geb ich dir“ gespielt wird, dass sieht der Bürger heute besser denn je.
    Und das ganz besonders durch eine aufklärende und offene Berichterstattung durch korrekte Presseleute.
    Lügenpresse geht gar nicht. Politiker die lügen auch nicht. Genau so wie ein nicht vertrauenswürdiger Mensch.
    Wohl aber Menschen die Respekt und Wohl ergehen schaffen sollten, als Dank und Dienst für das und wofür sie vom Volke in Vertrauen gewählt wurden!
    Gerade das ignoriert die heutige Politik. Denn sie denkt vormalig und zuerst an sich selber.

  3. Herr Cremer.

    also Herr Cremer, ich schätze Sie sehr…..aber irgendwie, irgendwann uberziehen Sie doch. Ich habe Sie noch im Gedächtnis, dass Sie Fred nach gelaufen sind…und wie.
    Waren Sie nicht sein persönlicher Chauffeur, wenn es um Einsätze des Langen in der Eifel gallt, um sein Heimkommen zu ermöglichen????
    Auf Wahlveranstaltungen…..schon vergessen?
    Ich denke, Sie und vor allem Sie sollten objektiv bleiben…..aber ich denke Ihre Entlassung beim G.E. lasst Ihnen keine Ruhe. Und den Herrn Küchenberg jetzt zu beleidigen, finde ich persönlich für unangemessen.

  4. Alemannia4ever

    Das ist ja wieder mal eine spannendere Folge, Herr Cremer ??Dennoch frage ich mich, warum man sich als guter Journalist nicht auch mal mit einem Widersacher (der ähnliche Charakterzüge aufzuweisen scheint) an einen Tisch setzen kann, um zu reden, Dinge klarzustellen. So quasi „off records“, einfach mal Fronten abstecken, ein Gespräch unter Männern. Kostet möglicherweise Überwindung, kann aber auch von menschlicher Größe zeugen.

  5. Wenn ich das richtig verstehe, wird in diesem Bericht auf eklatante Weise die Abhängigkeit der einzigen Tageszeitung von der Regierung und besonders vom Ministerpräsidenten offengelegt. Ist schon alarmierend.

    • Ein redlicher Bürger

      Das sind ja Zahlen um schwindlig zu werden. Wenn man bedenkt wie diese Leute einfach so locker und ohne Skrupel mit unserm so teuer erarbeiteten Steuergeldern umgehen, dann ist das Geldverschwendung Hoch 3. Ganz einfach Volksverhöhnung. Anders kann man es nicht nennen. Und sowas will uns regieren? Sollten sich was schämen. Betrug am Volke heisst das.

  6. Kopfschüttel

    Ich bewundere Ihren Mut Herr Cremer die Zustände so offen zu schildern. Ich kann mir gut vorstellen, wie nicht nur das GE Druck aus der Politik bekommt um nur gut da zu stehen. Diese Taktik nimmt in unserem Ostbelgistan weiter zu. In Deutschland oder anderen Demokratien müssten solche Politiker, die sich in die Pressearbeit einmischen, sofort zurücktreten.

    • Alemannia4ever

      In D und woanders haben doch alle Parteien Presseorgane, denen sie auch finanziell nahe stehen. Und beim ZDF machte der frühere Chefredakteur Brender unterschwellig und sogar live in Interviews/Talkshows Werbung für die CDU. So lange sich die Medien da ausgewogen verhalten, es genügend Gegenpole gibt ist das ja noch ok. Wenn es einseitig wird, dann hat die Demokratie ein Problem.

  7. Captain Future

    Mich würde interessieren wofür die DG innerhalb von 3 Jahren Bücher im Wert von 250.000 EUR beim Grenz-Echo kauft? Angenommen ein Buch kostet 25€ pro Buch, sind das knapp c. 3300 Bücher im Jahr…
    Was sind das denn für Bücher?
    Weihnachtsgeschenke für die Angestellten? Lehrbücher? Geschenke für die Besucher der DG?
    Habe mal gehört der Keller der DG liegt voll mit Büchern vom Grenz-Echo …

  8. Ein redlicher Bürger

    Wie bereits vorher. Müssen die Leute sich da wohl eine tolle Bibliothek angekauft haben? Es ist ja fast wie mit dem Mazout, haben die Angst deren Preise gingen hoch? Solches handeln nennt man auf Französich :
    Gaspillage und auf deutsch : Verschwendung.
    Hier muss die Frau Franzen mal wieder an das Rednerpult, um Fragen zu stellen!? Oder Herr Balter und die CSP?
    Aber diesmal wird nicht mehr bis Hl Nikolaustag 2018 gewartet. Diesmal muss die Antwort direkt kommen.
    Es ist eine einmalige Frechheit.

    • Brainwave

      Zum einen: schion mal drüber nachgedacht das solch eine immer wiederkehrende Altion nicht anderes ist als eine weitere Subsidienausschüttung wenn alle anderen rechtlichen Möglichkeiten ausgeschopft sind. Ohne solche Spielchen würde es diese Wiederkeuerzeitschrift schon gar nicht mehr geben.
      Glauben Sie das unter dem PDB Ministerpräsidenten keine Bücher mehr gekauft wurden?
      Was soll den die Opposition eigentlich fragen? Die Fakten sind dich jetzt bekannt.
      Ihr Schluss ist ein Wiederspruch in sich. Wie kann eine Aktion die sich jährlich wiederholt einmalig Frech sein?

      • Ein redlicher Bürger

        Hallo Branwave, aus welcher Ecke kommen Sie denn auf einmal? Es ist schon eine einmalige Frechheit einfach so für soviel Geld was einem nicht mal gehört, mir nichts dir nichts solche Massen an Büchern zu kaufen!
        Für wen, für was eigentlich!? Vorher war das so nicht bekannt. Da sollten unbedingt die Oppositions Parteien mal näher nachsehn und -forschen.
        Man kann doch so nicht mit Volksgut einfach nur für zigtausende Euros Bücher kaufen?
        Wo geht das denn hin? Wer kriegt diese Bücher überhaupt?
        Geht man so mit Steuergelder um? Nein, dafür ist das viele Geld zu schade! Der Herr Lambertz sollte sich mal schnellstens in Frage stellen. So kann das nicht weiter gehen.
        Die reinste Geldverschwender Truppe haben wir in Eupen an der Regierung!

  9. Ich habe eher das Gefühl, dass der ehemalige GE-Chefredakteur hier eher den Herr Lambertz „drangsalieren“ möchte. Inhaltliche Kritik gibt es bei dieser „Serie“ schon längst nicht mehr.

    „Einige Male hatte ich sehr kritisch über Lambertz berichtet. Mir missfiel unter anderem sein ganzes Machtgehabe. Auch seine endlosen Monologe im Parlament waren mir ein Dorn im Auge. Diese Monologe waren letztlich auch Ausdruck von Machtarroganz.“

    ODB lebt davon, die Stimmung auf zu heizen, und sonst nichts.

    Ist mir egal, ob euch der Kommentar gefällt oder nicht, ihr müsst ihn nicht lesen.

    • Brainwave

      Vielleicht weil OD keine andere Wahl hat. Die Substanz an vernünftigen Kommentarschreibern geht seit einiger Zeit rapide zurück. Warum wohl. Es hat sich eine neue Spezies hier breit gemacht. Dieses ehrenwerte Puplikum schreit einfach nach Berichten in dieser Kategorie. Ein Phenomen mit welchem viele Heausgeber zu kämpfen haben, vielleicht dadurch bedingt das Ihnen der lange Atem fehlt.
      Postfaktisch, Herzklappen und so vieles Andere erreichen keine 5 Komentare. Je oberflächlicher und anspruchloser je häufiger wird geklickt und genauso geistreich zurückkommentiert.

    • Ein redlicher Bürger

      Wenn das keine inhaltliche Kritik ist, was nennen Sie denn anders? Ein Politiker der droht hat schon mal gar nichts in einer Demokratie verloren. Damit entblösst er seinen wahren Charakter. Der sollte eher zum Erdogan runter.

  10. Das „Verhältnis“ zwischen Lambertz und dem Grenz-Echo, so wie es Herr Cremer darlegt, kann in der Tat so beschrieben werden Er war aber nicht nur dem Grenz-Echo, bzw. dessen Chefredakteur gegenüber drohend, auch anderen Institutionen und Menschen erging es ebenso.Er war eben der Machtmensch par excellence und wollte möglichst mit an allen Schrauben drehen Übrigens, nicht nur die SP nahm Einfluss auf die „einzige Tageszeitung“. Auch die CSP „bedrängte“ Jahre lang das Grenz-Echo und wurde deswegen von nicht wenigen Menschen „CSP-Blatt“ genannt.

    • Marc Van Houtte

      Ich kann mich an eine für unsere Gegend kritische Frage zu den Reisekosten (Franzen Frage) von 2 BRF Leuten erinnern. Die hat der Fürst abgekanzelt wie Schulbuben danach war denen klar bei der nächsten Sparmaßnahme beim BRF sind sie weg.
      Daher weiß ich nicht ob es mir lieber wäre keine OB Tageszeitung oder Funkhaus zu haben statt Hofberichterstatter.

  11. Warten wir mal ab, was so alles berichtet wird, wenn sich Lambertz ganz aus der Politik zurückgezogen hat. Dann lösen sich viele Zungen. Herr Cremer hat den Mut, über Lambertz kritisch zu berichten, wo er noch aktiv ist, auch wenn er nur noch eine marginale Rolle als Senator spielt. Ich sehe sonst keinen Journalisten bei uns, der den Mut hat, sich mit einem autoritären Politiker wie Lambertz anzulegen und ihm den Spiegel vorzuhalten. Zu behaupten, Herr Cremer würde sich an Lambertz rächen, ist doch lächerlich. Er hat einfach erkannt, dass es an der Zeit ist, in Form einer Serie, die ich mit großem Interesse gelesen haben, den wahren KH Lambertz vorzustellen. Ich habe sogar eher den Eindruck, dass Herr Cremer sich noch sehr zurückgehalten hat und er noch viel mehr erzählen könnte.

  12. Unmoralisch

    Sie haben meine volle Zustimmung, Mo. Und man darf auch nicht übersehen, dass seine Zöglinge es ihm gleichgetan haben und noch tun. Mir sind namentlich einige bekannt, die von SP-Politikern im Amt bedroht wurden, weil sie die Wahrheit öffentlich machen wollten. Bedroht in dem Sinne, dass man ihnen „angeraten“ hat, besser zu schweigen, denn sonst würden sie ihren Job verlieren oder erst gar keinen mehrt in Ganzostbeldien finden. Das ist nichts anderes als Amtsmissbrauch und zeugt von einem widerlichen hinterhältigen Charakter. So und wenn jetzt hier und da jemand meint, ich solle Namen nennen, dann erwidere ich schon im Voraus, nein, der Schutz dieser betroffenen Personen geht vor. Denn leider ist ja auch unsere Justiz nicht in der Lage solche Leute zu beschützen. Job- bzw. Existenzverlust geht hierzulande sehr schnell: man findet dann etwas, was man demjenigen, den man loswerden möchte anlastet und der hat dann die A…karte gezogen, und muss sich wieder „reinwaschen“. Wer aber fein auf Linie bleibt, der steht unter dem Schutz dieser SP-ler. Das hat mit Demokratie und Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun. Machterhalt und Macherweiterung um jeden Preis. Einfach EKELHAFT.

      • Kerstges Angela

        bei mir ist er sich sehr wohl „zu schlecht“, habe seine Zahlendreher publik gemacht, passt Besagtem nicht, lässt mich nach unterschiedlichen Schikanen dies wissen. dem war heute Morgen noch so, einer seiner Beauftragen wohnt unweit von mir,
        bekommt ständig unterschiedliche Anweisungen, trotz mehrfacher Strafanzeigen, so z.B. heute Morgen sich wiederholt in mein PC-Netz eingeklinkt. Alles zwecklos!!! lasse mich nicht erpressen !

        • Fritte Martha

          Liebe Angela,
          Ich kann mir vorstellen, dass Lambertz sauer auf Dich ist, wegen der „Zahlendrehergeschichte“. Du hast Dich für die ganze DG geopfert und musst jetzt die Konsequenzen ausbaden. Du bist ein ostbelgischer Märtyrer und verdienst unser aller Dank. Deshalb schlage ich Dich vor, als Ostbelgier des Jahres 2017.

  13. Erinnerungen

    Der Herr Cremer ist nichr der erste, der Herrn Lambertz besondere Aufmerksamkeit schenkt. Ich erinnere mich, dass, vielleicht sogar noch in den neunziger Jahren oder Anfang des Jahrtausends, ein gewisser K.D. Michaelis mehrere Leserbriefe im GrenzEcho veröffentlichte, die zumindest zum Schmunzeln anregten. Dabei bediente sich dieser Scharfgeist irgendwelcher Aufnahmen, die Lambertz in Interaktionen mit seiner Umwelt zeigten. Zwei sind mir im Gedächtnis geblieben: Bei einem weiht K.H. spektakulär ein kleines Bücherregal, in irgendeinem Kindergarten oder einer Primarschule eines Eifeldorfes ein, mit einem Buchaufkommen wie es in jedem normalen Kinderzimmer vorzufinden ist. Die zweite Photoanalyse zeigte Lambertz zu Tische, umgeben von 5 bs 6 Sozialhilfeempfängern, Arbeitslosen oder so ähnliches. Die armen Kerle saßen stocksteif am Wohnzimmertisch und trauten sich nicht zuzulangen. Der einzige, der sich schon im Essmodus befand war „uns Kalle“.

    • Ein DG ler

      @Erinnerungen,
      auch ich erinnere mich an zahllosen und sehr vielen Veranstaltungen welche der Herr Lambertz besuchte, in den Ostkantonen. Er war sicher nicht immer überall eingeladen dazu. Da waren ach so viele banale Feste dabei, wo man sicher viel lieber gehabt hätte er wäre gar nicht aufgetaucht. Auch so bekommt man die Zeit um.

      • Kerstges Angela

        denke, dem KHL ging,s nicht nur darum : „die Zeit umzukriegen“, dazu ist Besagter viel zu clever, DER dürfte gaaaanz andere Absichten bei ähnlichen Veranstaltungen haben,
        OD könnte ja mal ein entsprechendes Quiz hier an bieten und die User könnten sich mal ins KHL-Raten üben, jedoch NICHT anonym !

  14. Kerstges Angela

    Allgemeiner Hinweis betreff SP ! Unweit von mir hat einer sein Domizil, tja, und ich nicht gerade SP-freundlich gesinnt, muss büßen, das entsprechende „Wie“ wird bald in der Presse erscheinen. Lohnt sich nicht, jetzt nachzufragen, doch Info wird kommen !

  15. Fritte Bertha

    Stell dich nicht so an Martha, kannst du nicht lesen? Frau kerstges schrieb doch klar und deutlich, dass kommt demnächst in die Presse. Und jetzt guck das deine Fritten nicht anbrennen!

  16. Norbert Schleck

    Am Samstag, um genau 10:04 Uhr, sandte ich den folgenden Kommentar an GE.net zum Artikel über den Rücktritt von Franziska Franzen:

    „Schade, ich hatte Frau Franzen in Erinnerung als couragierte Streiterin gegen den allmächtigen Ministerpräsidenten, der ihre Anfrage bezüglich der Reisekosten mit einer Verachtung behandelte, die schwer zu ertragen war.

    Wer soll nun in Zukunft kritische Fragen stellen? Da muss unsere Hoffnung wohl ganz auf Herrn Balter ruhen. Es gäbe auch schon ein Thema, das der Aufklärung wert wäre: die horrenden Summen, die die DG dem Grenzechoverlag zahlt für Werbung und Buchankauf.

    Herr Cremer, früher Chefredakteur des GE und also bestens informiert, berichtet auf „Ostbelgien Direkt“ in einer Serie über Karl-Heinz Lambertz darüber:

    „An der Pressebeihilfe von konstant 174.000 Euro pro Jahr konnte er (KHL) nicht viel ändern, wohl aber an den DG-Geldern für Werbung und für Buchankäufe. Letztere gingen insgesamt von 28.669,13 Euro im Jahr 2010 auf 15.445,96 im Jahr 2012 zurück, um dann im Jahr 2013 auf 95.511,14 Euro anzusteigen.
    Ähnlich die Entwicklung bei den DG-Ausgaben für Werbung. Sie reduzierten sich insgesamt von 92.212,29 Euro im Jahr 2010 auf 63.952,38 Euro im Jahr 2012, um dann im Jahr 2013 wieder auf 95.094,41 Euro zu steigen.“

    Sehr anschaulich, geradezu drehbuchreif, beschreibt er, wie weit die Einflussnahme der Politik auf die Verlagsleitung damals gehen konnte.“

    Der Eingang wurde mit dem üblichen „Ihr Kommentar wartet auf Freischaltung“ bestätigt. Ein oder zwei Kommentare, die später als meiner eingegangen waren, erschienen dann auch in der Liste, meiner aber nicht. Und so wartete ich und wartete… Von Zeit zu Zeit schaute ich nach, immer vergebens, bis Sonntagabend, da tauchte er plötzlich auf, als letzter auf der Liste der „Neuesten Kommentare“, die insgesamt nur 5 Positionen hat. Und heute Morgen war er schon in der Versenkung verschwunden, verdrängt durch das Thema Anderlecht-Eupen. Unnötig zu erwähnen, dass der eigentliche Artikel auch verschwunden ist und nur mehr im Archiv recherchiert werden kann.

    Nun kann ich verstehen, ja ich hatte es geradezu erwartet, dass mein Kommentar der Redaktion Bauchschmerzen bereiten würde, und die Art und Weise seiner Behandlung war irgendwie vorauszusehen. Eine subtile Art der Zensur, ermöglicht durch den Aufbau der Kommentarseite bei GE.net: Statt wie anderswo eine Scroll-Liste oder wenigstens eine Funktion „Ältere Kommentare“ anzubieten, beschränkt man die Liste auf 5 Einträge. Ein paar Beiträge zu einem Fußballspiel, und schon ist tabula rasa gemacht.

    Zum Thema selber: Meinen Sie nicht, Herr Cremer, dass es einer Vertiefung wert wäre? Welche Bücher wurden gekauft und zu welchem Zweck? Wie rechtfertigen sich die großen Unterschiede zwischen den einzelnen Jahren? Was für Werbung wurde geschaltet? Wie sieht es mit diesen Ausgaben unter der jetzigen Regierung aus? Wäre das nicht ein Beitrag zur Presse- und Informationsfreiheit? Und zur Transparenz, von der die Politiker so viel reden?

  17. Werter Herr Schleck,

    wundern Sie sich wirklich das das Grenz-Echo einen Kommentar der auf einen direkten MItbewerber im ohnehin kleinen ostbelgischen Werbemarkt verweist „stiefmütterlich“ behandelt ? Ein bisschen Selbstschutz sollten Sie dem GE schon zubilligen.

    • Norbert Schleck

      Nein, gewundert hat das mich nicht, ich hatte es nicht anders erwartet.

      Wenn der Regent eines Kleinstgliedstaates dem Verleger der einzigen dort erscheinenden Tageszeitung den Kopf wäscht wegen der Berichterstattung in einem Blatt, das eine Monopolstellung inne hat, und wenn der dann seinerseits den Chefredakteur zu sich zitiert, um „mit zittriger Stimme“ (!) zu befehlen („Du musst unbedingt…“) in Sack und Asche nach Canossa zu gehen, da „die DG keine Bücher mehr bei uns kauft“ (!), dann müsste es doch bei einer solchen Meldung einen vielstimmigen Aufschrei der Empörung geben. Selbst Politiker der eigenen Partei des damaligen MP müssten doch für eine unabhängige Presse eintreten. Und ProDG sollte sich mal an frühere Zeiten erinnern, als sie noch als PDB gegen solche Beeinflussung ankämpfte. Erinnert sei da auch an die Affäre Schroeder im BRF.

      Dass nichts geschieht, lässt tief blicken.

      • Werter Herr Schleck,

        das Geschilderte lässt zwar auf mangelndes Rückgrat bei den hiesigen Kommunalpolitikern schliessen, beantwortet aber nicht die Frage warum ein Blatt unbezahlte Werbung für einen Mitbewerber im Markt machen soll. Herr Cremer veranstaltet das hier nicht aus Liebe zum Land sondern weil er mit den Anzeigen seine Brötchen verdient und das Grenz-Echo lebt nicht von den Buchverkäufen an die DG sondern von geschalteten Anzeigen.

          • @ Réalité

            Für den Fall das Sie es noch nicht gemerkt haben, die „eierlosen“ Politiker und Journalisten in der DG interessieren in dem von mir beanstandenten Kontext überhaupt nicht. Mir ging es um die Frage warum das nichtveröffentlichen von Werbung für ein „Krawallforum“ gleich mit dem Wort „Zensur“ belegt wird.
            Etwas lesen ist das eine, es verstehen wohl etwas anderes.

        • Norbert Schleck

          Kommunalpolitiker? Wo geht es da um solche? Es geht um den Ministerpräsidenten, des sich nicht zu schade war, die Keule wirtschaftlicher Repressalien hervorzuholen, um Einfluss auf ein Presseorgan zu nehmen.

          Unbezahlte Werbung? Wieso? Darf nun nicht mehr wechselseitig zitiert werden, was in einem anderen Medium steht? Zumal, wie schon gesagt, das GE eine Monopolstellung hat und deshalb auch eine besondere Verantwortung hat. Wenn das GE so ängstlich um den Verlust seiner Leserschaft bangt, dass jeder Verweis auf ein Konkurrenzmedium tabu sein soll, dann ist sowieso bald Feierabend.

          Natürlich veranstalten weder Herr Cremer noch Herr Küchenberg „das hier“ nicht „aus Liebe zum Land“. Das erwartet aber auch niemand und ist durchaus legitim.

          Das GE lebt nicht von Buchverkäufen an die DG? Nein, hat auch niemand behauptet. Es scheint aber so zu sein, dass eine Einschränkung dieser Käufe und auch der Werbung ein empfindliches Loch in die Bilanz reißen würde. Wie sonst soll man sich die Reaktion des Verlegers erklären?

  18. Réalité

    @ Norbert Schleck,
    wie gewohnt und so oft von Ihnen, ein offener, kritischer und guter Kommentar!
    Dabei kann man verstehen warum unsere Tageszeitung immer weniger an Lesern hat.
    Auch ist es gut, dass die Bürger wahr nehmen können was alles geschieht mit ihrem vielen Steuergeld.
    Dabei ist O D ja die ideale Plattform zur Aufklärung, welche darohne ja nie ans Tageslicht käme.
    Machen Sie ruhig weiter mit Ihrer Art es zu schreiben. Vielleicht kommt doch eines Tages mal die Erleuchtung, dass einiges in den Etagen übertrieben und nicht rund läuft!?
    Es bleibt zu hoffen das es nicht mehr all zu lange dauern wird dabei.
    Die Mitwirkenden selber werden wohl nichts unternehmen. In einigen Monaten, kurz vor den Wahlen, werden wieder den Bürgern etwas an Hoffnung und Sand in deren Augen gestreut. Welcher sich aber mal wieder danach in der Luft auflösen wird.
    Viele Menschen in Ostbelgien wünschen sich jedenfalls noch viele Artikel und „Annekdötschen“ aus Ihrer Feder, sowie dieser hier.

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