Meinung

Prinz Laurents Name taucht in Epstein-Dokumenten auf – „Ich habe ihn bei zwei Gelegenheiten getroffen“

Prinz Laurent von Belgien. Foto: Julien Warnand/EPA/dpa

In den freigegebenen Unterlagen aus dem Umfeld des verurteilten US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein taucht auch der Name von Prinz Laurent von Belgien, dem Bruder von König Philippe, auf.

Während zunächst unklar war, ob es über eine bloße Nennung hinaus zu Kontakten gekommen war, hat Prinz Laurent inzwischen selbst erklärt, Epstein zweimal persönlich getroffen zu haben. Nach Laurents Darstellung handelte es sich dabei um zwei kurze Treffen unter vier Augen, nicht um gemeinsame Auftritte bei Veranstaltungen oder gesellschaftlichen Anlässen.

Prinz Laurent betonte, dass diese Begegnungen keinen freundschaftlichen oder geschäftlichen Charakter gehabt hätten. Epstein habe versucht, Kontakte aufzubauen und Interesse an Projekten oder Verbindungen zum belgischen Königshaus zu signalisieren, was Laurent nach eigenen Angaben klar zurückgewiesen habe. In einer seiner Aussagen schilderte er, er habe Epstein unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass seine Familie „nicht käuflich“ sei.

28.03.2017, USA, —: Der verurteilte US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, Unternehmer und Millionär aus den USA. Foto: Handout/New York State Sex Offender Registry/AP/dpa

Die Epstein-Dokumente selbst liefern keine Hinweise darauf, was bei diesen Treffen konkret besprochen wurde, und enthalten keine Belege für eine weitergehende Beziehung. Neben der Erwähnung der Treffen finden sich lediglich Laurents Name und Kontaktdaten in internen E-Mails und Adresslisten Epsteins. Weitere Korrespondenz, Einladungen oder Hinweise auf eine Zusammenarbeit sind in den veröffentlichten Akten nicht dokumentiert.

Die Tatsache, dass Prinz Laurent Epstein zweimal getroffen hat, bedeutet nicht, dass er in dessen kriminelle Aktivitäten verwickelt war oder davon wusste. Epstein suchte nachweislich den Kontakt zu zahlreichen prominenten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Adel. Viele dieser Kontakte beschränkten sich auf kurze Begegnungen oder blieben folgenlos.

Nach dem derzeit bekannten Stand gibt es keine Ermittlungen, keine Anklagen und keine belastenden Hinweise, die auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten von Prinz Laurent im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein hindeuten. Die neue Aussage präzisiert zwar den Umfang des Kontakts, ändert aber bislang nichts an der rechtlichen Bewertung des Falls. (cre)

31 Antworten auf “Prinz Laurents Name taucht in Epstein-Dokumenten auf – „Ich habe ihn bei zwei Gelegenheiten getroffen“”

  1. Besorgte Mutter

    Wenn es so ist wie er jetzt gegenüber der Presse ausgesagt hat, dann hat er mit diesem Typen ja nicht sehr viel am Hut gehabt. Denn was weiß ich, wer alles über meine E-Mail Adresse und Telefonnummern verfügt.

  2. Mette Marrit von Norwegen taucht auch darin auf. Eigentlich wie so ziemlich jede Person, die zum Geldadel/ Adel gehört. Scheint der Zielkreis von diesem Schwein gewesen zu sein.
    Der einzige, der ja angeblich ach so unschuldig war, ist Trump. Wer es denn glaubt

      • Der Alte

        „Wenn jeder, der Kontakt zu Epstein hatte, ein Verbrecher wäre, würde ein ganzes Gefängnis nicht ausreichen.“
        Wer das US-System der Charity- und Fundraising-Events ein wenig kennt oder auch nur davon gehört hat (dagegen sind unser europaïschen Rotarys und Lions Weisenknaben und unsere Politiker finanzieren ihre Wahlkämpfe anders), weiß, dass alleine durch solche Veranstaltungen im Laufe von 10-20 Jahren nur in New-York wohl zig tausende Visitenkarten ausgetauscht werden, Gespräche geführt werden und rauhe Mengen aller möglichen Leute mit Epstein fotografiert wurden. Bei reiner Kontaktschuld müsste wohl eine ganze Pazifikinsel zum Straflager umgebaut werden.

        • Kontaktschuld gibt es nicht. Schuldig ist man, wenn bewiesen wurde dass man Unrecht getan hat, Kontakt zu einem Verbrecher macht einen nicht zum Verbrecher.
          Abscheulich wie die Medien prominente Säue durchs Dorf jagen und sensationslüsterne OB Leser auf die hier geäusserte Art reagieren.
          Ich selbst bin schon Opfer von Rufmord geworden, auch wenn alles erlogen ist, es bleibt immer etwas hängen.

            • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

              #Hans/ Wer wirklich nur einmal von Epstein kontaktiert wurde, dem kann man《wahrscheinlich》 nichts vorwerfen.
              Die aber so oft Kontakt mit ihm hatten, wie unser einst mit seinem Freundeskreis, den darf man natürlich nicht Verdächtigen ?
              Wenn vor der Veröffentlichung, Akten teilweise geschwätzt werden, dient das dem Schutz von Minderjährigen ?
              《Jeder !》 der von Epstein kontaktiert wurde, hätte dies melden müssen, auch wenn man dadurch eventuell den Stein ins Rollen gebracht hätte, der die besten politischen und wirtschaftlichen Kunden epsteins, in ein schlechtes Licht gestellt hätte.
              Aber in diesem Fall läuft es wie beim Verkauf der Industrie für Sexspielzeug, mit Millionen Umsätzen, bei der noch nie jemand etwas gekauft hat ;-)
              Letzteres sind harmlose lügen, der Rest, läuft wohl teilweise, unter Straftaten.

  3. Hugo Egon Bernhard von Sinnen

    Kann alles sein wie im Artikel beschrieben.
    Aber alleine ein Versuch der Kontaktaufnahme, Epsteins, hätten auch von zahlreicher prominenter Seite, schon damals gemeldet werden müssen ?
    Es war doch bekannt, dass er keine Staubsauger verkauft.

  4. Privilegierte Nichtsnutze

    Ist Prinz Laurent vielleicht nur die Spitze des Eisbergs im Königshaus? Wie kann es sein, dass Mitglieder des Königshauses einfach so per Mail von Dubiosen Gestalten kontaktiert werden kann? Finden Fehler. Gibt es keinen Verhaltenskodex in diesen Kreisen?

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