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Alte Liebe rostet nicht: Wirt Manfred Schumacher kehrt zur Eupener Kultkneipe Café Columbus zurück

Manfred Schumacher und Rosi Trips am Zapfhahn des Café Columbus. Foto: Helmut Koch

Über Eupen wird oft und gerne gemotzt. Wenn man aber die Stadt für einige Jahre verlassen hat, sieht man sie mit anderen Augen.

Diese Erfahrung hat jetzt auch der Eupener Wirt Manfred Schumacher gemacht, der nach einer Zeit in Thailand zu seiner alten Liebe an der Bergstraße 12 zurückkehrt.

Das Café Columbus gilt als wahre Institution im Stadtleben von Eupen. Gegründet im Jahr 1950, entwickelte sich das Café rasch zu einer klassischen Stadt- und Stammkneipe, in der sich Generationen von Eupenern begegneten.

Rosi Trips und Manfred Schumacher vor dem Café Columbus, Bergstraße 12. Foto: Helmut Koch

Einen wichtigen Abschnitt der Geschichte prägte Werner Pirard, der das Café ab 1976 übernahm und es 21 Jahre lang bis 1997 führte. Unter seiner Leitung festigte sich der Ruf des Columbus als bodenständige Kneipe mit klarer Verwurzelung im lokalen Leben.

Im Jahr 1997 ging der Betrieb an Roland „Netzer“ Pitz über, der dem Café mit seiner Persönlichkeit eine eigene Handschrift verlieh und für viele Gäste zu einer prägenden Figur hinter der Theke wurde.

In den folgenden Jahren trat Manfred „Manni“ Schumacher zunehmend in den Vordergrund und wurde über lange Zeit hinweg das Gesicht des Café Columbus. Als Wirt verkörperte er jene Mischung aus Offenheit, Verlässlichkeit und Humor, die viele Stammgäste mit dem Lokal verbinden. Unter seiner Führung blieb das Café Columbus ein Treffpunkt für Gespräche über Alltag, Sport, Politik und Vereinsleben – ein Ort, an dem man sich kannte und an dem neue Gäste schnell Anschluss fanden.

Dieses undatierte Archivbild zeigt die Außenterrasse des Cafés Columbus an der Bergstraße. Foto: OD

Zum Jahreswechsel 2021/2022 erfolgte ein wichtiger struktureller Schritt: Die Inhaberschaft wurde von René Offermann, Michael Radermacher, Stéphane Schmidt und Alexander Schmidt übernommen. Tatkräftig unterstützt wurde das Team von Dieter Liebertz. Ziel war es, das Café wirtschaftlich abzusichern und behutsam weiterzuentwickeln, ohne ihm seinen traditionellen Charakter zu nehmen.

Schumacher blieb zunächst weiterhin als Wirt aktiv und sorgte für Kontinuität. 2022 zog er sich schließlich aus dem aktiven Betrieb zurück und verbrachte eine längere Zeit in Thailand. Der bewusste Abstand vom Kneipenalltag brachte Erholung, machte ihm jedoch auch deutlich, wie sehr ihm der Beruf und vor allem der Kontakt zu den Menschen fehlten. Nicht das Zapfen allein, sondern die Gespräche, Rituale und Begegnungen hatten den Reiz seiner Arbeit immer ausgemacht.

Im Januar 2026 kehrte Schumacher nach Eupen zurück und übernimmt ab Freitag erneut die Leitung des Café Columbus. Unterstützt von Rosi Trips und einem eingespielten Team, steht seine Rückkehr für viele Gäste sinnbildlich für ein Stück gelebter Eupener Kneipengeschichte. (cre)

15 Antworten auf “Alte Liebe rostet nicht: Wirt Manfred Schumacher kehrt zur Eupener Kultkneipe Café Columbus zurück”

  1. Lokalredakteur

    Frage von Radio Eriiwan.
    Wenn ein Auswanderer wieder einwandert, herumwandelt und dann wieder beim Columbus landet, ist er dann ein Einwanderer?
    Oder ist er Endecker der mit Santa Maria, Pinta, und Rosi-Nina zu neuen Ufern aufbricht.
    Was bleibt mir übrig als zu hoffen das der kleine Pirart äh Pirard einen Goldrausch erlebt und die Schatztruhen wieder füllt.

    • Verbrannte Erde

      Es ist einfach sich als neuer Prinz K. feiern zu lassen nachdem man sich einfach verp… hat.
      Ich wünsche seiner neuen Chefin eine eröhte Aufsichtsplicht über die Bar-Einnahmen.
      Viel Erfolg

  2. Kasperle

    Die Kundschaft stirbt und damit die Gastronomie.
    Staatlich gefördert mit unverschämten Preisen. Und jeder tut ein Schäufelchen obendrauf mit der Aussage das es alle anderen auch machen. Und somit müssen weniger Kunden immer mehr bezahlen.
    Trotzdem wünsche ich dem alten/neuen Wirt alles erdenklich Gute. Und das der Verstand über die Gier siegt.

    • Der Alte

      „Die Kundschaft stirbt und damit die Gastronomie“.

      Die Kundschaft ist auch früher immer gestorben. Allerdings gab es Nachwuchs, der heutzutage fehlt. Aus den letzten Jahren meiner Sekundarschulzeit (ja, ist länger her) kann ich berichten, dass wir 16 bis 18jährige in so mancher Mittagspause kurz in eine Kneipe einkehrten und eine Cola oder ein Eupener tranken. Es gab keine Mobiltelefone und erst recht keine sozialen Medien und der Columbus oder „bei Inge“ waren geeignete Plätze (Locations) um mit der kessen Blonden oder der netten Brunette Kontakt aufzunehmen oder es zumindest zu versuchen. Das läuft heute wohl eher über Telekommunikation.
      Hatte man dann irgendwan ein Stammlokal, wurde dort später im Leben mal (oder auch mal öfter) ein Feierabendbier getrunken und die Welt verbessert. Auch das geschieht heute über Facebook (oder im OD-Forum). Der neuen/alten Mannschaft alles Gute und viel Erfolg, denn die Attraktivität der Innenstadt lebt und stirbt mit der Außengastronomie.

      • Gudrun Engelhardt

        @ Der Alte
        Sie haben natürlich Recht. Aber früher wurde eben auch mal ein Bier mehr getrunken und trotzdem über Schleichwege nach Hause gefahren….und früher wurde in der Gaststätte geraucht was das Zeug hielt.

        • Der Alte

          Korrekt, alles Faktoren, die zum Kneipensterben beitragen. Besonders interessant: die Eltern konnten auch mit feinster Nase nicht zwischen den Zigaretten unterscheiden, die man selbst gepafft hatte und denen, die die anderen Gäste geraucht hatten. Die ganzen Klamotten rochen halt :-)

    • HEINRICH

      KASPERLE
      Da muss ich ihnen Recht geben
      War im Sommer auf der Terasse UNVERSCHÄMT diese Preise !!!!!
      2 Tondalo und ein Wasser (Platt) und Ich war Pleite
      Noch schlimmer war es im Ratzkeller um Weinachten
      Wenn man am Tisch mit einem überteuerten Getränk
      muss te mann aufstehen wenn Leute Essen Kammen (ne Boullete)
      Die Gastronomie schafft sich selber ab !

  3. Peter Müller

    Früher durften wir noch, wir hatten andere Frauen. Heute gibt es die Gleichberechtigung ;-) Wenn du gehst, gehe ich auch :-( . Heute muss er auf die Kinder aufpassen, Wäsche waschen staubsaugen und vieles mehr, wenn das Liebchen zum Basic – Fit geht, oder sich ein wenig Botox spritzen lässt um sich die Zeit zu vertreiben. Mal schnell ein Stündchen mit Freunde ein Bierchen trinken ist vorbei. Was war es früher schön. :-))

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