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Vorstoß für ein generelles Tempolimit auf Autobahnen in Deutschland gescheitert

13.11.2001, Thüringen, Leinefelde: Ein Verkehrsschild weist auf dem am gleichen Tag freigegebenen neuen Teilstück der Südharzautobahn A38 zwischen Leinefelde und Breitenworbis auf die Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkiloter hin. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Ein Vorstoß für ein generelles Tempolimit auf Autobahnen in Deutschland ist am Freitag im Bundesrat gescheitert.

Der Vorschlag des Umweltausschusses, die geplante Änderung der Straßen-Verkehrsordnung um eine maximale Geschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde zu ergänzen, fand in Berlin wie erwartet keine Mehrheit in der Länderkammer.

Der Punkt gehörte zu den möglichen Änderungswünschen bei einer Reform der Straßenverkehrsordnung (StVO). Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will damit vor allem den Radverkehr sicherer und attraktiver machen.

In der Begründung hatte der Verkehrsausschuss des Bundesrates argumentiert: „Ein allgemeines Tempolimit auf bundesdeutschen Autobahnen ist geeignet, zur Harmonisierung der europaweiten Verkehrsverhältnisse beizutragen, den Kraftstoffverbrauch sowie klimaschädliche Emissionen zu reduzieren und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.“

16.12.2019, Brandenburg, Rangsdorf: Verkehrszeichen zur Geschwindigkeitsbeschränkung von 130 km/h und zum zeitlich eingeschränkten Überholverbot für Lastwagen sind an der Autobahn A13 nahe der Anschlussstelle zur L74 aufgestellt. Foto: Soeren Stache/zb/dpa

Vorgeschlagen wurde daneben auch als „Folgeänderung“, die seit mehr als 40 Jahren empfohlene Richtgeschwindigkeit von Tempo 130 zu streichen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte gefordert, der Bundesrat müsse klarmachen, dass er anders als Scheuer verstanden habe, dass Verkehrssicherheit und Klimaschutz Gebot der Stunde seien. Die Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen sei dafür ein wichtiger und richtiger Schritt.

Im Bundestag war bereits im vergangenen Oktober ein Vorstoß der Grünen für die Einführung von Tempo 130 abgelehnt worden. Dafür positionierten sich 126 Abgeordnete, dagegen 498, sieben enthielten sich.

Kürzlich hatte der Autofahrerclub ADAC sein jahrzehntelanges striktes Nein gegen ein Tempolimit aufgegeben und wirbt nun für eine umfassende Untersuchung möglicher Folgen vor allem für die Verkehrssicherheit. Auf 70 Prozent des Autobahnnetzes gilt nach wie vor freie Fahrt. Schaut man sich eine EU-Karte an, ist Deutschland ein „weißer Fleck“, überall sonst in Europa gibt es Tempobeschränkungen. (dpa)

19 Antworten auf “Vorstoß für ein generelles Tempolimit auf Autobahnen in Deutschland gescheitert”

    • Alfons van Compernolle

      Ich stimme Ihnen zu. Es waere nicht verkehrt, wenn auch in Deutschland ein Tempolimit eingefuehrt werden wuerde. Gleichsam sollte unabhaengig davon aber auch erheblich mehr Verkehrskontrollen
      betr. Tempo / KFZ.-Versicherung & technischen Zustand der KFZ. eingefuehrt werden.

    • Walter Keutgen

      Pensionierter Bauer, aber Kohl hat die Losung „freie Fahrt für freie Bürger“ ausgegeben. Es ging aber keineswegs um Populismus sondern um die Deutschland AG. Die deutschen Autobauer konnten Autos in der ganzen Welt verkaufen, auf die deren Besitzer stolz waren, weil sie über 200 km/h fahren konnten, obwohl es in ihren Ländern streng verboten war. Dabei wären die Autos, wenn sie nur 160 km/h schafften, einfacher und leichter. Man würde gleichzeitig Investitionskosten und Sprit (CO2) sparen. Auch Merkels Entscheidungen muss man immer durch die Brille der Deutschland AG sehen.

  1. … „Ein allgemeines Tempolimit auf bundesdeutschen Autobahnen ist geeignet, zur Harmonisierung der europaweiten Verkehrsverhältnisse beizutragen,“ …
    Harmonisierung heißt nicht zwangsweise Verbesserung.

    … „Schaut man sich eine EU-Karte an, ist Deutschland ein „weißer Fleck“, überall sonst in Europa gibt es Tempobeschränkungen.“ …
    Auch wenn dieser weiße Fleck an vielen Stellen kein Tempolimit hat, wer öfter mal auf Autobahnen unterwegs ist wird sehr schnell feststellen, dass Tempolimits kein rücksichtsloses und verkehrsgefährdend unaufmerksames Verhalten verhindern. Von dem findet man nämlich auf den Autobahnen außerhalb dieses weißen Flecks deutlich mehr.

  2. Peter müller

    130. Wer ist auf die Idee gekommen. ? ich bin für 150 Richtgeschwindigkeit. Dann kommt man schnell und besser voran, und die Schleicher tun ihrem Motor etwas gutes, und bleiben auf der Rechten Fahrspur, und können sich mit ihrer Hilde etwas über die “ Raser“ ärgern.

  3. Belgofritz

    Das seltsamste Argument für ein starres Tempolimit ist, dass andere Länder auch eins haben… bloß keine Alleinstellungsmerkmale, dass schickt sich nicht in einer gleichgeschalteten, links-grünen Wunschwelt.

  4. Friedrich Meier

    Ich fahre lieber 1000 km auf der Autobahn durch Frankreich als 500 km auf der Autobahn durch Deutschland.
    Auch wenn man bei den Franzosen bezahlen muss, ist man dort nach 1000 km nicht so geschlaucht, wie nach 500 km in BRD.
    Der Stress auf bundesdeutschen Autobahnen mit Tempolimits mit 80, 100 und dann wieder ohne Beschränkung ist weitaus ermüdender als ein fahren unter Regeln.

    • @Meier
      Sie sehen das mM nach falsch, nicht „auch wenn man da bezahlen muss“ sondern „weil“ man da bezahlen muss ist man weniger geschlaucht!! Dort wo bezahlt werden muss ist meist weniger Verkehr.

      • Friedrich Meyer

        Wenn ich durch Frankreich fahre, ist bei weitem mehr Verkehr, als zu der Zeit, wo ich Deutschland durchquere.
        Ein hohes Verkehrsaukommen in geregelten Bahnen ist weitaus weniger stressig als eine Autobahn, wo die rechte Spur mit 90 km/h befahren wird aber die linke mit 150.

        • Bezahlfreie Autobahnen in Frankreich haben jede Menge Verkehr, da in Nähe grosser Städte. Da gibt es dann auch gerne Tempolimits von 110, 90 und auch 70. Wo bezahlt werden muss, ist dann weniger Verkehr und man kann das „stressfreie“ Autofahren in Frankreich geniessen:
          1. Franzosen sind etwas weniger notorische Linksfahrer (bei freier rechter Spur) als Belgier
          2. Franzosen überholen äusserst vorsichtig: das Wechseln auf die linke Spur findet in der Regel 800 und mehr Meter vor dem zu überholenden Fahrzeug statt. Natürlich wird dieser Sicherheitsabstand auch vor dem wiedereinscheren eingehalten, sofern nicht zu Punkt 1 übergegangen wird.
          3. Franzosen fahren auch äusserst energiesparend. Unnötiger Stromverbrauch, wie z.B. durch Betätigen der Blinker, ist unüblich. Bei Manövern wie unter 2 erhöht das den sportlichen Aspekt erheblich.
          Wer es denn mag.

          • Jeden Tach jeck

            :“ 1. Franzosen sind etwas weniger notorische Linksfahrer (bei freier rechter Spur) als Belgier“

            Als Deutsche meinten Sie wohl.Belgier fallen auf deutschen Autobahnen auf, weil sie nach dem Überholvorgang wieder rechts einscheren.

            Ein Unterschied warum in Frankreich der Verkehr besser fliesst, selbst auf dem überfüllten Peripherique in Paris, ist, dass wenn man den Blinker setzt um in eine Lücke einzuscheren, man in die Lücke gelassen wird.
            Wenn man in D in eine Lücke will und der andere das bemerkt, wird die Lücke schnell zu gefahren.

            • Ok dann mal meinerseits eine Vervollständigung der persönlichen Eindrücke.

              Frankreich: dass man nach Bet-Tagen des Blinkers in FR in eine Lücke reingelassen wird, überrascht eigentlich nicht. Die sind so erschreckt, da die so ein blinkendes Licht so selten sehen. 😅

              Belgien:
              – das Verhalten von Belgiern im deutschen Ausland ist zu begrüssen, im eigenen Lande aber weniger üblich
              – vorletzte Woche: Pkw (Kleinwagen) überholt drei Lkw (die knapp 90 fuhren und größere Lücken liessen) mit 93-94 km/h (Coyote nicht Tacho); der Vorgang dauerte knapp 2 Minuten. Isoliert kein Drama, mehrere dieser Vorfälle sind ärgerlich, da unnötig.
              – Beliebt: man näher sich über einen Kilometer einem hinter einem LkW fahrenden Fahrzeug, setzt 3-400m vorher den Blinker, der PkW entscheidet sich nun ebenfalls zu überholen. Zu dieser Entscheidung kam er nicht als weit und breit kein Fahrzeug in Sicht war.
              – Letzte Woche: Auffahrt auf Autobahn, direktes Überholen eines LkW auf der ersten Spur (das auf der 2. Spur den LKW überholenden Fahrzeug hatte einen Überraschungsmoment und Vollbremsung). Ich dieses Fahrzeug überholend auf der 3. Spur durfte diesen teilen, da das (eigentlich auf die Autobahn auffahrende) Fahrzeug nach diesem Erfolg der Ansicht war, das Manöver auf die dritte Spur auszudehnen, um auch noch ein 400m voran auf 2. Spur fahrendes Fahrzeug gleich mit zu überholen. Fazit: drei Spurwechsel über 300m; positiv: Blinker war durchgängig gesetzt.

              Deutschland. Ich beobachte über die letzten Jahre eine zunehmende Beliebtheit (ohne Not) der linken Spur. Ansonsten kann man sich aber auf Blinker und Manöver verlassen.

              Somit würde ich (meine Eindrücke) den höchsten Stressfaktor in FR ansetzen und erst dann BE; DE eher harmlos, da kalkulierbar.

  5. Freie fahrt für freie Bürger.
    Regeln, Vorschriften und Paragraphen geben es schon mehr als genug.
    Ein jeder genieße dieses kleine Stück Freiheit bis den Grünen mal wieder was Neues einfällt.

  6. peter Müller

    Warum sind Autobahnen mehrspurig. Das man Verkehrsteilnehmer, die aus egal welchem Grund nicht aus de Füsse kommen zu überholen. Wenn viele, wie in Belgien mit 110 über die Autobahnen schleichen, reklamiert ja auch keiner, solange sie rechts fahren.

  7. Na sowas

    USA: Die maximalen Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Highways liegen in der Regel bei 75 Meilen/Stunde (mph) (= 121 km/h) in den westlichen Staaten und bei 70 mph (113 km/h) in den östlichen Staaten. Einige Staaten, vor allem im Nordosten, erlauben höchstens 65 mph (105 km/h), auf Hawaii darf höchstens 60 mph (97 km/h) gefahren werden.
    Na sowas, diese Amis, und da kaufen die zuhauf Mercedes, BMW, Porsche, die alle spielend die doppelte Geschwindigkeit erreichen können, auf ihren leeren Highwyas, die man so im Film oder in der Werbung sieht.
    Wozu brauchen die die dann? Ganz einfach, um als Statussymbol in der Garagenauffahrt zu stehen oder um sich durch den dichten Stadtverkehr zu quälen.
    Man kennt das auch aus den Filmen: kaum dreht man die Karre so richtig auf, braust auch schon so’n schön gestylter Polizist auf seiner Harley heran und verpasst einem ein saftiges Knöllchen.
    Diese Amis…

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