Leute von heute

Karl-Heinz Klinkenberg

Eupens Bürgermeister Karl-Heinz Klinkenberg. Foto: Gerd Comouth

Der Eupener Bürgermeister Karl-Heinz Klinkenberg (PFF) mag nicht mehr davon sprechen, dass die Stadt Eupen fortan „kleine Brötchen backen muss“. Beim Neujahrsempfang hatte er sogar von „sehr kleinen Brötchen“ gesprochen. Er verwendet jetzt einen anderen Begriff.

Das Bild von den „(sehr) kleinen Brötchen“ wurde zuletzt regelmäßig von der Opposition und anderen Kritikern der neuen Eupener Mehrheit bemüht. Bisweilen trugen die Brötchen sogar zur allgemeinen Belustigung und Häme bei.

„Der Gürtel ist sehr eng geschnallt“, so die neue Formulierung, wie sie Klinkenberg in einem Interview mit dem Grenz-Echo verwendet. Was eigentlich das Gleiche bedeutet.

In dem Interview wurde Klinkenberg auch gefragt, wie denn „ein normaler Arbeitstag des Bürgermeisters Karl-Heinz Klinkenberg“ aussehe. Der Bürgermeister beantwortete die Frage wie folgt:

Das Eupener Gemeindekollegium (v.l.n.r.): Fred Evers, Werner Baumgarten, Karl-Heinz Klinkenberg, Claudia Niessen, Arthur Genten und Michael Scholl. Foto: Gerd Comouth

Das Eupener Gemeindekollegium (v.l.n.r.): Fred Evers, Werner Baumgarten, Karl-Heinz Klinkenberg, Claudia Niessen, Arthur Genten und Michael Scholl. Foto: Gerd Comouth

„Dann beschreibe ich Ihnen den heutigen Tag: Um 9 Uhr begann dieser mit einer Sitzung des Gemeindekollegiums. Bis 13.30 Uhr haben wir die Tagesordnung abgearbeitet. Anschließend gab es eine interne Versammlung in Sachen Mobilität. Dabei ging es auch um die Mobilität und die Parkplatzsituation in der Innenstadt. Nun empfange ich das Grenz-Echo, dann kümmere ich mich um die Unterschriftenmappen, von denen gestern 40 auf dem Schreibtisch gelandet sind. Und um 19 Uhr treffen wir die Vertreter der Anwohner der Hochstraße, denen wir dann die erste Phase der Neugestaltung vorstellen, sodass es wohl auch heute vor 21 Uhr keinen Feierabend geben wird.“

Klinkenberg hat auch schon zu spüren bekommen, dass sich die Arbeit des Bürgermeisters doch von der eines Unternehmers deutlich unterscheidet: „Als Unternehmer trifft man binnen einer Stunde eine Entscheidung, die möglicherweise schon am nächsten Tag umgesetzt wird. Das ist hier nicht der Fall. Administrativ ist das alles schon wesentlich schwerfälliger als in der Privatwirtschaft. Als Beispiel nehme ich da die ‚berühmten‘ schrägen Lampen in der Innenstadt. Wenn ich sehe, welchen Aufwand wir betreiben müssen, um diese in Ordnung zu bringen, dann ist das schon enorm. Die ersten Aufträge zum Ersetzen der ersten vier Lampen sind aber raus.“

Seine schwerste Entscheidung, die er bisher zu treffen hatte, war nach seinen eigenen Worten „die Schließung des Capitols“, die ja auch noch immer die Gemüter erhitzt (siehe dazu Artikel „Eupener CSP wirft Evers in Sachen Capitol ‚Wild-West-Stil‘ vor“).

 

8 Antworten auf “Karl-Heinz Klinkenberg”

  1. grüne Gutmenschen

    Rationalisieren, privatisieren, restrukturieren, Effizienz steigern… blabla wenn sie einmal gewählt sind die liberalen reichen Söhnchen, dann stellen sie fest, wie schwer es ist, einen Staat zu verwalten. Anstatt jetzt zu meckern, sollte die Mehrheit Gas geben und die Projekte zügig umsetzen. Seit Oktober hören wir nur Hiobsbotschaften. Sonst nix! Wenn das so weiter geht, wünsche ich mir den Elmar zurück. Er hat vielleicht die Stimmen im Altenheim gesammelt, aber wenigstens hat er Entscheidungen mit Weitblick getroffen. Natürlich hätte die Innenstadt besser aussehen können, aber er hat gehandelt und nicht gemullt, wie schwer es ist Bürgermeister zu sein. Das wissen wir auch so.

    • NeuKetteniser

      „Anstatt jetzt zu meckern, sollte die Mehrheit Gas geben und die Projekte zügig umsetzen“ – aber Hallo!!! Daß die Erwartungen bezgl. der neuen Mehrheit von vielen wie vor allem auch von der Opposition ziemlich hochgeschraubt worden sind, ist ja nichts Neues, nur hätte die alte Mehrheit während ihren 12 Jahren Regentschaft verschiedene Projekte in die „richtige Richtung“ gedrückt, anstatt massig Geld in sinnlose Dinge zu investieren, so bräuchte sich heute die neue Mehrheit mit diesen Altlasten nicht auseinanderzusetzen und sich Gedanken darüber machen, WIE und WARUM sie nun den Gürtel enger schnallen muss. Logische Konsequenz – was der eine „verbockt“ hat, muss der andere schließlich nun wieder „gradebiegen“ und so wie es ausschaut, läuft es wohl darauf hinaus, daß dies von der neuen Mehrheit künftig mit etwas mehr Sachverstand und nötigen Überlegungen angepackt wird, anstatt alles über’s Knie zu brechen. Was würde das denn im Endeffekt bringen ? NICHTS! Wer die Ursachen und Hintergründe nicht erkennt wie beispielsweise Bürgermeister Klinkenberg in seinem Interview deutlich zu verstehen gibt, schrammt gewaltig an der Realität vorbei. Übrigens noch etwas in Bezug auf die Bezeichnung „Mullerei“ – das konnte die alte Mehrheit wahrscheinlich noch besser und von diesen Ergebnissen kann man sich ja täglich im Stadtzentrum wie auch anderswo überzeugen …..

  2. AltEupener

    „….gemullt, wie schwer es ist…“ ?? Er hat nirgendwo „gemullt“, sondern einfach nur höflich und präzise auf eine Frage dieses Magazins geantwortet („In dem Interview wurde Klinkenberg auch gefragt, wie denn “ein normaler Arbeitstag des Bürgermeisters Karl-Heinz Klinkenberg” aussehe. Der Bürgermeister beantwortete die Frage wie folgt:…).
    Viel Glück weiterhin, Herr Bürgermeister!

  3. Stadt ohne Fortschritt

    Aber man sieht trotzdem keine Verbesserung in der Stadt, unsauber, chaotisches wildes parken und Baustellen, wo keiner arbeitet. Beim Sanatorium und in den Schulen geht es voran.

  4. dr fritz van ut gen aunderstadt

    Tach van aunder gen Haas,

    ich möcht ens sagen, ich hab nix von der eine noch von der andere, aber man kann et auch übertreben, wa. jetzt werden de kleinen Brötchen auch noch enger jeschnallt, so langsam schnall ich nix mehr, Ons leev vaterstadt liegt kurz vorm sterben, se is schon halbtot, wenn ihr da oben nich langsam in de längekommt dann isse janz tot. schnallt dat endlich und nich der jürtel

    tschöö ut gen aunterstadt

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