Leute von heute

In der DG mehr Hausärzte, mehr Gemeinschaftspraxen und kürzere Arbeitszeiten (mehr „Work-Life-Balance“)

Eine Allgemeinmedizinerin spricht mit einem ihrer Patienten. Foto: Shutterstock

In der DG nimmt die Zahl der Hausärzte seit Jahren zu. Das erklärte der für Gesundheit zuständige Minister Antonios Antoniadis (SP) auf eine mündliche bzw. schriftliche Frage der Abgeordneten Evelyn Jadin (PFF) und Diana Stiel (Vivant). Allerdings hat sich in der Arbeitsweise der Hausärzte mit den Jahren einiges geändert.

Von Juli 2018 bis März 2020 gab es laut Antoniadis 10 zusätzliche Hausärzte in der DG. Innerhalb der letzten 8 Jahre sind es netto 20 Hausärzte mehr: 11 zusätzliche Ärzte in der Eifel und 9 im Norden der DG (siehe Tabelle anbei).

„Dennoch werden wir auch in Zukunft mehr Ärzte brauchen, da sich das Berufsbild im Wandel befindet“, stellt Antoniadis in seiner Antwort an die beiden Abgeordneten klar. Denn auch bei den Hausärzten gebe es „einen Bedarf nach mehr Work-Life-Balance, was mit einer Arbeitszeitverkürzung einhergeht“.

(Zum Vergrößern Tabelle anklicken). Quelle: Kabinett Antoniadis

Vermutlich kann der Zuwachs an Ärzten auf den Anstieg der Anzahl Gemeinschaftspraxen und Ärztehäuser zurückgeführt werden, da diese vermehrt Assistenzärzte einstellen. Laut einer Erhebung von März 2020 arbeiten 77 Prozent der Ärzte in einer der 13 Gemeinschaftspraxen (oder Ärztehäuser), die es inzwischen in der DG gibt (siehe Tabelle anbei).

In den letzten Jahren gab es einen Anstieg von gemeinschaftlich organisierten Arztpraxen. Antoniadis: „Das liegt einerseits daran, dass die Ärzte auf diese Weise Arbeitslast und Kosten reduzieren, andererseits ist gerade das System der Ärztehäuser, für welches das LIKIV eine pauschale Abrechnung vorsieht, sehr lukrativ.“ LIKIV steht für „Landesinstitut für Kranken- und Invalidenversicherung“.

Welchen konkreten Beitrag dieses System zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung leistet, werde das LIKIV überprüfen müssen, so Antoniadis. (cre)

(Zum Vergrößern Tabelle anklicken). Quelle: Kabinett Antoniadis

5 Antworten auf “In der DG mehr Hausärzte, mehr Gemeinschaftspraxen und kürzere Arbeitszeiten (mehr „Work-Life-Balance“)”

  1. Ein kranker Patient

    Wenn man was älter ist und das heutige System mit dem von früher vergleicht, da sind Welten dazwischen. Wer kannte früher schon einen „Kiné“? Heute ist in jedem Dorf eine/r zu finden, sogar noch mehr davon. Und dann diese Kette an Nebenberufe im Gesundheitswesen?! Die drüber schwebenden Organisationen wie: Kliniken, Rehas, Spezialisten, Krankenkassen, Apotheken, Versicherungswesen, Pharmabranchen und -Multis. Da wird es einem mehr als „schwarz“ vor Augen!?
    Alle die da an den Rädchen drehen, sich gegenseitig die Patientenkunden zuschieben etc etc etc.
    Was wohl da alles an Euros ge- und verdreht werden mögen? Kaum zu glauben?

  2. Bei allem Respekt für unsere Hausärzteschaft. ein Knochenjob. Nicht nur zu Coronazeiten.
    Viele sind völlig überlastet.
    So kommt es auch, dass in der Gemeinschaftspraxis in Merols häufig einer nicht mehr weiss was der andere tut. Rezepte,Überweisungen,Berichte.. in den falschen Akten oder auf nimmerwiedersehen verschwinden.
    Da lob ich mir doch den alten Hausarzt,der noch alles selbst macht

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern