Brütende Hitze, verkürzte Strecke und ein packendes Finale: Wie Mathieu van der Poel trotz fast 40 Grad die Nerven behielt – und was sein Sieg für sein Team bedeutet.
Auch nach mehr als 150 Kilometern durch die Hitze Frankreichs behielt Mathieu van der Poel die Ruhe und zeigte im Sprint seine ganze Klasse. Im Ziel holte sich der niederländische Ex-Weltmeister nach seinem Sieg auf der wegen der hohen Temperaturen verkürzten neunten Etappe der 113. Tour de France als Erstes einen Kuss seiner Freundin ab, mit der er ein Kind erwartet.
„Der Start der Tour war nicht so großartig für unser Team“, sagte der 31-Jährige mit Blick auf den in den Massensprints bislang glücklosen Kollegen Jasper Philipsen. „Aber ich denke, wir sind wie immer ruhig geblieben. Wir haben eine tolle Gruppe und glauben daran, dass wir es drehen können.“ Für den 31 Jahre alten Niederländer ist es der dritte Etappensieg bei der Tour.

12.07.2026, Frankreich, Ussel: Mathieu van der Poel aus den Niederlanden vom Team Alpecin-Premier Tech sprintet zum Etappensieg. Foto: Thibault Camus/AP/dpa
Der Klassikerspezialist setzte sich nach 154,6 hügeligen Kilometern zwischen Malemort und Ussel im Sprint einer Ausreißergruppe vor Tobias Halland Johannessen und Tom Pidcock durch. Die Gruppe der Favoriten holte die Ausreißer fast noch kurz vor dem Zielstrich ein.
Die Etappe durch das Zentralmassiv war wegen der massiven Hitze um rund 30 Kilometer auf 154,6 Kilometer verkürzt worden – ein Novum in der langen Geschichte der Rundfahrt. Für das Département Corrèze war die Hitze-Alarmstufe Rot ausgerufen worden. Es herrschten Temperaturen von fast 40 Grad.
Pogacar verteidigte sein Gelbes Trikot und den Vorsprung von 2:42 Minuten auf den Dänen Jonas Vingegaard. Der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz und sein Co-Kapitän Remco Evenepoel waren in der Gruppe schnell ohne Helfer, kamen aber zeitgleich mit der Konkurrenz ins Ziel. Wenige Tage nach dem Ärger des Belgiers auf mangelnde Hilfe von Lipowitz war zu sehen, wie der Deutsche Trinkflaschen für sich und seinen Teamkollegen vom Begleitwagen mitbrachte.
– Nach dem Ruhetag die nächsten Bergprüfungen: Das Rennen begann extrem schnell. In der ersten Stunde legten die Fahrer einen Schnitt von mehr als 49 Kilometern pro Stunde hin – und das auf engen Straßen und vielen kleinen Anstiegen. Der schwerste Teil der Etappe mit insgesamt vier Bergwertungen war nicht gestrichen worden.
Am Montag gibt es für die Fahrer den ersten Ruhetag. Dann geht es im Zentralmassiv weiter. Am französischen Nationalfeiertag sind zwischen Aurillac und Le Lioran 3.800 Höhenmeter und zwei Bergwertungen der ersten Kategorie zu überwinden. (dpa)