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Gottschalk: „Das klassische Fernsehen hat keine Zukunft“

Thomas Gottschalk, Moderator, lässt sich im Rahmen einer Lesung aus seiner neuen Autobiografie "Herbstbunt" in München fotografieren. Foto: Matthias Balk/dpa

Den Zeitungen wird schon lange der Tod vorhergesagt, aber auch das Fernsehen muss sich ernsthaft Sorgen um seine Zukunft machen. Das behauptet auch Ex-„Wetten, dass..?“-Moderator Thomas Gottschalk, den das Fernsehen einst berühmt machte.

“Das klassische Fernsehen hat keine Zukunft, jedenfalls keine strahlende“, schreibt er in seinem Buch „Herbstbunt“. „Der Vorstellungsbeginn um 20.15 Uhr wird nur noch beim ‚Tatort’ akzeptiert, und der Kampf um die Fernbedienung ist eine launige Anekdote der Vergangenheit.“

Das Cover des Buchs „Herbstbunt – Wer nur alt wird, aber nicht klüger, ist schön blöd“ von Thomas Gottschalk. Foto: -/Randowhouse/dpa

Die Zukunft gehöre dem Streaming, so Gottschalk. „Es führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei: Die großen Fernsehsender sind am Ende, die mächtigen Streaminganbieter erst am Anfang.“

Gottschalk legt mit „Herbstbunt“ seine zweite Biografie nach dem beinahe gleich lautenden „Herbstblond“ vor, das 2015 auf den Markt kam. Er gibt darin Gesundheitstipps für ältere Herren, schreibt von dem Schicksalsschlag, als seine Villa in Malibu abbrannte, die Trennung von seiner Ehefrau Thea nach fast 50 gemeinsamen Jahren – und seine neue Liebe. Gottschalk schreibt: „Im Klartext: Mir ist etwas passiert, das mich ziemlich aus der Bahn geworfen hat und was ich mit meinem Traum von einem bunten Herbst selbst heraufbeschworen habe. Ich habe mich noch einmal verliebt.“

Seit einigen Monaten ist er mit Karina Mroß zusammen, die er auf einer Geburtstagsparty kennenlernte – und zwar nicht ganz zufällig, wie er in seinem Buch schreibt. „Der einzige Anklagepunkt, zu dem ich mich schuldig bekenne, ist das Geständnis, die Tischkärtchen auf dem Esstisch ausgetauscht zu haben.“ Heute lebt der 69-Jährige mit seiner neuen Lebensgefährtin in einer renovierten Dachwohnung in Baden-Baden. (dpa)

9 Antworten auf “Gottschalk: „Das klassische Fernsehen hat keine Zukunft“”

  1. Romancier

    Durchsichtige Stellungnahme des Herrn. Ein in die Jahre gekommener Showmaster schreibt mit Hilfe von Ghostwritern eine Biografie. Damit diese in die Mendien kommt und Beachtung findet, wird eine knackige Aussage gemacht. Hätte sonst jemand erwähnt, dass der Herr etwas geschrieben bekommen hat?

    Der Mann hatte seine Zeit und hat seine Verdienste. Nun beginnt er langsam zu nerven…

  2. Kritiker

    Das stimmt nur teilweise, denn die Spartenprogramme (3. Programme, Arte, 3Sat, ZDF Info, alpha usw.) bringen bisweilen Sendungen mit Niveau: Hintergrundreportagen, Neues aus den Wissenschaften, der Kultur usw. Rein „unterhaltend“ ist das Internet besser, vor allem für junge Leute.

    • Die zuvorgenannten Sender haben eine Mediathek, die einem die Inhalte streamen lässt, anstatt diese auf Termin gucken zu müssen.

      Dokumentationen und Reportagen gibt es ausserdem auch auf den puren Streaming-Diensten.

  3. Walter Keutgen

    Ich beachte das Streaming aus Umweltschutzgründen mit Argwohn. Ich frage mich, ob da nicht mehr Strom verbraucht wird. Bei der Digitalisierung des Fernsehens auch, Archive werden zusehends auf Server verlegt. Wie Kritiker schreibt, streamt vor allem die Jugend, die sich soviel Sorgen um die Zukunft der nachfolgenden Generationen macht.

    • OberÖko

      @ Walter Keutgen

      Und? Alles kein Problem. Wir haben unsere 110 % sicheren Bio-AKW-Kraftwerke Thiange. Der liefert uns fast unendlich billigen Strom. und um den Atommüll müssen sich eben unsere Kinder, Enkel, UrEnkel, UrurEnkel, UrururEnkel…kümmern. Es sei denn – und das ist wahrscheinlicher – das Ding fliegt uns um die Ohren.

      Also: Streamen bis der Arzt kommt.

    • Jo, streaming verbieten, was sonst, nur noch der „grüne Kanal“ darf geschaut werden. Schon mal nachgerechnet dass die seit 100 Jahren ständig steigende Lebenserwartung aus Umweltschutzgründen auch mit Argwohn zu betrachten ist? Aber Vorsicht, Savonerola hatte Anfangs auch grossen Zulauf, sein Ende war hingegen nicht so prickelnd….
      https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f3/Hanging_and_burning_of_Girolamo_Savonarola_in_Florence.jpg

      • Walter Keutgen

        Dax, es geht mir um den Widerspruch, es ist doch die grüne Jugend, die fast ausschließlich streamt. Außerdem muss dazu das Glasfasernetz bis in den letzten Weiler getrieben werden, auf Steuerzahler Kosten, zu denen ich netto gehöre. Und dann verbieten die Savonaroles mir, mit dem Auto ins Kino zu fahren: Du kannst doch streamen – die duzen nämlich. Zu ihrer zweiten Bemerkung, ich verdächtige die Drahtzieher hinter Fridays-for-Future solcher Berechnungen. In Norddeutschland sollen die Nazis ein Altenheim gehabt haben, wo die deutschen Insaßen mittels immer kleinerer Rationen zum körperlichen Abbau gebracht wurden, die polnischen sofort nichts mehr zu essen bekamen.

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