Gesellschaft

Gemeinsam sicher feiern: Polizeizone gibt Regeln und Empfehlungen zum Feuerwerksgebrauch bekannt

Foto: Shutterstock

Anlässlich des bevorstehenden Jahreswechsels informiert die Polizeizone Weser-Göhl über die aktuell geltenden kommunalen Bestimmungen zum Gebrauch von Feuerwerks- und Knallkörpern sowie über wichtige Sicherheitsaspekte.

„Ziel ist es, für Klarheit hinsichtlich der Regelungen in den vier Gemeinden des Gebiets der Polizeizone zu sorgen und zugleich auf die Risiken für Mensch, Tier und Umwelt hinzuweisen“, so die Polizei.

Der Gebrauch von Feuerwerk ist gestattet in der Gemeinde Eupen vom 31. Dezember, 23.45 Uhr, bis 1. Januar, 01.30 Uhr, in der Gemeinde Kelmis von 31. Dezember, 23.30 Uhr, bis 1. Januar um 1 Uhr, in den Gemeinden Lontzen und Raeren „in der Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar“. Außerhalb des von der Gemeinde angegebenen Zeitfensters ist das Abbrennen von Feuerwerk im öffentlichen und privaten Bereich nur mit vorheriger Genehmigung des Bürgermeisters erlaubt.

Grundsätzlich sind der Verkauf und die Abgabe von Feuerwerkskörpern an Personen unter 16 Jahren verboten.

Ein Feuerwerkseinkauf mit Silvesterraketen und Böllern liegt ausgebreitet auf einem Tisch. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Feuerwerkskörper bergen erhebliche Risiken, insbesondere bei unsachgemäßem Gebrauch. Laut der belgischen „Stiftung für Brandopfer“ („Fondation des brûlés“) zählen Verletzungen an Händen/Fingern (57 Prozrnt), Augen (15 Prozent) und Gesicht/Kopf (13 Prozeht) zu den häufigsten Vorfällen rund um den Jahreswechsel. Auf der Website „Knalles Gute“ des FÖD Economie liest man „Zum Jahresende 2024 wurden insgesamt 122 Feuerwerksopferregistriert, 91 Prozent der Opfer waren Männer. 30 Prozent der Opfer sind jünger als 18 Jahre.“

Die Polizeizone Weser-Göhl empfiehlt daher:

• Feuerwerkskörper ausschließlich gemäß den Herstellerangaben zu verwenden. Nutzen Sie einen stabilen Standplatz und achten Sie auf die Flugrichtung. Zünden Sie Feuerwerk nie in der Hand. Gehen Sie nach dem Feuerwerk ums Haus, um glimmende Reste von Raketen oder Böllern zu löschen.

Zünden Sie nicht ausgelöste Feuerwerkskörper (sogenannte Blindgänger) niemals ein zweites Mal: Schütten Sie einen Eimer Wasser über ein nicht entfachtes Produkt und lassen sie es eine ganze Nacht liegen. Danach kann man diese gefährlichen Objekte zum Containerpark bringen. Die meisten Unfälle passieren am 1. Januar, nicht in der Silvesternacht selbst. Verzichten Sie bei starkem Wind auf das Abfeuern von Raketen, um ungewollte Folgen zu vermeiden.

01.01.2023, Belgien, Brüssel: Ein Feuerwerk leuchtet auf dem Paleizenplein/Place des Palais während der Silvesterfeierlichkeiten in Brüssel. Foto: Lucien Lambotte/BELGA/dpa

• Nur EU-konforme Produkte nutzen, die ein CE-Zeichen tragen und auf improvisierte oder
manipulierte Feuerwerkskörper strikt zu verzichten.

• Abstand zu Personen, Gebäuden und brennbaren Materialien einzuhalten. Halten Sie Balkone, Terrassen und den Bereich um Ihr Haus frei von brennbaren Materialien wie Kisten, Papier oder ausgetrockneten Weihnachtsgestecken. Geschlossene Fenster, Dachluken und Türen verhindern, dass Feuerwerkskörper ins Haus gelangen.Stellen Sie ihr Fahrzeug am besten in einer Garage oder auf einem ruhigen Privatparkplatz ab, um es vor Schäden zu schützen.

• Kinder konsequent vom Umgang mit Feuerwerk fernzuhalten und sie beim Zuschauen angemessen zu schützen (unter anderem mit einem Hörschutz).

• Keine Feuerwerkskörper von einer alkoholisierten Person zünden lassen. Wie fürs Autofahren am besten vor Beginn der Feierlichkeiten einen „Feuerwerks-BOB“ wählen. Stellen Sie Wasser, Sand oder einen Feuerlöscher bereit, um im Notfall schnell reagieren zu können.

– Belastung für Tiere: Haustiere, Nutztiere und Wildtiere reagieren häufig mit Stress und Angst auf laute Knallgeräusche und Lichtblitze. Die Polizeizone ruft dazu auf:

• Feuerwerk nicht in der Nähe von Ställen, Weiden oder Tierhaltungen abzubrennen.

• Die erlaubten Zeitfenster strikt einzuhalten, um die Belastung möglichst gering zu halten.

• Tierhaltende Personen frühzeitig zu informieren, sofern in der unmittelbaren Umgebung Feuerwerk geplant ist. So können Haustiere in der Nacht in der Wohnung behalten werden.

Der Lärm der Silvesterböller erschreckt viele Hausriere und versetzt sie in Panik. Foto: Shutterstock

– Umwelt und Sauberkeit: Feuerwerk führt nicht nur zu Schadstoff- und Feinstaubbelastung sondern auch zu erheblichem Abfallaufkommen. Daher wird um folgende Maßnahmen gebeten:

• Rückstände vollständig zu entfernen, um öffentliche und private Flächen sauber zu halten.

• Wenn möglich auf emissionsärmere oder stille Alternativen zurückzugreifen.

• Feuerwerk nur in den klar definierten Zeitfenstern zu verwenden.

– Noch ein Hinweis der Polizeizone Weser-Göhl: Die Polizeizone appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden Eupen, Kelmis, Raeren und Lontzen, die bestehenden Verordnungen einzuhalten. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Feuerwerk trägt maßgeblich zu einem sicheren, störungsfreien und respektvollen Jahreswechsel bei.

Achten Sie auf Ihre Mitmenschen und Tiere, und unterstützen Sie die Einsatzkräfte von Polizei,
Feuerwehr und Rettungsdienst durch verantwortungsbewusstes Handeln. Und im Notfall bitte nicht zögern und immer die Notrufnummer 112 wählen.

Für weitere Auskünfte stehen die Gemeinden Eupen, Kelmis, Raeren und Lontzen sowie die
Polizeizone Weser-Göhl zur Verfügung.

22 Antworten auf “Gemeinsam sicher feiern: Polizeizone gibt Regeln und Empfehlungen zum Feuerwerksgebrauch bekannt”

  1. Pierre Il

    In der Nachbargemeinde Baelen ist Feuerwerk verboten und hier kann man sich nicht mal auf gemeinsame Zeiten einigen. Traurige Welt. Wer hat so etwas nötig? Und wer soll dieses kontrollieren? Diejenigen die man nie sieht?

  2. Hugo Egon Bernhard von Sinnen

    Traditionen sind ja schön und gut.
    Und wer will, kann diesen Krach verursachen bis der Arzt kommt. Mein Ding ist es nicht.
    Bei einem guten Lied die Musik etwas lauter als laut drehen schon eher.

  3. HEINRICH

    Ich mache mein 15 Minütiges Feuerwerk
    Die Hunde (3) in meiner Nachbarschaft gehen mir 365 Tage im Jahr mit ihrem Gebälle und Gehäulle auf den Sack , Da kann Ich denen auch mal 15 Minuten denn Nerf klauen !
    Frohes neues Jahr

    • Eifel_er

      Genau. Es nervt nur noch. Diese ewige Gekläffe – je kleiner der Hund 🐕 desto mehr bellt er.
      15 min Feuerwerk – das packt jeder – auch so ein Mini Designer Hund. Zur Not einfach kurz in den Keller damit oder wie viele es auch machen – in die praktische hundetragetasche stecken. Es gibt Hunde die werden besser versorgt als die eigenen Kinder. Und das ist echt schlimm

  4. Besorgte Mutter

    @Heinrich, sehr gute Argumentation gegen die nervigen Hundehalter!
    Selbst im tiefsten Lockdown haben wir aus einer versteckten Ecke der Wiese unseres lieben Nachbarn Bauer heraus geballert, natürlich mit seiner freundlichen Genehmigung.
    Und auch zum bevorstehenden Sylvester werden wir wieder volle Kanne Feuerwerken.

  5. Heinrich du schreibst wie der Ermitler.

    Gegenfrage
    Ich wohne neben einer Schule. In jeder Pause höre ich das Geschrei der Kinder. Warum müssen Kinder eigentlich immer so schreien.
    Habe ich jetzt auch das Recht ein Mal im Jahr Kinder 15 Minuten zu verprügeln?

    Sie sind ne arme Seele, Heinrich

  6. @hEIKE
    Mit Heinrich und besorgte Mutter bin ich einverstanden. Ich finde, zu Sylvester gehört Feuerwerk dazu
    Heike, legen Sie sich mit Ohrstöpsel und Augenmaske ins Bett und lassen Sie sich vom Christkind einen Abreißkalender schenken, damit Sie jeden Tag eine Freude 😃 haben
    Frohes Fest Euch allen 🍬🍀🤶🎄

  7. Kasperle

    Ein kontrolliertes Feuerwerk pro Gemeinde und den Verkauf an privater Hand verbieten.
    Jedem wäre damit gedient und die Tiere würde es auch freuen.
    Wem es nicht passt macht die Rollläden runter und geht ins Bett.
    Die tagelang vorher und nachher Ballerei ist nervend, unverschämt und respektlos.

    • Peter Müller

      Sind wohl überwiegend alte leute, wie auch Terhalter die wieder gegen alles etwas haben, aber die Hund dürfen an meinem Grundstück sein Bedürfnis da lassen. Mein Nachbar ist so doof auf den Ohren, dass ich immer sein TV Programm mithören muss :-( . Am Samstag kommen die Umweltverschmutzer mit den ganzen Lämpchen am Traktor wieder durch die Stadt gefahren mit hupen und Trompeten, ist das normal !. Alles hat seine Berechtigung, ob Osterfeuer, Weihnachtssingen Silvester, Kirmes, Karneval, Open Air Veranstaltung und .und. Früher wurde sich nicht über alles beschwert. Da war man ja auch noch Jung :-))

      • Es ist interessant zu sehen, wie oft in solchen Diskussionen das Argument kommt, dass „früher alles besser“ war oder die Menschen heute einfach nur empfindlicher seien. Aber wenn man mal genauer hinsieht, merkt man, dass sich nicht nur die Einstellung der Menschen geändert hat, sondern vor allem die Intensität und das Ausmaß der Dinge, über die wir sprechen.
        Man darf nicht vergessen, dass das Zusammenleben früher auf einem ganz anderen Fundament stand. Es herrschte ein gewisser gegenseitiger Respekt, der heute oft verloren gegangen ist. Man kannte seine Nachbarn noch beim Namen, man hat über den Gartenzaun hinweg gesprochen und wusste, was im Leben des anderen los war. In so einer Gemeinschaft hat man automatisch mehr Rücksicht genommen, weil man eben nicht anonym nebeneinander herlebte. Wenn man jemanden kennt und schätzt, achtet man ganz intuitiv darauf, ihn nicht mit dem eigenen Lärm oder Schmutz zu stören.
        Früher hat ein Haushalt vielleicht eine Handvoll Raketen und ein paar Böller gezündet. Heute kaufen viele Haushalte riesige Feuerwerksbatterien mit 200 Schuss oder mehr. Dazu kommt, dass die Sprengkraft dieser modernen Böller massiv zugenommen hat – das hat oft nichts mehr mit dem „Knallfrosch“ von früher zu tun, sondern grenzt an professionelle Pyrotechnik, die ganze Straßenzüge erzittern lässt. Wenn die Belastung so extrem zunimmt, ist es nur logisch, dass auch der Widerstand dagegen wächst.

        Das gilt auch für andere Bereiche: Die Traktor-Umzüge oder großen Events sind heute oft viel lauter und kommerzieller.Es geht also meistens gar nicht darum, „gegen alles“ zu sein oder den Jüngeren den Spaß zu verderben. Es geht vielmehr darum, dass das Maß verloren gegangen ist. Wenn die gegenseitige Rücksichtnahme schwindet und gleichzeitig die Lärm- und Umweltbelastung durch Technik und schiere Masse immer größer wird, dann kippt die Stimmung eben schneller. Es ist also weniger eine Frage des Alters, sondern eher eine Reaktion auf eine Welt, die in vielen Dingen einfach viel lauter, extremer und anonymer geworden ist.

    • Fuchs sei wachsam

      Wenn schon dann würden 15 Minuten völlig genügen von 0.00 bis 0.15 aber wer soll es kontrollieren? Vielleicht die Politik die 90 Milliarden Euro zum weitern KNALLEN in der Ukraine beschlossen haben?

      • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

        #Fachkraft/ Genau. Das Problem entsteht überhaupt nicht vom 31.12 bis zum .01.01 .
        Einige scheinen Sondergenehmigungen für 4 Monate zu besitzen und das kann nur Mensch und Tier auf dem Zeiger gehen.

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