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Spanien: Frau nach mehr als sechs Stunden ohne eigenen Herzschlag wiederbelebt

05.12.2019, Spanien, Barcelona: Audrey Mash posiert mit ihrem Mann (2.v.r) und Feuerwehrleuten, die an ihrer Rettung beteiligt waren. Mash wurde nach mehr als sechs Stunden ohne eigenen Herzschlag ins Leben zurückgeholt. Foto: ---/Comunicació Vall d'Hebron/dpa

Es ist ein denkbar schlechter Ort für einen Notfall. Beim Wandern in den Pyrenäen erleidet eine Frau einen Herzstillstand. Eine schwere Unterkühlung rettet ihr das Leben.

In Spanien haben Ärzte eine Frau nach mehr als sechs Stunden ohne eigenen Herzschlag ins Leben zurückgeholt. Die 34-jährige Britin hatte Anfang November beim Wandern in den spanischen Pyrenäen einen Herzstillstand erlitten, teilte das Universitätskrankenhaus Vall d’Hebron in Barcelona mit. Die Frau konnte gerettet werden, weil eine starke Unterkühlung zerstörerische Prozesse in ihrem Gehirn verzögert hatte.

05.12.2019, Spanien, Barcelona: Audrey Mash (3.v.l) nimmt mit ihrem Mann an einer Nachbildung ihrer Reanimation teil. Foto: —/Comunicació Vall d’Hebron/dpa

Bei einem Herzstillstand kommt es nach etwa 15 bis 20 Sekunden zur Bewusstlosigkeit, da der Sauerstoff im Gehirn schnell aufgebraucht wird. Binnen weniger Minuten drohen bei normalen Temperaturen irreversible Schäden und schließlich der Hirntod.

„Bei einem Menschen ohne Kreislauf kann eine sofortige und sehr starke Kühlung den Hirntod bis zu 45 Minuten hinauszögern, in Einzelfällen sogar ein wenig länger“, sagte Bernd Böttiger, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin des Universitätsklinikums Köln, am Freitag. Spätestens dann sei eine Herz-Lungen-Wiederbelebung notwendig. Dabei wird der Kreislauf am Laufen gehalten, auch wenn das Herz nicht von selbst schlägt. In diesem Zustand – gekühlt und mit Wiederbelebungsmaßnahmen – könnte man einen Menschen theoretisch auch mehr als sechs Stunden am Leben halten, sagte Böttiger, der auch Vorstandsvorsitzender des Deutschen Rates für Wiederbelebung ist.

Beim Eintreffen im Krankenhaus kein Lebenszeichen

Die mittlerweile genesene Frau habe keine Lebenszeichen gezeigt, als sie in der Klinik eintraf, wurde der behandelnde Arzt Eduard Argudo zitiert. „Aber wir wussten, dass sie im Kontext einer Hypothermie Überlebenschancen hatte.“ Diese starke Unterkühlung hätte zwar fast den Tod der Britin verursacht, schützte aber gleichzeitig ihren Organismus und ihr Gehirn vor bleibenden Schäden.

05.12.2019, Spanien, Barcelona: Audrey Mash (l) nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: —/Comunicació Vall d’Hebron/dpa

Die Britin hatte bei ihrer Wanderung begonnen, „seltsam und unzusammenhängend“ zu sprechen, hieß es nach Angaben ihres Mannes. Kurz darauf sei sie bewusstlos geworden. Ein Helikopter sei aufgrund der Wetterbedingungen erst nach über zwei Stunden bei dem Paar eingetroffen. Die Körpertemperatur der Britin sei bis zu diesem Zeitpunkt auf 18 Grad abgesunken.

Die Patientin sei dann in die naheliegende Gemeinde Campdevànol und von dort aus weiter ins etwa 90 Kilometer entfernte Universitätskrankenhaus Vall d’Hebron in Barcelona geflogen worden. Während der gesamten Zeit hätten die Ärzte die 34-Jährige reanimiert. Um 21.46 Uhr, nach mehr als sechs Stunden ohne Herzschlag, habe ihr Körper wieder eine Temperatur von 30 Grad erreicht. Mithilfe eines Defibrillators sei die Frau dann zurück ins Leben geholt worden.

Insgesamt habe die Britin zur Beobachtung 12 Tage im Krankenhaus verbracht. Nun sei sie nahezu vollständig genesen, berichtete der Sender BBC. Im Frühling wolle sie das Wandern wieder aufnehmen. (dpa)

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