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Vivant stellt die Kulturförderung in der DG infrage: „Eine zusätzliche, verdeckte Zusatzalimentierung“

Das Highlight im Programm von Chudoscnik Sunergia ist jedes Jahr zweifelsohne der Eupen Musik Marathon (hier ein Bild vom EMM 2023). Foto: Patrick von Staufenberg

Vivant ist die einzige Fraktion im PDG, die es wagt, mehrmals im Jahr die Kulturförderung der DG infrage zu stellen. Ein Dorn im Auge ist der Partei dabei insbesondere das Projekt „Kultur macht  Schule“.

Kürzlich nahm die Vivant-Abgeordnete Diana Stiel einen neuen Anlauf. Stiel wollte von Minister Gregor Freches (PFF) erfahren, welche Summen aus dem Kulturförderdekret an Kulturzentren (Alter Schlachthof im Norden und Triangel im Süden), Kulturproduzenten (Agora, Fithe, Irene K) und Kulturveranstalter (KultKom, ArsVita, Ostbelgien Festival, Chudoscnik Sunergia, Eastbelgica, Meakusma) geflossen sind.

Es bestehe der dringende Verdacht, so die Abgeordnete Stiel, dass hier seit Jahren eine erhebliche Überförderung stattfindet. „Steuergelder in Millionenhöhe – über die Jahre hinweg gesehen – werden gebunden, ohne dass der tatsächliche gesellschaftliche Mehrwert und die reale Reichweite dieser immensen Ausgaben hinterfragt werden.“

Der amtierende DG-Kulturminister Gregor Freches (PFF). Foto: Patrick von Staufenberg

Bevor neue Förderrichtlinien verabschiedet oder gar weitere Finanzmittel zugesagt werden, fordert Vivant eine lückenlose Analyse der bisher getätigten Gesamtfinanzierung, und zwar aus allen institutionellen Töpfen. „Denn man scheint es immer zu vergessen Steuergeld ist Steuergeld, egal aus welchem Topf es kommt.“

Scharfe Kritik übte die Vivant-Abgeordnete am DG-Programm „Kultur macht Schule“. „Dieses wurde politisch zwar als pädagogische Bildungsmaßnahme für Kinder deklariert, dient in der Praxis jedoch allzu oft als zusätzliche, verdeckte Zusatzalimentierung für genau dieselben professionellen Institutionen, die ohnehin schon üppige Basisdotationen erhalten.“

Die Verknüpfung mit einigen Kulturproduzenten sei dabei augenfällig, so Stiel: „Ensembles wie das Agora Theater und das Figurentheater Fithe tauchen Jahr für Jahr mit einer Vielzahl von Stücken im offiziellen Angebotskatalog für Schulen auf. Buchen ostbelgische Schulklassen diese Aufführungen, übernimmt das Ministerium der DG die gesamten Kosten. Das bedeutet: Diese Kulturproduzenten erhalten nicht nur Strukturförderung für das Erschaffen der Stücke, sondern werden über ‚Kultur macht Schule‘ noch ein zweites Mal direkt für die Aufführung vor den Schülern bezahlt – das heißt, ein zweites Mal über Steuergelder finanziert.

Isabelle Weykmans und Oliver Paasch bei der Vorstellung des Projekts „Kultur macht Schule“ 2014. Foto: Serge Heinen

Fazit von Vivant: „Über ‚Kultur macht Schule‘ fließen jährlich beträchtliche Zusatzgelder an dieselbe Handvoll Akteure. Eine echte Reform des Kulturförderdekrets muss diese unzeitgemäße Doppelförderung stoppen. Wenn künstlerische Produktionen qualitativ hochwertig und marktfähig sind, müssen und werden sie nämlich auch außerhalb des geschützten schulischen Raums frei gebucht. Wer bereits eine umfassende strukturelle Basisdotation für das Erschaffen von Kunst erhält, muss sich am freien Markt selbst ,tragen, anstatt den Steuerzahler über künstlich aufgeblähte Bildungstöpfe ein zweites Mal zu belasten. Gerade im Zuge des aktuellen Sparzwangs muss dafür gesorgt werden, dass Gelder effizienter eingesetzt werden.“

Stiel betonte, es gehe ihr keineswegs darum, die ostbelgische Kulturlandschaft pauschal zu verdammen oder wertvolle Projekte infrage zu stellen; vielmehr müsse man im Zuge des aktuellen Sparkurses die ehrliche und fundamentale Frage stellen: Welche Ausgaben können wir uns als Gemeinschaft de facto noch leisten, welche Angebote will der Bürger behalten und was kann gestrichen oder gekürzt werden? (cre)

Die Antwort von Kulturminister Gregor Freches (PFF) auf die Frage der Abgeordneten Diana Stiel (Vivant) lesen Sie unter folgendem Link:

ANTWORT MINISTER FRECHES

3 Antworten auf “Vivant stellt die Kulturförderung in der DG infrage: „Eine zusätzliche, verdeckte Zusatzalimentierung“”

  1. Antwort eingegangen am 08. Juli 2026
    Aufgrund der sich teils überschneidenden und auch wiederholenden Unterfragen der Frage
    Nr. 158 zur Kulturfinanzierung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft, erlaube ich es mir
    die Fragen als Ganzes zu beantworten.
    In der Anlage finden Sie eine zusammenfassende Übersicht über die Finanzierung der
    verschiedenen Kulturträger. Die Tabelle enthält insbesondere Angaben zur strukturellen
    Förderung

    sofern zutreffend, aufgeschlüsselt nach Funktionszuschüssen und
    Personalpauschalen

    , zur jeweiligen Förderkategorie gemäß Kulturförderdekret sowie zur
    Anzahl der durch das Kulturförderdekret bezuschussten Personalstellen.

    /////
    Es fehlt besagte Anlage mit den spezifischen Zahlen. Die Antwort von Freches enthält nicht eine Zahl! Kommt da noch was?

  2. Ich vermisse bei der Aufzählung der geförderten Institutionen das IKOB.
    Immerhin war es das Lieblingskind vom früheren Direktor, dem Künstler Francis Feidler, Erfinder der „Elastikommunikation“.

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