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Gelbe Fluo-Westen mit blauem Symbol geben schwerhörigen Menschen mehr Sicherheit

Mit einer fluoreszierenden gelben Warnweste fühlt man sich als Radfahrer sicherer. Foto: HOB

Eine alltägliche Situation, die gefährlich enden kann: Ein schwerhöriger Spaziergänger bewegt sich entspannt auf der RAVEL-Strecke, als plötzlich ein Fahrradfahrer bedrohlich nah an ihm vorbeifährt. Beide sind irritiert – und doch trägt keiner Schuld.

Der Radfahrer hatte sich rechtzeitig durch heftiges Klingeln bemerkbar gemacht. Der Spaziergänger hatte ihn schlicht nicht gehört. Was folgt, ist gegenseitiges Unverständnis, obwohl beide richtig gehandelt haben.

Menschen mit starker Schwerhörigkeit – darunter viele Träger von Cochlea-Implantaten – berichten regelmäßig von solchen Erlebnissen. Selbst mit modernsten Hörsystemen ist gutes Hören nicht immer gewährleistet. Besonders Geräusche, die von hinten oder seitwärts kommen, werden häufig gar nicht wahrgenommen.

Ein schwerhöriger Radfahrer mit Schutzhelm. Wichtig ist, dass er sich als Verkehrsteilnehmer mit einer Beeinträchtigung zu erkennen gibt, zum Beispiel mithilfe einer fluoreszierenden gelben Warnwesten. Foto: Shutterstock

Viele Betroffene meiden deshalb bestimmte Strecken, weil sie sich dort unsicher fühlen. Das schränkt ihre Lebensqualität erheblich ein, obwohl die anderen Verkehrsteilnehmer oft gar nicht böswillig handeln, sondern schlicht nicht wissen, dass jemand nicht hören kann.

– Die Lösung ist ein sichtbares Zeichen: Hier setzt die Vereinigung der ostbelgischen Hörgeschädigten (HOB) an. Sie lässt fluoreszierende gelbe Warnwesten anfertigen, auf deren Rückseite gut sichtbar das internationale blaue Symbol für Schwerhörigkeit aufgedruckt ist. So können andere Verkehrsteilnehmer auf einen Blick erkennen: Diese Person hört möglicherweise nicht.

Gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro sind diese Westen in verschiedenen Größen erhältlich bei:

• DSL Eupen (Dienststelle für Selbstbestimmes Leben), Hostert
• DSL St. Vith
• PRT Eupen (Patienten Rat & Treff), Aachener Straße 6

Die HOB hofft, mit dieser Initiative zu mehr gegenseitigem Verständnis und Sicherheit im Alltag beizutragen – auf allen Rad- und Wanderwegen, aber auch weit darüber hinaus.

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