Gesellschaft

Festnahme von Andrew erschüttert Großbritannien

20.02.2026, Großbritannien, London: Die Titelseiten nationaler Zeitungen in London zeigen Andrew Mountbatten-Windsor beim Verlassen des Polizeireviers von Aylsham (Foto von Reuters), nachdem er am Donnerstag aus der Untersuchungshaft entlassen wurde. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa

AKTUALISIERT – Nach der Festnahme von des früheren Prinzen herrscht in Großbritannien Aufruhr. Die Polizei sucht weiter nach Hinweisen, Medien und Öffentlichkeit warten auf neue Details.

Die Festnahme des früheren Prinzen Andrew im Zusammenhang mit dessen Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bringt das Vereinigte Königreich an den Rand eines Ausnahmezustands. Dutzende Medienvertreter versammelten sich schon am frühen Morgen unter grauem Himmel an den Zufahrtsstraßen zu den königlichen Anwesen. Mit Spannung werden erste Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen erwartet.

16.09.2025, Großbritannien, London: Der damalige britische Prinz Andrew (l) und der britische König Charles III. verlassen nach dem Requiem-Gottesdienst für die Herzogin von Kent die Westminster Cathedral in London. Foto: Joanna Chan/AP/dpa

Der „Downfall“, also der Nieder- oder Untergang des jüngeren Bruders von König Charles III., verdrängt in Großbritannien andere Probleme fast vollständig. Die Regierungskrise von Premierminister Keir Starmer? Egal – was passiert mit Andrew? Die Polizei durchsucht am Freitagmorgen dessen früheren, prunkvollen Wohnsitz auf dem Gelände von Schloss Windsor.

Die Festnahme des 66-Jährigen am Donnerstagmorgen habe „die moderne Monarchie in ihre größte Not gestürzt“, schreibt die Boulevardzeitung „Daily Mail“. Andrew, der erst nach Stunden am Abend wieder entlassen worden war, wird Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen. Die Epstein-Akten legen nahe, dass er in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an den 2019 gestorbenen US-Unternehmer weiterleitete.

– Andrew bei der Abfahrt fotografiert: „Das ist der spektakulärste Sturz eines Mitglieds der Königsfamilie in der Neuzeit“, sagte Craig Prescott, Verfassungsexperte und Royal-Kenner von der Londoner Universität Royal Holloway, der BBC. In den aktuellen Ermittlungen geht es den offiziellen Angaben zufolge nicht um mutmaßliche Sexualdelikte, die Andrew im Epstein-Skandal seit Jahren vorgeworfen werden. In diesen Fällen beteuerte der 66-Jährige stets seine Unschuld.

27.02.2024, Großbritannien, Windsor: Der damalige Prinz Andrew, Herzog von York und Sarah Ferguson, damalige Herzogin von York, kommen auf Schloss Windsor zu einem Gedenkgottesdienst für König Konstantin II. von Griechenland an. Foto: Chris Jackson/PA Wire/dpa

Zum Vorwurf des Amtsmissbrauchs äußerte sich der Bruder des Königs, der bereits im vergangenen Jahr alle Titel und Ehren hatte abgeben müssen, nicht. Zu sehen war er am Donnerstagabend nur kurz, als er auf dem Rücksitz eines Autos von der Polizeistation weggefahren wurde. „Mit müdem Blick und erschöpft, wirkte Andrew Mountbatten-Windsor wie ein Mann, der die ganze Last seiner Vergangenheit und Zukunft auf den Schultern trägt“, schrieb die Zeitung „The Daily Telegraph“.

– Was bedeuten die Vorwürfe? Am Freitag fokussierten sich Medien und Experten insbesondere auch darauf, was die Ermittlungen bedeuten. Die BBC erklärte: „Im Kern geht es um den Vorwurf, dass jemand, der im Auftrag der britischen Öffentlichkeit tätig war, etwas schwerwiegend Falsches getan hat – und dabei wusste, dass es falsch war.“

In den Epstein-Akten waren Hinweise entdeckt worden, dass Andrew Dokumente an den US-Finanzier weitergeleitet haben könnte, die mindestens als vertraulich eingestuft waren. Der Sender Sky News nannte Berichte über offizielle Besuche als Handelsbeauftragter in Hongkong, Vietnam und Singapur als Beispiele. Eine Mail soll der frühere Herzog fünf Minuten, nachdem er sie selbst bekommen hatte, weitergeleitet haben.

Die Aufgabe der Polizei ist es nun, Beweise dafür zu finden, dass Andrew seine Pflicht vorsätzlich vernachlässigt oder sich vorsätzlich pflichtwidrig verhalten hat. Die Entscheidung, Anklage zu erheben, trifft die Staatsanwaltschaft – in England und Wales der Crown Prosecution Service (CPS). Dieser handelt zwar auch dem Namen nach im Auftrag der Krone – Andrew bekommt aber keine gesonderte Behandlung.

20.02.2026, Großbritannien, Sandringham: Medienvertreter auf dem Anwesen Sandringham in Norfolk, wohin Andrew Mounbatten-Windsor nach seinem Auszug aus der Royal Lodge in Windsor umgezogen ist. Foto: Jordan Pettitt/PA Wire/dpa

„Lassen Sie mich klarstellen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen“, hatte Charles III. am Donnerstag mitteilen lassen, ehe er seinen königlichen Pflichten nachging und die Londoner Fashion Week besuchte. Das Vergehen des Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt kann mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe bestraft werden.

– Donald Trump bedauert die „Schande“ im Königshaus: „Ist das der Anfang vom Ende der Monarchie?“, fragte die BBC. Die Rundfunkanstalt rechnete erneut vor, dass zum ersten Mal seit über 350 Jahren ein hochrangiges Mitglied der Königsfamilie verhaftet wurde. Damals war König Charles I. während des Bürgerkriegs wegen Hochverrats angeklagt worden.

Die britische Politik äußerte sich zunächst nicht ausführlich zum Fall Andrew, was aber auch nicht ungewöhnlich ist. Es ist für beide Seiten – die Regierung und Opposition sowie die königliche Familie – ein ungeschriebenes Gesetz, Vorgänge beim jeweils anderen unkommentiert zu lassen. Starmer hatte sich vor der Festnahme dafür ausgesprochen, dass Andrew sein Epstein-Wissen mit dem US-Kongress teilt.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Vorgänge in Großbritannien als „Schande“ und „sehr bedauerlich für die königliche Familie“. Der Republikaner betonte vor Journalisten, dass er selbst mit Bezug auf den Epstein-Skandal „vollständig entlastet“ worden sei. (dpa)

39 Antworten auf “Festnahme von Andrew erschüttert Großbritannien”

  1. Die polizeilichen Ermittlungen bedeuten nicht automatisch, dass er sich strafbar gemacht hat. So steht es im Bericht. Andrew ist sowieso schon gestraft genug, obwohl er selbst daran schuld ist.

      • Wie so noch lange diskutieren Menschen wie diese die sich an Kindern vergehen gehören nicht weggesperrt sondern sofort an die Wand ob Politiker oder Adelige oder sonst wär ! Diese perversen kranke Schweine!!!

        • JoKrings

          Inzwischen ist belegt, dass Epstein so etwas wie eine „Baby Farm“ in New Mexico betrieb, zu eugenistischen Zwecken. Epstein war nicht nur ein Pädo, sondern vermutlich auch in rituellen Morden involviert. Ja, die sind alle krank und gehören entsorgt, diese Leute… Aber es geht noch viel weiter, in vielen Bereichen. Finanzen und Geheimdienste…
          Aber, alles „Verschwörungstheorien“ laut vielen Experten hier… ;-)))

    • Alfons van Compernolle

      Unzweifelhaft hat sich dieser (un)nette englische Herr Andrew nach Brit;- und US.-Recht strafbargemacht und er lùgt was seine Machenschaften anbelangt. Was ich aber niemals Glauben werde ist , dass die 17 und 18 jàhrigen jungen Frauen nicht gewusst haben , wozu sie per Privat-Jet immer wieder erneut tausende von Meilen geflogen wurden. Und die Eltern dieser jungen Frauen, haben sich diese nicht gewundert , wo Ihre Kinder bleiben , warum diese tagelang nicht nach Hause kommen etc…. !
      Als Vater von 3 Màdchen hàtte ich da doch zumindest mal nachgefragt und dann etwas zum Schutz meiner Kinder unternommen. Die Frage ist , ob sich die Eltern eben dieser damals jungen Frauen nicht auch strafbar gemacht haben ( Sorgerechtsverletzung etc ) ??

  2. Fabienne

    Ich nenn das monströs, abartig und widerwärtig, was da bei dem Epstein abgegangen ist! Und alle, die mit dem Kerl was zu tun hatten, sind mitschuldig! Gruselig ist es nachts alleine im Wald!

    • JoKrings

      Diese Monster können so sein, weil das System es möglich macht, nicht zuletzt weil viele, auch hier, gleich „Verschwörungstheorie“ brüllen wenn man nicht das Lied der Mainstreammedien singt. Hier gibt es viele davon… Was nicht von Die Zeit, TAZ und FAZ, oder RTBF und Le Soir in Belgien, usw. „bewiesen“ wird ist immer nur eine „Verschwörungstheorie“.
      Zwar begehen diese Leute vermutlich nicht die Verbrechen, die ein Epstein begangen hat (und noch begeht, sollte er nicht tot sein – was immer weniger glauben), aber sie sind mit schuldig, weil sie die realität negieren.
      Nicht wahr, Peter S? Ja, ja, die Ukraine, das sind die Guten, die Russen, das sind die Bösen, ja ja…

    • Fabienne, alle die mit Epstein zu tun hatten? Das sind dann viele auch ganz gewöhnliche Leute. Er muss schon vorsichtig vorgegangen sein, denn es war eine ganz gewöhnliche Frau, die den Stein ins Rollen gebracht hatte, nachdem sie ein paar hundert Doller in der Handtasche ihrer Tochter gefunden hatte.

    • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

      #Eure Majestät/ Die Queen ist am 8 September 2022 von uns gegangen.
      Das verstorbene hier schreiben können, verwundert doch sehr.
      Oder hat sie es zu Lebzeiten erwähnt ?

  3. Da hätte selbst die Queen nichts dran machen können! Sie stand nicht über dem Gesetz! Sie hat auf ihre alten Tage ihrem Sohn alle Ämter und bis auf die Prinzenanrede, auch alle Titel weg genommen!
    Gegen seine Verhaftung hätte sie nichts tun können, ohne die Monarchie in England noch weiter zu schädigen! Dieser Mann ist ein Schwein, genau wie all die anderen Kanaillen, die sich mit diesem Psychopathen eingelassen haben

  4. Hugo Egon Bernhard von Sinnen

    ……..Das Vergehen des Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt kann mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe bestraft werden…….

    Hat diese Anwendung in Europa, im Zeitraum der letzten 50 Jahre, jemals stattgefunden ?
    Vermutlich nicht. Mir ist nur bekannt, dass in Den Haag jemand gestorben ist, bevor das endgültige Urteil gefällt wurde.
    Den Rest (wie Z.B Erich Honecker und Gattin) hatte man in den Urlaub geschickt.
    Also im Prinzip, alles brave Leute 😉

  5. Ich habe kein mitleid mit Andrew der junge Mädchen auf Epstein Insel vergewaltigt hat. Die meisten Royals sind dort gegangen und Lady Diana würde ermordet für das. Die meisten Hollywood und sanger ware da auch. Manche wäre undercover und habe viele junge kinder gerettet. Man soll die finger von die Kinder lassen.

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern