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Die Toten des Jahres 2021: Von Tom Moore über Prinz Philip, Alfred Biolek und Gerd Müller bis Desmond Tutu

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Auch im zu Ende gehenden Jahr 2021 sind zahlreiche Größen der Politik wie auch Stars aus der Welt des Films, der Musik und des Sports gestorben.

Im Nachfolgenden rufen wir die bekanntesten Persönlichkeiten, von denen wir in der Welt  im Jahre 2021 Abschied nehmen mussten, noch einmal in Erinnerung.

– 07.01. Michael Apted (79): Filme wie der Moskau-Krimi „Gorky Park“ (1983), „Gorillas im Nebel“ (1988) über die Forscherin Dian Fossey und „James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug“ (1999) machten den britischen Regisseur berühmt. Seinen ersten großen Erfolg hatte Apted 1980 mit dem Biopic „Nashville Lady“. Er drehte die Dokumentarserie „Up“, die seit den 1960er Jahren vierzehn britische Kinder bis ins Erwachsenenalter begleitete.

– 13.01. Siegfried Fischbacher (81): Der in Rosenheim geborene Magier und sein 2020 verstorbener Partner Roy Horn waren für ihre Auftritte mit weißen Tigern und Löwen weltbekannt. Mehr als 30 Jahre lang trat das Magierduo als „Siegfried und Roy“ mit seiner Show in Las Vegas auf, bis 2003 eine Tigerattacke ihre Traumkarriere jäh beendete. Roy wurde zum Pflegefall.

– 23.01. Larry King (87): Die Talkshow „Larry King Live“ machte den US-amerikanischen Journalisten bekannt. Sein fast immer gleiches Outfit mit Hornbrille, Hemd und Hosenträgern war sein Markenzeichen. Er interviewte von 1985 bis 2010 beim Sender CNN Hollywoodstars, Sportler, Topmanager und Spitzenpolitiker von US-Präsidenten bis zum russischen Kreml-Chef Wladimir Putin.

16.04.2020, Großbritannien, Marston Moretaine: Der damals 99-jährige Kriegsveteran Tom Moore zeigt seinen Daumen nach oben. Foto: Joe Giddens/PA Wire/dpa

– 02.02. Tom Moore (100): Von vielen nur „Captain Tom“ genannt drehte der hochbetagte Brite in der ersten Pandemiewelle mit seinem Rollator Spendenrunden. Der Veteran aus dem Zweiten Weltkrieg sammelte fast 33 Millionen Pfund (38 Millionen Euro) für Großbritanniens Nationalen Gesundheitsdienst NHS. Queen Elizabeth II. schlug Moore im Juli 2020 zum Ritter.

– 09.02. Chick Corea (79): Der als Armando Anthony Corea geborene US-Amerikaner mit spanischen und italienischen Wurzeln galt als einer der konturenschärfsten Pianisten des modernen Jazz. Stark beeinflusst hatte den Mitbegründer des Rock- und Fusion-Jazz die Jazz-Ikone Miles Davis. Chick Corea gewann 23 Grammy Awards und veröffentlichte als Bandleader und Solist über 100 Alben.

– 23.02. Heinz-Hermann Thiele (79): Der Patriarch des Unternehmens Knorr-Bremse war einer der reichsten Männer Deutschlands. Der studierte Jurist baute aus dem Sanierungsfall einen Weltmarktführer für Zug- und Lkw-Bremsen mit fast 30 000 Beschäftigten und rund sieben Milliarden Euro Umsatz. Thiele wurde 2020 in der Corona-Krise Großaktionär der Lufthansa.

– 26.02. Hannu Mikkola (78): Der „fliegende Finne“ dominierte in den 1980er und 1990er Jahren als Fahrer den Ralley-Sport. Mit 123 WM-Einsätzen, 18 Gesamtsiegen und einem Weltmeistertitel zählte Mikkola zu den großen Namen seines Sports. 2011 wurde er in die Rallye Hall of Fame aufgenommen.

– 02.03. Chris Barber (90): Der britische Jazz-Posaunist begeisterte seit den 1950er Jahren als einer der großen Big-Band-Leader seine Fans mit Hits wie „Ice Cream“, „Wild Cat Blues“ und „Petite Fleur“. Der Pate des britischen Jazz stellte auch die Weichen für die Blues- und Rock-Explosion, aus der berühmte Bands wie die Beatles und Rolling Stones hervorgingen.

29.10.2011, Australien, Perth: Die britische Königin Elizabeth II. und ihr Gatte Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, winken beim Besteigen eines Flugzeugs nach London Hunderten von Menschen zum Abschied zu. Foto: Paul Kane/GETTY IMAGES POOL/dpa

– 06.04. Hans Küng (93): Der Tübinger Theologie-Professor war einer der größten Kritiker der katholischen Kirche. Weil er die Unfehlbarkeit des päpstlichen Lehramtes anzweifelte, ließ Papst Johannes Paul II. ihm 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis entziehen. Küng prangerte weiter die Machtposition des Papstes an. Er setzte sich für den Dialog der Weltreligionen ein.

– 09.04. Prinz Philip (99): Der Herzog von Edinburgh heiratete 1947 Elizabeth und wurde bei deren Krönung 1953 Prinzgemahl. Er galt als wichtigste Stütze der Queen. Der Royal mit deutsch-griechischen Wurzeln war für seinen Humor und seine rhetorischen Fehltritte bekannt. Erst im Alter von 96 Jahren nahm Prinz Philip keine öffentlichen Aufgaben mehr wahr.

– 14.04. Bernard Madoff (82): Der US-Börsenmakler machte als Drahtzieher eines der größten Wall-Street-Skandale Schlagzeilen. Er brachte Investoren um 65 Milliarden Dollar, indem er über Jahrzehnte Traumgewinne durch Geld neuer Anleger vorgab. Das Betrugssystem flog 2008 in der Finanzkrise auf. Madoff wurde 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt.

– 21.04. Thomas Fritsch (77): Den beliebten TV-Mimen umgab zeitlebens das Image des Frauenschwarms. Er spielte unter anderem in der ZDF-Serie „Drei sind einer zuviel“ mit Jutta Speidel und Herbert Herrmann (1977) und in den Krimifolgen „Derrick“ und „Der Alte“. Sein markanter Bariton machte Fritsch zum gefragten Synchronsprecher.

– 23.04. Milva (81): Als Maria Ilva Biolcati geboren, galt sie als große Dame des italienischen Chansons. Wegen ihrer roten Haare in ihrer Heimat „La Rossa“ genannt, wurde Milva in Deutschland unter anderem durch ihren Song „Hurra, wir leben noch“ bekannt. Vom Schlagerstar schaffte sie den Sprung zur anerkannten Interpretin von Bertolt Brecht. Die Diva gab Gastspiele an der Oper, unter anderem an der Mailänder Scala.

– 24.04. Christa Ludwig (93): Die Mezzosopranistin zählte zu den großen Opernstars des 20. Jahrhunderts. Ihr Repertoire umfasste unter anderem die wichtigsten Alt- und Mezzosopranpartien von Mozart bis Bela Bartok. Die gebürtige Berlinerin debütierte 1946 als Prinz Orlofsky in der „Fledermaus“ in Frankfurt. 2018 erhielt sie den Musikpreis Opus Klassik für ihr Lebenswerk.

30.04.1969, USA, Miami: Die Besatzung von „Apollo 11“, die Astronauten Neil Armstrong (l-r), Michael Collins und Edwin Aldrin. Foto: Nasa/epa/dpa

– 28.04. Michael Collins (90): Der US-Amerikaner wird oft als der „vergessene dritte Astronaut“ bezeichnet. Als Pilot der „Apollo 11“-Kommandokapsel drehte er am 21. Juli 1969 Warteschleifen um den Mond, während seine Kollegen Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen die Oberfläche des Erdtrabanten betraten. Nach Collins sind ein Mondkrater und ein Zwergplanet benannt.

– 08.05. Helmut Jahn (81): Mit seinen Glas-Stahl-Monumentalbauten und futuristischen Flughafenterminals in den Metropolen der Welt schrieb der gebürtige Nürnberger Architekturgeschichte. In Deutschland machte er sich mit den Entwürfen für Frankfurts Messeturm und das Sony-Center am Potsdamer Platz in Berlin einen Namen. Seine kühnen Bauwerke brachten ihm, angelehnt an „Turnvater“ Jahn, den Beinamen „Turmvater“ Jahn ein.

– 23.05. Eric Carle (91): Der Deutsch-Amerikaner schuf mit „Die kleine Raupe Nimmersatt“ (1969) eines der berühmtesten Kinderbücher der Welt. Der Sohn deutscher Auswanderer, die mit ihm 1935 nach Deutschland zurückkehrten, siedelte 1952 wieder in die USA über. Carle veröffentlichte mehr als 70 Bücher, die in rund 70 Sprachen erschienen sind.

– 04.06. Friederike Mayröcker (96): Das Experimentieren mit Sprache war die Berufung der preisgekrönten Österreicherin. Der Durchbruch gelang ihr 1966 mit „Tod durch Musen“. In ihrem rund 100 Titel umfassenden Werk, darunter Gedichte, Text-Collagen, Romane, Kinderbücher und Bühnentexte, lehnte Mayröcker gängige Erzählmuster ab. Mit dem Wortakrobaten Ernst Jandl war sie bis zu dessen Tod 2000 ein kongeniales Paar.

– 09.06. Gottfried Böhm (101): Der Architekt schuf mehr als 50 Sakralbauten. Das Markenzeichen des Kölners waren spektakuläre Betonbauten wie der zerklüftete Pilgerdom in Neviges bei Düsseldorf. Böhm erhielt 1986 als erster Deutscher den Pritzker-Preis, die weltweit wichtigste Architekturauszeichnung.

– 02.07. Bill Ramsey (90): Mit Schlagern wurde er berühmt, die große Liebe des Deutsch-Amerikaners galt aber dem Jazz. Der Entertainer sang in den 1960er Jahren Ohrwürmer wie „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ oder „Pigalle“. Ramsey spielte in Schlagerfilmen mit und moderierte in TV und Radio. Seine musikalische Laufbahn begann, als er als junger US-Soldat Anfang der 50er Jahre in Frankfurt in Army-Clubs Jazz sang.

– 10.07. Esther Bejarano (96): Die Tochter eines jüdischen Oberkantors überlebte den Holocaust nur, weil sie im Mädchenorchester des Konzentrationslagers Auschwitz spielte. Nach dem Krieg wanderte sie nach Israel aus und kehrte 1960 nach Deutschland zurück. Für ihr Engagement gegen das Vergessen und für mehr Toleranz erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.

25.06.2019, Nordrhein-Westfalen, Köln: Alfred Biolek, „Grandseigneur“ des deutschen Fernsehens, aufgenommen bei einem dpa-Gespräch anlässlich seines 85. Geburtstages. Foto: Henning Kaiser/dpa

– 23.07. Alfred Biolek (87): Der promovierte Jurist war einer der Pioniere der Talk- und Kochshows in Deutschland. Mit Rudi Carrell entwickelte er beim WDR die Samstagabendshow „Am laufenden Band“, die erfolgreichste Sendung der 1970er Jahre. Im „Kölner Treff“ (1976-1980) sammelte Biolek Erfahrung als Moderator und bekam mit „Bio’s Bahnhof“ 1978 eine eigene Sendung. Seine Ära endete 2007 mit der letzten Folge der Kochsendung „alfredissimo“.

– 23.07. F.C. Gundlach (95): Der leidenschaftliche Sammler und Ausstellungsmacher war einer der bedeutendsten Modefotografen der deutschen Nachkriegszeit. Neben Models traten auch zahlreiche Stars wie Cary Grant, Romy Schneider oder Zarah Leander vor seine Kamera. Mit technischer Finesse setzte er die Mode auf seinen Bildern für Zeitschriften in Szene.

– 24.07. Herbert Köfer (100): Rund 80 Jahre stand der gebürtige Berliner auf der Bühne. Er war Theater- und Filmschauspieler, Moderator und Synchronsprecher. Köfer war von Beginn an ein prägendes Gesicht des DDR-Fernsehens. Als Opa Paul Schmidt in der DDR-Fernseh-Serie „Rentner haben niemals Zeit“ ist er unvergessen. Nach der Wende spielte Köfer in TV-Serien wie „In aller Freundschaft“, „SOKO Leipzig“ oder „Ein starkes Team“.

– 12.08. Kurt Biedenkopf (91): Der CDU-Politiker machte in beiden Teilen Deutschlands Karriere. Der habilitierte Jurist wurde 1973 Generalsekretär der CDU und später ein Rivale des damaligen Parteichefs Helmut Kohl. Von 1990 bis 2002 war Biedenkopf Regierungschef in Sachsen. Dreimal gewann er im Freistaat bei Landtagswahlen eine absolute Mehrheit. Die Sachsen nannten ihn „König Kurt“. Affären wie um Rabattkäufe und ein parteiinterner Machtkampf führten 2002 zum Rücktritt.

07.07.1974, Berlin Sportarchiv: Der Deutsche Gerd Müller jubelt mit Bundestrainer Helmut Schön (l) über den Sieg im WM-Finale Deutschland gegen die Niederlande bei der Fußball-WM. Foto: picture alliance / Karl Schnörrer/dpa

– 15.08. Gerd Müller (75): Der ehemalige Weltklasse-Torjäger bleibt Fußballfans als „Bomber der Nation“ in Erinnerung. Müller kam im 1964 zum FC Bayern und und schoss in 427 Bundesligaspielen 365 Tore. Mit der Nationalelf wurde er 1972 Europameister und 1974 Weltmeister, wobei er das Siegtor im Finale in München gegen die Niederlande erzielte. Nach seiner aktiven Zeit war er lange Nachwuchs-Trainer seines Vereins.

– 24.08. Charlie Watts (80): Fast sechs Jahrzehnte war der Brite Taktgeber und Seele der Rockband The Rolling Stones. Im Gegensatz zu Frontmann Mick Jagger und Gitarrist Keith Richards mied der Drummer weitgehend das Rampenlicht und meist auch die Exzesse. Watts schweißte die Band zusammen, wenn sich die Frontmänner verkrachten.

– 27.08. Siegfried Matthus (87): Der Komponist prägte das Musiktheater der früheren DDR. Zu seinem Werk gehören 14 Opern, mehr als 60 Orchesterwerke, zahlreiche Kammermusiken, Ballettszenen und Filmmusiken. Bereits zu DDR-Zeiten erwarb sich Matthus international Anerkennung. Die Dresdner Staatskapelle führte 1979 sein Werk „Responso“ vor der UN in New York auf.

– 27.08. Heide Keller (81): Die gebürtige Düsseldorferin war die Chefhostess Beatrice in der ZDF-Reihe „Das Traumschiff“. Diese Rolle verkörperte sie 38 Jahre lang, von der ersten Folge an bis 2018. Ehe sie zum Fernsehen wechselte, spielte Keller auf mehreren deutschen Theaterbühnen. Sie war auch in den Serien „Kreuzfahrt ins Glück“ und „Derrick“ zu sehen.

– 29.08. Jacques Rogge (79): Der frühere Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC, 2001-2013) übernahm den Dachverband in dessen größter Krise. Der Belgier und promovierte Chirurg musste das durch einen Korruptionsskandal belastete Image der Weltorganisation des Sports verbessern. Unter anderem verschärfte er den Kampf gegen Doping.

– 02.09. Mikis Theodorakis (96): Der griechische Musiker, Schriftsteller und Politiker wurde in seiner Heimat als Volksheld verehrt. Seine Musik war für viele Griechen vor allem in der Militärdiktatur von 1967 bis 1974 Ausdruck des Widerstands. Theodorakis wurde in den 1960er Jahren mit griechischer Musik populär. Zum weltberühmen Film „Alexis Sorbas“ (1964) mit Anthony Quinn lieferte er die Filmmusik.

17.05.2011, Frankreich, Cannes: Der französische Schauspieler Jean-Paul Belmondo kommt während der 64. internationalen Filmfestspiele zu einer Zeremonie, mit der seine Karriere in der Filmindustrie gefeiert wird. Foto: Lionel Cironneau/AP/dpa

– 06.09. Jean-Paul Belmondo (88): Frankreichs Schauspiellegende wirkte in rund 80 Kinofilmen mit und spielte mehr als 40 Theaterrollen. Von seinen Fans „Bébel“ genannt, wurde der Mime mit dem markanten Lächeln vor allem als Antiheld bekannt. Oft spielte Belmondo Draufgänger und Gangster. In den 60er Jahren galt er als Aushängeschild des „Nouvelle Vague“-Kinos und Symbol für Rebellion und Anarchismus. Seinen Durchbruch hatte er 1960 in Jean-Luc Godards Gangsterfilm „Außer Atem“.

– 17.09. Abdelaziz Bouteflika (84): Algeriens früherer Staatschef regierte das Land 20 Jahre lang seit 1999. Im Westen galt er als verlässlicher Partner im Kampf gegen den Terror. In Algerien selbst gelang es ihm nach einem blutigen Bürgerkrieg das Land mit Hilfe des Militärs zu versöhnen. Als Bouteflika im Frühjahr 2019 für eine fünfte Amtszeit kandidieren wollte, kam es zu blutigen Tumulten, und er trat zurück.

– 15.10. Gerd Ruge (93): Der langjährige ARD-Korrespondent erarbeitete sich den Ruf einer Reporter-Legende. Mit nuschelnder Stimme berichtete Ruge aus Ländern wie Russland und den USA, interviewte mächtige Politiker und produzierte Reisereportagen. Er setzte sich für Menschenrechte ein und war Gründungsmitglied von Amnesty International Deutschland.

– 18.10. Colin Powell (84): Der Sohn jamaikanischer Einwanderer wurde als erster Schwarzer Generalstabschef des US-Militärs und Außenminister (2001-2005). In der Regierung von Präsident George W. Bush agierte er als gemäßigte Kraft. Powells Amtszeit überschatteten die Kriege in Afghanistan und im Irak. Sein Werben vor dem UN-Sicherheitsrat für den Einmarsch in den Irak bereute er später.

– 18.10. Edita Gruberova (74): Die slowakische Sopranistin sang fast fünf Jahrzehnte an den großen Opernhäusern der Welt. Die vielfach ausgezeichnete „Königin der Koloratur“ war bayerische und österreichische Kammersängerin. Sie debütierte 1970 an der Wiener Staatsoper in Mozarts „Zauberflöte“ als Königin der Nacht. Dort feierte „die Gruberova“ 1976 auch ihren Durchbruch als Zerbinetta in „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss.

22.01.2008, Schweiz, Interlaken: Der ehemalige Präsident von Südafrika, Frederik Willem de Klerk, spricht am 22.01.2008 auf dem Symposium ‚“Corporate Social Responsibility“ in Interlaken (Schweiz). Foto: Peter Schneider/epa/Keystone/dpa

– 11.11. Frederik Willem de Klerk (85): Der ehemalige Präsident Südafrikas leitete 1989 mit einem radikalen Reformkurs die Abschaffung des rassistischem Apartheid-Regimes am Kap ein. Er ließ den Ex-Staatsfeind Nummer eins, Nelson Mandela, frei und führte mit ihm den friedlichen Machtwechsel herbei. Dafür erhielten sie 1993 gemeinsam den Friedensnobelpreis.

– 11.11. Hilmar Kopper (86): Der frühere Chef der Deutschen Bank (1989-1997) und Ex-Chefaufseher des Autobauers Daimler (1990-2007) trieb bei Deutschlands größtem Bankhaus das Investmentbanking voran. Der Mann der klaren Worte eckte auch an, so mit der Bemerkung, offene Handwerkerrechnungen in zweistelliger Millionenhöhe seien „Peanuts“. Das Wort wurde 1994 „Unwort des Jahres“.

– 22.11. Volker Lechtenbrink (77): Der Schauspieler, Sänger und Regisseur feierte seinen Durchbruch mit 14 Jahren in Bernhard Wickis Antikriegsfilm „Die Brücke“ #(1959) als junger Soldat. Mit 26 Jahren hatte Lechtenbrink bereits rund 60 Bühnen- und 50 Fernsehrollen gespielt. Wegen seiner sonoren Stimme war der Wahl-Hamburger auch ein bekannter Synchronsprecher.

– 26.11. Stephen Sondheim (91): Der Sohn reicher New Yorker Juden war einer der bedeutendsten Texter und Komponisten des Musiktheaters. Schon mit 25 Jahren erregte er Aufsehen mit seinen Texten zu Leonard Bernsteins Erfolgsmusical „West Side Story“ (1957). Erfolgreich waren auch die Musicals „Gypsy“ (1959) und „Sweeney Todd“ (1979). Sondheim erhielt unter anderem 1990 einen Oscar und 2014 die US-Freiheitsmedaille.

– 01.12. Le Grand Jojo (85): Der populäre Brüsseler Sänger starb nach langer Krnkheit. „Le Grand Jojo oder „Lange Jojo“ auf Niederländisch, der mit bürgerlichem Namen Jules Jean Vanobbergen hieß, ist der Autor zahlreicher Stimmungslieder wie „On a soif“, „Jules César“, „Anderlecht Champion“ und „E viva Mexico“, das anlässlich der erfolgreichen WM-Teilnahme der Roten Teufel 1986 in Mexiko veröffentlicht wurde, die zu Meilensteinen der belgischen Volkskultur wurden.

15.10.2020, Rheinland-Pfalz, Bruchmühlbach-Miesau: Der ehemalige Fußballspieler Horst Eckel sitzt in seinem Haus vor einem Regel mit Pokalen und weiteren Erinnerungen. Foto: Uwe Anspach/dpa

– 03.12. Horst Eckel (89): In der Historie des deutschen Fußballs bleibt er als einer der Helden von Bern unvergessen. Der rechte Außenläufer des 1. FC Kaiserslautern gewann 1954 im Team von Kapitän Fritz Walter das WM-Endspiel gegen Ungarn mit 3:2. Von 1952 bis 1958 bestritt der als „Windhund“ gepriesene Pfälzer unter Bundestrainer Sepp Herberger 32 Länderspiele. Später engagierte er sich auch in der Sepp-Herberger-Stiftung des DFB.

– 03.12. Mirco Nontschew (52): In den 1990er Jahren wurde der Comedian mit „RTL Samstag Nacht“ einem breiteren Publikum bekannt. Mit seinen Gags und Grimassen brachte der gebürtige Ost-Berliner Millionen zum Lachen, zuletzt in dem Streaming-Format „LOL – Last One Laughing“. In den Nullerjahren spielte Nontschew den Zwerg Tschakko in den Kinofilmen „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ sowie „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“.

– 09.12. Lina Wertmüller (93): Die italienische Regisseurin mit den schrägen Brillen erlangte in den 1970er Jahren mit ihren Filmen über Italien hinaus Kultstatus. Ihre Karriere begann die nur 1,50 Meter große Römerin an der Seite von Regisseur Federico Fellini. Zu ihren bekanntesten Filmen zählt „Liebe und Anarchie“ (1973). Für den Skandalfilm „Sieben Schönheiten“ (1975) bekam sie als erste Frau eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Regie. 2019 wurde die Künstlerin mit dem Ehren-Oscar für ihr Lebenswerk und einem Stern auf dem Walk of Fame geehrt.

– 17.12. Klaus Wagenbach (91): Der promovierte Verleger vereinte RAF-Texte mit Franz Kafka und Ingeborg Bachmann. In seinem 1964 in West-Berlin gegründeten Verlag verlegte er Autoren wie Günter Grass, Hans Werner Richter oder Ingeborg Bachmann. Er galt als Prototyp des politischen Verlegers der 1968er Bewegung. Wagenbach stand für eine Kultur der Einmischung und des demokratischen Streits.

06.10.2011, Südafrika, Kapstadt: Der eremitierte Erzbischof und südafrikanische Nobelpreisträger Desmond Tutu. Foto: Nic Bothma/EPA/dpa

– 18.12. Richard Rogers (88): Bauwerke wie das röhrenförmige Kulturzentrum Centre Pompidou in Paris oder der Millennium Dome in London machten den Briten international bekannt. 1991 zum Ritter geschlagen und 2007 mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet, war Rogers einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Architekten weltweit. Der Stararchitekt entwarf auch Gebäude am Potsdamer Platz in Berlin.

– 23.12. Joan Didion (87): Die US-amerikanische Journalistin und Autorin beschrieb in den 1960er und 1970er Jahren das Leben und die Hippie-Kultur in Kalifornien. In ihrem Bestseller „Das Jahr des magischen Denkens“ (2005) verarbeitete sie den Tod ihres Mannes John Dunne. Mit ihm hatte sie mehrere Drehbücher für Filme wie „A Star Is Born“ von 1976 mit Barbra Streisand geschrieben.

– 26.12. Desmond Tutu (90): Der frühere südafrikanische Erzbischof von Kapstadt war ein weltweit bekannter Kämpfer gegen die Apartheid seines Landes. Der streitbare Geistliche galt als unbeugsame moralische Instanz und erhielt 1984 für den Einsatz gegen das Apartheidregime den Friedensnobelpreis. Tutu prägte für Südafrika den Begriff der „Regenbogennation“. (dpa/cre)

4 Antworten auf “Die Toten des Jahres 2021: Von Tom Moore über Prinz Philip, Alfred Biolek und Gerd Müller bis Desmond Tutu”

  1. Jazz-Beobachter

    02.03. Chris Barber (90): Der britische Jazz-Posaunist begeisterte seit den 1850er Jahren
    „1850er“ steht im Text geschrieben
    Es sollte doch wohl heißen 1950er Jahren. Oder wurde der alte Knabe 190 Jährchen alt?

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