Gesellschaft

DG, Ostbelgien, Vennland: Wie sollen wir unser Gebiet eigentlich nennen?

Die Aufkleber-Aktion von Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz stieß auf Zustimmung und Ablehnung.

Mit der Dachmarke “Made in Ostbelgien” möchte die Deutschsprachige Gemeinschaft die Unternehmen aus der Region bei der Vermarktung ihrer Produkte und Dienstleistungen unterstützen. Die Aktion wird allseits begrüßt – nur der Name „Ostbelgien“ scheint einige zu stören, was wiederum die Frage aufwirft, wie die früheren „Ostkantone“ in Zukunft genannt werden sollen: DG, Ostbelgien, Vennland oder noch anders?

Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz (SP), vor gut 10 Jahren noch Protagonist einer spektakulären Aktion mit „DG“-Aufklebern, erklärte neulich in einem Interview mit der Zeitung „L’Écho“, im Zuge der zu erwartenden Entwicklung hin zu einem „Belgien zu viert“ sei es erstrebenswert, einen neuen griffigeren Namen für die Deutschsprachige Gemeinschaft zu finden.

Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz auf dem Höhepunkt seiner spektakulären Aufkleber-Aktion. Foto: dpa

Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz auf dem Höhepunkt seiner spektakulären Aufkleber-Aktion. Foto: dpa

Schon seit einiger Zeit wird über die Opportunität einer Namensänderung gesprochen, jedoch wurde bisher keine Bezeichnung gefunden, die auf allgemeinen Zuspruch stößt. So bleibt es vorerst dabei, dass mit DG wie Deutschsprachige Gemeinschaft das Gebiet deutscher Sprache als politische Institution gemeint ist, während „Ostbelgien“ das deutschsprachige Gebiet zuzüglich der frankophonen Randgemeinden umfasst. Der Europaabgeordnete Mathieu Grosch (CSP-EVP) sprach sich 2012 für die Bezeichnung „deutschsprachiges Ostbelgien“ aus.

„Vennland“ und „Vennländer“

Indes findet auch der Begriff „Vennland“ seine Befürworter. Zu ihnen gehören der Ecolo-Abgeordnete Karl-Heinz Braun und der Eupener Journalist Marcel Bauer.

Soll das Hohe Venn unserer Gemeinschaft als Namensgeber dienen? Foto: OD

Soll das Hohe Venn unserer Gemeinschaft als Namensgeber dienen? Foto: OD

Im Sommer 2012 schrieb Braun auf Facebook, Deutschsprachige Gemeinschaft, Ostbelgien und Ostkantone seien „abgegriffene Ausdrücke, die die politischen Institutionen, nicht aber die Menschen in den Vordergrund rücken“. Deshalb laute sein Vorschlag für unser Gebiet „Vennland“, und infolgedessen seien wir, die Bürger der DG, „Vennländer“.

Braun: „Dieser Begriff hätte eine ähnliche geographische Bedeutung wie ‚Eifel‘, bezieht aber die Nordgemeinden zumindest teilweise mit ein, denn auch in Eupen und Raeren gibt es Straßen- und Flurbezeichnungen mit dem Wort ‚Venn‘. Der Begriff Vennland ließe sich touristisch gut vermarkten, denn wer Finnland gesehen hat, der möchte auch die Seen und Hochmoore im Vennland kennenlernen.“

Das Hohe Venn kann regionale Identität stiften

Das Logo der Aktion "Made in Ostbelgien".

Das Logo der Aktion „Made in Ostbelgien“.

Der Journalist Marcel Bauer ist ebenfalls ein Verfechter von „Vennland“. Für Bauer ist der Begriff „Ostbelgien“ ziemlich „schwammig“, befand der Journalist kürzlich in einem Leserbrief. Mit dem Kürzel „DG“ ließe sich kein Staat machen.

Bauer: „DG steht östlich von Bildchen, Köpfchen und Losheimer Graben für ‚Deutsche Genossenschaftsbank‘ und westlich von Garnstock und Kaiserbaracke für ‚Dolce & Gabbana‘. Mit dem Osten als Himmelsrichtung verbindet der Zeitgenosse – anders als etwa mit dem Süden oder dem Westen – eher Unerfreuliches: Weder der Nahe noch der Mittlere oder Ferne Osten gelten als besonders attraktiv. Der Osten ist immer weit vom Schuss. Von dorther bläst ein kalter Wind. Es klingt nach Ostblock und nach DDR.“ Das Hohe Venn hingegen, so Bauer, könne in unserem Gebiet eine regionale Identität stiften.

Also: DG, deutschsprachiges Ostbelgien, Vennland oder was? (cre)

 

  1. Öppe Alaaf

    Also wenn der Osten rot ist…“West-Preussen“?

    In Anlehnung an Eupen-Malmedy-St Vith wäre vieleicht „Trizonesien“ angesagt, aber die Idee hatte man woanders schon.

    Ich habe ja oft genug an dieser Stelle dagegen gewettert, aber das einzige politisch verbindende Element scheint doch wirklich nur eines zu sein …“Kriegsbeute“

    Man sollte es vieleicht einfach „Belgische Heide“ nennen, bevor es „Aachener Schrebergartenkolonie“ genannt wird.

  2. Das Venn gehört größtenteils gar nicht zur DG und Vennlandschaften gibt es auch außerhalb der DG. Daher ist die Bezeichnung überhaupt nicht geeignet. Die ganz einfache Wahrheit ist: Es gibt keine Ideallösung.

    • Karl-Heinz Braun

      Eine Ideallösung gibt es nicht. Aber es gibt in Belgien 2 Provonzen, die Limburg heißen, während die namensstiftende Burg nicht mehr zu deren Hoheitsgebiet gehört. Ähnliches triff für die Provinz Luxemburg zu. Mit Wallonien und Flandern werden mittlerweile auch Gebiete bezeichnet, die früher nicht dazu gezählt wurden.

      Und was unsere 9 Gemeinde angeht, so habe ich für 7 schon Orts- und Straßenbezeichnungen gefunden, die auf das Venn verweisen:
      Eupen: Brackvenn
      Raeren: Vennstraße
      Büllingen: Reumes Venn…
      Bütgenbach: Wolfsvenn
      Amel: Liervenn
      Sankt Vith: Meilvenn
      Burg Reuland: Weister Venn

  3. Hier ein paar Erläuterungen (aber Achtung, alles nur Satire).

    -Deutschsprachige Gemeinschaft (DG): Auf keinen Fall. Darunter verstehen unsere bundesdeutschen Nachbarn eher so etwas wie den Zusammenschluss der deutschsprachigen Länder ( hauptsächlich D-Ch-und A)
    Wie wäre es mit Demokratische Deutschsprachige Gemeinschaft? ( DDG).
    Da wäre sowohl „deutschsprachig“ als auch unterschwellig der „Osten“ mit einbezogen.

    Ostbelgien : nein danke! Wie gesagt
    Osten klingt nach Kälte, Moskau, Stalingrad, Minusgrade usw. Brrrh!

    Eine (zu)- treffende Bezeichnung ist also gar nicht so einfach.
    Wenn KHL es denn eines Tages doch noch schaffen sollte, dann wäre “ Vierte Region Belgiens“ (VRB) sicherlich eine Variante. Dann erübrigte es sich noch von deutschsprachig- Gemeinschaft- Provinzen usw zu reden, nein, all diese Institutionen wären abgeschafft und wir eine gleichberechtigte Region unter Vieren. Wir wären ganz autonom und………pleite!

  4. Marc Van Houtte

    Bitte alles so lassen wie es ist.
    Sonst gibt es für sehr viel Geld Aufträge an befreundete Agenturen für neue Aufkleber, Labels, Briefköpfe, …………….
    Ich glaube in der letzten Zeit wurde bereits genug Geld verschwendet was nicht vorhanden ist.

  5. Das ist unser Problem oder besser, haben wie keine anderen Probleme?!
    Leven Jott segne osser Land va Kappes en Chavoue.
    Alles klar “ Kappesland“!! Wird gerne und überall in der DG gegessen, hatt Lokalcolorit dank dem Kappes und wir sind Kappeslaender, perfekt!

  6. Mir ist noch einer eingefallen, wir feiern doch den rheinischen Karneval und essen Sauerbraten sowie Muscheln rheinischer Art..
    Wir gehörten lange Zeit zum Bistum Köln etc etc. Mein Vorschlag “ Westrheinland“ Es hat die Bezeichnung West, hört sich besser an als Ost, geographisch stimmt es einigermaßen, die Eifel heisst ja auch rheinisch Sibirien ;-) und kulturell sowieso.
    Und mit dem Namen sind wir nicht nur Minderheit in Belgien sondern auch im D bzw D wird uns einen Sonderstatus anbieten.
    Finanziell sind wir fein raus und sonst passt es auch. Willkommen West-Rheinland und Rheinländer

    • Genau Eastwind, dafür nennen wir uns ja „DeutschSPRACHIGE Gemeinschaft, im Gegensatz zu Flamen und Wallonen, die sich richtigerweise Flämische Gemeinschaft, bzw. Französische Gemeinschaft schimpfen.
      Wobei die Wallonen noch liebend gerne eine „Verwechslung“ mit den (echten) Franzosen in Kauf nehmen. Sie möchten nämlich, dass die Franzosen sie lieben. Tun diese bösen Menschen aber nicht (immer) und machen dazu noch oftmals die berühmt-berüchtigten Belgier-Witze !

      Bei Deutscher Gemeinschaft hätte dies, wie schon erwähnt wurde, ein „Geschmäkle“, das man sich nicht anheften möchte.Wie wäre es mit einer neutralen Bezeichnung auf englisch?
      Zum Beispiel“ Hybrid-Gemeinschaft“.
      Zu Hybrid gibt es mehrere Bezeichnungen; jeder kann sich die für ihn passende aus -suchen….

  7. Und was denken die Kelmisairen darüber?
    die gehörten ja nie so richtig dazu, waren sogar mal ganz frei und konnten machen was sie wollten.

    Am besten aufteilen: Süden nach Lux, Norden (ohne Kelmis) nach De und Kelmis wieder frei :-)
    Und Alt- oder Rest-Belgien behält sogar einen direkten Zugang nach DE!

  8. Réalité

    Lange nicht mehr so gelacht…..wie die letzten 10 Minuten!Was’ne Gaudi!!Super!!
    Herr Braun,ihre Ideen sollten auch mal leuchtender werden wie „grün“,und Limburg zieht auch nicht mehr,das erinnert an Bischof Tebartz!Und Venn,da gibt’s sogar in Honsfeld einen Hausnamen dafür:“de Venn“!
    -Eu-Ma-ViLand,zuviel Studenten(Hafer!)gebunden.(aber Eupen,Malmédy u St Vith sind dabei)
    -Zwischen Maas + Rheinland,sowie bei den Welschen „entre Sambre et Meuse“.
    -Lambiland !??.
    -Eifel-Ardennenland.
    Wir suchen weiter…..bis Nikolaustag haben wir was gefunden!C’est Promis!

  9. Dies sollte als offizielle Anfrage ans pdg gebracht werden mit Bürgerentscheid!
    Richtig schön was zum profilieren für Provinzpolitiker und deren Bürger.
    Ich als Kelmiser bzw Neu Moresneter möchte dann bitte in Rheinisch-Moresnet umbenannt werden und nicht wieder in preussisch.
    Danke für’s Verständnis.

  10. AMBIORIX der berühmte Eburone gibt uns den richtigen Namen:
    Sein Stamm, die Eburonen haben bis zum letzten Blutstropfen in Eifel und Ardennen, gegen die Invasion der Römer (der Wilden aus dem Süden)gekämpft.

    Darum soll unsere Heimat „EBURON“ heissen und die Bewohner sind die EBURONEN

  11. Reiner Wahnsinn

    „Drüben“ werden wir Wagges(se) genannt.
    Ist anscheinend ne Bezeichnung für Deutschsprachige, die in Anwesenheit von Deutschen französisch sprechen und in Anwesenheit von Franzosen bzw Wallonen deutsch sprechen.
    Das Phänomen gibt´s aber auch im Elsass

    • Falsch. Ist unter 100 Deutschsprachigen Belgiern ein Wallone, entschuldigt sich der, dass er „leider“ wie alle Wallonen „pas doué pour les langues“ ist, und schon spricht alles nach preußischer Untertanenmanier sofort französisch.

  12. Réalité

    @ senfgeber

    – Wat’ne Super Idee von Ihnen!
    Hier im Forum agiert ja ein Kommentator mit Namen: PUPS !Also,Herr oder Frau „Pubs“bitte übernehmen Sie und kümmern sich um die “ NEUE DUFTMARKE der D.G.“
    Aus welchem Loch bzw. Drüse Sie das anzapfen……ist uns „Sch…..egal“….Hauptsache!Ein Duft der weiten Welt……den Regionalen riechen wir ja schon lange genug!

    • hier schon mal 4 Identitätsgerüche:
      „Intensivity“ von BERENS & BALTER oder
      Nivea(u)s Neuer „KH-Biss“ oder
      El Classico von OLLI-ander oder
      Provocation von Scholzen-Brothers

      • Réalité

        @ Pupes

        Hallo Pupes,
        erstmal Entschuldigung für meine „falsche Intonierung“ Ihres Geburtsnamens!Da haben wir’s ja direkt mit’m „Ton-und hiermit auch Geruchstechniker“ zu tun!Sie stellen die Gerüche gewissermassen her,und versuchen ab jetzt „dieselben“ zu vermarkten!Sie kommen gerade zur Zeit,da wir momentan dringend nach Namen suchen für unser kleines, feines aber regionales Eckchen hier!
        Hier meinerseits ein paar Tipps,ehe Sie oben patentieren lassen!
        -1) TWO PATE ( 2 Pläten/Glatzen)Achtung!Sehr agressiver Duft,mit stechenden Nuancen,Hautangreifend!Kann beissend sein!)
        -2) BIS(s) 2038 (sehr kräftiger und langanhaltender Geruch,auf Dauer jedoch
        zu schwer und verfliegend.Wird daher vom Hause Beiersdorf aus den Läden und Regalen genommen)
        -3) OLLI-ander,Name passt zum Geruch,sehr Holziges und appartes Parföng.Wird aus Bäumen des Emmelser Waldes gewonnen.Diese Bäume wurden vor einigen Jahrhunderten uns geschenkt durch die Tyrolerin und Herzogin Maria Theresia,damals „Threse Mariänn“ genannt.Daher noch heute unsere regen Besuche in dieser Gegend!
        4)PROVOCATION,passt so richtig zum Aroma!Volluminöse Note mit einer Erotischen Nuance!Achtung,nur an gewissen Körperstellen zu gebrauchen!Die erzeugenden Blumen wachsen an den Hänge des Ourtales,in fast vergessenen Tälern,weit ab der Stadt!

        Gute Arbeit,lieber Herr oder liebe Frau Pupes!Ich hatte et nur jut jemeint un wollt’ihnen wat helfe!
        Jetzt verDUFTE ich mich aber,und wünsche Ihnen immer alles gute und viel Erfolg bei der Herstellung….aber auch im Vertrieb…und bei allem was Sie sonst noch tun!

        • Einfach Klasse, Réalité, Fraternité, Egalité, Liberté, Pfefferminztee! Sollten wir unsere Kräfte nicht bündeln? So, Pause ist um – jetzt muss ich aber…alles, was ich sonst noch so tu!

          • senfgeber

            Vergessen Sie nicht das Deo aus dem Haus DG mit der Duftnote „Dumm Gelaufen“, das Deo für die besonderen Fähigkeiten von Leithammeln „Dreistes Geldausgeben“ sollte auch nicht fehlen.

            Für Freunde des politischen Theaters empfiehlt sich das Deo „Dummes Geschwätz“ (DG), der Freundeskreis des Grömaz steht auf Körperpflege mit der Duftmarke „Der Gernegroß“ (DG).

          • Réalité

            @ Pupes

            Hei Pupes!
            Auf Sie haben w’r schon lang jewartet!Lang keine „Aktivitäten“ mehr jehabt,wwwaaahhhh!??Aber jetzt „fupt et wieder“!Wer so spricht,der lebt noch,so ,heisst ein plattdütscher Vers!
            -Ich mache foljende Vürschlar!MP Lambi sollte übernehmen!Er soll ne „Studierjesellschaft“ domot obkommandiere,die solle forsche wee dä Nam soll sin!Of niet,soll hän eine Auslandstournee anfange,do mott Neujohr,öm on dee janze anere Kleinjliedstaate in der jruwsse wegde Welt no däm nöje Nam!Anfange soll hän in Bora-Bora do dee Südsee eruff hin no Eriwan däm Radiosender un zerück kumme soll hän üfer dä Titikakasee!Ich wette dan hat hän dä Nam jefunde!Reise finito,et is d’r Heilije Nikolausdar 2014!

            So,nun aber an’d schaffe Herr/Frau Pupes….ich verdufte mich….denn dee Luft wird immer dünner!En jute Festdare für Sie Pupes!

  13. AltEupener

    Wenn die anderen (Wallonie, Vlaanderen, Bruxelles/Brussel) uns schon nicht wollen, wofür nicht einfach „BELGIEN“ behalten ??

    Und übrigens : „what’s in a name ?“

  14. Ohne Worte

    Gibt es keine anderen Probleme mehr zu lösen?

    Wird das neue Logo des PDG dann wieder geändert werden? Die Bezeichnung „Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft“ wäre ja nicht mehr passend!

    • Ich finde das hier besser als jede Kappe(s)nsitzung.

      Sehr kreativ und sehr aufschlussreich, dass wir hier keine richtigen Probleme haben.
      Wir leben im Überfluss, haben Frieden, die meisten können sich fast alles leisten was sie wollen und nicht brauchen.

      Dann muss man sich eben mit Lappalien beschäftigen…

      • karlh1berens

        Wir haben schon richtig fette Probleme, aber die werden hier im Forum nur besprochen, nicht gelöst. Das ist auch nicht der Ort dazu. Gelöst werden die Probleme, wenn überhaupt, in den Familien, Werstätten, Baustellen, Märkten, Ställen, Gerichten und Kabinetten. In dieser Rehenfolge.

  15. Zaungucker

    Die ganze Diskussion hier und anderswo zeigt doch nur, dass die „DG“ keine Identität hat und auch keine echten Konturen gewinnen wird.

    Da mag KHL sich noch so sehr anstrengen. Er selbst hat ja wohl auch keine Lösung, sonst hätte er die längst aus dem Hut gezaubert.

    Vielleicht könnte man auf die Bezeichnung der früheren römischen Provinzen Gallia Cisalpina und Gallia Tranalpina zurückgreifen.
    Von Rom aus gesehen, lagen diese Gebiete diesseits und jenseits der Alpen.

    „Cis- und Transpaludien“

    Aber ob die „Eifeler“ sich als „die von hinterm Venn“
    bezeichnen lassen würden, ist eher zweifelhaft.

    • Ne Volksbefragung hatten wir schon mal, siehe hier:

      Von 1920 bis zur heutigen Autonomie
      Die Eingliederung nach Belgien

      Durch Beschluss des Versailler Vertrages 1920 wurden sämtliche Gemeinden des Grenzstreifens von Eupen-Malmedy vom deutschen Reichsgebiet getrennt und provisorisch Belgien unterstellt. Die Volksbefragung von 1920, die auch als „petite farce belge“ in die Geschichte Belgiens einging, wurde in der Folgezeit zum Streitpunkt. Der Großteil der Bevölkerung sah diese Befragung als Unrecht an, da sie weder frei, noch geheim, noch unbeeinflusst war. Die Bürger hatten lediglich die Möglichkeit, gegen die belgische Annexion zu protestieren, indem sie sich in öffentliche Listen in Malmedy oder Eupen eintrugen. Da die ersten Protestierer aber unter großen Druck kamen (Ausweisung, Ausschluss vom Geldumtausch und bei der Verteilung von Lebensmittelkarten, Entlassung u.a.), wagten nur 271 der 33.726 Wahlberechtigten ihre Eintragung. Insgesamt wurden nur je eine Liste in Eupen und Malmedy ausgelegt. Unter fadenscheinigen Ausreden und Androhung von Repressalien wurde den Eintragewilligen häufig der Zugang erschwert oder unmöglich gemacht.

      Nach einer fünfjährigen Übergangszeit unter der Regierung des königlichen Hochkommissars General Herman Baltia wurde das Gebiet um Eupen, Malmedy, St. Vith und Neutral-Moresnet (Kelmis) 1925 in den belgischen Staatsverband eingegliedert. Während der Zeit von 1918 bis 1925 unterlagen die ostbelgischen Medien der Zensur. Die Stadt Eupen erhielt mit dem „Altbelgier“ Hugo Zimmermann einen von der belgischen Regierung eingesetzten „Zwangsbürgermeister“.

  16. Johann Klos

    Wer sich mit der Geschichte unserer Gegend befasst wird feststellen das wir doch einiges gemein mit der Schweiz haben.

    Der Begriff Kanton Eupen fällt schon ende des 17 Jahrhunderts.

    Somit könnte eventuell ein Name wie „DKB“ als deutschsprachiger Kanton Belgiens in dieser oder abgeänderter Form diskutiert werden.

    Den Zwist hierüber überlasse ich aber gerne anderen.

    • Oder einfach, Landkreis Eupen mit der Kreisstadt Eupen, hatten wir auch mal.
      Kein Sprachenzwist, alle Zuständigkeiten sind geklärt.
      Das PDG kannste schonmal verkaufen da nicht mehr gebraucht und die Bahn ist etwas pünktlicher da die Züge der DB hier halten.
      Naja die KAS kann ihr K wieder aus dem Namen nehmen und nicht vergessen bald wieder 8;50€ Mindestlohn, freut sich derMittelstand.
      Wollt ihr das??

  17. Ach macht es doch einfach alles so wie es war. Sprache deutsch, Landkreis, nix 4. Region, nix PDG, nix Minister, nix ärgern. Und eine reelle Chance Fussballweltmeister zu werden.

  18. Herr Werner

    Das wohl wirklich einzig verbindende Element ist die Zugehörigkeit des Platt zu den sogen. ripuarischen Dialekten. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Ripuarische_Dialekte
    Warum also nicht Ripuarische Gemeinschaft Belgiens ? Ist ein bisschen abgedreht, hat was von Lampukistan, aber m.E. genau so gut wie Wodka Vennlandia oder die Made aus Ostbelgien bzw. das vermurkste „DG“ was jenseits der Sprach- und Landesgrenze eh keiner zuordnen kann.

  19. Luc Saffre

    Also ich lebe ja seit 13 Jahren in Estland und sage allen Leuten hier immer, dass ich Ostbelgier bin. In Englisch „East Belgium“ und in estnisch „Ida-Belgia“. „Vennland“ fände man hierzulande lächerlich, weil Estland halb mit Vennen bedeckt ist. „Deutschsprachige Gemeinschaft“ ist für alle nicht-Muttersprachler ein Zungenbrecher angesichts der 7 Mitlaute hintereinander. Weder „Vennland“ noch „DG“ werden mich je davon abbringen, meine Heimat „Ostbelgien“ zu nennen.

  20. Zaungucker

    Im GE trommelt Marcel Bauer für „Vennland“.

    Warum dann nicht gleich „Föderation Ödland“?

    Merke: Auf sich allein gestellt, hätte dieses „Ödland“ erhebliche Probleme, denn im südlichen Teilstaat ist der drittgrößte Arbeitgeber ein ALTERSHEIM !!!!.

    • „Vennland“ ist so schön nichtssagend, genau wie „ecolo“, der „Ja-aber Wischiwaschiklub“ mit Sozialanstrich, die Enthaltungspartei, die nie Farbe bekennt, wo es um was Wichrtiges geht.

  21. Jetzt behauptet Marcel Bauer doch tatsächlich im heutigen GE, dass die Our im Venn entspringt: Dies zeugt eindeutig von Unkenntnis der ostbelgischen Geografie und Hydrologie. Warum sollte ER also gerade DER GURU für eine neue Namensgebung (in) der DG sein?

    • genau Köbbes:
      die Our entspringt nicht mal in einer Vennlandschaft. Ein ähnlicher geografischer Schwachsinn ist es, zu behaupten, südlich des Hohen Venns liegt die „belgische Eifel“.
      Cleverle sollte dringend den Geografieunterricht in Ostbelgien aufwerten…

      • Nennen wir unser Gebiet doch einfach Neubelgien, wie ich es schon des öfteren hier erwähnt habe. Dies ist die (geschichtlich) korrekteste Bezeichnung und jedem „Unwissendem“ aus dem Ausland schnell zu erklären. Vennland, Ostbelgien usw. sind einfach nicht zutreffend, wie es auch einige hier erwähnt haben.
        PS: Ich habe die Bezeichnung „Neubelgien“ übrigens vor kurzem mal spontan getestet anl. eines Aufenthaltes bei einer befreundeten Familie in Luzern.
        Habe auch die Begriffe Ostbelgien sowie Vennland erwähnt. Nun, mit dem Begriff Neubelgien konnten die Schweizer nach einer kurzen Erklärung unserer Geschichte seit 1920 sofort was mit
        anfangen. „Neubelgien“ machte sie sofort neugierig. Vennland sagte ihnen gar nichts, und Ostbelgien rief auch nur ein Achselzucken hervor. Klingt einfach nur nach einer nichtssagenden Himmels –
        richtung. Himmelsrichtungen gibt es ja in jedem Land dieser Erde.
        Wie gesagt, Neubelgien trifft es also am ehesten.

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